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Warum ich Etsy verlassen muss… Neuer Shop auf kasuwa!

Sieben Jahre lang habe ich meine Nähanleitungen bei Etsy verkauft, aber wie es aussieht, trennen sich nun unsere Wege. Schade! Dabei ist das nicht die erste Plattform, die ich verliere. Aber diesmal gehe ich aus freien Stücken. Obwohl, so ganz freiwillig auch wieder nicht…

Nähanleitungen als PDFs zum Herunterladen

Seit 12 Jahren biete ich meine Nähanleitungen und Schnittmuster als PDF-Dateien zum Kaufen und Herunterladen an. Angefangen hab ich bei DaWanda. Kennst du das noch? DaWanda war von 2006 bis 2018 der größte Online-Marktplatz für Selbstgemachtes in Deutschland. Ich denke sehr gerne an DaWanda zurück, weil’s da echt schön war und sehr persönlich und freundlich zuging. Als 2018 die Hiobsbotschaft eintraf, dass DaWanda den Betrieb einstellen wird, waren wir Verkäufer durch die Bank weg schockiert und deprimiert.

Alter Screenshot von meinen Bewertungen bei DaWanda:

Die Namen der Käufer:innen habe ich aus Datenschutzgründen am rechten Bildrand weggeschnitten.

Wieder zurück auf Anfang!

Mit einem Schlag verloren wir Verkäufer:innen alles, was wir uns bis dahin bei DaWanda aufgebaut hatten: Kundenbeziehungen, Verkaufserfolge, Vertrauen und Bekanntheit. Bitterlich weinte ich meinen fast 400 Fünf-Sterne-Bewertungen hinterher. Es war hart, auf einer anderen Plattform wieder bei Null anzufangen, wo es für mich bei DaWanda gerade an Fahrt aufgenommen hatte. Zum Glück war ich noch bei Makerist angemeldet, aber nach der Erfahrung mit DaWanda wollte ich mich nicht mehr nur auf eine einzige Plattform verlassen. Also bot ich meine Nähanleitungen ab 2018 neben Makerist auch bei Etsy an.

Tja, Makerist ist seit April 2025 auch Geschichte. Die größte, deutsche Plattform für Schnittmuster, Häkel- und Strickanleitungen gibt’s leider nicht mehr. Auch dort alles weg, was ich mir über Jahre erarbeitet hatte. Übrig geblieben ist der amerikanische Platzhirsch Etsy, und der hat mich nun vergrault.

Screenshot von meiner Nähanleitung Buchtasche bei Etsy:

Screenshot vom 31.05.2026

Etsy 

Etsy hatte schon immer Vor- und Nachteile. Ein Knackpunkt war/ist, den Shop mit europäischem Recht in Einklang zu bringen. Auf die technische Umsetzung wichtiger Funktionen (wie z. B. einen Widerrufsbutton) haben wir als Verkäufer keinen Einfluss, können aber unter Umständen dafür abgemahnt werden, wenn sie fehlen. Da hieß es dann immer: Ihr müsst als Verkäufer Druck auf Etsy ausüben, dass die Funktionen für den europäischen Markt eingebaut werden und ihr keine Probleme bekommt. Na toll!

Aber im Großen und Ganzen habe ich dort gerne verkauft. Anfang des Jahres habe ich sogar noch mal richtig viel Arbeit in meinen Shop gesteckt, habe ein neues Shopbanner gebastelt und Produktfotos nach Vorgaben von Etsy umgestaltet, „damit sie auf der Plattform besser gefunden werden“. Ja, auch bei Etsy muss man „performen“, damit man von den Algorithmen gut ausgespielt wird. Auch KI spielt mittlerweile eine große Rolle bei Etsy.

Etsy schickt mich in die Ferien.

Gerade als ich anfing, meine Nähanleitungen auf Englisch zu übersetzen, um ein größeres Publikum zu erreichen, teilte mir Etsy mit, ich müsse meine Verkäuferdaten aktualisieren. 30 Tage gaben sie mir dafür. Kein Problem, dachte ich. Das kommt immer mal wieder vor, dass man überprüfen muss, ob die im Konto hinterlegten Daten noch aktuell sind. Das ist ja schnell erledigt. Aber was ich dann feststellen musste, hat mich echt vom Hocker gerissen.

Etsy verlangt ab Mai 2026 von allen Verkäufern – egal, wie lange sie schon dabei sind – eine biometrische Identitätsprüfung. Als hätten sie nicht schon jede Menge Daten von uns! Jetzt wollen sie wegen einer neuen Richtlinie auch noch Personalausweis und Gesichtsscan, damit ein externer Dienstleister unsere Identität überprüfen kann. Ich hab mir mal angeschaut, was das für ein US-Unternehmen ist, das da im Auftrag von Etsy meine hochsensiblen, persönlichen Daten bekommen soll, und da schrillten bei mir alle Alarmglocken. Für mich ist das ein absolutes No-Go.

Nachtrag: Wie ich herausgefunden habe, betrifft es nicht alle Verkäufer, sondern nur „bestimmte“. (Zitat Etsy) Keine Ahnung, nachen welchen Kriterien da ausgewählt wird. Vielleicht spielt der jährliche Umsatz eine Rolle.

Ciao, Etsy!

Nun ist die Uhr abgelaufen. Ich bin der Forderung nicht nachgekommen und muss die Konsequenzen tragen: Etsy hat die Auszahlung meiner Einnahmen gestoppt und schickt mich ab 7. Juni zwangsweise in den Ferienmodus. Das bedeutet, man kann nichts mehr bei mir bestellen und meine Artikel erscheinen nicht mehr in den Suchergebnissen bei Etsy. Wenn ich richtig informiert bin, geben sie mir noch 3 Monate Zeit. Wenn ich bis dahin die Identitätsprüfung nicht gemacht habe, wird mein Shop geschlossen.

Mein neuer Shop bei kasuwa make 😀

Zum Glück gibt es noch Alternativen! Ich habe mich für kasuwa entschieden. Kasuwa ist ein deutscher Online-Marktplatz für selbstgemachte Produkte. Es ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe, 100 % im Einklang mit europäischem Recht und geprüft von der IT-Recht Kanzlei München.

Bei kasuwa gibt es zwei getrennte Sparten: (1) kasuwa handmade. Dort kannst du selbstgemachte Produkte kaufen. (2) kasuwa make. Hier findest du digitale Produkte zum Herunterladen wie meine Nähanleitungen und Schnittmuster.

Nach dem Kauf und der Bezahlung bekommst du per E-Mail einen Download-Link für die Nähanleitung zugeschickt. Das Besondere: Bei mir kannst du auch per Vorkasse bezahlen. Du brauchst also kein Paypal-Konto und keine Kreditkarte. Wer die Nähanleitung sofort und ganz schnell braucht, kann natürlich auch per Paypal bezahlen. Dann kommt der Download-Link umgehend per Mail.

Bleibt alles anders!

Auch wenn’s mal wieder bitter ist und ich ehrlich gesagt übers Aufgeben nachgedacht habe… Manchmal tut ein Neuanfang auch gut. 😀 Und ich merke jetzt schon, dass ich mich auf einer deutschen Plattform viel wohler und sicherer fühle. Und vielleicht klappt’s ja irgendwann doch noch mit einem eigenen, selbst gehosteten Online-Shop.

