Schlagwort: Fahrradliebe

Taschen-Sew-Along 2017 | Mein Stoffbeutel – Einkaufstasche mit Fiets

Ist doch witzig. Früher wurde man angeguckt, als wäre man Joschka Fischer höchstpersönlich und war gleich ein „Öko“, wenn man an der Kasse seine Sachen in einen Jutebeutel einpackte. Heute bekommt man dafür Komplimente: „Ach, das finde ich ja toll, dass Sie auf Tüten verzichten. Wo haben Sie denn den schönen Stoffbeutel her?“

Das Bewusstsein, dass wir uns mit Plastiktüten unnötig die Welt zumüllen, ist zum Glück gestiegen, und man muss sich schon lange nicht mehr komisch vorkommen, wenn man an der Kasse „Nein, danke!“ zur Tüte sagt. Deshalb finde ich es absolut großartig, wie viele von euch für den Taschen-Sew-Along bereits einen Stoffbeutel genäht haben. Ich freu mich sehr, dass überhaupt so viele bei diesem Jahresprojekt mitmachen. Unsere Facebookgruppe steht kurz vor den 1.000 Mitgliedern. Wahnsinn!

Einkaufstasche mit Fiets für den Taschen-Sew-Along 2017

Ich bin ja immer dafür, dass man das näht, was man auch gebrauchen kann. Mir ist es lieber, ihr dehnt das Thema ein bisschen aus und näht etwas, das euch einen echten Nutzen bringt, anstatt das Thema zu 100 Prozent zu treffen und etwas zu nähen, das später ungeliebt in der Ecke liegt. Diese Freiheit nehme ich mir auch heraus und habe statt eines klassischen Stoffbeutels eine stabile Tragetasche für meine Einkäufe genäht.

Einkaufstasche mit Fiets für den Taschen-Sew-Along 2017

Einfache Stoffbeutel – flach, mit Boden, grün, rot, bunt, mit einem frechen Spruch – habe ich mittlerweile sieben oder acht, und sie sind ständig in Gebrauch. Was mir aber schon länger fehlt, ist eine stabile, gefütterte Tragetasche, ich der ich auch mal richtig schwere Sachen transportieren kann. So eine, wie ich sie letztes Jahr für meine Mutter genäht habe.

Einkaufstasche mit Fiets | Bluebird Park von Katie & Birdie

Aber nicht in Rosa, sondern in meiner Lieblings-Winterfarbe, einem dezenten Blaugrün. Schnell war klar, dass da nur ein Stoff im Schrank in Frage kommt: mein Moda-Schätzchen aus der Serie „Bluebird Park“ von Kate & Birdie, das mir die liebe Marlies mal geschenkt hat. Woher sie nur wusste, dass ich gerne Fahrrad fahre? … Dazu grauer, robuster Taschenstoff und eine Silberpaspel, die wie Schnee in der Sonne glitzert.

Einkaufstasche mit Fiets für den Taschen-Sew-Along 2017

Dass mein neues Lieblingstäschchen auch ganz ohne Inhalt von alleine steht, verdankt sie einer wilden Mischung aus Vlieseinlagen (G 700, H 250, S 320) und Volumenvlies (H 630 und H 640). Ich habe alle möglichen Reste aufgebügelt, die ich noch zuhause hatte. Das Ergebnis finde ich perfekt.

Einkaufstasche mit Fiets für den Taschen-Sew-Along 2017

Der Taschenschnitt ist Marke Eigenbau und beruht auf einem 44 x 42 cm großen Rechteck mit Abnähern. Die Taschenhenkel sind jeweils etwa 80 cm lang, mit H 630 gefüttert und nach meiner Lieblingsmethode genäht (➜ Tutorial). Innen können Schlüssel, Geldbeutel oder Handy in zwei Seitenfächern verstaut werden.

Nun ab mit ihr zum Taschen-Sew-Along 2017, Handmade on Tuesday, DienstagsDinge und TT – Taschen & Täschchen

Kopenhagen mit dem Fahrrad entdecken

100 Dinge, die Fahrradfahrer einmal im Leben getan haben sollten – Klingt nach einem super Buchtitel, oder? Falls es das Buch schon gibt, sollte darin unbedingt das Kapitel „Kopenhagen mit dem Fahrrad entdecken“ auftauchen. Sonst kannst du es vergessen. Finger weg, Geld sparen und lieber ein Zugticket nach Dänemark kaufen!

Vor unserem Urlaub hatten wir uns ehrlich gesagt wenig Gedanken gemacht, was wir uns alles ansehen wollen und welche Ausflüge wir machen möchten – das ergibt sich ja meistens nach Lust und Laune vor Ort -, aber für unseren Abstecher nach Kopenhagen stand felsenfest: Einen Tag lang werden wir uns Fahrräder ausleihen und die Stadt mit dem Fahrrad erkunden. Au ja, das hat in Amsterdam vor zwei Jahren ja schon so viel Spaß gemacht!

