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Tutorial | 3 Methoden, wie du eine Applikation nähen kannst

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Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Tutorial auf meinem Blog! Heute geht’s um Applikationen. Ich stelle dir drei verschiedene Techniken vor:

1. Applizieren mit Haftvlies
2. die Wende-Applikation und
3. die Applikation mit Kartonvorlage

Das sind die drei Methoden, die ich persönlich am liebsten mag und am häufigsten benutze. Sie sind leicht umzusetzen und deshalb anfängerfreundlich. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie’s funktioniert und verrate dir außerdem, wo du schöne Motiv-Vorlagen findest.

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Was ist eine Applikation?

Eine Applikation ist eine Verzierung aus Stoff, Leder, Filz, dünnem Metall oder Ähnlichem, die auf ein Gewebe aufgenäht wird. So steht’s ganz korrekt im Duden. Meine Definition wäre wohl etwas simpler ausgefallen: Wenn du ein ausgeschnittenes Stoffmotiv auf einem anderen Stoff platzierst und annähst, dann nennt man das eine „Applikation“.

Das Applizieren hat eine sehr lange Tradition. Schon seit Jahrhunderten werden Kleidungsstücke, Quilts, Kissen und andere Textilien mit Applikationen verziert. Wer sich gerne kreativ austobt, findet unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Als ich mit dem Nähen anfing, hat es mir unheimlich viel Spaß gemacht, mit Applikationen zu spielen. Ich erinnere mich an mein Bruggeld-Täschchen, an die Origami Market Bag und natürlich an Fietsi Fuchs. Mit Applikationen kannst du etwas ganz Individuelles erschaffen. Vliesofix war dabei die Entdeckung für mich. Deshalb möchte ich dir die „Applikationstechnik mit Haftvlies“ als erstes vorstellen.

1 | Applikation mit Haftvlies

Haftvlies ist ein Spezialpapier mit einer Klebeseite und einer Papierseite. Die Klebeseite schmilzt beim Bügeln. Auf der Papierseite kannst du die Konturen deines Motivs nachzeichnen. Das Geniale an Haftvlies ist, dass dein ausgeschnittenes Stoffmotiv wie ein Bügelbild fest auf dem Hintergrundstoff klebt. Das heißt, deine Applikation verschiebt sich nicht und franst weniger aus.

Vliesofix

Es gibt verschiedene Haftvliese. Bei uns in Deutschland ist Vliesofix sehr bekannt. Du findest es in jedem gut sortierten Nähgeschäft. Wichtig ist, dass du das Vliesofix richtig herum auf den Stoff legst: Immer mit der rauen Klebeseite auf den Stoff! Sonst versaust du dir dein Bügeleisen und musst es mühsam wieder saubermachen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, kannst du ein Stück Backpapier vor dem Bügeln über das Motiv legen.

(1) Du brauchst: Webstoff, Vliesofix, Motiv-Vorlage, Papierschere, Bleistift und Bügeleisen.

(2) Schneide ein passend großes Stück Vliesofix zu. Bügle das Vliesofix auf die linke Stoffseite. Der Stoff sollte rundherum etwas größer sein, damit das Vlies nicht am Bügelbrett festklebt. Nachdem du das Vliesofix aufgebügelt hast, legst du deine Vorlage spiegelverkehrt auf und überträgst mit dem Bleistift die Konturen deines Motivs.

(3) Lass den Stoff ein paar Minuten abkühlen. Schneide dann das Motiv mit einer Papierschere aus.
(4) Ziehe das Trägerpapier vom Stoff ab. Die linke Seite des Stoffs fühlt sich jetzt „gummiert“ an. Das ist der Kleber, der durch die Hitze beim Bügeln geschmolzen ist und auf den Stoff übertragen wurde.

(5) + (6) Platziere das Motiv auf dem Hintergrundstoff und bügle es vorsichtig fest. Das Motiv ist nun mit dem Hintergrundstoff verbunden und kann nicht mehr verrutschen. Weil es sich beim Waschen aber doch wieder ablösen kann, ist es notwendig, das Motiv festzunähen. Du kannst hier z. B. einen Geradstich oder Dreifach-Geradstich benutzen. Oder verwende einen engen Zickzackstich. Dann sind die offenen Kanten umschlossen und können auf keinen Fall mehr ausfransen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, lies dir weiter unten das Kapitel „Applizieren mit der Nähmaschine“ durch.

Stretchfix

Wenn du eine Applikation auf einen dehnbaren Stoff wie Jersey nähen möchtest, ist Stretchfix die bessere Wahl. Stretchfix ist ein elastisches Haftvlies und soll genauso funktionieren wie die große Schwester Vliesofix. Es ist extra gemacht für elastische Stoffe. Ich selbst habe Stretchfix noch nicht ausprobiert, weil ich fast gar nicht mit dehnbaren Stoffen arbeite. Ich kann hier also nicht aus eigener Erfahrung sprechen.

2 | Wende-Applikation

Bestimmt gibt es einen schickeren Namen für diese Technik. Ich nenne sie „Wende-Applikation“. Amerikanische Quilterinnen sagen „Turned Edge Applique“ dazu. Das Prinzip ist einfach und zugleich genial: Ein Stoff und ein hauchdünnes Vlies werden rechts auf rechts genäht. Über einen Schnitt in der Rückseite wird die Applikation gewendet und dann von Hand oder mit der Maschine angenäht. Das Ergebnis ist sensationell, weil es keine offenen Stoffkanten gibt. Deshalb liebe ich die Wende-Applikation.

Vlieseline L 11

Aber sie steht und fällt mit dem richtigen Vlies. Es darf nicht zu dick sein, sonst lässt sich die Applikation nicht schön ausformen und wird zu voluminös. Wir wollen aber eine möglichst flache Applikation haben. Bei meinem Joseph’s Coat vor drei Jahren hat mir Andrea  {Quiltmanufaktur} den Tipp gegeben, L 11 zu verwenden. Seitdem schwöre ich auf diese hauchdünne Näheinlage. Sie eignet sich perfekt für Wende-Applikationen. Und so geht’s:

(1) Du brauchst: Webstoff, Vlieseline L 11, Stoffschere, Stecknadeln, Bleistift, Bügeleisen und eine Motiv-Vorlage. Lege deine Vorlage spiegelverkehrt auf die linke Stoffseite und übertrage mit dem Bleistift den Umriss des Motivs. Um das Motiv herum soll noch etwa 0,5 cm Platz zu den Kanten sein. Stecke den Stoff rechts auf rechts auf ein gleich großes Stück Vlies.

(2) Nähe die Bleistiftlinie mit einem kurzen Geradstich nach (Stichlänge 1,6). Tipp: Wenn du die Nadel in die mittlere Position stellst, kannst du dich an der mittleren Einkerbung/Markierung deines Nähfüßchens orientieren und direkt auf der Linie nähen. Anfang und Ende deiner Naht musst du selbstverständlich durch Vor- und Rückwärtsnähen verriegeln.

(3) Schneide das Motiv etwa 3 mm neben der Naht aus. Bei Applikationen mit Rundungen benutze ich dafür eine Zickzackschere. Wichtig ist, dass du die Innenecken bis knapp zur Naht einschneidest, damit sich diese Stellen nach dem Wenden glatt ausformen. Pass auf, dass du nicht in die Naht hineinschneidest!

(4) Drehe das Motiv auf die Vlies-Seite. Das ist die Rückseite. Schneide mit der Schere ein kleines Kreuz hinein. Ja, du hast richtig gelesen: Die Applikation wird jetzt rückseitig aufgeschnitten.

(5) + (6)  Wende die Applikation über den Schnitt in der Vlies-Rückseite und hole vorsichtig alle Kurven, Ecken und Spitzen heraus. Bügle die Applikation und platziere sie auf deinem Hintergrundstoff.

(7) + (8) Damit die Applikation auf dem Stoff nicht verrutscht, kannst du sie mit Nadeln feststecken. Ich benutze außerdem gerne einen Textil-Klebestift, um sie vorübergehend zu fixieren. Blüte und Blätter sind recht einfach, aber auch schwierige Formen wie der schmale Tulpen-Stängel lassen sich mit etwas Geduld umsetzen. Nähe das Stoffmotiv knappkantig mit der Maschine an oder appliziere von Hand, falls dir das lieber ist. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, lies dir weiter unten die Kapitel „Applizieren mit der Nähmaschine“ und „Applizieren von Hand“ durch.

Die fertige Tulpe kannst du in diesem Blogartikel sehen: Wäschebeutel mit Französischer Naht

Eine wahre Meisterin dieser Applikationstechnik ist die Designerin Lori Holt. Auf ihrer Webseite Bee in my bonnet kannst du viele eindrucksvolle Beispiele sehen. Weil eine dünne Vlieseinlage das A und O ist, hat Lori Holt extra ein Produkt namens „Sew-in Interfacing“ auf den Markt gebracht. Ich kenne es nicht, stelle es mir aber so ähnlich vor wie Vlieseline L 11.

3 | Applikation mit Kartonvorlage

Als drittes möchte ich dir eine Applikationstechnik vorstellen, die sich für einfache geometrische Formen wie Kreise, Ovale, Rechtecke, Rauten, Fünfecke oder Hexagone eignet. Um eine Applikation ohne offene Schnittkanten zu bekommen, kannst du eine Kartonvorlage benutzen und die Nahtzugabe umschlagen und kräuseln oder heften. Hier zwei Beispiele:

a) Gekräuselte Applikation

Diese Technik funktioniert nur bei Kreisen, Ovalen und gewölbten Formen. Du brauchst dazu eine feste Kartonvorlage in der Größe der fertigen Applikation. Der Stoff wird um die Kartonvorlage gekräuselt.