Bis dahin bin ich froh, dass ich eine Möglichkeit gefunden habe, meine Nähanleitungen weiterhin auf dem Markt anzubieten. Wenigstens in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn du mich bei meinem Neuanfang auf kasuwa unterstützen möchtest, könntest du meinen Shop besuchen und dort auf den Button „Shop favorisieren“ klicken. Das würde mir sehr helfen. 🙂 Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn du mir auch auf kasuwa das Vertrauen schenkst und eine Nähanleitung von mir kaufst.

Vielen Dank an alle Etsy-Kundinnen! ♥

Besonders bei den Stammkundinnen möchte ich mich für die Treue bedanken. Danke für die vielen positiven Bewertungen, die ihr mir über die Jahre dagelassen habt! Und danke auch für die Kundenfotos, auf denen ich sehen konnte, wie ihr meine Anleitungen umgesetzt habt. Eure Rückmeldungen haben mich immer sehr gefreut.

Nachtrag: An alle Blogspot-Bloggerinnen!

Bloggen lebt vom gegenseitigen Kommentieren. Ich freue mich über jeden Kommentar, den ihr mir hinterlasst und würde so gerne auch bei euch kommentieren. Aber leider stoße ich da in letzter Zeit auf ein massives, technisches Problem. Ich kann nicht mehr bei Blogspot-Blogs kommentieren. Immer wenn ich einen geschriebenen Kommentar abschicken will, bekomme ich eine Fehlermeldung. Egal, wie oft ich es versuche. Selbst das Ausschalten meines Adblockers und Cookieblockers hilft nicht. Ich vermute, dass es am reCaptcha liegt, das bei Google-Blogs eingebaut ist. Es ist total frustrierend. Ich hoffe, ich finde dafür eine Lösung. Bis dahin bin ich wohl leider nur stille Leserin eurer Blogs.

Heute ist Weltbienentag.

Denkst du auch manchmal, dass du zu viele Interessen und Hobbys hast? Ich gehöre auf jeden Fall zu denen, die sich für vieles begeistern können: Nähen, Zeichnen, Fahrradfahren, Schwimmen, Wandern, Lesen, Puzzeln… Eine große Rolle in meinem Leben spielt auch unser Garten, den ich Stück für Stück naturnah und insekten- und vogelfreundlich umgestalte. Der Garten schenkt mir Kraft und Entspannung und ist für mich ein Projekt, bei dem ich ganz viel ausprobiere und lerne. Ich hab hier das Gefühl, ich kann im Kleinen etwas Positives bewirken. Das tut gut. Das Beobachten, Recherchieren und Fotografieren von Insekten würde ich mittlerweile auch als mein Hobby bezeichnen.

Der Blut-Storchschnabel ist in Hessen eine heimische Pflanze, auf die viele Wildbienenarten fliegen. Total pflegeleicht und wuchsfreudig, und dabei so schön!

Ich liebe es, mit den richtigen Pflanzen Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Käfer und andere Insekten anzulocken und die Tiere ausgiebig zu beobachten. Wenn ich dann auf einmal Zusammenhänge verstehe, die mir vorher nicht klar waren, ist das für mich jedes Mal ein Glückserlebnis. Bisher habe ich keine Insektenfotos hier im Blog gezeigt, weil ich immer befürchtet habe, dass dich das vergraulen könnte. Schließlich geht’s ja hier ums Nähen und Kreativsein. Aber vielleicht teilst du ja meine Faszination und kannst dich ebenfalls für diese tollen Tiere begeistern. Heute ist Weltbienentag, und da dachte ich mir: Ich trau mich mal. 😉

Diese pelzige Wildbiene habe ich am Schwarzen Holunder angetroffen. So niedlich, man möchte sie am liebsten mal streicheln. 🙂

In Deutschland gibt es mehr als 600 verschiedene Wildbienenarten, von denen leider viele gefährdet sind. Sie brauchen dringend unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge. Auch wenn sie keinen Honig produzieren, sind sie ganz wichtige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen. Wir können es uns gar nicht leisten, sie zu verlieren. Aber die gute Nachricht ist: Jeder, der einen Garten oder Balkon hat, kann etwas tun. Und das ist überhaupt nicht schwer oder teuer. Denn Wildbienen lieben vor allem heimische Pflanzen, so wie diese lila blühende Berg-Flockenblume:

Die Berg-Flockenblume ist mittlerweile selten geworden und steht vielerorts unter Naturschutz. In unserem Garten erweist sie sich als pflegeleicht und robust. Da sie nicht viel Wasser braucht, denke ich, dass sie auch mit dem Klimawandel zurechtkommt.

86 verschienene Wildbienenarten sind an der Berg-Flockenblume bisher dokumentiert worden! Unsere Bienen haben sich über einen sehr langen Zeitraum an diesen Korbblütler angepasst. Zum Vergleich: An die Hänge-Geranie (Pelargonie), die ursprünglich aus Afrika kommt, gehen maximal 3 Wildbienenarten. Ein ganz schöner Unterschied! Wenn du wissen möchtest, ob die Blumen auf deinem Balkon heimisch und eine gute Nahrungsquelle für Insekten sind, kann ich dir die Webseite www.naturadb.de empfehlen. Ich liebe dieses Online-Nachschlagewerk und nutze es sehr viel. Genauso wie die kostenlose Smartphone-App Flora Incognita, mit der du Pflanzen bestimmen und bei Citizen-Science-Projekten mitmachen kannst. Auch ganz toll: die Webseite Tausend Gärten – Tausend Arten.

Jetzt würde mich interessieren: Bist du auch Team Wildbiene? 😉 Hast du einen Insektenmagnet in deinem Garten oder auf dem Balkon? Hast du Nisthilfen aufgehängt? Erzähl mir gerne mehr darüber.

In meinem nächsten Blogpost geht’s dann wieder um ein Nähprojekt. Versprochen! 😉 Ich hab in den letzten Wochen tatsächlich mal wieder was genäht. Außerdem war ich auf der Nadelwelt in Karlsruhe, und auch dazu soll es einen kleinen Bericht geben. Also vielleicht bis bald! Ich würde mich freuen.

Kleines Bloggertreffen in der Nähwelt Flach

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Es geht doch nichts über Begegnungen im echten Leben! Wenn sich sieben Frauen verabreden, um gemeinsam die Nähwelt Flach in Kleinostheim zu besuchen, dann kann das doch nur gut werden. Drei Stunden lang haben wir uns im größten Nähgeschäft unserer Region herumgetrieben, haben gequatscht, über Scheren, Nähfüßchen und Plotterfolien gefachsimpelt und natürlich auch eingekauft. Die einen mehr, die anderen weniger. 😉

Ausstellungsstück im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Altes Lastenfahrrad vor einem Blumenquilt

Nein, ich bin nicht mit dem Fahrrad zur Nähwelt Flach gefahren. Das ist ein altes Lastenfahrrad, mit dem früher Kleidersäcke und Stoffzuschnitte von Zwischenmeistern in die Fabriken transportiert wurden und das heute als Ausstellungsstück im Laden steht.

Blick hinter die Kulissen

Das Highlight unseres Besuchs war eine exklusive Führung von Herrn Flach durch den ganzen Laden. Und wenn ich „ganzer Laden“ sage, dann meine ich „ganzer Laden“. Der Seniorchef, der den Familienbetrieb bereits an die nächste Generation übergeben hat, zeigte uns alle Abteilungen, sogar die Nähmaschinen-Werkstatt, Büro- und Schulungsräume, das Foto- und Social-Media-Studio und die riesige Lagerhalle. Wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Sehr freundlich hat Peter Flach all unsere Fragen beantwortet und uns anschließend sogar noch auf ein Stück Käsekuchen eingeladen. Das war echt toll!