Promenade an der Kalvebod Brygge in Kopenhagen

Promenade an der Kalvebod Brygge in Kopenhagen

Kopenhagen ist für mich eine der schönsten Städte Europas, und das sage ich jetzt nicht nur, weil dort jeden Tag 1,2 Millionen Kilometer von der Bevölkerung weggeradelt werden und es dort eine wahnsinnig gut ausgebaute Radinfrastruktur mit breiten Fahrradwegen gibt. Ich mag auch das viele Wasser, die Architektur, die Parks und Museen und die Entspanntheit und Weltoffenheit, die Kopenhagen ausstrahlt. Überall in der Stadt findest du Orte, an denen es sich lohnt, anzuhalten, ein bisschen zu sitzen und das Gesicht in die Sonne zu strecken. Wir Glückspilze hatten aber auch richtig tolles Wetter. 24 Grad, leichter Wind – besser geht’s gar nicht.

Das Schöne an einer Stadterkundung per Fahrrad ist natürlich, dass du einen viel größeren Bewegungsradius hast und sehr schnell an tolle, interessante Orte gelangst, ohne dir dabei die Hacken abzulaufen. Du bekommst ein anderes, viel intensiveres Gefühl für eine Stadt, wenn du zusammen mit Einheimischen an der Ampel stehst und auf Grün wartest oder spätnachmittags im Feierabendverkehr zum Beispiel die Vester Søgade runterfährst. Du spürst ein bisschen, wie es wäre, in dieser Stadt zu leben. Für mich als Dorfmensch und Landei ist das immer spannend, obwohl ich am Ende doch nie tauschen wollte.

Touristenmagnet: Die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen

Von unserem Hotel in Vesterbro aus nicht gerade in Laufweite, mit dem Fahrrad aber gut zu erreichen: Die Kleine Meerjungfrau – Das Tourispektakel fast interessanter als die Figur selbst.

Falls du dich jetzt fragst, ob es nicht ganz schön gefährlich ist, mit so vielen Fahrradfahrern und dem ganzen Autoverkehr in einer fremden Stadt, muss ich sagen: Ich fahre hundertmal lieber in Kopenhagen, wo es breite Fahrradwege neben der Fahrbahn gibt, mit Abbiegerspuren und Rad-Ampeln, als in Frankfurt am Main, der Stadt, die ich am besten kenne. Ja klar, Radfahren in der Stadt ist nicht ohne, man muss gut aufpassen, aber die freundlichen Kopenhagener haben ein Auge auf uns Touris. Sie erkennen uns ja in unseren Hotel- oder Leihfahrrädern und geben gerne mal einen hilfreichen Tipp wie „Weißt du, wir hier in Kopenhagen heben immer die Hand, wenn wir anhalten wollen. Dann weiß der hinter dir Bescheid.“

Fahrrad-Parkplatz im Stadtzentrum von Kopenhagen

Fahrrad-Parkplatz – Im Zentrum ist es natürlich besonders voll.

Ich habe das Radfahren in Kopenhagen jedenfalls als sehr viel weniger gefährlich und riskant empfunden als in Amsterdam. Wenn du dich auf den Fahrradwegen immer rechts hältst, die schnelleren Radler links an dir vorbeifahren lässt, immer schön den Schulterblick machst, wenn du überholen oder abbiegen willst, vor dem Anhalten die Hand hebst und dann zügig den Fahrradweg verlässt, kann eigentlich gar nicht viel passieren. Die Rushhour früh morgens und am späten Nachmittag solltest du nach Möglichkeit vielleicht eher meiden. Und sollte dir der Verkehr trotzdem mal zu anstrengend werden, vor allem im Zentrum, dann mach einfach ein kleines Päuschen! Ob an großen Plätzen oder in den Straßen, überall gibt es Möglichkeiten, sein Fahrrad abzustellen.

Geparkte Fahrräder vor dem "Schwarzen Diamant", der Königlichen Bibliothek in der Innenstadt von Kopenhagen

Bunte, mit Blumen und Fähnchen geschmückte Fahrräder sind wohl eher ein holländisches Phänomen. Die meisten Kopenhagener scheinen es lieber schlicht und unauffällig zu mögen.

Bei der Gelegenheit kannst du dann auch gleich einen kleinen Snack „home made food on the go go“ zu dir nehmen, z. B. am Gastro Trucken, einem witzigen Imbiss-Wagen, den wir in der Nähe von Nyhavn gesehen haben. Auch an tollen Restaurants ist Kopenhagen nicht arm. Nachdem wir an drei Abenden so hervorragend und unfassbar lecker gegessen haben, habe ich ja die Theorie aufgestellt, dass man in Kopenhagen gar nicht schlecht essen kann.

Gastro Trucken in Kopenhagen

In Kopenhagen ein Foto zu machen, ohne einen Radfahrer mit aufs Bild zu bekommen, ist nahezu unmöglich.