(1) Schneide einen Kreis aus Stoff, der einen 2 cm größeren Durchmeser hat als der fertige Kreis, den du applizieren möchtest. Angenommen, du möchtest einen Kreis von 6 cm Durchmesser applizieren. Dann schneidest du einen Stoffkreis mit einem Durchmesser von 8 cm aus. Nähe mit einem langen Geradstich knappkantig einmal rundherum (Stichlänge 5.0). Drei Dinge sind hier sehr wichtig: 1. Die Fäden werden lang abgeschnitten! 2. Es wird nicht verriegelt! 3. Du darfst nicht über den Anfang nähen.

(2) Jetzt drehst du deinen Stoffkreis auf die linke Seite und legst die Kartonvorlage mit dem Durchmesser des fertigen Kreises (6 cm) in die Mitte. Rundherum hast du jetzt eine Nahtzugabe von etwa 1 cm. Kürze die Unterfäden, damit sie dir nicht im Weg sind. Ziehe abwechselnd an den beiden Oberfäden. Der Stoff zieht sich gleichmäßig um die kleine Schablone. Es entsteht ein perfekter Kreis.

(3) Bügle den Kreis mit der Schablone von beiden Seiten. Lass es einen Moment abkühlen und lockere die Oberfäden wieder, so dass du die Schablone herausnehmen kannst. Anschließend ziehst du die Oberfäden wieder zusammen und verknotest sie. Bügle beidseitig darüber, und dein Kreis ist fertig zum Applizieren.

Webbandhotel mit appliziertem Dresden Plate

(4) Ich habe den Kreis hier mit der Maschine auf einen Dresden Plate genäht. Den ganzen Dresden Plate habe ich anschließend von Hand auf ein Webbandhotel appliziert. Wenn du mehr über Dresden Plates erfahren möchtest, schau dir meinen Blogartikel an: Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

b) Geheftete Applikation

Diese Technik funktioniert besonders gut bei eckigen Formen wie Quadraten, Fünfecken, Sechsecken oder Achtecken. Du brauchst dazu eine feste Kartonvorlage in der Größe der fertigen Applikation. Die offenen Schnittkanten des Stoffs werden dabei um eine Kartonvorlage geschlagen und mit Handstichen geheftet. Wer mag, kann stattdessen auch einen Textil-Klebestift benutzen. Vor dem Annähen der gut gebügelten Applikation werden Heftfäden und Kartonvorlage entfernt. Diese Technik heißt „English Paper Piecing“.

Hexies (English Paper Piecing)

Ich bin ein großer Fan von Hexagonen (Sechsecken) und habe dazu schon einige Blogartikel und Tutorials geschrieben. Wenn du interessiert bist, schau mal hier: Crashkurs English Paper Piecing – Ich zeige dir, wie man Hexies näht. Dort erfährst du, wie Hexies geheftet, zusammengenäht und appliziert werden. Damit du gleich starten kannst, findest du dort auch Gratis-Vorlagen zum Herunterladen und Ausdrucken.

Geldbeutel mit applizierter Hexie-Blume: Nähanleitung

Hexagone können frei schwebend angenäht werden, wie ich es bei diesem Täschchen gemacht habe. Du kannst aber auch mehrere Hexies zu einer Form zusammennähen. Sieben Hexies bilden zum Beispiel eine Blume. Die Hexie-Blume auf dem Geldbeutel (Foto links) habe ich von Hand mit dem Blindstich appliziert.

Andere Applikationstechniken

Natürlich gibt es außer den drei vorgestellten Methoden noch andere Möglichkeiten, Applikationen auf Stoff zu bringen. Eine alte, traditionelle Technik ist die Needleturn-Applikation, bei der die Stoffkanten untergeschlagen und mit unsichtbaren Handstichen angenäht werden. In Amerika sehr beliebt ist das Applizieren mit Freezer Paper und Bügelstärke. Bisher habe ich das noch nicht ausprobiert. Wenn du damit Erfahrung hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen.

Applizieren mit der Nähmaschine

Was für den einen pure Entspannung ist, empfindet der andere als Zumutung: das Nähen mit der Hand. Wozu haben wir denn die Nähmaschine erfunden? – Beim Applizieren ist beides erlaubt. Je nachdem, was dir gefällt. Hier drei Beispiele für das Applizieren mit der Nähmaschine:

Applikationen mit Vliesofix und Nähmaschine: Geradstich, Zickzackstich und Langettenstich

Geradstich: Umrande die Kontur deiner Applikation einmal oder mehrmals mit einem Geradstich. Toll sieht hier auch die freie Maschinenstickerei aus, bei der nicht ordentlich genäht, sondern „gekritzelt“ wird. Man sagt dazu auch „Nähmalen“. Das habe ich bisher noch nicht ausprobiert, muss ich unbedingt mal machen.

Zickzackstich: Wenn die Stoffkanten auf keinen Fall ausfransen sollen, verwende einen Zickzackstich, wie ich es bei Fietsi Fuchs gemacht habe. Die Stiche werden ganz eng gesetzt, so dass kein Zickzack mehr zu erkennen ist. Wie du siehst, ähnelt es eher einen fetten Raupe.

Langettenstich: Sehr hübsch finde ich auch den Langettenstich, den ich beim roten Herz verwendet habe. Diesen Applikationsstich haben leider nicht alle Nähmaschinen, aber man kann ihn auch von Hand nähen.

Applizieren von Hand

Grob gesprochen gibt es zwei Möglichkeiten, Stoffmotive von Hand zu applizieren: unsichtbar mit dem Blindstich oder sichtbar mit einem dekorativen Stich. Ein solcher Zierstich wäre der Langettenstich, der auch „Schlingstich“ genannt wird. Zum Thema „Handstiche“ werde ich wann anders mal einen extra Blogartikel schreiben. Das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.

Applizieren von Hand mit dem Blindstich

Bis dahin empfehle ich dir mein Tutorial: Hexies auf Hintergrundstoff applizieren. Da zeige ich Schritt für Schritt, wie der Blindstich gemacht wird. Dieser unsichtbare Stich eignet sich vor allem für Applikationen mit umgeschlagener Stoffkante, also für die Wende-Applikation oder die Applikation mit Kartonvorlage.

Wo bekomme ich Vorlagen für Motive her?

Pinterest

Eine wahre Fundgrube an Vorlagen ist natürlich das Internet, insbesondere Pinterest. Wenn du dort dein Motiv in Verbindung mit den Stichwörtern „Vorlage“, „Ausmalbild“ oder „template“ suchst, bekommst du eine Fülle an Ergebnissen. Manchmal führen sie zu Webseiten, die sich auf Malvorlagen und Ausmalbilder für Kinder spezialisiert haben. Hier bitte immer die Urheberrechte beachten! Für den privaten Gebrauch ist es meistens in Ordnung, auf fremde Vorlagen zurückzugreifen. Aber bei kommerziellen Gebrauch sieht das oft anders aus.

Einfache Motive selber machen

Wenn du einfache Motive wie Herzen oder Sterne suchst, kannst du sie auch selbst z. B. in Microsoft Office Word über → Einfügen → Formen in deiner Wunschgröße erstellen. Für Buchstaben suchst du dir eine schöne Schrift aus und vergrößerst sie. Manchmal ist es allerdings schöner, selbst zu Papier und Stift zu greifen. Eigene Motive sind vielleicht nicht perfekt, aber dafür einzigartig.

Schablonen-Sets

Als Lori-Holt-Fan möchte ich dich zum Schluss noch auf ihre „Sew Simple Shapes“ aufmerksam machen. Das sind dünne Kunststoff-Schablonen, extra gemacht für Applikationen. Du brauchst sie, wenn du einen ihrer Appliqué-Quilts nähen möchtest. Ein Schablonen-Set enthält 30-40 Stück und besteht aus einfachen Formen und speziellen Motiven. Die Anleitung veröffentlicht Lori Holt im Rahmen eines Sew-Alongs auf ihrem Blog. Ich habe mir vor einiger Zeit das Set „Autumn Love“ gekauft, weil ich mich in den Autumn Love Quilt verliebt habe. Teile davon möchte ich gerne im Herbst nähen.

Viel Spaß beim Nähen!

Ich hoffe, mein Tutorial hat dir gefallen und du hast ein paar Ideen und Inspiration für dich mitnehmen können. Wenn du Zeit und Lust hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen. Vielleicht hast du ja noch Fragen oder bevorzugst eine andere Applikationstechnik, die ich unbedingt kennen sollte. Ich erweitere gerne meinen Horizont und freue mich auf dein Feedback.

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Der Magic Circle und mein neues Lieblingslineal

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Heute muss ich meine Begeisterung für ein tolles Spezial-Lineal mit dir teilen. Es ist dreieckig und heißt „Folded Corner Clipper“. Wenn du Patchwork machst, wirst du es lieben! Ich habe gerade eben meinen Magic Circle Quiltblock damit genäht und bin komplett aus dem Häuschen. Das Lineal ist echt cool!

Ich bin ja eigentlich nicht leicht zu ködern und zu überzeugen, wenn’s um neue Produkte geht. Ob Plotter, Oilskin, hippe Cuff Me Bündchen – Meine Grundhaltung ist immer eher abwartend und skeptisch. Brauche ich das? Ist das wirklich nützlich? Na, mal sehen. Die meisten Trends sind mir piepegal und gehen spurlos an mir vorbei. Auch um den Folded Corner Clipper bin ich erst mal eine ganze Weile herumgeschlichen.

Folded Corner Clipper von Creative Grids

Obwohl ich eine große Schwäche für Lineale habe, besitze ich nicht sehr viele. Jedenfalls, wenn ich mich mit anderen passionierten Patchworkern vergleiche. Hauptsächlich sind es quadratische und rechteckige Lineale, die zur Grundausstattung gehören und die ich bereits hier ausführlich vorgestellt habe:
Tipps | Die 5 besten Lineale zum Nähen & Patchworken

Was ist der Clou an diesem Lineal?