Lager der Nähwelt Flach

Besonders das Lager hat uns beeindruckt. Ein Gang nach dem anderen mit Hochregalen voller Maschinen und Nähzubehör. Wahnsinn! Ein Paradies für alle, die dem Nähen, Sticken und Patchworken verfallen sind. 😀 Herr Flach erzählte uns, dass sie sich am Anfang gar nicht vorstellen konnten, dass die Halle, die früher das Lager eines großen Möbelgeschäfts war, jemals voll werden würde. Heute kann er darüber nur lachen.

Gruppenführung durch das Ladengeschäft Nähwelt Flach. Im Vordergrund steht eine Longarm-Quiltmaschine.

Im 1. Stock ist eine Wand der Familiengeschichte gewidmet. Im Vordergrund eine Langarm-Quiltmaschine von Bernina zum Testen.

Familienbetrieb seit 1956

Als Leo und Elisabeth Flach vor 70 Jahren ihr Nähgeschäft in Aschaffenburg eröffneten, ahnten sie sicher nicht, dass ihre Nachkommen es einmal zu „Europas größtem Nähgeschäft“ ausbauen würden – mit einer Verkaufsfläche von 4.500 m² und großem Online-Shop. Wer im Rhein-Main-Gebiet oder in Unterfranken lebt und über den Kauf einer neuen Näh-, Stick- oder Quiltmaschine nachdenkt, kann hier Maschinen aller namhaften Marken testen, vergleichen und sich individuell beraten lassen. Toll finde ich auch, dass man jederzeit seine Maschine zur Wartung und Reparatur hinbringen kann.

Im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Vor einem bunten, geometrischen Wandquilt steht ein Tisch mit einer Nähmaschine. Davor steht ein schwarzer Drehstuhl.

Ja, man kann schon einige Stunden in der Nähwelt verbringen. Ich persönlich liebe es ja auch, mir die Wandquilts und den kleinen Museumsbereich im 1. Stock anzuschauen. Herr Flach hat uns erzählt, dass er eine große Sammelleidenschaft für alte Nähmaschinen hat und sich für die Gründung eines Schneiderei-Museums einsetzt. Die Bekleidungsindustrie hat in der Region Untermain große Tradition und beschäftigte noch in den 1980ern zehntausende Menschen. Bis es mit dem Museum so weit ist, kann man sich viele tolle Exponate in der Nähwelt Flach anschauen, z. B. eine erste Bernina (Baujahr ca. 1894):

Ausstellungsstück im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Hohlsaum-Nähmaschine - die erste Bernina (Baujahr ca. 1894)

Hohlsaumnähmaschine von Fritz Gegauf, dem Gründer von Bernina.

Hast du gewusst, dass Opel auch mal Nähmaschinen gebaut hat? Da war noch vor den Autos! Aber wen wundert’s, wenn Husqvarna auch bekannt ist für Motorräder und Rasenmäher und Brother für Drucker und Faxgeräte. 😀 Auf jeden Fall ein sehr schönes Ausstellungsstück:

Ausstellungsstück im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Alte Opel-Nähmaschine

Leider habe ich es versäumt, ein Foto von der großen Verkaufsfläche im Erdgeschoss zu machen. Stell dir einfach ein riesiges Sortiment an Scheren, Rollschneidern, Schneidematten, Stecknadeln, Knöpfen, Schnallen, Bändern, Garnen, Bekleidungsstoffen, Plotterfolien, Stickvorlagen und vieles mehr vor. Und wenn du dir das nicht vorstellen kannst, dann fahr‘ doch einfach mal hin – nach Kleinostheim zur Nähwelt Flach. 😉

Parkplatz und Eingangstür der Nähwelt Flach in Kleinostheim

Danke für das schöne Bloggertreffen!

Seit unserem Blogger-Event im Jahr 2017 ist unsere Gruppe sehr geschrumpft, was wir natürlich alle schade finden. Nichtsdestotrotz war es ein toller Tag, der schon mit einem gemeinsamen Frühstück in einem netten Café anfing und den ich sehr genossen habe. Danke Annika, Claudia, Jennifer (@yokokudo88), Katharina (4Freizeiten), Kerstin (@kikisews) & Tini (@sewingtini)! ♥ Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

Danke, lieber Herr Flach, für die tolle und aufschlussreiche Führung durch Ihr Geschäft und die Bewirtung!

★ Hinweis: Dieser Artikel ist als Werbung gekennzeichnet, weil wir als Bloggergruppe 10 % Rabatt auf unseren Einkauf an diesem Tag bekommen haben. Eine Gegenleistung wurde aber nicht vereinbart. Diesen Bericht habe ich aus freien Stücken und inhaltlich unbeeinflusst geschrieben.

Jahresrückblick 2025

Zwischen Weihnachten und Silvester nehme ich mir Zeit, um über das alte Jahr nachzudenken und es abzuschließen. So kann ich dann sortiert und mit einem groben Fahrplan ausgestattet ins neue Jahr starten. Was war 2025 für ein Jahr?

Für mich war es ein Jahr des radikalen Ausmistens und Schlussmachens. Ich habe mich unter anderem von Instagram getrennt, und das war eine sehr gute und folgenreiche Entscheidung. Hätte ich gewusst, wie positiv und heilsam sich das auf mein Leben auswirkt, kein Social Media* mehr zu nutzen, hätte ich es schon viel früher gemacht. Wenn ich es auf den Punkt bringen sollte, würde ich sagen: 2025 war das Jahr, in dem ich wieder mehr der Mensch wurde, der ich in der Welt sein möchte.

All die Veränderungen und Erkenntnisse zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Ich bezweifle, dass du so viel Zeit zum Lesen und so viel Interesse an meiner persönlichen Entwicklung hast. 😉 Deshalb möchte ich hier nur den Bereich beleuchten, der vielleicht auch für dich interessant ist: die Kreativität.

Blick auf einen Schreibtisch, auf dem eine Nähmaschine und viele Näh- und Schreibutensilien stehen. Am Fenster hängt eine leuchtende Lichterkette.

Ich hab‘ ja die Theorie, dass Social Media schädlich für die eigene Kreativität sein kann. Und tatsächlich stelle ich fest, dass meine Nähfreude, die letztes Jahr nur noch ein mickriges Pflänzchen war, 2025 wieder richtig aufgeblüht ist. Ich habe schon lange nicht mehr so viel an der Nähmaschine gesessen wie in den letzten Monaten. Ohne Schere im Kopf, ohne Leistungsdruck, ohne einen Gedanken daran, wie ich etwas vermarkten und auf Social Media inszenieren kann, ohne Ablenkung war ich ganz oft im kreativen Flow. Hast du eigentlich gewusst, dass wir das schönste Hobby der Welt haben? 😉

Viele Grüße von hinterm Mond!