Rent a bike in Kopenhagen

Rent a bike am Nyhavn

Neben den Rent-a-bike-Läden gibt es ein sehr modernes, öffentliches Fahrradverleihsystem namens „gobike“. Die weißen Cityräder stehen in der Stadt verteilt an speziellen Docking Stations, sind mit einem zuschaltbaren E-Motor und, was ich besonders genial finde, mit einem Tablet-PC am Lenker ausgestattet. Über das robuste Tablet bezahlt und entriegelt man das Rad, kann GPS-Funktionen nutzen, sich über Sehenswürdigkeiten informieren lassen oder Fahrpläne für öffentliche Verkehrsmittel abrufen. Das hatte ich schon vor unserer Reise im Internet gelesen. Natürlich war ich extrem neugierig auf diese Leihfahrräder.

gobike - öffentliches Fahrradverleihsystem in Kopenhagen

n den mit Ökostrom betriebenen Fahrradständern werden die E-Bikes wieder aufgeladen.

Tatsächlich hat es am ersten Tag eine ganze Weile gedauert, bis wir überhaupt mal die erste gobike-Station fanden. Viele, viele Radfahrer, aber kaum jemand, der auf einem gobike fährt, höchstens mal ein paar Touristen – das war jedenfalls unser subjektiver Eindruck. Die Idee der Verkehrsplaner, gobike neben Bus und Bahn als Bestandteil des öffentlichen Verkehrssystems in Kopenhagen zu etablieren, ist, glaube ich, nicht aufgegangen.

gobike - öffentliches Fahrradverleihsystem in Kopenhagen

Bei näherem Betrachten ist es auch ein ganz schön teurer Spaß, besonders wenn man das Rad für mehrere Stunden haben möchte. Pro Fahrrad werden generell 200 Kronen (ca. 27 €) Pfand und 25 Kronen (ca. 3,40 €) Leihgebühr in der Stunde fällig. Bei zwei Fahrrädern und z. B. 10 Stunden Ausleihdauer wären das etwa 70 Euro Miete! Wir fanden das jedenfalls übertrieben teuer und haben uns lieber für die Hälfte des Geldes in unserem Hotel zwei normale Stadträder für den ganzen Tag ausgeliehen. Wer braucht auch schon ein E-Bike in einer Stadt, die komplett flach ist?

Statens Museum for Kunst - Das Staatliche Kunstmuseum in Kopenhagen

Das Staatliche Kunstmuseum mit toller Außenanlage – Unbedingt besuchen!

Von vielen Touristen besucht: Nyhavn in Kopenhagen

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten und von vielen Touristen besucht: Nyhavn

Wenn du schon mal in Kopenhagen bist, darfst du natürlich auf keinen Fall versäumen, Nyhavn einen Besuch abzustatten. Besonders an einem sonnigen Tag, wenn die bunten Häuser so herrlich angestrahlt werden, ist das ein toller Ort. Am besten das Fahrrad irgendwo abstellen und zu Fuß an den vielen Restaurants, Tavernen und Straßenmusikern vorbeischlendern. Für einen Nähnerd wie mich natürlich auch ein Muss: Eine Stippvisite bei Stoff und Stil. Das Geschäft ist der real gewordene Versandkatalog. Sehr witzig. Selbstverständlich konnte ich nicht widerstehen und musste ein kleines Erinnerungsstöffchen mitnehmen.

Stoff und Stil in der Vesterbrogade

Von Nyhavn starten die Hafenrundfahrten, Kopenhagen

Von Nyhavn aus starten auch die Hafenrundfahrten.

Du siehst: Kopenhagen ist unbedingt eine Reise wert. Die Stadt ist einfach toll! Und auch als Tourist kann man sich ruhig trauen, mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour zu gehen. Wenn du ein paar Verkehrsregeln beachtest und versuchst, mit den anderen Fahrradfahrern im Fluss zu fahren, macht es echt viel Spaß und ist ein unvergessliches Erlebnis.

Verlinkt bei Like-2-bike, der Linksammlung für Fahrradgeschichten, Tourberichte, Radelgedanken und Kreatives rund ums Fahrrad.

Kimono Tee von Maria Denmark, mein liebstes Sommershirt

Wenn mich später mal jemand fragen sollte, wo der Wendepunkt war, wann es passiert ist und wer dafür dafür die Verantwortung trägt… dann würde ich rückblickend sagen:

Sommer 2015, Maria Denmark. Sie war das! Ihr Kimono Tee hat mich davon überzeugt, dass Jersey doch kein Biest ist. Hätten die dehnbaren Maschen eine eigene Facebook-Seite, ich würde jetzt glatt auf „Gefällt mir“ klicken und sogar Benachrichtungen abonnieren. Von jetzt an gibt’s nicht mehr nur Webware und Taschen; es gibt Jersey, Sweat, Bündchen, Lady Bella, My cuddle me und Blusenshirts. Aus voller Überzeugung. Meine Tulpen-Joana und die Frau Madita im Indian Style waren zum Aufwärmen, aber jetzt erst ist der Funke so richtig übergesprungen. Ich bin total motiviert und hab große Lust, mehr Zeit in Jersey-Experimente zu investieren.

