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Sew Together Bag – Auffrischung des Kleinen Taschendiploms

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10 Jahre sind seit meiner letzten Sew Together Bag vergangen. Es wurde Zeit für eine Auffrischung! So ein erworbenes Taschendiplom ist ja auch nicht ewig gültig. 😉 Aber kann ich’s noch? Wie ging das noch mal? Ich muss zugeben, dass ich nicht von alleine auf die Idee gekommen bin, eine Sew Together Bag zu nähen.

Geöffnete Sew Together Bag, genäht aus bunten Stoffen und mit rotem, grünem und türkisfarbenem Reißverschluss

Die liebe Uschi aus unserem Handarbeitstreff hat dazu angeregt. Obwohl sie noch nie ein Inch-Lineal in der Hand hatte, keine Erfahrung mit englischen Nähanleitungen, und durchaus etwas eingeschüchtert von dem aufwendigen Projekt war, wollte sie unbedingt diesen Taschenschnitt nähen. So viel Wagemut und Willen bewundere ich sehr. Das muss auf jeden Fall unterstützt werden.

Jeder in seinem Tempo!

Zwei andere Teilnehmerinnen des Handarbeitstreffs waren ebenfalls begeistert von der Idee, und so starteten wir Anfang des Jahres zu viert mit unserem kleinen Sew-Along. Nachdem sich alle die englische Anleitung von Sew Demented* (Affiliate-Link) gekauft hatten, ging es los. Und was soll ich sagen, die anderen drei haben die Aufgabe bravourös gemeistert und tolle Taschen genäht, und ich bin mal wieder die letzte, die fertig geworden ist. Zum Glück spielt Zeit beim „Kleinen Taschendiplom“ keine Rolle. Auch Nähschnecken oder gemütliche Esel dürfen mitmachen.

Halbgeöffnete Sew Together Bag aus grünen, pinken und weißen Stoffen, im Zentrum ein gezeichneter Esel mit gestreifter Decke auf dem Rücken

Ich hab’s mir allerdings auch ein bisschen schwer gemacht. Warum nur 10 Entscheidungen treffen, wenn man auch mit 500 Spaß haben kann? Haha! Allein die Zeit, die dafür draufging, mich für Bindingstoff zu entscheiden, man darf es keinem erzählen! Erst gestern habe ich in einem Podcast gehört, dass schnelle Entscheidungen aus dem Bauch heraus oft die besseren sind. Ja, da könnte was dran sein. An dem Thema „Overthinking“ habe ich auf jeden Fall noch zu arbeiten.

Aber das Ergebnis finde ich sehr schön. Ich wollte gerne mal andere Materialien und Techniken als bei meiner ersten Sew Together Bag ausprobieren, und sie sollte auch richtig schön bunt werden. Das ist auf jeden Fall gelungen. Besonders das Innenleben lacht mir beim Öffnen fröhlich entgegen.

Geöffnete, kunterbunte Sew Together Bag

Vliese und Quilting

Die drei Innentaschen mit Reißverschluss und die Seitenteile habe ich mit Volumenvlies H630 gefüttert. Für das Außenteil habe ich ein Reststück „Warm & White“ als Verstärkung genommen. Die Stoffe habe ich mit der Maschine zusammengenäht und dann mit Handstichen auf dem Baumwollvlies befestigt. Das war ausnahmsweise mal eine spontane Idee, über die ich nicht lange nachgedacht habe. Wollte ich schon immer mal ausprobieren.

Sew Together Bag mit Handquilting

Ob mich das Handquilting so richtig überzeugt, weiß ich nicht. Einerseits gefällt es mir, weil das Nähen Spaß gemacht hat und sich die Tasche so schön weich anfühlt. Das ist echt der Wahnsinn! Da fragt man sich, wie traumhaft sich erst eine handgequiltete Decke anfühlen muss. Andererseits drängt sich das naturweiße Garn optisch sehr hervor. Auch die wellige, knautschige Oberfläche lenkt mir zu sehr von den schönen Stoffmotiven ab. Auf diesem Foto siehst du vielleicht, was ich meine:

Sew Together Bag aus roten, grünen und weißen Stoffen mit vielen Motiven.