Keine Ahnung, was gerade total angesagt ist in der Nähwelt, welcher Schnitt rauf- und runtergenäht wird und von welcher Stoffkollektion man unbedingt was ergattern muss. Ich leb‘ quasi hinterm Mond und bekomme nichts mehr mit. Dafür schöpfe ich jetzt aber wieder mehr aus mir selbst, und das macht mich glücklich. Anstatt mich von Social Media überfluten zu lassen, schaue ich jetzt in mein Stoffregal, werfe den eigenen Ideensprudel an und entscheide mich dann für ein Projekt. Auch so ein Ding: Ich kann mich wieder viel leichter für etwas entscheiden.

Das Dopamin kickt auch beim Ausmisten.

Social Media war für mich ein Zuviel, ein Vielzuviel. Und ich kann einfach generell besser mit Weniger. Optionen reduzieren, Klarheit ins System bringen – das zog sich wie ein roter Faden durch mein Jahr 2025. Auch physisch habe ich krass ausgemistet. Ich bin meinen ganzen Nähkram durchgegangen und habe rigoros aussortiert. Stoffe und Nähzubehör habe ich verschenkt, Bücher verkauft und angefangene Projekte, die außer einem schlechten Gewissen nichts mehr in mir auslösten, im Restmüll entsorgt. Was für eine Befreiung! Wenn ich mich jetzt umschaue, lacht mich alles an. 😀 Auch digital habe ich mit dem Ausmisten angefangen. Ich habe jede Menge Fotos und Dateien gelöscht, mich bei etlichen Plattformen abgemeldet und Online-Konten geschlossen (z. B. Amazon, yay!).

Verteidigerin des freien Internets

Es mag verrückt klingen, aber ich habe noch nie so viel Sinn im Bloggen gesehen wie im Moment. Ich bin motivierter denn je, meinen kleinen greenfietsen-Blog am Leben zu halten. Ja, ich weiß, angeblich liest niemand mehr Blogs. Kein Mensch braucht noch Blogs, weil angeblich alle bei Social Media und in anderen geschlossenen Online-Räumen abhängen oder einfach Chatty fragen. Umso wichtiger, dass wir Blogger*innen hier draußen das freie Internet verteidigen. Gerade wir Frauen dürfen uns nicht aus dem Internet verdrängen lassen. Auch wenn manche von uns „nur“ über Granny-Hobbys wie Nähen, Stricken und Häkeln schreiben, wir sind Teil des Internets, wie es meiner Meinung nach ursprünglich mal gedacht war. Ein Ort des Austauschs von Informationen, Meinungen und Erfahrungen, frei zugänglich für jeden. Das ist mir in diesem Jahr so richtig klar geworden.

Hallo, jemand da? 

Ich schreibe nicht nur gerne Blogposts, ich lese auch wieder sehr gerne Blogs. Wie so eine Übriggebliebene nach einer Zombie-Apokalypse klappere ich regelmäßig die Adressen alter Bloggerfreundinnen ab – in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen. Meistens schaue ich in leere, verlassene Häuser. Die Möbel stehen zwar noch, an den Wänden klebt noch die Tapete, aber auf den vor Jahren geschriebenen, letzten Worten setzt sich der Staub ab. Wenn ich dann auf einem meiner Kontrollgänge überraschenderweise einen neuen Blogpost entdecke… WOHOOO! Konfetti-Regen!

Ich freue mich unglaublich über jede Wiederbelebung und sauge alles auf. Für uns Leute außerhalb von Social Media sind Blogposts wie von dir, liebe Ina (Immermalwasneues) oder dir, liebe Andrea (Quiltmanufaktur), sehr wertvoll. Danke auch an Astrid (mipamias), Ingrid (Nähkäschtle), Martina (Quilt Collection M.), Kristina (Am liebsten bunt) und alle, die immer noch das Bloggerfähnchen hochhalten! ♥

Danke 2025, du warst ein gutes Jahr!

In diesem Jahr habe ich mich von digitalen Plattformen zurückgezogen und mich wieder der echten, analogen Welt zugewendet. Und wer hätte es gedacht, es gibt ein Leben ohne Social Media, und das ist ziemlich gut und intensiv.

Ich habe angefangen mir zurückzuholen, was ich lange vermisst habe: Innere Ruhe, einen fokussierten Geist, kreative Flows, tiefere Beziehungen im echten Leben, mehr Zeit, Freiheit und Selbstbestimmung. Ich lebe jetzt wieder mehr im Einklang mit meinen Werten, bin bei mir und fühle mich mit den Menschen und der Welt verbunden. Nicht immer, dafür sind leider zu viele Arschlöcher unterwegs, aber im Großen und Ganzen schon. 😉 Insgesamt ein gutes Gefühl, das ich mir für 2026 in den Rucksack packen möchte.

Alles Gute für dich!

Ich danke dir fürs Lesen und wünsche dir von Herzen einen guten Rutsch in ein glückliches, neues Jahr! 2026 liegt als unbeschriebenes Blatt vor uns. Voll neuer Möglichkeiten und vieler Gelegenheiten, das Leben in die Hand zu nehmen und gute Entscheidungen zu treffen – für dich, den Planeten und all seine Bewohner. 🙂

Alles Liebe!
Katharina

* Ab und zu poste ich etwas auf Pixelfed, einer Instagram-Alternative im Fediverse. Aber die Mechanismen sind dort ganz anders. Keine Algorithmen, kein ewiges Scrollen. Es fühlt sich für mich nicht wie Social Media an, weil ich dort mit niemandem im Austausch stehe. Ich nutze es eigentlich nur, wenn ich auf einen neuen Blogpost hinweisen möchte.

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Bloggen ohne KI – Greenfietsen bleibt menschgemacht.

Vor kurzem habe ich in einem Podcast zum Thema Künstliche Intelligenz eine Zahl gehört, die ich kaum glauben konnte: Mehr als 50 Prozent aller neuen Inhalte im Internet sind inzwischen KI-generiert! … Wow! Das bedeutet: Menschliche Inhalte und Kommunikation werden immer weniger.

Oder wie im Juni 2025 im Standard zu lesen war: Wir befinden uns „mitten in einem schleichenden Wandel, bei dem der Mensch im Netz leiser wird… Die Frage ist nicht mehr, ob KI das Internet verändert. Sondern wie viel Mensch noch übrigbleibt.“ (Link zum Artikel).

Da habe ich doch das Bedürfnis, einmal klarzustellen und zu betonen: Dieser Blog ist menschgemacht! Ich bin Katharina. Ein Mensch aus Fleisch und Blut, und ich gehe hier nicht weg. Seit 2013 führe ich diesen kleinen Handarbeitsblog. Ich war lange vor ChatGPT da! 😉

Mir ist wichtig, dass du weißt: Alles, was du hier liest, denke ich mir selbst aus. Ich brainstorme nicht mit ChatGPT, ich lasse mir keine Themen oder Überschriften vorschlagen und erst recht lasse ich mir keine Blogtexte oder Bilder generieren. Ich benutze keine generative KI. Warum sollte ich mir etwas abnehmen lassen, das mir Spaß macht? Schließlich ist auch das Bloggen mit allem, was dazu gehört, mein Hobby, bei dem ich meine Kreativität auslebe. Außerdem will ich mir nichts von anderen zusammenklauen.

Fotografiert an einem frostigen Dezembermorgen 2025.