Kimono Tee von Maria Denmark aus Bio-Jersey "BMX" von Nosh

Das Kimono Tee passt einfach wie angegossen. Nähen, anziehen, wohlfühlen – Da gibt’s nix zu zuppeln und nichts zu kritisieren. Defintiv mein Schnitt, und noch dazu so schnell genäht. Hätte der Sommer nicht schon zusammengepackt, ich würde garantiert noch welche zuschneiden und auch ein paar Variationen ausprobieren. Die liebe Fredi von Seemannsgarn, die auch verrückt nach dem Kimono Tee ist, hat ja gezeigt, wie wandelbar dieses Shirt ist.

Kimono Tee von Maria Denmark aus Bio-Jersey "BMX" von Nosh

Drei auf einen Streich. Ein einziges Kimono Tee für die Urlaubsgarderobe war geplant, vor lauter Begeisterung wurden es in Nullkommanix drei. Und beim dritten hatte ich dann auch keinerlei Bedenken mehr, einen meiner absoluten Lieblingsstoffe anzuschneiden: den Bio-Jersey „BMX“ von Nosh in der heiß geliebten Farbe Lucite Green.

Den Schnitt habe ich bei diesem und auch beim Schiffchen-Kimono-Tee leicht angepasst. An der Hüfte habe ich ihn um etwa 1,5 cm verbreitert, was jetzt nicht viel ist, aber doch was ausmacht. Halsausschnitt und Ärmel habe ich um 1 cm verlängert. Genau diesen Zentimeter habe ich dann einfach nach innen umgebügelt und mit einem Geradstich abgesteppt. Viel gedehnt wird es eh nicht; da muss es nicht unbedingt ein elastischer Stich sein.

Kimono Tee von Maria Denmark aus dem Jersey "Love Boat" von Cherry Picking

Wahnsinn, wie unterschiedlich das Shirt ausfällt – je nachdem, welchen Jersey man nimmt. Gleiche Größe, gleicher Schnitt wie beim Fahrradshirt und doch um einiges weiter und luftiger. Aber im Sommer bei dreißig Grad im Schatten mag ich es eh nicht so knalleng. Da ist ein lässiges Shirt aus einem weich fallenden Stoff wie diesem von Cherry Picking gar nicht so verkehrt.

Kimono Tee von Maria Denmark, mein liebstes Sommershirt

Natürlich möchte ich dir auch mein erstes Kimono Tee nicht vorenthalten, genäht aus dem Stoff „Zaunkönig“, den ich mal sehr günstig als Rest bekommen habe und den ich auch total gerne mag, weil er so herrlich türkis und bunt ist. Hier habe ich mich brav an den Originalschnitt gehalten und Hals und Ärmel mit einem schmalen Bündchen versehen. Gefällt mir auch sehr, sehr gut. Wie ist das eigentlich bei dir? Hast du schon deinen Schnitt gefunden, einen Dauerbrenner, den du nicht müde wirst zu nähen, weil er einfach perfekt passt?

Meine drei Kimono Tees sind heute ein Fall für RUMS, und weil das grüne Fahrradshirt aus Bio-Baumwolle genäht ist, darf es auch bei der Ich-näh-Bio-Linkparty mitmachen.

Von der Lahn ins Bloggerland – Die verrückte Reise eines grünen Fahrrads

Manchmal ist es doch erstaunlich, wie die Dinge sich entwickeln. Da sitze ich letzten Dezember an meiner Weihnachtspost, die Glitzersterne zum Aufkleben waren blöderweise ausgegangen, als mir siedendheiß mein Fahrradstempel einfiel. Lange bevor ich an greenfietsen auch nur denken konnte, bastelte ich mir diesen Moosgummi-Stempel und bedruckte damit Postkarten. Da frag‘ ich mich jetzt natürlich schon, warum ich so lange brauchte, um auf „greenfietsen“ zu kommen.

Der Anlass, diesen Stempel zu basteln, war unsere Fahrradtour an der Lahn entlang. Damals haben wir gemerkt, dass solche Radreisen genau unser Ding sind und deshalb später auch unser Donau-Abenteuer ausgebrütet. Vielleicht haltet ihr mich jetzt für bekloppt, aber…  jaa, ich hab‘ damals schon zuhause die Urlaubspostkarten gebastelt. Nicht geschrieben wohlgemerkt, nur gebastelt!

drei von insgesamt acht Unikaten

Freunde und Familie haben auch ein wenig gestaunt, aber da ich die Karten ewig und drei Tage an Kühlschränken und Pinnwänden hängen sah, kann ich wohl davon ausgehen, dass sie ihnen ganz gut gefielen. Mir hat das Drucken mit den selbstgemachten Stempeln und der Acrylfarbe jedenfalls unglaublich viel Spaß gemacht, und auf unserer Radreise habe ich mich gefreut, dass ich keine Zeit an irgendwelchen Postkartenständern verplempern musste. Habt ihr auch schon mal Urlaubspostkarten vorbereitet oder stehe ich allein auf weiter Flur mit dieser Macke? So, Briefmarke drauf und als Eilsendung nichts wie ab zu Muddis RUMS… Wir sind spät dran heute.