Weil ich kein richtiges Handquiltgarn hatte, habe ich einfach drei Fäden Stickgarn genommen. Das war vielleicht auch nicht die beste Idee. Warm & White würde ich beim nächsten Mal jedenfalls nicht mehr nehmen, denn ganz eindeutig zieht man beim Handnähen kleine Baumwollfussel auf die Außenseite. Das finde ich nicht so hübsch. Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn ich habe was Neues ausprobiert und dazugelernt. Und so schlimm sieht’s ja jetzt auch nicht aus.

Halbgeöffnete Sew Together Bag

Ich liebe diese Sew Together Bag allein schon wegen der vielen Lieblingsstoffe, die ich verwendet habe: Stoffschätze wie der Zeitung lesende Frosch von Heather Ross, Reststücke aus der genialen Stoffserie „Five and Dime“ von Heidi Staples, der grüne Kirschstoff von Lori Holt und die Fahrradfahrerin im Sommerkleid. Wenn ich diese bunte Stiftetasche in die Hand nehme und öffne, stimmt sie mich fröhlich und macht mir direkt gute Laune. Was will man mehr?

Sew Together Bag aus grünen Motivstoffen

Hast du das „Kleine Taschendiplom“ schon erworben? Oder ist dir das eine Nummer zu groß? Ich finde, die Sew Together Bag ist und bleibt einer der genialsten und schönsten Krimskrams-Taschen. Sich da heranzuwagen, lohnt sich wirklich. Und es muss ja gar nicht so aufwendig sein wie bei mir. 😉

Links & Tipps

  • Kennst du den Blog „G’macht in Oberbayern“? Marlies hat in einer 5-teiligen Blogserie mit vielen Fotos und auf Deutsch beschrieben, wie die Sew Together Bag genäht wird. Das war und ist eine riesengroße Hilfe! Danke, Marlies, dass dein German Sew Together Sew Along nach 11 Jahren immer noch online ist! ♥
  • Wenn du wissen möchtest, wie ich 2016 meine erste Sew Together Bag genäht habe, empfehle ich dir meinen alten Blogpost: Making-of & Tipps | Meine frühlingsgrüne Sew Together Bag

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Mäuse & Eichhörnchen – Winterliche Nähprojekte

Ich weiß nicht, ob ich’s schon mal erwähnt habe… Ich liebe Tiere! … Egal, was da kreucht und fleucht, ich kann mich für fast alle Mitgeschöpfe begeistern: Bienen, Wespen, Käfer, Spinnen, Mauswiesel, Maulwurf, Igel, Eichhörnchen, die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Besonders Tiere, die in unserem Garten wohnen und die ich vom Fenster aus beobachten kann, habe ich ins Herz geschlossen. Klar kümmere ich mich um sie. Meisenknödel, Rotkehlchenfutter, Laubhäufchen, Totholz, verwilderte Verstecke, abgeblühte Samenstängel, Nisthilfen. Alles selbstverständlich. Sind ja schließlich „meine“ Tiere, und die sollen ein gutes Leben haben.

Sicher hat es auch mit meiner Tierliebe zu tun, dass ich die Stoffserie „Hibernation“ von Tilda immer noch so gerne mag. Viel ist von meinen Stoffen nicht mehr übrig, denn ich habe schon einiges daraus genäht, wie dieses Wärmekissen:

Das Wärmekissen besteht aus einem Körnerkissen mit vier Kammern und einem Stoffbezug. Legst du dir das warme Kissen auf den Bauch, hast du es mindestens so wohlig wie das Mäuschen während seiner Winterruhe. 😉 Falls du es nachnähen möchtest: Die Nähanleitung findest du in meinem Etsy-Shop.

Immer wieder gern genäht und gern genommen: der Untersetzer in Herzform. Das kostenlose Tutorial findest du hier in meinem Blog. ♥ Herz-Untersetzer ♥ Auch kleine Vögel können Schlafphasen einlegen, wenn es eisig kalt ist. Als es vor kurzem so heftig geschneit hat, habe ich drei Tage lang keine Meisen und Spatzen an unseren Futterstellen gesehen. Ich hab‘ mir schon Sorgen gemacht, denn normalerweise herrscht da immer Hochbetrieb. Aber ich denke, die kleinen Piepmätze haben sich einfach im dichten Baum zusammengekuschelt und den Kälteeinbruch verschlafen. Jetzt sind sie jedenfalls wieder da. 🙂

Ein echter Winterschläfer ist auch das Eichhörnchen nicht. Aber wenn es sehr kalt ist, ruht es sich gerne in seinem Baumnest aus. Das spart wertvolle Energie. Dabei benutzt es seinen Schwanz als Bettdecke, habe ich gelesen. Süß, oder? Dieses blaue Stoffkörbchen habe ich nach dem bewährten Video-Tutorial Petit Four Basket by Annie genäht und vor einiger Zeit verschenkt.

