Schlagwort: home sweet home

Jeans-Wandorganizer für die Küche

Dieser Wandorganizer aus Jeans-Hosentaschen hängt schon seit Monaten in unserer Küche. Genäht habe ich ihn letzten Winter und lange dachte ich: Ach, das lohnt sich doch nicht, ihn hier im Blog zu zeigen! Der ist so einfach gemacht. Das ist nix besonderes. Was soll ich dazu groß erzählen? – Aber es muss ja gar nicht immer alles kompliziert und aufwendig sein. Auch die schnellen, pragmatischen Nähprojekte machen viel Spaß. Und vielleicht ist es ja doch eine Inspiration für dich.

Resteverwertung

Die Größe meines Wandutensilos richtete sich nach dem Schaumstoff, den ich noch hatte: ein 18,5 x 60 cm großes Stück Style-Vil. Der gestreifte Canvas ist ein uralter Rest von meinem Hotel Garni (Baujahr 2013), das immer noch in Betrieb ist. Für die Rückseite des Organizers habe ich einen Stoff verwendet, der von diesem Kinderquilt übrig war. Das Schrägband habe ich aus einem gepunkteten Basicstoff selbst gemacht. Die Jeanstaschen habe ich von einer ausrangierten Hose abgetrennt. Auch bei der Aufhängung habe ich praktisch gedacht und mich für zwei einfache Ösen (8 mm Durchmesser) entschieden. Zwei Nägelchen in die Wand gehauen, Organizer drangehängt, fertig!

Eine gute Übung in Pragmatismus

Ich freue mich sehr über dieses Utensilo, weil ich es 1. hübsch und praktisch finde und 2. von der Idee bis zur Umsetzung nur einen halben Tag gebraucht habe. Für mich ist das eine gute Übung in Pragmatismus. Mittlerweile überlege ich mir sehr gut, wie viel Zeit und Energie ich in ein Nähprojekt stecken möchte. Hier habe ich mich auf den Nutzen und ein schnelles Ergebnis fokussiert und bin sehr happy damit. Unsere Einladungen, Eintrittskarten und Kalendersprüche haben endlich einen schönen Sammelplatz gefunden.

Falls du Spaß an Jeans-Upcycling hast, schau doch mal in einige meiner alten Blogbeiträge. Bei allen Nähprojekten habe ich alte Jeanshosen verwertet:

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Bunte Frühlingsdeko – Tulpen aus Stoff nähen

Gut Ding will Weile haben. In diesem Fall hat es neun Jahre gedauert! Unglaublich, dass es schon so lange her sein soll, dass ich den Strauß genähter Tulpen bei stitchydoo bewundert habe. Jetzt endlich habe ich Katherinas Inspiration aufgegriffen und selbst ein paar Tulpen als Frühlingsdeko genäht. Und was soll ich sagen? – Ich bin begeistert.

Als bunter Farbtupfer stehen sie jetzt in unserem Wohnzimmer auf der Kommode, erfreuen das Auge und verbreiten gute Laune. Eine Frühlingsdeko, die auch noch gut stehen kann, wenn Osterhasen und bemalte Eier schon weggeräumt sind.

Anleitungen und Schnittmuster:

Meine Stofftulpen sind eine Kombination aus Schnittmustern anderer und eigenen Ergänzungen.

Tulpenköpfe

Für die gezackten Tulpenköpfe habe ich die Nähanleitung von Villastoff verwendet. Das Schnittmuster habe ich auf ca. 8,5 x 7 cm verkleinert. Eine Nahtzugabe habe ich nicht hinzugefügt, da ich direkt auf der Markierungslinie genäht habe. Für die geschlossenen Tulpen habe ich mich nach dem YouTube-Video von DIY Eule gerichtet. Schnittvorlage ist ein Kreis mit einem Durchmesser von 20 cm, der halbiert wird.

Tulpenstängel

Meine Stängel bestehen aus 25 cm langen Holz-Schaschlikspießen, die ich mit Stoffstreifen (25 x 3 cm) ummantelt habe. Bei meinem ersten Versuch habe ich doppelseitiges Klebeband verwendet, wie Nastja von DIY Eule es in ihrem Video zeigt. Leider hat sich das Klebeband aber schnell wieder abgelöst, vielleicht war’s schon zu alt oder nicht geeignet. Deshalb bin ich Stitchydoos Empfehlung gefolgt und habe beim zweiten Versuch Style-Fix verwendet. Das hat prima funktioniert und hält perfekt. Alternativ könntest du auch Papier-Strohhalme als Stängel verwenden. Meine fand ich zu kurz und deshalb ungeeignet.