Ich möchte auch nichts sehen, lesen oder hören, was andere mit generativer KI zusammengeklickt haben. Wenn ich merke, dass ein Text, ein Bild oder ein Video KI-generiert ist, verliere ich sofort das Interesse daran. Ich bin automatisch enttäuscht, dass es keine echte menschliche Leistung ist und wende mich ab. Es verliert für mich seine kreative „Aura“, seine Echtheit, seinen Wert. Vor kurzem habe ich einen Roman abgebrochen, weil ganze Passagen verdächtig nach ChatGPT geklungen haben. Seitdem wertschätze ich Bücher, die vor 2022 entstanden sind, viel mehr. Vielleicht lese ich demnächst wieder mehr Klassiker. 😀

Ich will nicht bequem und denkfaul werden. Auch deshalb benutze ich kein ChatGPT, Claude, Gemini und wie sie alle heißen. Frei und unabhängig denken zu können, Gedanken selbst formulieren zu können, sich auch mal geistig anstrengen und strecken, das ist doch wichtig. „Denken ohne Geländer“ – Auch wenn Hannah Arendt das damals in einem anderen Zusammenhang gesagt hat, passt es auch im KI-Zeitalter.

KI-Sprachmodelle haben ihre Stärken, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Sie können in großen Mengen Daten analysieren, Texte strukturieren, etwas markieren und zusammenfassen. Aber diese Funktionen brauche ich nicht.

Was die Chatbots nicht verlässlich können: Recherchieren und Informationen finden. ChatGPT ist keine Wissensdatenbank. Es reiht einfach nur nach statistischer Wahrscheinlichkeit Wörter aneinander. Es assoziiert und imitiert. Das ergibt oft Sinn und enthält Richtiges, es kommt aber auch verdammt viel Quatsch dabei raus. Da suche ich doch lieber selbst in Büchern oder im Internet nach der Information und kann dabei die Quellen eigenständig auswählen.

Back to the roots! Ich höre jetzt mit noch größerem Genuss meine alten CDs und suche gezielt nach Romanen, die vor der Einführung von ChatGPT erschienen sind. Wenn du einen Blog suchst, der noch von einem echten Menschen geführt wird, der seine Gedanken noch selber in Sprache kleidet*, bist du hier jedenfalls genau richtig. 😉

Frohe Weihnachten
wünscht dir
Katharina

PS: Ein kleines Schmankerl zum Schluss. 😀 Ich bekomme neuerdings KI-generierte Blogkommentare, die inhaltlich Bezug auf meine Artikel nehmen, aber eindeutig von Bots stammen. Die schalte ich natürlich nicht frei. Dieses poetische Beispiel hat ein Chatbot zu meinem genähten Fliegenpilz verfasst:

„Für mich symbolisiert dieser Artikel, wie schön es ist, die Jahreszeit bewusst zu verarbeiten: Nicht nur schauen, dass Herbst ist – sondern aktiv gestalten. Der Pilz wird nicht nur „gefunden“, sondern „genäht“ – das macht ihn zu einem Stück Erinnerung, zu einem Teil des eigenen kreativen Raums. Und genau das finde ich sehr charmant.“ 

* Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken. (Samuel Johnson) KI-Chatbots denken und fühlen nicht. Sie bilden einfach nur logische Wortketten auf der Grundlage ihrer Trainingsdaten.

Warum ich meinen Instagram-Account löschen werde

Bevor ich mich hier wieder bunten, fröhlichen Nähprojekten widmen kann, muss ich einem dringenden Bedürfnis nachgeben. Ich habe es ja schon in meinem letzten Blogartikel angekündigt: Ich muss noch mal über Instagram reden. Vielleicht brauche ich gerade so eine Art öffentliche Gesprächstherapie, bei der ich alles reflektieren, meine Gedanken sortieren und mich mit „Betroffenen“ und Außenstehenden darüber austauschen und diskutieren kann, um dann leichter Schluss machen zu können. 🙂

Update: Am 8.3.2025 habe ich mein Vorhaben in die Tat umgesetzt und Instagram verlassen.

Ja, ich habe beschlossen, meinen Instagram-Account, der im Moment ruht, im Laufe der nächsten Wochen zu löschen. Nach elf Jahren und mehr als 1.600 Postings, muss ich sagen: Es reicht! Zeit, zu gehen. Wenn du dich aktuell auch fragst, ob du da noch mitmachen möchtest, hilft dir mein Blogpost vielleicht dabei, eine Antwort zu finden.

Die Antwort kann natürlich unterschiedlich ausfallen. Ich verstehe, wenn du sagst: Ich bin nicht bereit, Instagram zu verlassen. Vielleicht weil du deine privaten Kontakte nicht verlieren möchtest oder aus geschäftlichen oder beruflichen Interessen. Dafür habe ich großes Verständnis. Ich möchte niemanden belehren oder bekehren, sondern hier nur meine ganz subjektive Entscheidung erklären.

Mir hat mal jemand den Tipp gegeben: Wenn du ein schwieriges Gespräch führen musst, sprich erst mal Lob aus, dann ist die darauffolgende Kritik für dein Gegenüber leichter zu verdauen. Irgendwie fies, aber ich will es heute mal genauso machen. Bevor ich aufzähle, was mir an „Insta“ alles nicht (mehr) passt, zuerst ein paar warme Worte.

Wie ich Instagram genutzt habe

Viele Jahre war ich das, was Instagram am liebsten hat. Ich war Prosumer. So werden Nutzende genannt, die Inhalte produzieren und konsumieren, also Sender und Empfänger sind. Anfangs habe ich Instagram als Ergänzung zum Blog genutzt, um greenfietsen bekannter zu machen, für meine E-Books zu werben und mich mit befreundeten Bloggerinnen zu vernetzen. In den letzten fünf Jahren habe ich es auch privat stark genutzt – zur Information, Meinungsbildung, Inspiration und Unterhaltung.

Diese Screenshots von der Handy-App stammen aus den Jahren 2015 (links) und 2018 (rechts). Du siehst, wie sich Instagram im Laufe der Zeit optisch verändert hat. Lange war das Quadrat das charakteristische Bildformat. Mittlerweile wurde alles auf Rechteckig umgestellt, vermutlich weil das mit Videoinhalten besser kompatibel ist.

Gemeinschaftsgefühl – Teil von etwas sein

Meinen ersten Post habe ich im Mai 2014 veröffentlicht. Damals war das noch ein ganz anderes Instagram als heute! Gefühlt haben wir uns damals alle dort angemeldet, wir waren alle neugierig und wollten nichts verpassen. Wenn ich „alle“ sage, dann meine ich damit die damalige Hobby-Nähblog-Community, der ich mich zugehörig gefühlt habe.

Am Anfang war Instagram vor allem ein riesengroßer Spaß und ein tolles Freunde-Netzwerk. Wir haben ausgetestet, wie wir die Plattform kreativ für uns nutzen können. Wir haben uns in Beiträgen gegenseitig die Bälle zugespielt, Gemeinschaftsaktivitäten erfunden und es genossen, uns schnell und unkompliziert austauschen zu können – ohne lange Blogbeiträge und Kommentare schreiben zu müssen, was schon immer sehr zeitaufwendig war. Der Funktionsumfang von Instagram war damals noch sehr überschaubar.

Für mich war Instagram eine kleine Heile-Welt-Blase, in der ich nie Hass erlebt habe, sondern immer freundliches Interesse, Anerkennung und Wertschätzung. Organisationen und Parteien waren damals noch nicht vertreten. Es war einfach eine Foto-Sharing-App und keine digitale, meinungsbildende Öffentlichkeit wie heute.