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bloggers & bikes: greenfietsen im Interview

Das hätte ich mir vor ein paar Monaten auch nicht träumen lassen! … Hab‘ ICH mich gefreut, als die fahrradfrau bei mir wegen eines Interviews anklopfte, verfolge ich ihren wunderbaren Blog bikelovin doch schon seit geraumer Zeit! Ob „world wide wheelers“ oder „Stadt-Land-Rad“ – Christiane hat immer tolle Mitmachaktionen und Themen auf ihrem Blog. Ihre neue Serie lautet „bloggers & bikes“, bei der sie Blogger/innen interviewt, die einen besonderen Bezug zum Fahrrad haben. Und ICH darf der Opener sein! Ist das nicht fantastisch!?

Wenn ihr wissen wollt, welche Fragen mir die Fahrradfrau gestellt und wie ich geantwortet habe, dann setzt euch auf meinen Gepräckträger und wir fahren zusammen zu bikelovin! Aber keine Dummheiten machen da hinten, ne!? … Ab die Post, los geht’s! (klick)

Donau-Radreise 2 – Mit Sack und Pack

Zwei Paar Turnschuhe, 3 Radshirts, Fleecejacke, Schweizer Taschenmesser, Mini-Gewürzstreuer, GPS, Sonnencreme – Nur ein kleiner Ausschnitt der langen Packliste für unsere zehntägige Donau-Radreise im August. Obwohl wir nach dem ersten Probepacken noch einmal kräftig reduziert hatten, belief sich unser Tagesgepäck mit Trinkwasserversorgung auf schlappe 35 Kilo! Eine Menge Zeug! … Sieht man gar nicht, oder?

Armer Kerl! … Die Frau fährt gemütlich mit zwei mittelgroßen Seitentaschen und einem Ortliebsack voll leichter Regenkleidung, während sich der Mann hinten und vorne schwer beladen abstrampeln muss. Aber da das männliche Wesen von Natur aus mit mehr Beinmuskeln (nebenbei bemerkt auch mit schönerem Bindegewebe) ausgestattet ist, hielt sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen.

Und nicht dass jetzt hier eine(r) denkt, der arme Mann müsse vor allem mein Gepäck durch die Gegend karren – von wegen fette Schminktasche, Extrapaar Schuhe und sonst welchen Ladyluxus… Nix da! Ich hatte ja nicht mal einen Fön dabei! Die Langhaarigen unter euch wissen, was das für ein Verzicht war.

Man kann auf vieles verzichten. Irgendwann erlebt man das Wenige nicht mehr als Mangel, sondern in befreiender Weise als Bereicherung. Worauf wir beim Radfahren seit einiger Zeit nicht mehr verzichten möchten, ist ein Helm auf dem Kopf. Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob diese Helmhysterie nicht ein wenig übertrieben ist, schließlich sind wir alle auch ohne Helm gut groß geworden und nie unter die Räder gekommen. Aber mittlerweile kennt ja fast jeder jemanden, der schon einmal einen Fahrradunfall hatte.

Das Wetter war durchwachsen. Am ersten Urlaubstag schüttete es wie aus Eimern, aber danach folgten fünf wunderbare Genießertage mit blauem Wölkchenhimmel und Sonne satt. Nach etwa einer Woche zog ein hartnäckiges Tief von Osten heran. Wir waren schon fast entschlossen, die Heimreise anzutreten, als uns überraschenderweise doch noch ein Sonnentag geschenkt wurde. Glücklich über diesen Bonus traten wir noch einmal kräftig in die Pedale und schafften an unserem letzten Urlaubstag sage und schreibe 96 Kilometer! Rekordverdächtig am nächsten Morgen auch unser Muskelkater!

Verbissen durch den Regen radeln, frierend, mit Regencapes, die einem nass um die Ohren klatschen, nur um Kilometer zu schrubben – das ist nicht unser Ding! Wir sind Genussfietser. Es wäre auch jammerschade um den wunderbaren Weg entlang der Donau. So vieles gibt es zu entdecken, wenn man Zeit und Muße hat, zu schauen und die Eindrücke in sich aufzunehmen: die faszinierende Landschaft, die sich mit dem Flusslauf stetig ändert, das Durchbruchstal, die steilen Felshänge, die weiten Ebenen,…  Aber davon erzähle ich ein andermal.