Tulpenblätter

Schnittmuster für Blätter sind bei den genannten Nähanleitungen nicht dabei, deshalb habe ich selbst eine Vorlage auf Papier gezeichnet. Mein Tulpenblatt ist 26 cm lang und an der breitesten Stelle ca. 6 cm breit. Genau wie beim Tulpenkopf habe ich direkt auf der Markierungslinie genäht und anschließend die Nahtzugabe daneben weggeschnitten (hier mit einer Zickzackschere wegen der Rundungen). Über die kurze, offene Seite unten habe ich das Blatt gewendet, schön ausgeformt und gebügelt. Die franselige Kante unten habe ich ca. 1 cm nach innen gesteckt und auch noch mal mit Bügelhitze fixiert. Dann habe ich das Blatt um den Tulpenstängel gelegt und eng mit dem Reißverschluss-Nähfuß zusammengenäht. Auf dem Foto kannst du die einzelnen Schritte sehen:

Meine fertige Tulpe ist inlusive Kopf etwa 29 cm lang.

Weitere Nähtipps:

Wie bei allen Formen, die ausgestopft werden, ist das Zurück- und Einschneiden der Nahtzugabe vor dem Wenden sehr, sehr wichtig. Bei den gezackten Tulpen solltest du zwischen den Zacken unbedingt einen Knips machen, d. h. mit einer spitzen Schere den Stoff bis zur Naht einschneiden, ohne die Naht dabei zu verletzen. Wenn du das nicht machst, bekommst du an diesen Stellen nach dem Wenden Knubbel.

Schau dir diese Nähanleitung an: Weihnachtssterne nähen – Mit diesen 5 Tricks werden sie perfekt! Dort zeige ich, wie ich die Nahtzugabe kürze. Bei den Tulpen mache ich es im Prinzip genauso.

Übrigens hat Katherina von stitchydoo 2021 einen zweiten Tulpenstrauß genäht, der auch sehr sehenswert und inspirierend ist. Hier der Link: Ein genähter Tulpenstrauß aus Stoff {Geschenkidee zum Muttertag}

Fazit:

Das Nähen der Tulpen hat mir viel Spaß gemacht, und das Ergebnis überzeugt mich auf ganzer Linie. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein ganzer Strauß ein aufwendiges Nähprojekt ist. Der Stoff ist zwar schnell um den Schaschlikspieß gerollt, auch die Blätter sind fix genäht und gewendet, aber die Tulpenköpfe dauern ihre Zeit. Für das Ausstopfen und das Zunähen der Wendeöffnung von Hand solltest du unbedingt genug Ruhe und Muße haben.

Tipps – Nähen für Ostern:

Du bist auf der Suche nach Nähprojekten für Ostern & Frühling? – Dann schau doch mal in meine große Ideensammlung: Tipps | 10+ tolle Nähideen für Ostern. Darin findest du viele Nähprojekte mit Links zu Anleitungen und Schnittmustern.

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Patchwork im Bilderrahmen – Rolling Stone und Flying Geese

Warum denn nicht mal einen Quiltblock in einen Bilderrahmen mit Passepartout stecken? Es muss doch gar nicht immer ein Mini Quilt mit Binding drumherum sein! – Bilderrahmen sparen viel Arbeit und sehen schick aus, habe ich mir gedacht und losgelegt. Vier traditionelle Blöcke habe ich für mein Patchwork-Projekt ausgesucht. Die ersten beiden habe ich bereits in einem anderen Blogartikel vorgestellt: Churn Dash und Bärentatze. Heute zeige ich einen Rolling Stone und Flying Geese.

Rolling Stone Quiltblock

Rolling Stone

Den Rolling Stone mochte ich damals bei unserem 6 Köpfe – 12 Blöcke Quilt-Along 2017 mit am liebsten. Es ist ein raffinierter Patchworkblock, der auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Im Prinzip ist der Rolling Stone nicht schwer zu nähen, er neigt allerdings zum Schrumpfen. Ich empfehle dir, den Block mit einer etwas kleineren Nahtzugabe zu nähen, damit du am Ende bei der gewünschten Größe rauskommst.