Ich find’s Quatsch, teure Spezial-Lineale zu kaufen, die man vielleicht einmal und nie wieder braucht. Aber der Folded Corner Clipper ist wirklich anders! Der Clou an diesem kleinen Lineal ist, dass du ruckzuck und sehr exakt „Easy Corner Triangles“ nähen kannst, und zwar ohne vorher anzuzeichnen. Das Nähen von „Eckdreiecken“ ist ja eine Grundtechnik, die ständig vorkommt. Deshalb wird mein Folded Corner Clipper garantiert nie in der Schublade landen. Ich werde ihn bei fast jedem Patchworkprojekt brauchen.

Ich habe meinen Folded Corner Clipper hier gekauft: → Einfach bunt Quilts* (Affiliate-Link)

Zuschnitt für den Magic Circle Block (links) | Altbekannte Easy Corner Triangles Methode (rechts)

Easy Corner Triangles nach der altbekannten Methode:

Falls du mit „Easy Corner Triangles“ nichts anfangen kannst, erkläre ich mal kurz, was damit gemeint ist. Die gängigen Arbeitsschritte bei dieser Methode sehen so aus: Auf die Rückseite eines Quadrats wird mit einem Stift eine diagonale Linie gezogen. Das Quadrat wird rechts auf rechts auf ein größeres Quadrat oder ein Rechteck gelegt. Dann wird auf der Markierungslinie genäht (siehe Foto oben). Das Dreieck rechts neben der Naht wird bis auf die Nahtzugabe weggeschnitten. Die Stoffe werden auseinandergeklappt und die Nahtzugabe gebügelt. In meinen Tutorials zum Eight Hands Around und Dutchman’s Puzzle findest du dazu eine ausführliche Bilder-Anleitung.

So funktioniert’s mit dem Folded Corner Clipper:

Der Folded Corner Clipper vereinfacht das Annähen von Eckdreiecken erheblich. Es geht schneller als bei der altbekannten Methode und wird meiner Erfahrung nach sogar exakter. Ohne vorher eine diagonale Linie angezeichnet zu haben, legst du das kleine Stoffquadrat einfach rechts auf rechts an die Ecke des größeren Stoffs. Positioniere den Folded Corner Clipper so, dass die gerade Kante des Lineals bündig mit der oberen Stoffkante liegt. Das ist dann später die Nahtzugabe. Anhand der gestrichelten Linie kannst du überprüfen, ob das Lineal exakt im rechten Winkel auf dem kleinen Stoffquadrat liegt.

Passt alles, schneidest du den Stoff entlang des Lineals mit dem Rollschneider weg. Jetzt nähst du das Quadrat, was genau genommen gar keins mehr ist, mit 1/4 Inch Nahtzugabe (ca. 0,6 cm) an. Es ist wichtig, dass du 1/4 Inch nimmst, denn das Lineal ist so konzipiert. Es enthält 1/4 Inch Nahtzugabe.

Besonders praktisch ist es, wenn du Schneidematte und Rollschneider direkt neben der Nähmaschine liegen hast. Dann kannst du die Stoffe zuschneiden, vorsichtig hochheben, so dass nichts verrutscht, und sofort nähen. Auch ohne Nadeln oder Stoffklammern zu stecken, klappt das bei mir prima. Sehr nützlich ist wie immer ein Viertel-Inch-Nähfuß. Aber es geht natürlich auch ohne.

Ich war gespannt zu sehen, wie exakt das Ergebnis wird, und muss sagen: Klasse! Ich bin begeistert. Der Folded Corner Clipper hat, wie alle Lineale von Creative Grids, Anti-Rutsch-Flächen auf der Rückseite. Das sorgt schon mal für einen sehr genauen Zuschnitt. Ich habe den Eindruck, das Ergebnis wird besser und schöner als mit der altbekannten Easy Corner Triangles Methode. Und ich muss endlich keine diagonalen Linien mehr vorzeichnen. Juhu! Das gehörte nämlich nicht unbedingt zu meinen Lieblingsaufgaben.

Was kann das Lineal noch?

In diesem YouTube-Video kannst du dir anschauen, was man mit dem Lineal noch anstellen kann: z. B. Dreiecke für HSTs inklusive Nahtzugabe zuschneiden, HSTs trimmen und Streifen im 45-Grad-Winkel für Bindings zuschneiden.

Stoffauswahl für den Magic Circle

Dank des Folded Corner Clipper Lineals ging das Nähen meines Magic Circle Blocks super schnell. Die meiste Zeit habe ich mit der Stoffauswahl verbracht. Die Entscheidung fiel mir diesmal extrem schwer. Dass es der hellgraue Katzenstoff und der grüne Tilda-Stoff werden sollen, stand schnell fest. Aber wie mach ich die Eckdreiecke? Als Inspiration habe ich mir auf der Webkante angeschaut, welche Farben im Stoff vorkommen. Dann habe ich Bella Solids herausgesucht, die diesen Farben nahe kommen. Ich hätte sie ja am liebsten alle untergebracht, fand aber, dass sich der Magic Circle nicht so richtig dafür eignet.

Einfarbige Bella Solids (links) | Zuschnitt für den Magic Circle Block (rechts)

Schließlich habe ich mich für Grün und Pink in Hell und Dunkel entschieden. Ich finde ja, es sieht ein bisschen so aus, als würden die Katzen mit bunten Wollknäuel spielen. Irgendwie witzig. Mit drei Fäden Sticktwist habe ich den Magic Circle dann von Hand auf ein Stück Thermolam genäht. Mir macht das Handnähen immer total viel Spaß, und ich könnte mir mittlerweile tatsächlich vorstellen, auch mal eine Decke von Hand zu quilten. Muss ja nicht gleich eine King Size Decke sein.

Für das Binding habe ich einen 1.25 Inch breiten Streifen zugeschnitten, wie Schrägband gefaltet und mit 1/4 Inch Nahtzugabe angenäht, dann umgeklappt und mit der Maschine festgesteppt. Es ist ein einfaches Binding wie bei meinem Webbandhotel.

Magic Circle Mini Quilt. Größe: 10.5 x 10.5 Inch (27 x 27 cm)

Mein süßer Mini Quilt hat auch schon seine Bestimmung gefunden. Er dient uns als Untersetzer für unsere Wasserkanne. Schon vor längerem haben wir uns angewöhnt, Leitungswasser statt Mineralwasser aus Flaschen zu trinken. Dafür ist der kleine Magic Circle Quilt perfekt.

So, nun habe ich mit einiger Verspätung auch den September-Block des 6 Köpfe – 12 Blöcke Quilt-Alongs 2019 fertig. Ich freu mich. Die anderen, fehlenden Blöcke werde ich natürlich auch noch nachholen.

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Tutorial | Wie benutze ich ein Inch-Lineal?

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Ein Viertel, ein Achtel, ein halbes Inch – Häh? Wer zum ersten Mal eine Nähanleitung in Inch sieht, ist erst mal irritiert. Dabei ist das alles gar nicht schwer und du musst kein Mathegenie sein! Inch-Lineale haben große Vorteile. Wer sich damit auskennt, dem eröffnet sich eine riesige Welt großartiger Nähanleitungen. In diesem Tutorial zeige ich dir, wie ein Inch-Lineal aufgebaut ist und wie du damit arbeitest.

Bevor wir ins Technische einsteigen, möchte ich dir ein paar Hintergrundinfos mitgeben. Es ist nämlich echt spannend, was es mit der alten Maßeinheit Inch auf sich hat und warum sich viele englischsprachige Länder nicht davon trennen wollen. Obwohl sich international aus guten Gründen das metrische System durchgesetzt hat, gibt es ein paar gallische Dörfer, die am Inch hängen. In den USA ist es immer noch die Hauptmaßeinheit.

Inch und Zoll ist dasselbe!

Wir kennen Inch unter der Bezeichnung „Zoll“. Es begegnet uns im Alltag nur selten, am ehesten, wenn wir elektronische Geräte kaufen. Die Bildschirmdiagonale bei Fernsehern, Notebooks oder Handys wird in Zoll angegeben, aber auch der Durchmesser von Auto- und Fahrradfelgen. Manchmal ist uns gar nicht bewusst, dass wir es mit Inch zu tun haben, wie bei der Bundweite von Jeanshosen. Wenn auf dem Etikett die Größe W 32 / L 34 steht, dann sind das Angaben in Inch.

Was Inch mit dem König von England zu tun hat

Der Meter ist eine Errungenschaft der Französischen Revolution. 1793 wurde eine Maßeinheit eingeführt, die sich direkt aus der Natur herleitet. „Ein Maß, für alle Zeit, für alle Völker!“ – Das war die große Idee der Aufklärer. Jahrtausende davor haben wir Menschen unseren Körper benutzt, um Längen zu definieren: die Elle, der Fuß, der Schritt, eine Handbreit, ein Daumenbreit. Alles alte Maßeinheiten. Der Schwachpunkt dieser Maße: Es sind nur ungefähre Größen, und sie wurden regional sehr unterschiedlich definiert.

Das Inch wurde im Jahr 1101 von Heinrich I. von England eingeführt und bezog sich auf die Breite seines Daumens. Heute ist das englische Inch genormt und beträgt haargenau 0,0254 Meter, also 2,54 Zentimeter. Du kannst dir also merken:

1 Inch = ungefähr 2,5 cm

Super, dann kann ich doch ganz einfach Inch in Zentimeter umrechnen, oder?

Ja, aber nicht bei allen Nähprojekten! Wenn du Taschen oder Accessories nähst, ist das kein Problem. Hier kommt es nicht auf den Millimeter an. Verwende z. B. dieses praktische Online-Tool, um Inch in Zentimeter umzurechnen. Krumme Zahlen kannst du auf- oder abrunden.