Fast 400 Kilometer sind wir insgesamt geradelt! Nicht schlecht für zwei Freizeitradler, die sich vorgenommen haben, innerhalb der nächsten Jahre das Schwarze Meer per Fahrrad zu erreichen. Dabei hatten wir gleich am ersten Tag ein Riesenpech! Nein, keinen Platten. Ersatzschläuche hätten wir sogar dabei gehabt. Schlimmer!…

Nach einem unglücklichen Schaltmanöver am Berg hatte meine Gangschaltung einen Hau weg. Mein Fahrrad krachte, knackste und schaltete nicht mehr richtig. Gut, dass ich einen technisch begabten Mann an meiner Seite habe, der die Zuversicht verbreitete: „Das kriegen wir schon wieder hin.“ Mr. Greenfietsen fand schnell heraus, dass ein kaputtes Kettenglied der Übeltäter war… So, und nun holt mal bitte alle eure Brillen heraus, damit ihr das überhaupt erkennen könnt:

Unglaublich, dass so eine kleine Macke eine solche Auswirkung haben kann! … Und da die Sonne heute Mittag mal zaghaft herausblinzeln soll – sagt der Wetterbericht jedenfalls – werde ich mich nachher auf mein Fahrrad schwingen und einkaufen fahren. Drückt die Daumen, dass die reparierte Kette weiterhin gut hält!

Falls ihr gerade Zeit habt und mit einem Kaffee gemütlich am Computer sitzt, schaut doch mal bei den Dienstagskreativen vorbei. Ich bin zwar heute nicht mit von der Partie, aber viele andere Kreativ- und Nähbloggerinnen zeigen dort wieder ihre neuesten und schönsten Werke.

Donau-Radreise 1 – Zwei Piepmätze auf Zimmersuche

Urlaub sollte Kontrastprogramm zum Alltag sein, habe ich vor kurzem in einem Magazin gelesen. Leuchtet mir ein: Wer körperlich schwer schuftet, hat sich einen Verwöhnurlaub mit viel Ruhe und Entspannung verdient. Leute, die tagtäglich im Büro auf ihren Hintern sitzen und geistiger Arbeit nachgehen, brauchen im Urlaub eher Action und Abenteuer.

Wir gehören zur zweiten Gruppe. Als Sitzarbeiter haben wir im Urlaub das große Bedürfnis, viel draußen an der frischen Luft zu sein. Wir wollen uns bewegen und gehen deshalb gerne Radfahren, Wandern oder Geocachen. Auszeit vom Alltag bedeutet für uns auch: Weg von Terminen, weg von To-do-Listen und ständiger Erreichbarkeit! Keine verplanten Tage, bitte!

Deshalb machten wir uns auch keinen großen Kopf darüber, wo wir auf unserer Donau-Radreise übernachten werden. Außer der ersten Unterkunft hatten wir nichts gebucht. Wir verließen uns darauf, dass wir jeden Tag spontan ein Zimmer finden würden. Dabei helfen sollte das Bett&Bike-Verzeichnis, das im selbst genähten Piepmatz-Organizer mit Klettverschluss verstaut wurde.

So ein Organizer ist wirklich Gold wert! Man hat einfach immer alles ordentlich beisammen: Notizheft, Radwegkarte, Reiseführer, Tourismus-Prospekte, Ansichtskarten, Eintrittsbelege und was sich sonst so im Urlaub ansammelt und zur Erinnerung aufbewahrt werden möchte. Ich brauchte unbedingt solch einen Organizer für unsere Radtour. Das war klar!

Weil aber vor dem Urlaub nur wenig Zeit zum Nähen war, entschied ich mich gegen feine Stöffchen, Webband und Applikationen und für den robusten, schwedischen Piepmatz-Stoff, der ohne Verstärkung auskommt und fix vernäht war. Trotzdem wurde der Organizer erst am späten Abend vor der Abreise fertig.

Nach 60 Kilometern auf dem Fahrrad war uns die Ausstattung der Hotelzimmer relativ schnuppe. Hauptsache sauber, ordentlich, mit Dusche und einem Bett, um die müden Radlerbeine auszustrecken. Hach, es ist einfach großartig, nach körperlicher Anstrengung und dem Verputzen einer wagenradgroßen Pizza todmüde ins Bett zu fallen. Da weiß man, was man geschafft hat.

Am Anfang unserer Reise ließen wir es darauf ankommen und suchten uns immer erst vor Ort ein Zimmer. Nach der Erfahrung jedoch, dass auch Hotels Ruhetage haben und Großveranstaltungen wie die Gartenschau in Sigmaringen das Zimmerangebot erheblich einschränken können, gingen wir dazu über, am späten Nachmittag, wenn klar war, wie weit wir kommen würden, von unterwegs anzurufen und eine Unterkunft klarzumachen.

Der Vorteil dieser Herangehensweise ist eine sichere Bleibe und weniger Lauferei vor Ort. Der Nachteil kann sein, dass das kleine Foto im Bett&Bike-Verzeichnis aus einem extrem guten Winkel aufgenommen wurde und man sich versehentlich in eine üble Spelunke eingemietet hat. Das ist uns allerdings nie passiert. In Tuttlingen durften wir sogar einmal bei den Garnis übernachten.