Ich freue mich immer noch, dass ich dieses aufwendige Nähprojekt angegangen bin und die Tilda-Stoffe dafür genommen habe. Es hat sich mal wieder gezeigt: Alles gar nicht so schwer, wie’s auf den ersten Blick aussieht. Schritt für Schritt ist alles machbar. Im Blogpost Organizer | Ich habe eine Catch All Caddy 2.0 genäht erfährst du mehr darüber. Falls du dich auch an die Tasche herantrauen möchtest, kannst du vielleicht von meinen Erfahrungen und Tipps profitieren.

Und zu guter Letzt: Noch ein Tassen-Untersetzer. Diesmal nicht in Herzform, sondern als Sechseck. Der Untersetzer wird mit der Quilt-as-you-go-Methode genäht. Das geht schnell und ist sehr einfach, wie du in meiner bebilderten Nähanleitung sehen kannst: Tutorial | Hexie-Untersetzer nähen.

So, der Blogpost ist fertig. Ich gehe jetzt ins Wohnzimmer, decke mich zu und halte auch ein bisschen Winterruhe. Liebe und Mitgefühl schicke ich den Menschen, die es gerade nicht so gemütlich haben, die frieren müssen, weil sie kein Obdach haben oder von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Ich hoffe, dass Licht und Wärme ganz bald zurückkehren.

Links & Tipps:

  • Die beiden Wildtierbiologinnen Lydia Möcklinghoff und Dr. Frauke Fischer machen einen ganz tollen, unterhaltsamen Podcast, den ich dir unbedingt empfehlen möchte. Hör doch mal rein: Tierisch Podcast
  • Kennst du schon Schreibers Naturarium? Dieses „Naturlesebuch“ hat 2023 einen Preis bekommen. Kein Wunder! Jasmin Schreiber nimmt uns mit in die heimische Flora und Fauna und erzählt witzig und kurzweilig, was da so alles los ist. Die Kapitel sind nach Monat sortiert, so dass man es über ein ganzes Jahr gestreckt lesen kann. Ich fand’s allerdings so toll, dass ich es ruckzuck ausgelesen hatte. Wunderschön sind auch die kleinen Zeichnungen, die von der Autorin selbst stammen.

Nähen für Weihnachten – Der Adventskalender ist fertig!

Am Sonntag war es endlich so weit. Darauf habe ich mich seit Wochen gefreut: Auf den Moment, wenn wir bei unseren Lieben klingeln und ihnen unsere fertigen, selbstgemachten Adventskalender vorbeibringen. Tatsächlich habe ich nämlich nicht nur einen genäht und zusammen mit meinem Mann gebastelt, sondern – wenn man schon mal dabei ist – gleich drei! 😀

Und ich kann euch sagen: Die Freude bei den Beschenkten war riesig. Vor allem meine Schwiegereltern haben sich unglaublich über unsere Überraschung gefreut und den Adventskalender sofort an den passenden Haken an der Wohnzimmertür gehängt. Den Adventskalender auf dem ersten Foto hat meine kleine Nichte bekommen, die ihn aber noch nicht gesehen hat, sondern erst am 1. Dezember auspacken darf. So ist es bis dahin vielleicht nicht so schwierig mit dem Geduldigsein.

Eine Person im karierten Hemd hält einen selbstgemachten Adventskalender hoch. Der Adventskalender besteht aus Holzstäben und weißer Kordel und hat die Form eines nach oben spitz zulaufenden Tannenbaums. An den Holzstäben sind Stoffsäckchen in den Farben Grün, Rot und Blau mit Holzklammern befestigt. An jedem Stoffsäckchen hängt ein runder Holzanhänger mit einer Zahl.

Adventskalender für meine Nichte. Die Säckchen sind mit einem Puzzle gefüllt.