Aber beim Patchworken ist Präzision alles. Deshalb sind selbst gebastelte Inch-Lineale oder aufwendige Umrechnereien keine zufriedenstellende Lösung. Die Millimeter-Fehler summieren sich und am Ende ärgerst du dich nur. Wenn du es häufiger mit Nähanleitungen in Inch zu tun hast, dann investiere in ein oder zwei gute Inch-Lineale. Woran du ein gutes Lineal kennst, habe ich bereits in einem anderen Artikel geschrieben:

Schau dir dazu an: Tipps – Die 5 besten Lineale zum Nähen und Patchworken

So bekommst du ein Gefühl für Inch

Wir sind mit Zentimetern groß geworden und darauf geeicht. Deshalb ist es gar nicht so leicht, ein Gefühl für Inch zu entwickeln. Unter einer 20 x 30 cm großen Tasche kann ich mir sofort etwas vorstellen. Ich weiß, die Tasche ist ungefähr so groß wie ein Din A4-Blatt. Aber wie groß ist eine 10 Inch breite Tasche?

Mir helfen auch hier Vergleiche. Damit kann ich mir Inch-Maße besser vorstellen. Ich merke mir z. B. dass ein A4-Blatt etwa 12 Inch lang ist. Ein A5-Blatt ist ungefähr 8 Inch lang. 10 Inch = 25 cm. 20 Inch = 50 cm. Und mein Zeigefinger – der König von England lässt grüßen – ist 3 Inch lang.

Nähen mit Viertel und Achtel

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Inch und Zentimeter. Wir haben im dezimalen System 10er-Schritte, wie 0,1 cm, 0,2 cm, 0,3 cm. Die Maßeinheit Inch beruht dagegen auf 8er-Schritten, und die lassen sich besser als Bruch darstellen: 1/8, 1/4, 1/2. Auf dem Inch-Lineal steht jeder Strich für ein Achtel.

Inch-Lineal (links) und Geo-Dreieck mit Zentimeter-Einteilung (rechts)

Die Vorteile des Inch-Lineals fallen sofort auf. Es gibt viel weniger Striche als beim Zentimeter-Lineal, und die Striche liegen weiter auseinander. Das Inch-Lineal ist insgesamt übersichtlicher. Dadurch kannst du es blitzschnell anlegen und Stoff zuschneiden. Also keine Angst vorm Inch-Lineal! Du gewöhnst dich ganz schnell daran und wirst es nicht mehr missen wollen. Ich rechne inzwischen sogar häufiger von Zentimeter in Inch um, weil ich viel lieber mit Inch arbeite.

Darstellungsformen in Nähanleitungen

Maße in Inch werden als Bruch, gemischter Bruch oder Dezimalzahl angegeben. Damit du immer weißt, was gemeint ist, hier eine Übersicht mit Beispielen:

  • Bruch: Häufig werden dir Brüche begegnen: 1/2″ oder ½“ steht dann für ein halbes Inch.
  • Gemischter Bruch: eine Mischung aus ganzen Zahlen und Brüchen, z. B. 3 1/2″ oder 3 ½“  für dreieinhalb Inch. In amerikanischen Nähanleitungen wird oft auch ein Bindestrich benutzt: 3-1/2″ Diese Variante hat den Vorteil, dass sie gut zu lesen ist.
  • Dezimalzahl: Brüche kann man auch in Dezimalschreibweise mit Punkt oder Komma angeben: 0.5″ oder 0,5″ steht für ein halbes Inch. 0.25″ steht für ein viertel Inch. Schwierig wird es mit Maßen wie 5/8″. Das wären in Dezimalschreibweise 0.625″, was schlecht zu erfassen ist und deshalb in der Regel vermieden wird.
  • Anführungsstriche: “ sind die Abkürzung für Inch. Beispiel: 2″ bedeutet 2 Inch. Manchmal wird Inch auch mit „in“ abgekürzt.

Nähen mit 1/4 Inch Nahtzugabe

Beim Patchworken wird standardmäßig mit 1/4 Inch Nahtzugabe genäht. Das sind etwa 0,6 cm. Es gibt sogar Viertel-Inch-Nähfüße, die viele Nähmaschinen-Hersteller als Extra-Zubehör anbieten. Besonders gut finde ich den Viertel-Inch-Fuß mit Führungsschiene. Damit wird das genaue Einhalten der Nahtzugabe zum Kinderspiel. Aber auch viele Standard-Nähfüße haben Einkerbungen oder farbliche Markierungen für 1/4 Inch. An denen kannst du dich beim Nähen orientieren.

Viertel-Inch-Nähfuß mit Führungsschiene (links), Geradstich-Nähfuß mit Einkerbungen für 1/4 Inch und 1/8 Inch (rechts)

Beispiele zum Üben

Nach all den Jahren ist mir der Umgang mit Inch-Linealen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, dass ich mittlerweile ungern mit Zentimenter-Linealen arbeite. Aber für eine/n Anfänger/in ist es gar nicht so einfach, das Lineal auf Anhieb richtig anzulegen. Das erlebe ich in meinen Nähkursen immer wieder. Es braucht ein bisschen Übung. Hier zwei Beispiele, damit dir das Messen und Stoffzuschneiden leichter fallen:

Jetzt bist du bereit für die großartige, wundervolle Patchwork-Welt! Ich wünsche dir viel Spaß beim Messen und Nähen. Und wenn noch eine Frage offen geblieben ist, schreib mir gerne einen Kommentar.

Interessante Links und Tipps:

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Tipps | Die 5 besten Lineale zum Nähen & Patchworken

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Gutes Werkzeug kann einen großen Unterschied machen! Auf Patchwork-Lineale trifft das allemal zu. Wenn du beim Zuschnitt verrutschst, passen Schnittteile nicht zusammen und am Ende trifft keine Naht die andere. Das ist frustrierend, aber mit einem hochwertigen Lineal vermeidbar. In diesem Artikel sage ich dir, worauf du beim Kauf von Patchwork-Linealen achten solltest. Ich zeige dir meine fünf Lieblingslineale und erkläre dir, warum ich sie so gut finde.

Patchwork-Lineale Tipps

Ehrlich gesagt finde ich, dass es ganz schön viele Schrott-Lineale auf dem Markt gibt. Sie sehen oft toll aus, weil sie pink oder lila sind, aber gut arbeiten kann man mit denen nicht. Die Billigheimer-Lineale, die ich mir als Nähanfängerin gekauft habe, sind mittlerweile alle im Keller in der Hobbywerkstatt meines Mannes gelandet. Ich kann sie nicht gebrauchen.

In Qualität zu investieren zahlt sich bei Linealen sehr aus. Du tust dir beim Zuschneiden deutlich leichter und bekommst bessere Ergebnisse. Es macht einfach mehr Spaß, mit richtig gutem Werkzeug zu arbeiten.

Creative Grids

Ich habe vor vier Jahren die englische Marke Creative Grids für mich entdeckt und bin immer noch absolut überzeugt von diesen Linealen. Sie haben alles, was ein gutes, hochwertiges Lineal ausmacht. Es gibt ein riesiges Sortiment an Größen und Formaten, sowohl in Inch als auch in Zentimeter. Erfreulicherweise sind Creative Grids Lineale mittlerweile auch in Deutschland erhältlich. Du findest die gängigsten Größen und viele interessante Spezial-Lineale z. B. bei Verena von Einfach bunt Quilts* (Affiliate-Link).

Natürlich sind auch Creative Grids Lineale nicht perfekt. Wer oder was ist schon perfekt? Warum bei den rechteckigen Linealen auf die zweite 60-Grad-Markierung verzichtet wurde, verstehe ich z. B. nicht. Aber das ist nur ein kleiner Mangel. Meiner Liebe tut das keinen Abbruch. Die positiven Eigenschaften der Creative Grids Lineale überwiegen, deshalb bleibe ich ihnen treu und würde sie immer wieder kaufen.

NACHTRAG: Sicher gibt es noch andere gute Lineal-Marken. Ich kann allerdings nur über das schreiben, was ich selbst kenne. Wenn du eine andere Marke empfehlen möchtest, tue das gerne in einem Kommentar. Wie immer gilt: Dieser Blogartikel gibt meine persönliche Meinung wieder. Ich habe ihn aus eigener Überzeugung geschrieben und bin nicht dafür bezahlt worden. Ich habe den Artikel als „Werbung“ gekennzeichnet, weil Affiliate-Links zu einem Partner-Shop enthalten sind.

Was ein gutes Patchwork-Lineal ausmacht:

1. Anti-Rutsch-Funktion

Es ist das größte Problem bei mangelhaften Linealen: Du setzt den Rollschneider an und kaum beginnst du mit dem Schneiden, verrutscht das Lineal. Das ist nervig. Im schlimmsten Fall verschneidest du dir den ganzen Stoff. Abhilfe schafft hier eine Anti-Rutsch-Funktion. Das sind Flächen auf der Rückseite des Lineals, die angeraut bzw. „gefrostet“ sind. Wenn du ein solches Lineal beim Zuschneiden leicht auf die Unterlage drückst, verrutscht es nicht.

Inch-Lineal mit Anti-Rutsch-Flächen

Mein Tipp: Kaufe niemals ein Lineal ohne Anti-Rutsch-Funktion. Auf Englisch heißen sie „Non-Slip Rulers“. Und vergiss die Anti-Rutsch-Aufkleber, die clevere Hersteller auf den Markt gebracht haben. Davon kann ich dir nur abraten. Ich habe festgestellt, dass Lineale mit Sandpapier-Aufklebern auf der Rückseite gar nicht mehr über den Stoff gleiten und total unbrauchbar werden.