Noch konnten wir auf feste Unterkünfte und weiche Betten zählen und mussten keine Nacht auf der Parkbank verbringen, aber ob das auch so bleiben wird? Wie wird das in Rumänien oder Bulgarien aussehen? Schließlich ist unsere Donau-Radtour längst nicht beendet, sondern nur unterbrochen, und das große Ziel, das Schwarze Meer, steht mehr denn je vor unserem träumenden Auge. Vielleicht werden wir dann Zelt, Isomatten, Schlafsäcke und Campingkocher mitnehmen müssen. Oh je, wie sollen wir das alles auf die Räder packen?…

Bevor ich mich daran mache, den nächsten kleinen Bericht von unserem Donau-Abenteuer zu verfassen, fliegt mein Piepmatz-Organizer geschwind zum Creadienstag rüber und gesellt sich dort zu den Werken anderer kreativer Vögel.

Pimp my bike (1)

Hallo ihr Lieben! Nach zweiwöchiger Urlaubspause melde ich mich zurück. Gut erholt, mit vielen Eindrücken von unserer Donau-Radreise im Gepäck und definitiv mehr Beinmuskeln als vorher, freue ich mich sehr, wieder da zu sein. Ich habe die blogfreie Zeit sehr genossen, aber nun reicht’s auch! Nun will ich wieder loslegen und euch all die Sachen zeigen, die ich noch vor dem Urlaub genäht habe. Außerdem kribbelt es natürlich in den Fingern, ein bisschen von unserer Fahrradtour zu berichten.

Bevor ich damit anfange, möchte ich euch heute erst mal meinen Reisegefährten vorstellen: Mein Fiets, das mich und 10 Kilo Gepäck 370 Kilometer von St. Georgen bis nach Donauwörth brachte. Ja, mein Trekking-Bike… Ich muss gestehen, seit einiger Zeit habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu ihm. Nicht dass ihr mich falsch versteht. Ich liebe mein Fahrrad schon sehr. Es fährt sich toll, ist dank seines Alurahmens federleicht, hat einen saubequemen Sattel und bringt mich im ersten von 27 Gängen fast jeden Hügel hinauf. ABER… *seufz* Und jetzt kommt das große ABER! … Es ist NICHT GRÜN! *heul*

Als ich es kaufte, war mir die Farbe schnurzpiepegal. Dieses eine Fahrrad, das sich fährt wie Butter und perfekt zu meiner Körperhaltung passt, sollte es sein. Ich wollte nicht den halben Sommer lang auf die Lieferung eines farbenfroheren Exemplars warten. Nun ist aber vor drei Monaten mein grünes Blogbaby auf die Welt gekommen, und seitdem haftet diesem Superfahrrad der Makel an, dass es nicht die richtige Farbe hat.

Was soll ich da bloß machen?… Ich mag mich nicht damit abfinden und habe deshalb beschlossen, mein silbergraues Fiets in ein froschgrünes zu verwandeln. Weil Küssen leider nicht den erwünschten Effekt brachte, habe ich die Häkelnadel herausgeholt und angefangen, ein grünes Gewand im Donauwellen-Muster zu häkeln. Leider bin ich vermutlich die langsamste Häklerin der Welt… Wenn ihr im Guinessbuch der Rekorde unter dieser Rubrik nachschaut, findet ihr garantiert ein Foto von mir. Ist mir unbegreiflich, wie die liebe Contadina diese fantastische Decke in weniger als 5 Jahren zu Ende häkeln konnte.

Nun ja, es wird also noch eine ganze Weile dauern, bis mein Fiets halbwegs grün aussieht. Ob das Bekleben mit Masking Tape vielleicht die bessere Idee wäre? Was meint ihr? Habt ihr Erfahrungen mit Umlackieren?… Ich bin für jeden Tipp dankbar. Mal schauen, ob ich bei den Kreativen des Creadienstags Anregungen finde.

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Nachtrag: Zwei Wochen weg und schon ist mir entfallen, dass es ja auch noch die HäkelLiebe gibt. Da wandert mein kleines Donauwellen-Fahrrad-Jäckchen nun auch noch hin.

Noch zweimal kräht der Hahn…

dann beginnt unser Fietsen-Abenteuer. Das Bahnticket nach St. Georgen in der Nähe der Donauquelle ist ausgedruckt, die erste Übernachtung gebucht. Danach ist alles offen. Wir haben nichts geplant. Keine Etappenziele. Keine Liste von abzuhakenden Sehenswürdigkeiten im Gepäck. Keine festen Unterkünfte. Wir lassen uns einfach mit dem Rad an der Donau entlang treiben und bleiben dort, wo es uns gefällt. Hach, das wird so schön!

Im Moment habe ich große Lust auf solche Reisen, bei denen mir ein bisschen die Freiheit um die Nase weht und ich nicht schon am ersten Tag weiß, wie der Rest des Urlaubs verlaufen wird. So wie im Frühjahr, als wir mit dem Hausboot durch die Niederlande gefahren sind. Wer hätte zu Anfang des Urlaubs gedacht, dass wir in Gouda mit orangefarbener Perrücke und Partyhut auf einem 2-Unlimited-Konzert* landen würden? Nach solchen Urlaubsreisen mit großer Portion Zufall und überraschenden Erlebnissen steht mir der Sinn.