Das mit der Größe war sowieso ein bisschen knifflig bei meinem Bilderrahmen-Projekt. Die quadratischen Bilderrahmen, die ich gekauft habe, sind 30 x 30 cm groß. Das Passepartout misst 19,5 x 19,5 cm (ungefähr 7 5/8 Inch). Das ist ein sehr ungünstiges Maß, und es war eine ganz schöne Rechnerei, um die Quiltblöcke halbwegs passend zu nähen. Die Flying Geese habe ich kurzerhand einfach kleiner genäht und rundherum noch Streifen angefügt.

Prima Tipp von Regina: Anstatt die Blöcke traditionell zu nähen (so wie ich es gemacht habe), könnte man sie auch einfach in der gewünschten Größe auf Papier nähen (Foundation Paper Piecing).

Flying Geese

Flying Geese

Die Flying Geese habe ich als bunten Regenbogen umgesetzt. Die Dreiecke eignen sich prima dafür. Ich habe die Farben der anderen drei Blöcke wiederholt und durch Gelb, Orange und Dunkelblau ergänzt. So sieht es für mich sehr stimmig aus. Ursprünglich wollte ich die bunten Flying Geese als Brücke zwischen den Rolling Stone und den Churn Dash hängen, aber ich finde, Rot und Grün direkt nebeneinander sieht auch harmonisch aus. Mal sehen, für welche Anordnung ich mich schlussendlich entscheiden werde. Fest steht schon mal: Dieses Projekt hat sehr viel Spaß gemacht. Mit dem Ergebnis bin ich rundum zufrieden.

Flying Geese, Rolling Stone, Churn Dash und Bear’s Paw

Links & Tipps

  • Hier erfährst du, wie Flying Geese genäht werden: Tutorial | Dutchman’s Puzzle
  • Wie der Rolling Stone genäht wird, hat Dorthe (Lalala Patchwork) beim 6 Köpfe – 12 Blöcke Quilt-Along 2016 erklärt. (Webseite im Moment leider nicht erreichbar.)

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Patchwork für Anfänger*innen – Churn Dash und Bärentatze

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, hat Hermann Hesse so wunderbar gedichtet. Für mich war unser erster 6 Köpfe – 12 Blöcke Quilt-Along 2017 der schönste. Zwölf Monate lang haben wir abwechselnd traditionelle Quiltblöcke vorgestellt, die sich am Ende zu einem kleinen Sampler Quilt zusammenfügten. Auch der Churn Dash Block und die Bärentatze waren dabei. Beide Blöcke mag ich sehr. Deshalb habe ich sie für mein aktuelles Nähprojekt ausgesucht.

Churn Dash Quiltblock

Vier klassische Bilderrahmen (30 x 30 cm) habe ich gekauft, um darin traditionelle Quiltblöcke in Szene zu setzen. Nebeneinander gehängt, schmücken sie nun eine weiße Wand in meinem Nähzimmer. Für jeden der vier Quiltblöcke habe ich eine Hauptfarbe ausgesucht, getreu dem analogen Farbschema. Den Churn Dash Block habe ich in meiner Lieblingsfarbe Grün genäht.

Churn Dash Quiltblock

Der Churn Dash ist ein klassischer 9er-Block. Er besteht aus drei Reihen mit jeweils drei Einheiten. Durch die spitzen Half Square Triangles in den Ecken kann der Churn Dash manchmal etwas aggressiv wirken. So empfinde ich es jedenfalls. Um das auszugleichen, habe ich mich für freundliche, hell- und mittelgrüne Stoffe entschieden und als Highlight seilspringende Kinder in die Mitte gesetzt. Ich liebe den verspielten Charakter, den der Churn Dash dadurch erhält. Ich habe außerdem darauf geachtet, genügend rote Tupfer zu setzen, denn davon profitiert Grün immer sehr.

Bear’s Paw Quiltblock (Bärentatze)

Bear’s Paw – Die Bärentatze

Für meinen zweiten Bilderrahmen habe ich die Bärentatze ausgewählt – ebenfalls ein traditioneller 9er-Block, dessen Geschichte mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Witzig finde ich, dass dieser Block regional unter verschiedenen Namen bekannt war. Auf Long Island an der amerikanischen Ostküste z. B. hieß er „Entenfuß im Schlamm“. Dort gibt es offenbar mehr Enten als Bären, und so hatten die Leute andere Assoziationen als z. B. im Mittleren Westen der USA.