2. Lesbarkeit und Übersichtlichkeit

Ein gutes Patchwork-Lineal muss aus transparentem Kunststoff sein. Du willst ja den Stoff darunter noch sehen können, um das Lineal genau am Muster ausrichten zu können. Die Einheiten und Markierungen auf dem Lineal müssen gut lesbar sein. Das ist am besten gewährleistet bei feinen, schwarzen Linien.

Sehr schlecht sind dicke Markierungsstriche und farbige Balken. Beides erschwert das exakte Anlegen und Ausrichten des Lineals. Wenn du nur gelegentlich mal ein Täschchen oder andere Kleinigkeiten nähst, mag das noch halbwegs funktionieren. Aber beim Patchworken, wo es ja auf jeden Millimeter ankommt, kann man mit solchen Linealen nicht arbeiten. Achte also auf feine Markierungslinien und Klarheit!

Quadratisches Inch-Lineal. Größe: 8.5″ x 8.5″

Lineale können richtig clever gemacht sein und dich beim Arbeitsprozess unglaublich gut unterstützen. Bestes Beispiel dafür sind die Creative Grids Lineale. Auf denen kannst du nicht nur ganze Zahlen (weiße Kreise), sondern auch Zahlen plus 0.5 Inch (schwarze Kreise) schnell ablesen. Gerade wir Patchworker hantieren oft mit 2.5 Inch, 3.5 Inch, usw. Deshalb ist das super nützlich und funktioniert sehr intuitiv, hat man das System einmal verinnerlicht.

Wie du ein Inch-Lineal benutzt, erkläre ich ausführlich in diesem Tutorial.

3. Bruchfestes Material

Die Qualität des Materials ist natürlich auch wichtig. Es soll nicht gleich eine Ecke abplatzen, nur weil das Lineal mal aus Versehen auf den Boden runterfällt. Auch wollen wir keine „Scheibchen“ vom Lineal mit abschneiden, wenn wir mit dem Rollschneider an der Kante entlangfahren. Klar, man sieht einem neu gekauften Lineal nicht unbedingt an, ob der Kunststoff was taugt. Aber ich denke, der Preis ist hier schon auch ein Indikator. Einem Lineal für ein paar Euro aus einem Näh-Discounter traue ich persönlich nicht viel Haltbarkeit zu. Lieber ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen und ein Lineal kaufen, an dem man viele Jahre lang Freude hat.

4. Winkelfunktion und nützliche Markierungen

Es ist ein absolutes Must-have und ich habe noch kein rechteckiges Patchwork-Lineal ohne sie gesehen: Markierungen für 45-Grad-Winkel und 60-Grad-Winkel. Die Winkelfunktion brauchst du z. B., wenn du im schrägen Fadenlauf zuschneiden möchtest. Auch geometrische Formen wie Dreiecke oder Rauten lassen sich damit zuschneiden.

Zuschnitt von Rauten im 45-Grad-Winkel | Markierung für 1/4 Inch Nahtzugabe

Was ich an den Creative Grids Linealen sehr schätze, ist die gestrichelte Linie für die 1/4 Inch Nahtzugabe. An zwei Seiten des Lineals ist sie extra markiert und lässt sich dadurch schnell finden. Beim Patchworken kommt es häufiger vor, dass man neben einer Naht eine 1/4 Inch breite Nahtzugabe wegschneiden muss, z. B. beim Foundation Paper Piecing oder bei Eckdreiecken. Es sind gerade solche Kleinigkeiten, die einem sehr entgegenkommen und an die man sich schnell gewöhnt, weil sie die Arbeit erleichtern.

Hier kommen meine 5 Lieblingslineale:

Es hat sich herausgestellt, dass ich die folgenden fünf Lineale am häufigsten benutze. Mit diesen Linealen war ich bisher immer perfekt ausgestattet:

1 | Der Klassiker: 6.5 x 24.5 Inch

Dieses Format ist das gängigste und zu Recht beliebteste. Das Lineal ist ein unverzichtbarer Allrounder, mit dem du Stoffkanten begradigen und lange Streifen schneiden kannst. Es ist das Standardlineal, das du immer und ständig zum Nähen und Patchworken brauchst. → Creative Grids 6.5 x 24.5 Inch* (Affiliate-Link)

Das Pendant in Zentimeter ist fast gleich groß → Creative Grids 16,5 x 61,5 cm* (Affiliate-Link)

2 | Mein absolutes Lieblingslineal: 8.5 x 8.5 Inch

Kein Lineal habe ich öfters in der Hand als dieses quadratische. Ich greife grundsätzlich immer als erstes zu diesem, wenn es um kleine Zuschnitte geht. Es ist sehr übersichtlich und wunderbar handlich. Du kannst damit quadratische Patchwork-Blöcke in den gängigen Größen 4 Inch, 5 Inch oder 6 Inch zuschneiden. Die diagonale Markierungslinie ist unverzichtbar beim Trimmen von Half Square Triangles (rechtes Foto). Ich liebe dieses Lineal! → Creative Grids 8.5 x 8.5 Inch* (Affiliate-Link)

Weil ich die Größe so praktisch finde, habe ich es mir irgendwann auch mit Zentimeter-Einteilung zugelegt. → Creative Grids 21,5 x 21,5 cm* (Affiliate-Link)

3 | Möchte ich nicht mehr missen: 4.5 x 18.5 Inch

Dieses Lineal habe ich mir erst später zugelegt, aber seine Vorteile sehr schnell zu schätzen gelernt. Es ist für mich die kleine Version vom langen Standardlineal. Manchmal ist mir das 6.5 x 24.5 Inch große Lineal zu wuchtig und es reicht eine etwas schmalere, kürzere Variante. Das Format 4.5 x 18.5 Inch finde ich ideal. Ich kann damit sehr komfortabel 40 cm breite Stoffbahnen und Fat Quarter zuschneiden. Ich benutze es ständig und möchte es in meinem Lineal-Sortiment nicht mehr missen. → Creative Grids 4.5 x 18.5 Inch* (Affiliate-Link)

4 | Zum schnell mal was Nachmessen: 1.5 x 12.5 Inch

Dieses Lineal hat ungefähr die Größe eines 30-Zentimenter-Lineals. Nur dass es in Inch ist. Immer wenn ich schnell mal etwas nachmessen möchte, greife ich zu diesem langen Lineal. Nicht immer finde ich es auch sofort, weil ich es gerne mal irgendwo liegen lasse – auf dem Zuschneidetisch, neben der Nähmaschine oder auf dem Bügelbrett. Ich habe es ständig in der Hand. → Creative Grids 1.5 x 12.5 Inch* (Affiliate-Link).

Nebenbei: Warum gibt es eigentlich kein flexibles Handmaß mit Inch-Einteilung? Das ist eine echte Marktlücke! Ich warte seit Jahren darauf, dass das mal jemand produziert.

5 | Nice to have: 12.5 x 12.5 Inch

Zum Schluss möchte ich noch ein Lineal vorstellen, das sehr nützlich bei größeren Patchwork-Blöcken ist. Wenn das quadratische 8.5 x 8.5 Inch Lineal nicht ausreicht, weil du Blöcke in der Größe 10 oder 12 Inch trimmen möchtest, ist dieses Format Gold wert. Für kleinere Sachen ist es mir zu unhandlich. Deshalb benutze ich es nur bei großen Projekten. → Creative Grids 12.5 x 12.5 Inch* (Affiliate-Link)

Inch-Lineal. Größe: 12.5″ x 12.5″ | Ausschnitt meines Sampler Quilts 2017, der aus 12-Inch-Blöcken besteht

Fazit

Du siehst, man braucht eigentlich nicht viele Lineale, um gut ausgerüstet zu sein. Wenn dein Geldbeutel schmal ist, empfehle ich dir das lange Standardlineal 6.5 x 24.5 Inch und das quadratische 8.5 x 8.5 Inch Lineal. Mit diesen beiden bist du für die meisten Näh- und Patchwork-Projekte gut aufgestellt. Machst du viel Patchwork, lohnt sich auch die Anschaffung der anderen drei Lineale. Sie machen dir in vielen Fällen die Arbeit leichter.

Wichtig ist, dass du bei der Anschaffung eines Patchwork-Lineals darauf achtest, dass es Anti-Rutsch-Flächen und ein klares, reduziertes Design hat. Optimal ist ein durchsichtiges Lineal mit feinen, schwarzen Linien und Zahlen. Es sollte Markierungen für 45-Grad-Winkel und 60-Grad-Winkel haben und von guter, langlebiger Qualität sein. Es lohnt sich in jedem Fall, hier etwas mehr Geld auszugeben.

Demnächst: Wie benutze ich ein Inch-Lineal?

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen Orientierung im Lineale-Dschungel geben und würde mich freuen, wenn du demnächst wieder vorbeischaust. Dann erkläre ich in einem anderen Blogartikel: Wie benutze ich ein Inch-Lineal? Viele scheuen sich davor, mit Inch zu arbeiten. Dass das aber gar nicht so schwer ist und viele Vorteile mit sich bringt, zeige ich beim nächsten Mal.

Hier entlang zum Blogartikel: Tutorial | Wie benutze ich ein Inch-Lineal?

Nachtrag: Spezial-Lineale

Welche Spezial-Lineale sind interessant und nützlich? Darüber werde ich wann anders mal einen extra Blogartikel schreiben. Über ein tolles Spezial-Lineal habe ich hier im Blog bereits berichtet: den Folded Corner Clipper, mit dem du, ohne vorher anzuzeichnen, Easy Corner Triangles nähen kannst. So einfach und so hilfreich! Ich liebe dieses Lineal und kann es allen empfehlen, die Patchwork machen.