Das Besondere an dieser Reise ist auch, dass wir mit dem Fahrrad fahren. Ihr müsst wissen, wir sind nicht mit dem Fahrradhelm auf dem Kopf geboren worden. Ganz durchschnittlich sportliche Fietsers sind wir, keine Leute, die sonntagsmorgens vor dem Frühstück schon mal 2 Stunden durch den Vogelsberg radeln. Aber wir lieben das Radfahren, und deshalb sind wir auf die Idee gekommen, etappenweise den Donau-Radweg zu fahren. In diesem Jahr fangen wir an und schauen, wie weit wir kommen. Nächstes Jahr wollen wir unsere Reise dort fortsetzen, wo wir aufgehört haben. Auf diese Weise hoffen wir, irgendwann das Schwarze Meer zu erreichen.

Anna  bleibt übrigens zuhause. Als sie hörte, dass sie ganz klein gefaltet werden müsste, um in die Gepäcktasche zu passen, hat sie freiwillig auf dieses Abenteuer verzichtet. Ich glaube fast, sie ist nicht so der Typ für Fahrradreisen. Und dass alle fünf Minuten jemand aus der Seitentasche ruft: „Wie lange noooch? Wann sind wir denn endlich am Schwarzen Meeeer?“, kann ich auch ganz gut verzichten.

Mein bevorstehender Urlaub bedeutet natürlich auch, dass greenfietsen eine kleine Blogpause macht. Ich habe zwei BIWYFI-Posts vorbereitet, die – wenn ich alles richtig gemacht habe – automatisch donnerstags veröffentlicht werden. Allerdings wird es etwas länger dauern, bis ich eure Kommentare freischalten und darauf reagieren kann.

Übrigens möchte ich euch ganz herzlich Dankeschön sagen für eure vielen lieben Kommentare zu meinem Birnen-Mäppchen gestern! Ihr wisst ja: Über jeden einzelnen Kommentar freut man sich riesig. Es macht so viel Spaß, eure schönen Sachen zu sehen, und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Kommentieren. Teil dieser tollen Blogger-Gemeinschaft zu sein, ist wunderbar!

Wenn ich wieder zurück bin, werde ich mich auch gerne dem Blogger-Aufnahmeritus stellen: Miss MiFeFe hat mich getaggt! So viel Grund zur Freude schreit doch danach, beim Freutag mitzumachen. Worüber sich andere heute freuen, könnt ihr hier sehen:

Ich wünsche euch eine gute Zeit!
Wir lesen uns!

* Wie, ihr erinnert euch nicht mehr an 2 Unlimited? Das war die Techno-Band aus den 90ern mit dem Welthit „No limits“, die meines Erachtens damals schon grottenschlecht war und es heute erst recht ist. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Pimp my Glücks-Spanngummi

Es gibt Glücksbringer, die trägt man an einer Kette um den Hals. Hufeisen über der Tür sollen Glück bringen genau wie vierblättrige Kleeblätter und Stoffhasen auf dem Autositz. Es soll ja sogar Leute geben, die nie im Leben ohne ihre Glücksunterhose in eine Prüfung gehen würden. Was es nicht alles gibt! Tja, und ich? Ich habe einen Glücks-Spanngummi.

Diesen zu finden war ein riesengroßer, glücklicher Zufall. Er lag einfach so in Südholland auf der Straße, als wir nichts auf der Welt dringender benötigten als einen Spanngummi. Im Frühjahr war das. Die Wasservorräte an Bord unseres Hausbootes wurden langsam knapp, und wir radelten deshalb mit unseren Leihfahrrädern zum nächsten Supermarkt. Schaut euch mal diese fürchterlichen Mini-Räder an! Wie soll man denn damit einen Sixpack 1,5-Liter-Flaschen transportieren?

Die Mannschaft hatte Durst, und so entschieden wir spontan, den halben Wasserkasten an den Lenker zu hängen. Eine ziemlich wacklige und auch gefährliche Angelegenheit! „Mann, wir bräuchten jetzt einen Spanngummi, dann könnten wir die Wasserflaschen auf dem Gepäckträger festschnallen“, konnte ich gerade noch so zu Ende denken, als mitten auf der Straße ein gelber Spanngummi lag.

Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und mir gleich hinterher noch 1000 Euro gewünscht, aber auf die warte ich immer noch. Na ja, man kann’s ja mal versuchen. Zur Verschönerung habe ich diesen fabelhaften Glücks-Spanngummi jetzt mit festen Maschen aus grüner und blauer Wolle umhäkelt. Wenn andere Leute Computer- und Lampenkabel umhäkeln, kann ich das auch mit meinem Spanngummi machen, dachte ich mir. Er befindet sich jetzt stets in der Seitentasche meines Fahrrads und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Den aktuellen Einsatz hat mein Glücks-Spanngummi heute erst mal beim Creadienstag.

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