Aufmerksamkeit – Gesehen werden

Natürlich war Instagram super, um gezielt auf eigene Produkte aufmerksam zu machen. Viele von uns haben damals ein Kleingewerbe angemeldet und wollten selbstgenähte Unikate, Nähanleitungen und Schnittmuster verkaufen. Auch ich habe Instagram genutzt, um meine E-Books vorzustellen und dafür zu werben. Aber das war nie mein Haupt-Content. Ich habe Instagram nie rein gewerblich genutzt, sondern auch als Hobby.

2019 bis 2022 war ich für meine Verhältnisse sehr erfolgreich auf Instagram – gemessen an Followerzahl und Reichweite. Im Frühjahr 2022 habe ich innerhalb kurzer Zeit ca. 3.500 neue Follower dazugewonnen. Gerade während der Corona-Pandemie war ich sehr aktiv auf Instagram und habe viel Zeit und Arbeit investiert, was dann auch mit einer hohen Zahl von Blogaufrufen belohnt wurde.

Auf meiner Festplatte habe ich zwei alte Screenshots gefunden, die zeigen, dass mich die Algorithmen für eine kurze Zeitspanne (Januar bis März 2022) richtig gepusht haben. Ich konnte den Hype selber gar nicht fassen. Aber so plötzlich wie er kam, so schnell war er dann auch wieder vorbei. Nämlich als Zuckerberg 2022 eine Strategieänderung vornahm und den Fokus auf Kurzvideos verlagerte (um der Konkurrenz TikTok etwas entgegenzusetzen). Weil ich keine Videoinhalte anbot, sank meine Reichweite rapide und mit dem Followerwachstum war’s für immer vorbei.

Gesunde Nutzung? – Kaum möglich.

2022 war für mich der Anfang vom Ende. Mal abgesehen davon, dass meine Beiträge auf einmal nicht mehr gut ausgespielt wurden, was ich sehr frustrierend fand, hatte ich oft eine innere Unruhe. Social Media hat mich emotional aufgewühlt, reizüberflutet und gestresst. Also habe ich angefangen, digitale Verschnaufpausen einzulegen – zuerst tageweise, irgendwann habe ich mich für mehrere Wochen am Stück rausgezogen. Keine Beiträge veröffentlichen, nirgends kommentieren, das hat so gutgetan! Aber meine Reichweite hat natürlich erst recht gelitten.

Schon kurze Pausen werden vom Algorithmus bestraft. Wer nicht permanent aktiv ist, frischen Inhalt postet und viel interagiert, wird von den Algorithmen als irrelevant eingestuft. Man verliert Sichtbarkeit und die Möglichkeit, neue Follower zu gewinnen. Selbst in den Feeds der eigenen Follower und Freunde wird man seltener eingeblendet. Das wieder umzudrehen, ist schwierig. Nach 2022 hatte ich keinen nennenswerten Followerwachstum mehr. 11k war das Maximum, danach ging es stetig wieder runter.

Aber auch wenn dir das egal sein kann, weil du kein Content Creator oder Influencer bist, sondern nur passiv konsumierst, rate ich dir, gut auf dich und deine Gesundheit zu achten. Du kennst das bestimmt: Man will nur mal für ein paar Minuten bei Instagram oder Facebook reingucken und zack, ist eine halbe Stunde rum. Hinterher ärgerst du dich und fühlst dich schlecht. Schließlich hättest du diese wertvolle Lebenszeit auch sinnvoller verbringen können (z. B. mit Nähen).

Mein Instagram-Post vom 30. Mai 2023

Sie wollen uns an sich Binden

Es ist sehr schwer, nicht auf die manipulativen und süchtig machenden Mechanismen der Plattformen reinzufallen. Man muss es sich immer vor Augen halten: Das Ziel der Betreiber ist, uns möglichst lange drin zu halten und unsere Aufmerksamkeit zu fesseln. Wir sollen einen großen Teil unserer Zeit mit der App verbringen, denn nur dann können sie uns genug Werbung anzeigen und Geld verdienen. Permanent wird daran gefeilt, wie man am besten unsere menschlichen Schwächen ausnutzen und unsere „Verweildauer“ und Aktivität steigern kann. An unserem Wohl sind sie nicht interessiert, sie wollen Profit machen.

Ich habe begriffen, dass ich mit meinem greenfietsen-Account Teil dieses Systems bin. Auch meine Inhalte tragen dazu bei, Menschen an diese App zu binden und Lebenszeit zu stehlen. Das ist für mich ein sehr unangenehmer Gedanke. Ab da habe ich darauf geachtet, nur noch Substanzielles zu posten. Generell muss ich sagen: Ich hatte immer weniger Lust, etwas öffentlich auf Instagram zu teilen. 2023 waren es insgesamt noch 48 neue Beiträge, 2024 hatte ich nur noch 21-mal das Bedürfnis dazu, etwas zu posten.

Mein erfolgreichster Instagram-Post aller Zeiten mit 3.579 Likes (17. Februar 2019). Ich dachte, ich träume. 😀

Instagram killt Kreativität und Authentizität!

Ich weiß, ein starker Vorwurf. Wo Instagram doch voller Inspiration und großartiger, kreativer Accounts ist. Aber es kann halt auch ein Zuviel, einen Overload geben. Sicher ist es individuell verschieden, wie schnell man sich überflutet fühlt, wie sehr man sich vergleicht und wie unzufrieden einen das macht, aber so ganz freimachen, kann sich davon doch niemand. Wenn ich durch meinen Instagram-Feed scrolle, bin ich sehr beeindruckt von den wahnsinnig tollen, kreativen Nähwerken. Vieles wirkt so perfekt und professionell inszeniert. Da kann es leicht passieren, dass ich vor lauter Bewundern und Bestaunen den Fokus auf meine eigene Kreativität verliere, und natürlich fehlt dann auch die Zeit dafür. Denn wer nur guckt und konsumiert, der macht selber nichts. Und wer selber nichts macht, hat nichts zum Zeigen und guckt mehr, was andere machen. Eine Abwärtsspirale. Ich denke, dass Instagram meine Kreativität und Produktivität anfangs beflügelt, zuletzt aber blockiert hat.

Alles für den Algorithmus?

Auch die Individualität bleibt auf der Strecke. Willst du sichtbar sein, musst du dich den Algorithmen unterordnen, was bedeutet, dass du dein Postingverhalten, deine Formate, Inhalte und Texte anpassen musst. Im Endeffekt wirkt dadurch alles immer konformer, oberflächlicher und weniger individuell und authentisch. Der Trend zu KI-generierten Inhalten wird das noch verstärken. Irgendwann gibt’s nur noch einen künstlichen, austauschbaren Einheitsbrei. Wir werden nicht mehr wissen, ob Personen, Fotos, Videos und Kommentare wirklich echt sind. Spätestens dann sind die sog. Sozialen Netzwerke kaputt. Aber für mich sind sie das jetzt schon, was auch mit dem nächsten Punkt zu tun hat.

Nervige Werbung

Wir alle hassen sie und versuchen sie auszublenden: die Werbung. Auf Instagram nimmt sie mittlerweile überproportional viel Raum ein. Wir sehen immer weniger Inhalte von Leuten, deren Follower wir sind. Dafür umso mehr Werbung, gesponserte Posts und auf unser Nutzerverhalten basierende Empfehlungen. Instagram ist ein riesiges Einkaufszentrum geworden, in dem man ständig ungefragt Werbebotschaften vor den Kopf geklatscht bekommt und irgendetwas kaufen soll. Der soziale Aspekt, der ursprüngliche Community-Gedanke von Social Media, sich vernetzen und austauschen, ist eigentlich nur noch Nebensache. Das war früher ganz anders!