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Insta-Nähabend | Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Eine Umfrage in unserer Facebookgruppe hat ergeben, dass so mancher Teilnehmer von 6 Köpfe – 12 Blöcke Muffensausen vor dem Dresden Plate hat. Januar, Februar und März sind genäht, aber der April liegt bei einigen wie ein unüberwindbarer Gipfel auf dem Nähtisch. Weil wir aber keinen in der Truppe zurücklassen wollen und der Dresden Plate ja auch gar nicht so schwer ist, haben wir uns gedacht, machen wir einen virtuellen Nähabend auf Instagram.

Letzte Woche Donnerstagabend haben wir 6 Köpfe auf Instagram noch mal ganz in Ruhe und sehr detailliert gezeigt, wie der Dresden Plate genäht wird und dabei jede Menge Tipps gegeben. Jeder, der Lust hatte, war eingeladen, mit uns zu nähen, Bilder von seinem Dresden Plate zu zeigen und Fragen zu stellen. Wir waren online und haben sofort geantwortet. Aber weil ja nicht jeder bei Instagram angemeldet ist, hab ich mir gedacht, ich zeige noch einmal hier im Blog ein paar meiner Fotos. Schritt für Schritt siehst du, wie mein Dresden Plate entstanden ist.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Mein April-Block ist ja schon fertig, deshalb habe ich beim Insta-Nähabend einen Dresden Plate genäht, der für ein anderes Projekt bestimmt ist. Die Stoffe sind wieder kunterbunt und genau nach meinem Geschmack. Ich war diesmal richtig schnell mit dem Anschneiden neuer Stoffe.  Die meisten habe ich erst vor kurzem auf der Nadelwelt in Karlsruhe gekauft.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Ich liebe schöne Motivstoffe wie diesen mit Schere, Maßband und anderen Werkzeugen. Es macht so viel Spaß, beim Patchworken kleine Motive einzufangen und in Szene zu setzen. Um zu sehen, was beim Dresden Plate am Ende vom Motiv übrig bleibt, habe ich mir aus Klarsichtfolie eine transparente Schablone gemacht.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Mit einem CD-Stift habe ich dann auf meiner Folien-Schablone mit gestrichelter Linie markiert, was Nahtzugabe ist und später nicht zu sehen sein wird. So kann ich ganz leicht einen schönen Ausschnitt auswählen und ein Motiv zentral auf die Blüte setzen. Beim Zuschneiden habe ich mir die Schablone dann mit Tesa aufs Dresden-Plate-Lineal geklebt. Was du natürlich auch machen kannst: Die Markierung gleich mit einem nicht-permanten Folienstift aufs Lineal malen.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Für unseren Dresden Plate brauchst du 16 Teile. Jedes Teil hat 22,5 Grad. Alle zusammen: 360 Grad. Du kannst die einzelnen Blades mit unserem 6Köpfe-12Blöcke-Lineal zuschneiden oder auf eine Papier-Schablone zurückgreifen, die Andrea (Quiltmanufaktur) als PDF-Download zur Verfügung stellt. Jetzt habe ich schon ein paar Mal gehört, dass jemand ein falsches Lineal gekauft hat. Wenn du dir ein anderes Lineal als unseres zulegen möchtet, achte unbedingt darauf, dass es 22,5 Grad hat. Das ist die Größe, die wir für diesen Dresden Teller brauchen.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Die einzelnen Blüten lassen sich wunderbar als Kette hintereinander wegnähen. Das spart Zeit und Garn. Anschließend werden die einzelnen Blades mit der Schere auseinandergeschnitten. Verriegelt werden muss hier nicht!

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Wie eine Blüte genäht wird, kannst du in Andreas Nähanleitung ganz genau nachlesen und dir anschauen. Ich forme die Blüte nach dem Wenden mit meinem Ecken- und Kantenformer aus, ohne die Spitze noch einmal mit einer Nadel herauszuziehen. Dann lege ich mir die fertige Blüte nach Augenmaß aufs Bügelbrett und bügle sie von beiden Seiten glatt.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Einhörner – Voll süß oder schrecklich kitschig?  Die Insta-Friends waren geteilter Meinung. „Oh nee“, schrieb mir Nicole, „finde deine Sachen ja echt immer schön, aber Einhorn geht gar nicht“. Hihi. Also zu meiner Entschuldigung: Eine Näh-AG mit sieben Einhorn-verrückten Mädchen geht einfach nicht spurlos an einem vorbei. Die Weiber haben mich offenbar infiziert. So ein einzelnes Einhörnchen auf einer Dresden-Plate-Blüte, ich finde: Das geht!

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Der Abend wurde später, die Fotos dunkler. Nachdem ich mich endlich entschieden hatte, wie ich die Blüten anordnen möchte, ging’s ans Zusammennähen. Dank Viertel-Inch-Nähfuß mit Kantenführung ist das ein Kinderspiel und wird sehr präzise. Ich nähe immer zwei Hälften bestehend aus 8 Blüten, die ich dann im letzten Schritt zusammenfüge. Oben an den Spitzen muss man die Naht ausnahmsweise verriegeln.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Die Nahtzugaben bügle ich auseinander, und wie ich gehört habe, machen das an der Stelle auch eingefleischte Seitenbügler, einfach weil das Ergebnis flacher und schöner wird. Pro und Kontra der beiden Bügeltechniken habe ich in diesem Blogartikel ausführlich beschrieben.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Ein Knackpunkt am Dresden Teller scheint für viele der Kreis in der Mitte zu sein. Dabei ist der gar nicht so schwer zu nähen. Ich kenne mittlerweile drei verschiedene Methoden, von denen ich persönlich das „Reihen“ am besten finde. Meine Kreise werden so am rundesten und schönsten.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Ich schneide einen Kreis aus, der einen 2 cm größeren Durchmesser hat als der fertige Kreis, den ich am Ende auf den Dresden Plate applizieren möchte. Mein fertiger Kreis soll einen Durchmesser von 6,5 cm haben. Also schneide ich mir einen Stoffkreis mit einem Durchmesser von 8,5 cm aus. Mit einem langen Stich (5.0) nähe ich dann einmal rundherum. Wichtig ist: Die Fäden werden lang abgeschnitten! Und: Es wird nicht verriegelt!

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Jetzt drehst du deinen Stoffkreis auf die linke Seite und legst die kleinere Schablone mit dem Durchmesser des fertigen Kreises (hier: 6,5 cm) in die Mitte. Rundherum haben wir jetzt eine Nahtzugabe von etwa 1 cm. Ich kürze die Unterfäden, damit sie mir nicht im Weg sind, und ziehe jetzt abwechselnd an den beiden Oberfäden. Der Stoff zieht sich gleichmäßig um die kleine Schablone, und es entsteht ein perfekter Kreis.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Nun wird der Kreis mit der Schablone von beiden Seiten gut gebügelt. Lass es einen Moment abkühlen und lockere die Oberfäden wieder, so dass du die Schablone herausnehmen kannst. Anschließend ziehst du die Oberfäden wieder zusammen und verknotest sie. Bügle noch mal beidseitig darüber, und fertig ist dein Kreis! Beim „Anprobieren“ hat mir der Schrift-Stoff doch nicht so gut gefallen. Deshalb habe ich einen zweiten Kreis in Grün mit Blümchen gemacht.

Tipps & Tricks zum Nähen des Dresden Plates

Wie du siehst, habe ich meinen Kreis mit der Nähmaschine knappkantig aufgenäht. Damit mir dabei nichts verrutscht, habe ich vorher ein paar Ministreifen Style-Fix zwischen Kreis und Blüten geklebt. Den ganzen Dresden Plate habe ich anschließend mit der Hand auf mein neues Webbandhotel appliziert. Hach, das ist so schön geworden! Ich bin ganz verliebt. Ich hoffe, ich komme bald dazu, Fotos von meinem Webbandhotel mit Dresden Plate zu machen und einen ausführlichen Blogpost dazu zu schreiben.

Wenn du sehen möchtest, was alles am Nähabend auf Instagram gepostet wurde, suche nach dem Hashtag #nähabend6köpfeunddu. Die Beiträge der 6 Köpfe findest du hier: @greenfietsen, @allie.and.me.design@lalala_patchwork, @einfachbunt, @ellisandhiggs, @quiltmanufaktur

Die ausführliche Dresden-Plate-Nähanleitung findest du bei Andrea (Quiltmanufaktur). Andreas Anleitung für den Kreis findest du im Bernina-Blog.

Wie man einen Kreis mit dem Alufolien-Trick herstellt, hat Verena in diesem Insta-Beitrag gezeigt. Die dritte Methode, wie du auch einen Kreis nähen kannst, zeigt Ricarda von Pech & Schwefel in dieser Anleitung. Die Maße musst du dir natürlich entsprechend anpassen. Ganz ähnlich wie Ricarda, eigentlich noch einfacher macht es auch Gesine (Allie & me) – das kannst du dir in diesem Blogbeitrag anschauen.

So, nun wünsche ich dir einen schönen Feiertag! Vielleicht hast du ja Lust, übers verlängerte Wochenende einen Dresden Plate zu nähen. Wenn du noch Fragen hast, immer raus damit!

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln – Auseinander oder zu einer Seite?

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Jippie, in drei Tagen ist es endlich so weit: Nadra lüftet das gut gehütete Geheimnis und veröffentlicht das Tutorial zum lang ersehnten Februar-Block. Viele Teilnehmer unseres Quilt-Alongs 6 Köpfe – 12 Blöcke kauen ja schon seit Mitte Januar Nägel und wippen nervös mit den Füßen. Für alle, die es kaum noch aushalten können, organisieren wir diese Countdown-Blogtour mit vielen fundierten Beiträgen und Tipps zum Patchworken. Alle Termine, Themen und Links findest du am Ende des Posts. Heute ist der vierte Tag der Blogtour, und ich bin mit dem Thema „Nahtzugaben bügeln“ an der Reihe. Los geht’s!