Ich habe mich bei der Bärentatze für eine Farbe entschieden, die ich auch sehr mag: Aqua-Grün. Wie beim Churn Dash werden auch hier vier Half Square Triangles (Halbquadrat-Dreiecke) benötigt. Um farblich mehr Variation hineinzubekommen und es interessanter zu machen, habe ich den inneren Teil aus 16 kleinen Quadraten zusammengesetzt. So sieht’s dann auch richtig schön scrappy aus.

Churn Dash Block im Bilderrahmen

Vom Ergebnis bin ich wirklich sehr begeistert. „It turns out very good“, würde ich sagen. 😀 Und ich habe festgestellt: Nicht nur im Nähzimmer, auch in unserer Küche würden die Bilder toll aussehen. Falls du sie nachnähen möchtest: Trau dich ruhig, auch wenn du noch nie Patchwork gemacht hast! Es gibt viele hilfreiche Tutorials im Internet, auch auf Deutsch (siehe unten meine Tipps). Churn Dash und Bärentatze sind fantastische Anfänger-Nähprojekte.

Welche Quiltblöcke ich in den dritten und vierten Bilderrahmen gesetzt habe, das erzähle ich dann beim nächsten Mal. Lass dich überraschen! 😉

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Links & Tipps:

Tutorial – Spüllappen selber nähen

Es war mal wieder an der Zeit! Für einen neuen Satz Spüllappen. Nach drei Jahren permanentem Einsatz und unzähligen Runden in der Waschmaschine waren meine selbstgenähten Spüllappen dünn und löchrig geworden und wollten nun ersetzt werden. Vielleicht kennst du meinen Blogartikel Nachhaltig ist besser! – Deshalb habe ich Spüllappen genäht von 2019. Dieser Artikel enthält eine kurze Anleitung, allerdings ohne Fotos. Die möchte ich in diesem Tutorial nachliefern und ein Update zum Thema „Spüllappen“ geben.

Nach drei Jahren Erfahrung kann ich berichten:

Selbstgenähte Spüllappen sind eine tolle Sache! Ich möchte keine anderen mehr haben. Die Maße, die ich mir damals überlegt hatte, sind prima. Auch die Kombi Frottee + Baumwollstoff hat sich bewährt. Der Stoff darf gerne dicht gewebt und fest sein. Canvas oder Baumwoll-Leinen eignen sich sehr gut. Natürlich darf man nicht erwarten, dass sich die Lappen durch die 60-Grad-Wäsche nicht verändern. Sie schrumpfen mit der Zeit ein bisschen und verlieren Farbe. Sie nutzen sich halt ab.

Upcycling oder neue Materialien?

Besonders nachhaltig und umweltfreundlich ist es, Lappen aus alten Textilien zu nähen. Die Idee finde ich auch immer noch super: das Leben alter, fransiger Frottee-Handtücher oder löchriger Geschirrtücher zu verlängern, indem man Lappen daraus macht. Upcycling. Allerdings muss man damit rechnen, dass die Lappen nicht so lange halten, wenn das Ausgangsmaterial schon sehr verschlissen ist. Und dann stellt sich für mich schon die Frage, ob sich der Aufwand lohnt. Wenn die Textilien schon sehr alt und fadenscheinig sind, wandern sie deshalb bei uns in den Keller und werden z. B. zum Fahrradputzen benutzt. Spüllappen für die Küche nähe ich nicht mehr daraus.

Waschbare Spüllappen in meiner Lieblingsgröße: 16 x 21 cm.

Diese Materialien habe ich verwendet:

Ich habe hier für meine Spüllappen gekauften Baumwoll-Frottee verwendet. Frottee nehme ich gerne für Babysachen wie Lätzchen, Spucktücher oder Windeleinlagen. Deshalb habe ich immer etwas davon zu Hause. Den karierten Baumwollstoff habe ich irgendwann mal vor langer Zeit bei Buttinette bestellt. Das ist ein ganz einfacher, günstiger Stoff, der aber eine überraschend gute Qualität hat. Ich würde jetzt keinen Quilt daraus nähen, dafür würde er sich nicht eignen. Aber als Taschenfutter, für Rückseiten von Tischsets oder für diese Lappen finde ich den Karostoff super. Die beiden bunten Stoffe sind Canvas aus der Serie „My Happy Place“ von Lori Holt. Diese Stoffschätzchen mag ich sehr. Die sind fürs Auge… Okay, dann legen wir mal los:

Anleitung // Spüllappen nähen:

(1) Schneide Frottee und Baumwollstoff in der gewünschten Größe zu, z. B. 18 x 23 cm. Das ergibt einen Lappen etwa so groß wie ein A5-Blatt. Wenn du den Lappen an einen Haken oder an der Spültischarmatur aufhängen möchtest, brauchst du noch eine Kordel oder ein Bändchen. Ich habe hier alte Schürsenkel wiederverwertet und 16 cm lange Stücke geschnitten.