Ich behaupte, dass ich wenig empfänglich bin für Werbung, aber es kostet viel Zeit und Energie, das Shopping-TV auf Instagram geistig auszublenden und die für mich interessanten Beiträge herauszufiltern. Vor ein paar Wochen hat Instagram sogar angefangen, manchmal meinen Feed beim Scrollen einzufrieren und zwingt mich dann, Werbung anzuschauen. Ich kann dann für ein paar Sekunden nicht weiterwischen.

Spam, den wir selbst produzieren

Was mich neben der Werbung auch nervt, ist Spam. So muss ich das leider bezeichnen, wenn mal wieder „für den Algorithmus“ ein altes Urlaubsfoto mit Gesicht gepostet wird oder Steckbriefe zum Ankreuzen verbreitet werden. Mich interessiert weder, in wie viele weit entfernte Länder XY schon geflogen ist, noch will ich dutzende Fotos von Zimmerpflanzen sehen, weil irgendjemand gesagt hat, heute posten wir alle mal was Grünes (auch wenn ich Grün sehr mag). Ich weiß, es dient zur Unterhaltung und der Algorithmus liebt viel Engagement und Verweildauer. Aber das ist nicht das, was ich sehen will. Das verschwendet meine Zeit und Ressourcen. Jeder Post, jedes Like, jede Interaktion erzeugt CO². Ich glaube, das müssen wir uns häufiger mal bewusst machen. Es ist auch gar nicht so, dass ich selber nie überflüssigen Quatsch gepostet hätte und dass ich mich nicht auch manchmal gerne unterhalten lasse. Aber ich finde, es hat überhandgenommen.

Spam, der auf meine Kappe geht. 😀 Da habe ich bei einer Instagram-Challenge mitgemacht, wollte aber mein Gesicht nicht zeigen. Heute würde ich sagen: Dann lass es halt lieber ganz. So ein albernes Foto bringt niemandem etwas. Immerhin das Shirt hab‘ ich selbst genäht. 😉

Instagram ist ein Datensammelmonster.

Wenn ich auf Instagram unterwegs bin, dann fühle ich mich beobachtet und ausspioniert. Denn jeder Klick wird registriert. Permanent analysiert die App, wofür ich mich interessiere, welche Beiträge ich like, wem ich folge, wo ich häufig kommentiere und bei welcher Art von Inhalten meine Aufmerksamkeit besonders lange hängenbleibt. Fünf Sekunden zu lange ein Katzenvideo angeschaut und dein Feed wird geflutet mit Katzenvideos. Die Daten fließen in ein Nutzerprofil, das herangezogen wird, um dir Inhalte anzuzeigen, die perfekt deinen Geschmack treffen, so dass du möglichst lange auf der Plattform bleibst und persönlich auf dich zugeschnittene Werbung sehen kannst. In den USA geht das mittlerweile so weit, dass dir basierend auf deinen Vorlieben personalisierte Wahlwerbung angezeigt wird.

Nachtrag: Ist dir schon mal aufgefallen, wie Daten zwischen WhatsApp und Instagram fließen? Meta registriert, mit wem du auf WhatsApp chattest und zeigt dir dann bei Instagram die Story genau dieser Person als erstes in der Reihe an. Da kann man sich schon mal überwacht fühlen, wenn Daten aus Facebook, Instagram und WhatsApp derart verknüpft werden!

Positiver ohne Facebook

Twitter habe ich 2020 verlassen, das war kein großer Schmerz. Meinen Facebook-Account habe ich im April 2024 gelöscht, dafür habe ich schon etwas länger gebraucht. Aber es war ein notwendiger Schritt, denn ich habe mich dort nicht mehr wohl gefühlt – wegen mangelnden Datenschutzes, zu viel Werbung, aber auch wegen Filterblasen, Fake News, Hasskommentaren und einer populistisch aufgeheizten Stimmung. Was ich da teilweise gesehen und gelesen habe, hat mich nicht nur erschreckt und mit sehr negativen Gefühlen zurückgelassen, es hat meinen Glauben in die Menschheit erschüttert.

Nachdem ich ein paar Monate aus Facebook raus war, habe ich erst mal gemerkt, dass das eine komplett verzerrte Wahrnehmung war. Mein Weltbild hat sich wieder aufgehellt, ich habe wieder das Gute und die Grautöne gesehen und bin insgesamt positiver und zuversichtlicher geworden. Ich gehe jetzt wieder viel offener, neugieriger auf fremde Menschen zu und denke wieder, dass ich dazu beitragen kann, Probleme zu lösen, auch wenn ich nur ein kleines Licht bin. 🙂

Screenshot von den Anfängen meiner Facebook-Fanpage (Oktober 2014)

Desinformation und Filterblasen

Da habe ich begriffen, wie wichtig es für uns alle ist, Vertrauen zu haben und nicht permanent in Freund-Feind-Kategorien zu denken. Wir dürfen nicht verlernen, Komplexität auszuhalten, sachlich miteinander zu diskutieren, empathisch und versöhnlich zu sein und Kompromisse zu finden. Dafür brauchen wir aber eine gemeinsame Faktenlage und eine Haltung des gegenseitigen Respekts.

Wir wünschen uns doch alle eine gute Gemeinschaft, Zusammenhalt und Solidarität. Diese Werte sollten wir uns nicht von Social Media kaputtmachen lassen. Das passiert aber durch Mechanismen, die Inhalte, die bei uns negative Emotionen auslösen, mit viel Reichweite belohnen. Die Algorithmen lieben es, wenn wir uns über extreme, zugespitzte Ansichten empören und wenn Streits richtig schön eskalieren, denn dann kommentieren und liken wir viel, wir halten uns lange in der App auf, sehen viel Werbung, und bei den Plattformbesitzern klingelt die Kasse. Ob wir wollen oder nicht, wir verhelfen damit den mächtigsten Männern der Welt zu noch mehr Reichtum.

Das Fatale ist: Die Algorithmen spielen uns immer mehr vom Gleichen in unseren Feed ein. Wir bekommen nur noch zu sehen, was wir eh schon glauben und wofür wir uns eh schon interessieren, und haben den Eindruck, alle anderen müssten die gleiche Perspektive oder Meinung haben. Wenn nicht, dann halten wir sie für „dumm“ oder „uninformiert“ und erklären sie zu „Spinnern“ oder noch schlimmer zu „Feinden“. Solche Filterblasen verhindern einen Dialog und führen zu Spaltung. Ich glaube, man kann es wirklich so drastisch sagen: Soziale Netzwerke, die so gestrickt sind, bedrohen unsere Demokratie. Auch weil sich mittlerweile traditionelle Medien und Politiker:innen davon beeinflussen und treiben lassen.

Die Algorithmen sind noch nicht schlau genug, um zu erkennen, dass ich im Januar 2025 einen sehr Instagram-kritischen Post veröffentlicht habe. Mein Beitrag hat offenbar gut emotionalisiert. Viele Nutzende habe sich lange mit meinem Text und den Kommentaren beschäftigt. Deshalb hat Instagram ihn mit einer hohen Reichweite gepusht. Oft erreiche ich nur 2.500 bis 5.000 Konten. Hier waren es mehr als 26.000! Sehr untypisch auch, dass der Beitrag sehr vielen Nicht-Followern eingeblendet wurde.