Es ist ein heißes Eisen, das in Internetforen und Facebookgruppen leidenschaftlich diskutiert wird: Soll ich beim Patchwork die Nahtzugaben auseinanderbügeln oder zu einer Seite? Gerade als Anfänger wünscht man sich da eine klare, verlässliche Antwort. Welche Vorteile hat das Auseinanderbügeln? Gibt es Nachteile? Warum schwören viele auf das Bügeln in eine Richtung? Mit welcher Methode erhalte ich denn nun das beste und schönste Ergebnis?

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln - Auseinander oder zu einer Seite?

Ich habe mich bei den Experten meines Vertrauens umgehört: Dorthe, Verena, Nadra, Andrea und Gesine. Die fünf sind meine Partnerinnen beim Quilt-Along 6 Köpfe – 12 Blöcke und durch die Bank weg sehr erfahrene Patchworkerinnen. Gemeinsam beleuchten wir Vor- und Nachteile beider Bügelmethoden, und am Ende verrate ich dir, wie ich es handhabe.

Worum geht’s eigentlich genau? Beim Patchwork werden kleine oder größere Stoffstücke aneinander genäht. Dabei entstehen unzählige Nahtzugaben, die gebügelt oder flachgedrückt werden müssen. Je kleinteiliger eine Patchworkarbeit, umso wichtiger ist es, nach jedem Nähschritt die Nahtzugaben zu glätten.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

(A) Auseinanderbügeln
(B) in eine Richtung bügeln

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln - Auseinander oder zu einer Seite?

Bei der Methode B empfiehlt es sich, immer in Richtung des dunkleren Stoffs zu bügeln, damit die zweilagige Nahtzugabe nicht durch den helleren Stoff scheint. Wenn man nicht immer nach jedem Nähschritt aufstehen und zum Bügeleisen laufen möchte, kann man Nähte auch mit dem Fingernagel glattstreichen oder dafür einen Nahtausstreicher benutzen. Auf dem Foto benutze ich den Clover Finger Presser → Hier erhältlich* (Affiliate-Link). Es geht aber auch ganz gut mit dem Ecken- und Kantenformer, den du vielleicht zuhause hast.

Nahtausstreicher - Clover Finger Presser

Auch beim Zusammennähen von Reihen und Blöcken gibt es die Möglichkeit, Nahtzugaben (A) auseinander oder (B) in eine Richtung zu bügeln. Die Rückseite sieht dann jeweils so aus:

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln - Auseinander oder zu einer Seite?

Bei der Methode B sollten die Nahtzugaben optimalerweise abwechselnd nach rechts und links gebügelt werden, damit die Nähte schön flach werden. Denn das ist einer von insgesamt drei Punkten, die den meisten Patchworkern wichtig sind:

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln - Auseinander oder zu einer Seite?

Das ist das Ziel. Aber welcher Weg ist nun der richtige? Viele Patchworker sagen, dass sie genauer nähen können, wenn sie die Nahtzugaben in eine Richtung bügeln. Dann können die Nähte ineinanderrasten (siehe Bild B). Das funktioniert auch beim Taschennähen sehr gut, wenn die Nahtzugaben  sehr dick sind. Anderen Patchworkern fällt das exakte Nähen leichter, wenn sie auseinandergebügelte Nahtzugaben zusammenstecken können (siehe Bild A).

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln - Auseinander oder zu einer Seite?

Schauen wir uns mal an, was die Experten von 6 Köpfe – 12 Blöcke dazu sagen. Wie handhaben sie es?

6 Köpfe - 12 Blöcke | Der Quilt-Along 2017

 

Dorthe {Lalala Patchwork}:
„Am liebsten bügele ich meine Nähte weitgehend auseinander, weil die Nähte dann flacher aussehen. Auch wenn ich helle und dunkle Stoffe miteinander kombiniere mache ich das so. Das Argument: man sieht die Nahtzugabe durch den hellen Stoff, zählt für mich nicht, denn es kommt ein helles Vlies dahinter und schon sieht man keinen Saum mehr durch. Auch bei besonders kleinteiligen Blöcken ist das Auseinanderbügeln eine praktische Sache, denn es treffen dann nicht so viele Nähte aufeinander und es kann dann nicht knubbelig und dick werden. Nähe ich nur Quadrate aneinander, dann bügele ich die Nähte zu einer Seite, und die nächste Reihe zur anderen Seite. Dann können die Nähte ineinander nesten, also einrasten. Ich kenne diese „Quiltpolizei“ sehr gut, die ignoriere ich gern, denn hier gibt es kein richtig oder falsch.“

Gesine {Allie & Me}:
„Ich bügele die Nahtzugaben gern und meistens auseinander. – Während des Nähens mit dem Finger und später dann brav mit dem Bügeleisen. Zum Einen liegen die Nähte dann schön flach und zum Anderen die Stoffe auf gleicher Höhe nebeneinander. Das mag ich. Zudem scheint kein dunkler Stoff durch einen Helleren und selbst bei einem weißen Uni (Kona Cotton) sieht man die Nahtzugaben später nicht. Ich muss auch nicht überlegen, in welche Richtung die Nahtzugaben gerade „gehören“ und das funktioniert für mich so sehr gut und völlig problemfrei. Die einzige Ausnahme mache ich bei Patchworkmustern, in deren Anleitung aufgrund vieler in einem Punkt zusammen laufender Nahtzugaben spezielle Angaben zum Bügeln der solchigen gegeben werden.“

Verena {einfach bunt}:
„Eigentlich bin ich leidenschaftlicher Verfechter der „Nahtzugaben in eine Richtung bügeln“ Methode. Warum? Ich finde, das ganze Quilttop fühlt sich stabiler an! Da ich gerne maschinengeführtes Quilten mache (gerade Linien) und Quilten im Schatten der Naht, würde ich bei auseinander gebügelten Nähten Gefahr laufen, die Fäden der Naht zu durchstechen. Bei Nahtzugaben in einer Richtung habe ich immer Stoff zwischen Quiltnaht und Vlies und nie eine Lücke. Außerdem finde ich es beim Zusammensetzen der Stoffstücke tausenmal leichter, sich treffende Ecken zu nähen, wenn die Nahtzugaben ineinander greifen können. Bei auseinander gebügelten Nähten muss ich viel mehr aufpassen und mehr stecken. Auch damit nicht diese kleine Lücke am Anfang der Naht klafft. ABER: Manchmal sind Blöcke so kompliziert zusammengesetzt, dass ich nicht auf Anhieb erkennen kann, wo sich die Nahtzugaben wie treffen müssen um ineinander zu greifen (beispielsweise bei aufwändigen Blöcken mit 60° Winkel). Da bügle ich die Nahtzugaben auch auseinander, damit ich nicht irgendwo einen ganz dicken Knubbel bekomme.“

Andrea {Quiltmanufaktur}:
„Ich bin bekennende „Nahtzugaben-Auseinander-Bügler“! Für mich zählt, dass die Nähte beim Auseinanderbügeln flacher werden. Wenn, wie bei Patchwork häufig vorkommend, mehrere Nähte an einem Punkt aufeinander treffen, dann wird das bei jeder anderen Methode ein riesen dicker Knubbel. Das mag noch durch das Volumenvlies beim späteren Quilt geschluckt werden. Sobald aber das Volumen durch mehrfaches Waschen aus dem Quilt raus ist, kommt der Knubbel dann deutlich raus – das stört mich! Natürlich bedeutet das auseinander bügeln einen erheblichen Mehraufwand und zudem ist es auch etwas komplizierter, die Nahtverläufe ordentlich abzupassen, aber das nehme ich gerne in Kauf.“

Nadra {ellis & higgs}:
„Beim Patchworken achte ich darauf, dass die Nahtzugabe zweier aneinandergenähter Stücke in die entgegengesetzte Richtung gebügelt sind, dann „schnappen“ sie ineinander, im englischen sagt man dazu „nesting seams“. Die Nähte liegen direkt aufeinander und können schön flach gebügelt werden. Bei ganz kleinen Teilen bügel ich die Nähte auseinander, das dauert zwar immer etwas länger, garantiert aber, dass die Nahtzugabe sich besser verteilt und das Stück an Ende schön flach ist. Ansonsten achte ich möglichst drauf, die Nahtzugabe zur dunkleren Stoffseite hin zu bügeln, dann scheint der dunkle Stoff nicht durch den hellen durch.“

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Wie du siehst, herrscht beim Thema „Nahtzugaben“ genauso wenig Einigkeit wie bei der Frage, ob man Stoffe vorwaschen sollte oder nicht. Für beide Methoden – auseinanderbügeln und in eine Richtung bügeln – gibt es gute Argumente. Gewohnheit, Geschmack und gewünschtes Endergebnis spielen dabei eine große Rolle. Der eine liebt das Auseinanderbügeln, der andere findet das viel zu fummelig und bügelt lieber in eine Richtung. Was der eine praktisch findet, ist dem anderen zu umständlich. Verfechter beider Methoden behaupten, mit ihrer Bügeltechnik ließen sich Nähte exakter treffen und am Ende sei der Quilt schöner, flacher und haltbarer. Wer wollte da entscheiden, wer recht hat?

Top mit Nahtzugaben, die abwechselnd zu einer Seite gebügelt wurden

Top mit Nahtzugaben, die abwechselnd zu einer Seite gebügelt wurden

Ich denke, es gibt hier kein Richtig und Falsch. Es müssen alle Gesichtspunkte projektabhängig berücksichtigt werden, und manchmal bringt auch die Kombination aus beiden Bügeltechniken das beste Ergebnis. Grundsätzlich bin ich auch eher eine Auseinanderbüglerin. Mir fällt es leichter, auseinandergebügelte Nähte exakt zu stecken und zu nähen. Vielleicht bin ich es auch vom Taschennähen her so gewöhnt. Ich kann sehr viel genauer arbeiten und finde es insgesamt unkomplizierter, weil ich mir keine Gedanken um einen „Bügelplan“ machen muss. Auch optisch gefällt mir ein Top mit auseinandergebügelten Nahtzugaben besser.