(2) Lege die Kordel zur Schlaufe und fixiere sie mittig an einer kurzen Kante des Frottees. Dabei zeigt die Schlaufe nach innen. Nähe sie knappkantig mit ein paar Stichen am Frottee fest.

(3) Lege den Stoff rechts auf rechts auf den Frottee und stecke alles mit Nadeln zusammen. Die Schlaufe befindet sich zwischen Frottee und Stoff. Markiere an der gegenüberliegenden kurzen Seite mit Bleistift eine 6 cm lange Wendeöffnung.

(4) Nähe Stoff und Frottee mit 0,75 cm Nahtzugabe zusammen. Du kannst hier auch 1 cm Nahtzugabe nehmen. Dann wird der Lappen halt etwas kleiner. Schneide anschließend mit der Schere vorsichtig die Nahtzugabe an den Ecken weg. Das sorgt dafür, dass die Ecken später nicht so knubbelig sind.

(5) Wende den Lappen über die 6 cm lange Öffnung. Drücke mit einem Ecken- und Kantenformer oder einem Essstäbchen die Seiten und Ecken schön heraus. Bügle den Lappen. Falte die Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen und stecke zwei Stoffklammern oder Stecknadeln.

(6) Steppe den Lappen rundherum knappkantig ab und verschließe dabei die Wendeöffnung. Damit sich der Lappen nicht aufbläht, setze ein paar Steppnähte. Ich habe drei gerade Nähte parallel nebeneinander gesetzt und mich dabei am Muster bzw. an den Karos orientiert. Die Stichlänge stelle ich etwas größer ein, dann kann meine Nähmaschine den dicken Lappen besser transportieren.

Viel Spaß beim Nähen!

Ich hoffe, mein Tutorial hat dir gefallen und du hast Lust bekommen, selbst ein paar Spüllappen zu nähen. Wenn du Zeit hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen. Vielleicht hast du ja noch Fragen oder Anregungen. Dann immer her damit!

Links & Tipps:

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Nähanleitung | Herz-Untersetzer zum Muttertag

Diesen Untersetzer habe ich schon ganz oft genäht und verschenkt. Nicht nur zum Muttertag, auch zum Geburtstag oder zu Weihnachten kannst du damit jemandem eine Freude machen. Du brauchst nur vier Stoffstreifen, ein bisschen Rückseitenstoff und dickes Vlies. Es ist ein sehr leichtes, anfängerfreundliches Projekt, das nicht mehr als 30-60 Minuten in Anspruch nimmt. Wie du den Herz-Untersetzer nähst, zeige ich dir Schritt für Schritt in diesem Tutorial.

Der fertige Untersetzer ist 20 x 20 cm groß. Weil er schön flach ist, lässt er sich prima in einem Umschlag verschicken. Eine liebe Karte dazu geschrieben und schon kann sich das Herz auf die Reise machen.

Los geht’s! Hier kommt die Anleitung:

Material:

4 Stoffstreifen, je 7 x 21 cm (Baumwoll-Webware)
21 x 22 cm Stoff für die Rückseite (Baumwoll-Webware)
21 x 22 cm Thermolam oder dickes Baumwollvlies
Allesnäher-Nähgarn

Herz-Schablone zum Ausdrucken:

Hier kannst du die Schablone herunterladen und ausdrucken:  Herz-Schablone (PDF)

1 | Vorderseite zusammennähen

Nähe alle vier Stoffstreifen (7x 21 cm) aneinander. Dazu legst du sie nacheinander rechts auf rechts und nähst sie mit 1 cm Nahtzugabe zusammen. Bügle dann die Nahtzugaben auseinander.

Die Vorderseite besteht aus vier zusammengenähten Stoffstreifen.

2 | Vorderseite absteppen

Lege die Vorderseite auf das Thermolam. Die schöne Seite liegt oben. Streiche den Stoff schön glatt und stecke ihn mit Nadeln fest. In den nächsten Schritten werden nun die beiden Lagen durch Steppnähte miteinander verbunden. Dazu setzt du im Abstand von 1 cm parallele Nähte.