Instagram ist kein „safe space“ mehr!

Jetzt denkst du vielleicht: Aber so negativ erlebe ich Insta gar nicht. Davon bekomme ich nichts mit. In meiner Nähcommunity erlebe ich nur schönen Austausch. – Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Natürlich gibt es innerhalb von Instagram noch viele kleine Nischen, in denen ein angenehmes Klima herrscht und ein gutes, soziales Miteinander. Deshalb fällt es ja auch so schwer, Instagram zu verlassen.

Aber der Meta-Chef Mark Zuckerberg hat seit dem Wahlsieg von Donald Trump Entscheidungen getroffen, die vieles verändern werden. In den USA werden bald Faktenchecks abgeschafft, Desinformation und Lügen werden weiter zunehmen. Inhalte von politisch „unliebsamen“ Organisationen werden jetzt schon blockiert und unsichtbar gemacht, während andere überrepräsentiert sind. Facebook und Instagram sind nicht neutral und kein Abbild der Gesellschaft.

Und natürlich bin ich auch nicht damit einverstanden, dass homosexuelle und trans Menschen neuerdings ungestraft als „psychisch krank“ bezeichnet werden dürfen. Auch dürfen jetzt Frauen ohne Konsequenzen auf Instagram beleidigt und diskriminiert werden. Feministische Themen (z. B. Infos über Abtreibung) werden gezielt unterdrückt. Toxischer Männlichkeitswahn und Gewalt gegen Frauen und Minderheiten werden krass zunehmen und nicht nur im digitalen Raum bleiben. Mir macht das große Sorgen. Viele haben die Hoffnung, dass uns EU-Gesetze davor schützen werden, aber ich bin da skeptisch. Deshalb unterstütze ich die Online-Petition „Save Social – Soziale Netzwerke als demokratische Kraft retten“ (Link zu WeAct).

Mein Fazit

Die Entfremdung von Instagram geht bei mir schon lange. Schon vor Jahren habe ich gespürt, dass ich die App nicht mehr auf gesunde Weise nutzen kann. Ich verliere meinen kreativen Fokus, es kostet mich zu viel Energie und Lebenszeit und macht mich unproduktiv. Die Lösung habe ich zunächst in digitalen Auszeiten gesucht.

Aber es ist auch die strukturelle Entwicklung, die mir nicht gefällt: Weg vom ursprünglichen Social-Media-Gedanken hin zu einer werbegetriebenen Unterhaltungsplattform, auf der kurze Videoclips und auf unsere Interessen abgestimmte KI-Empfehlungen dominieren. Das wird übrigens „TikTokification“ genannt. Mark Zuckerberg hat angekündigt, Instagram noch weiter in diese Richtung zu verändern. Super, noch mehr Berieselung durch Video-Entertainment, Werbung und Beiträge von Accounts, denen wir überhaupt nicht folgen. Dafür weniger echter Follower-Content, weniger Posts von Freunden und Leuten, mit denen man sich vernetzt hat, weniger persönlicher Austausch. Was hat das noch mit „social“ zu tun?

Generell habe ich keine Lust darauf, dass ein nach rechts gerückter Tech-Milliardär entscheidet, was ich in meinem Feed sehe und wie ich daraufhin die Welt wahrnehme. Ich möchte mich nicht durch zugespitzte Infohäppchen emotionalisieren und manipulieren lassen. Ich will frei denken können, mich unabhängig und ausgewogen informieren, mich in der realen Welt engagieren und mich dort mit Menschen verbinden. Deshalb werde ich in absehbarer Zeit meinen Account löschen. Ich bin gespannt, welche neuen Energien und Ideen das bei mir freisetzen wird und hoffe, dass ich viele Instagram-Kontakte aufrechterhalten kann.

Eine Alternative, die ich gerade teste, ist Pixelfed. Das ist eine Social-Media-App, die ähnlich aussieht und funktioniert wie Instagram, die aber dezentral, datenschutzkonform und gemeinwohlorientiert ist. Dort gibt es keine Werbung und keine Algorithmen, sondern eine chronologische Timeline. Du entscheidest und kontrollierst selbst, welche Beitrage du siehst. Wenn du einen Account im Fediverse hast, könntest du meinem Pixelfed-Account folgen.

Mein Account: greenfietsen@pixelfed.social

Tipps & Links

Wenn du dich tiefergehend mit dem Thema „Social Media“ beschäftigen möchtest, kann ich dir einige Tipps geben:

  • Das Buch „Das Ende von Social Media. Warum wir digitale Netzwerke neu denken müssen“ von Dominik Ruisinger kann ich sehr empfehlen. Es ist 2024 erschienen.
  • Schon etwas älter (2018), aber fast schon ein Klassiker: „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“ von Jaron Lanier. Der Internetpionier aus dem Silicon Valley bringt darin viele provokante Thesen, über die sich aber nachzudenken lohnt.
  • Jaron Lanier hat auch bei der Netflix-Doku „The Social Dilemma“ mitgemacht. Veröffentlicht im September 2020.
  • Ein aufrüttelnder Text: „Ich will ein Leben nach dem Internet“ von Anne Miller, freie Journalistin. (➜ Link zum Artikel)
  • Der Autor Martin Fehrensen (bekannt vom Social Media Watchblog) schlägt in seinem „Social Media Manifest“ 15 Leitideen für die Nutzung sozialer Medien vor. (➜ Link zum Manifest)
  • Wenn du wie ich gerne Podcasts hörst, kann ich dir „Haken dran – Das Social-Media-Update der c’t“ empfehlen. (➜ Link zum Podcast)
  • Ein sehr guter Podcast ist auch „Social-Media-frei – Der Podcast für Marketing ohne Likes, Reels & Selfies“ von Alexandra Polunin. (➜ Link zum Podcast)
  • Alexandra Polunin hat auch ein Buch geschrieben: „No Social Media! … und wie dein Online-Marketing trotzdem gelingt“ Erschienen 2024 bei Rheinwerk.
  • Falls du ein Kind im Teenageralter hast, kann ich dir diese Podcastfolge sehr empfehlen: „Social Media zerstört unser Leben and we still love it“ von Valentina Vapaux, YouTuberin, Autorin und Stimme der Generation Z. (➜ Link zum Podcast)

Wenn du weitere Tipps hast, schreib das gerne in einen Kommentar. Überhaupt würde ich mich sehr freuen, deine Meinung zum Thema zu hören. Widersprich mir gerne, nenne Gegenargumente, schildere deine Erfahrungen, wenn du möchtest. Über einen kontroversen Meinungsaustausch würde ich mich sehr freuen. Aber bitte so, dass wir uns hinterher wieder die Hand geben und vertragen können. So habe ich das als Kind mal gelernt. 😉

::: UPDATE :::

Tschüss Instagram! Am 8. März 2025 habe ich meinen Account gelöscht.
Der Schritt ist mir nicht leichtgefallen, ich hatte sehr gemischte Gefühle dabei.
Nun bin ich gespannt, wie es mir auf Dauer mit der Entscheidung gehen wird. Wie wird sich mein Leben dadurch verändern? Werde ich es vielleicht doch irgendwann bereuen? – Ich werde berichten.