Auf dem Foto oben siehst du ein Top mit Nahtzugaben, die abwechselnd zu einer Seite gebügelt wurden. Die Quadrate, in deren Richtung gebügelt wurde, sind erhabener, weil die zweilagige Nahtzugabe darunter den Stoff hochdrückt. Am blauen Quadrat in der Mitte kannst du das gut erkennen. Diesen Effekt muss man mögen. Ich persönlich habe es lieber, wenn alle Quadrate auf gleicher Ebene liegen. Auch deshalb bevorzuge ich das Auseinanderbügeln. Wenn man diesen „3D-Effekt“ aber mag, kann man auch mit ihm spielen und ihm beim Quilten noch zusätzlich betonen.

Übrigens: Manche Longarmquilter verlangen, dass alle Nahtzugaben eines Tops zur Seite gebügelt sind. Wenn du also eine King-Size-Decke nähst und schon ganz genau weißt, dass du sie zum Quilten in fremde Hände geben wirst, erkundige dich vorher beim Quilter, ob er bzw. sie eine der beiden Bügelmethoden bevorzugt. Beim Quilt, den wir hier bei 6 Köpfe – 12 Blöcke nähen, musst du dir darüber keine Gedanken machen. Der wird nicht so groß werden, und du wirst ihn gut zuhause mit deiner eigenen Nähmaschine quilten können.

Patchwork-Tipps | Nahtzugaben bügeln - Auseinander oder zu einer Seite?

Wie gesagt: Manchmal ist eine Kombination aus beiden Bügelmethoden vorteilhaft. Bei diesem Probestück habe ich Dreiecke aneinandergenäht und festgestellt, dass ich ein wunderbar flaches Ergebnis bekomme, wenn ich die Nahtzugaben der Dreiecke zu einer Seite bügle und die Reihen auseinander. Sogar an dem Punkt, wo sich die drei dunklen Dreiecke treffen, entsteht kein dicker Knubbel.

Ich plädiere dafür, das ganze Thema nicht so schwarzweiß zu sehen und aufgeschlossen für beide Methoden zu bleiben. Beide haben ihre Vor- und Nachteile – je nachdem, um welches Projekt es sich handelt, was einem gefällt und worauf man Wert legt. Die Erfahrungen, Ansichten und Meinungen darüber sind so vielfältig, dass man fast ein Buch darüber schreiben könnte. Man kann eine Wissenschaft draus machen. Ich finde: Man muss aber auch nicht!

Am Ende zählt, was gut gelingt und gefällt.

Alle Themen der Countdown-Blogtour im Überblick:

6 Köpfe - 12 Blöcke - Blogtour

Do, 26.1. bei Andrea {Quiltmanufaktur}: Patchworkstoffe – Qualitativ hochwertig?
Fr, 27.1. bei Nadra {ellis & higgs}: Präzision durch Sprühstärke
Sa, 28.1. bei Gesine {Allie & Me}: Block-Layout – von der Idee bis an die Nähmaschine
So, 29.1. bei Katharina {greenfietsen}: Nahtzugaben bügeln – Auseinander oder zu einer Seite?
Mo, 30.1. bei Verena {einfach bunt}: Half Square Triangles nähen
Di, 31.1. bei Dorthe {Lalala Patchwork}: Rolling Stone – Finale
Mi, 1.2. bei Nadra {ellis & higgs}: Der Februar-Block

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* Info: Die mit einem * markierten Links sind Affiliate-Links (Werbelinks). Sie führen dich zu Shops, die ich dir gerne empfehlen möchte. Wenn dir meine Empfehlung gefällt und du über diesen Link etwas einkaufst, bekomme ich eine kleine Vergütung, ohne dass du dafür mehr zahlen musst. Danke für deine Unterstützung.

Tipps & Tricks | Wie du auch ohne Inch-Fuß mit 1/4 Inch Nahtzugabe nähst

Wow, unglaublich, welche Kreise unser Quilt-Along 6 Köpfe – 12 Blöcke bereits gezogen hat! Gestern haben wir die 700- Mitgliedermarke in unserer Facebookgruppe geknackt, mehr als 30 Januar-Blöcke sind schon genäht und gezeigt worden. Wir müssen uns ja gegenseitig kneifen, um überhaupt zu glauben, was da los ist. Wahnsinn! … Eure Begeisterung ist auf jeden Fall ansteckend, und deshalb bemühen wir uns nach Kräften, so schnell wie möglich auf all eure Fragen einzugehen und euch mit allen nötigen Informationen zu versorgen.

Tipps & Tricks | Wie du auch ohne Inch-Fuß mit 1/4 Inch Nahtzugabe nähst

Andrea hat euch bereits erklärt, warum wir mit Inch arbeiten und worauf ihr beim Kauf eines Inch-Lineals achten solltet. Nadra hat Tipps zur Stoffmenge gegeben und in einer tollen Grafik gezeigt, wie groß 1 Yard Stoff ist und wie daraus 4 Fat Quarters geschnitten werden. Auch bei mir gab es jede Menge Tipps und Inspiration zur Stoffauswahl. Dorthe hat im Tutorial zum Januar-Block den Viertel-Inch-Nähfuß vorgestellt, den wir euch in dieser Checkliste empfehlen.

Nun sind wir mehrmals gefragt worden, ob denn die Anschaffung eines solchen Nähfußes wirklich zwingend erforderlich ist. Nein, definitiv nicht! Ein Inch-Nähfuß ist eine tolle Sache, weil du sehr bequem und exakt die Nahtzugabe von 1/4 Inch einhalten kannst, aber es geht auch ohne. Ich habe mir erst vor kurzem einen Viertel-Inch-Nähfuß für meine Nähmaschine gekauft. Vorher habe ich mit dem ganz normalen Geradstich-Nähfuß genäht, und das hat auch wunderbar funktioniert.

Der simple Trick ist, die Nadelposition an der Nähmaschine so zu verstellen, dass die Nahtzugabe 1/4 Inch (ca. 0,6 cm) beträgt. Bei meiner Brother und meiner Pfaff ist das die Stichbreite 5.5. Das muss nicht heißen, dass das bei eurer Maschine genau der gleiche Wert ist. Probiert es doch mal aus. Näht einen Geradstich mit 5.5 und dann messt einmal mit einem Lineal die Breite von der Naht bis zur Stoffkante. Beträgt die Nahtzugabe 1/4 Inch? Nein? Dann ändert die Stichbreite, bis es passt, und notiert euch diese Einstellung.

Tipps & Tricks | Wie du auch ohne Inch-Fuß mit 1/4 Inch Nahtzugabe nähst

Die Nadelposition so verstellen, dass die Nahtzugabe 1/4 Inch (ca. 0,6 cm) beträgt.

Übrigens: Als ich vor fünf Jahren mit dem Nähen anfing und meine Nähmaschine ganz neu war, habe ich mir für alle Stichbreiten die Nahtzugaben auf ein Kärtchen geschrieben und über meinen Nähplatz gehängt. Das ist mir heute noch eine große Hilfe. Wenn ich  in einer Anleitung zum Beispiel lese: Wir nähen mit einer Nahtzugabe von 0,7 cm, dann guck ich auf meine kleine Tabelle und weiß: Okay, ich muss jetzt Stichbreite 4.5 einstellen, damit ich eine Nahtzugabe von 0,7 cm bekomme. Ich finde das sehr praktisch und kann es nur empfehlen, weil man immer füßchenbreit nähen kann.

Wenn ihr mögt, ladet euch gerne => mein Freebie zum Ausdrucken herunter. Da könnt ihr die Stichbreiten für die gängisten Nahtzugaben individuell für eure Nähmaschine in eine Tabelle eintragen und zum Nachschauen beiseite legen.

https://download.greenfietsen.de/Freebie_Nahtzugabe.pdf

Eine weitere Möglichkeit, 1/4 Inch zu nähen, ist die Orientierung am Geradstich-Nähfuß. Vielleicht hat euer Standard-Nähfuß genau wie meiner Markierungen für 1/4 Inch und 1/8 Inch. Bei mir sind das Einkerbungen. Wenn ihr mit der Standard-Stichbreiteneinstellung (0.0) so näht, dass die mittlere Markierung auf der Stoffkante läuft, näht ihr mit 1/8 Inch. Die Einkerbung zwischen der mittleren und dem rechten Rand ist die Viertel-Inch-Markierung. Ich muss aber dazusagen, dass ich mit dieser Methode nicht so exakt nähen kann und deshalb lieber die Nadelposition verstelle oder meinen Inch-Fuß benutze.

Tipps & Tricks | Wie du auch ohne Inch-Fuß mit 1/4 Inch Nahtzugabe nähst

Viertel-Inch-Nähfuß mit Führungsschiene (links), Geradstich-Nähfuß mit Einkerbungen für 1/4 Inch und 1/8 Inch (rechts)

Wenn sich bei eurer Nähmaschine die Nadelposition nicht verstellen lässt, zeigt euch Gesine heute in diesem Beitrag, wie ihr euch mit Washi Tape behelfen könnt. Sie stellt ihr Material und Werkzeug vor und gibt wertvolle Tipps zum Nähen des Rolling Stones. In Kürze wird Gesine auch noch mal etwas zum Thema „Stoffe vorwaschen oder nicht?“ schreiben, und Nadra wird uns noch verraten, warum Bügelstärke für sie ein unverzichtbares Hilfsmittel beim Patchworken ist.

Nun bin ich gespannt, ob noch Fragen offen geblieben sind. Schreibt mir gerne im Kommentar, wenn noch etwas unklar ist oder stellt eure Frage in unserer Facebookgruppe.