Ich steppe diagonal ab. Um eine erste, gerade Linie zu bekommen, ziehe ich mit Lineal und Trickmarker von einer Ecke diagonal zur anderen Ecke einen Strich. Auf dieser Markierungslinie mache ich meine erste Steppnaht. (Stichlänge: 3.0) Das Verriegeln der Naht kannst du dir hier sparen, weil die Ränder später eh weggeschnitten werden.

Mit Lineal und Trickmarker die erste, gerade Linie ziehen.

Nachdem du die erste diagonale Linie genäht hast, kannst du alle weiteren nähfüßchenbreit mit 1 cm Nahtzugabe parallel daneben setzen. Zwischendrin immer mal wieder glattstreichen, um keine Luft hineinzunähen.

Die erste Naht direkt auf der Linie nähen. (Bild links) Anschließend nähfüßchenbreit daneben nähen. (Bild rechts)

Wenn du mit der ersten Hälfte fertig bist, nimm den Stoff weg, drehe ihn um und beginne neu an der diagonalen Linie, die du mit dem Trickmarker gezogen hast. Setze auch hier parallele Steppnähte im Abstand von 1 cm. Nähe die zweite Hälfte genauso wie die erste.

3 | Vorder- und Rückseite zusammennähen

Übertrage mit Schablone und Trickmarker die Herz-Form auf die linke Seite des Rückseitenstoffs. Markiere dir an einer geraden Stelle eine 6 cm lange Wendeöffnung. Lege den Rückseitenstoff rechts auf rechts auf die Vorderseite. Beachte: Je nachdem, wie du den Stoff auflegst, sind die Stoffstreifen später senkrecht oder quer. Nähe direkt auf der Herz-Linie. (Stichlänge: 2.0) Die Wendeöffnung lässt du frei. Anfang und Ende deiner Naht musst du hier natürlich durch Vor- und Rückwärtsnähen verriegeln.

Ich habe den Rückseitenstoff hier so aufgelegt, dass die vier Streifen auf der Vorderseite senkrecht sind.

4 | Nahtzugaben zurückschneiden

Schneide das Herz etwa 3 mm neben der Naht aus. Vor der Wendeöffnung lass aber bitte eine Nahtzugabe von 1 cm stehen! Wenn möglich, benutze eine Zackenschere. Dann lässt sich das Herz nach dem Wenden schöner ausformen. Damit es zwischen den Herzbögen keinen Knubbel gibt, solltest du mit der Schere einen „Knips“, also einen Schnitt, bis knapp zur Naht machen. Aber Vorsicht, nicht die Naht durchtrennen!

Nahtzugaben weg- und einschneiden, damit sich das Herz schön ausformen lässt.

5 | Wenden und fertigstellen

Wende den Untersetzer auf die rechte Seite und forme ihn mit einem langen Essstäbchen oder einem Kantenformer aus. Bügle den Untersetzer schön glatt. Achtung, überprüfe an einem Stoffrest, ob dein Trickmarker Bügelhitze verträgt! Bei meinem verschwinden die Markierungen nach 1-2 Tagen von selbst, auch wenn ich heiß darübergebügelt habe. Es gibt aber auch Stifte, bei denen die Markierungen durch Bügeln permanent werden und nicht mehr verschwinden.

Schlage die Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen und steppe den Untersetzer einmal rundherum knappkantig ab. (Stichlänge 3.0). Dabei wird die Wendeöffnung verschlossen.

Einmal rundherum knappkantig absteppen.

Tipps & Ideen für Abwandlungen

Du kannst auf diese Weise auch Untersetzer in einer anderen Form nähen. Wie wäre es z. B. mit einem Osterei? In diesem Tutorial habe ich einen bunten Mug Rug in Ei-Form bereits vorgestellt.

Wenn du auch die Rückseite aus 4 Stoffstreifen zusammennähst, kannst du einen Wende-Untersetzer daraus machen. Hat die eine Seite Kaffeeflecken abbekommen, drehst du den Untersetzer einfach auf die andere Seite. *zwinker* Aber du kannst den Untersetzer auch problemlos auf 30 Grad waschen, wenn du Baumwoll-Webware und Thermolam verwendet hast.

Viel Spaß beim Nähen!

Ich hoffe, mein Tutorial hat dir gefallen und du hast Lust bekommen, selbst einen Herz-Untersetzer zu nähen. Wenn du Zeit hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen. Vielleicht hast du ja noch Fragen oder Anregungen. Dann immer her damit!

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