Die Idee für die Aufhängung stammt nicht von mir. Das habe ich mir abgeguckt. Im Internet tummeln sich unzählige Beispiele von Adventskalender-Holzleitern in Form eines Tannenbaums. Da kann man sich sehr schön inspirieren lassen. Die Maße für Rundstäbe und Flechtkordel haben wir dann passend zu unseren Säckchen (10 x 13 cm) selbst ausgetüftelt. Falls du unseren Adventskalender nachbauen möchtest, helfen dir vielleicht diese Infos & Tipps:

Verwendetes Material

  • 24 Stoffsäckchen (Hier erfährst du, wie ich sie genäht habe ➜ Adventskalender-Säckchen)
  • 24 kleine Holzklammern
  • 190 cm Rundstab aus Holz, Durchmesser: 1 cm
  • 300 cm Makramee-Flechtkordel, Durchmesser: 5 mm
  • 1 Holzring

Natürlich kannst du das alles variieren. Statt Rundstäbe im Baumarkt zu kaufen, kannst du z. B. auch gut durchgetrocknete Äste nehmen (hatte ich leider nicht zur Verfügung). Du könntest eine Lichterkette um die Stäbe schlingen und sie zusätzlich mit Zapfen, Sternen oder Weihnachtskugeln dekorieren.

Links: Adventskalender-Säckchen, die mit Holzklammern an Rundstäben aus Holz befestigt sind. Rechts: Holzring, an dem die Rundstäbe mit Flechtkordel befestigt sind.

Tipps zum Bau der Aufhängung

  • Wir haben den Holzstab in vier unterschiedlich lange Stücke zersägt: 70 cm (ganz unten), 55 cm, 40 cm und 25 cm lang.
  • Die 3 m lange Flechtkordel haben wir von oben nach unten um die Holzstäbe geknotet. Dazu haben wir als erstes die Kordel zur Hälfte gelegt und mit einem Ankerknoten am Holzring befestigt. Auf beiden Seiten hat man dann großzügige 150 cm, um die Kordel von oben nach unten, an einem Stab nach dem anderen, festzubinden.
  • Der Abstand zwischen den Stäben beträgt bei uns ca. 18 cm. So viel Platz ist zwischen den Stäben für die Stoffsäckchen. (Bei Baumwoll-Flechtkordel muss man bedenken, dass sie sich auch noch ein bisschen dehnt, wenn das Gewicht der gefüllten Säckchen dranhängt.)
  • An den 70 cm langen Stab haben wir 9 Säckchen gehängt, an den 55 cm langen Stab 7, an den 40 cm langen Stab 5 und ganz oben an den kurzen Stab 3. Und so geht es gut auf: 9 + 7 + 5 + 3 = 24 Säckchen.

Adventskalender Nummer 2

Da ich mit den Jahren eine beachtliche Menge an Weihnachtsstoffen angesammelt habe, konnte ich bei den Adventskalendern aus dem Vollen schöpfen. Beim Adventskalender für meine Nichte kommt jeder Stoff sogar nur 1x vor. Bei dem für meine Schwiegereltern habe ich ein kleines Fat Quarter Bundle verwendet und – weil’s nicht ganz gereicht hat – durch passende Stoffe ergänzt. Die roten, grünen und blauen Stoffe aus der Serie „Just what I wanted“ (von Anita Jeram für Clothworks entworfen) habe ich vor ca. 3 Jahren (?) bei Verena / Einfach bunt Quilts gekauft.

Selbstgemachter Adventskalender: Zu sehen sind rote, blaue, grüne und bunt bedruckte Stoffsäckchen, die mit Holzklammern an Stäben befestigt sind. An den Säckchen hängen Holzanhänger in Form eines Sterns. Auf den Holzanhängern stehen Zahlen von 1 bis 24.

Den dritten Adventskalender habe ich übrigens für uns genäht, und er sieht im Prinzip genauso aus wie der für meine Nichte. Jetzt müssen wir nur noch jemanden finden, der ihn für uns füllt. 😉

Oh, einen schönen Tipp habe ich noch für alle Makramee-Fans. Beim Stöbern im Internet bin ich auf Frau Friemel gestoßen. Sie zeigt in ihrem Blog, wie man die Holzstäbe mit Makramee verbinden kann. Sieht toll aus, weil noch mehr die typische Baumoptik herauskommt. Falls du schauen möchtest, hier der Link zu Frau Friemel:  DIY Adventskalender zum Befüllen mit Makramee

Ich wünsche dir eine besinnliche Adventszeit mit schönen Überraschungen und magischen Momenten! Alles Liebe & bis demnächst wieder! 🙂

PS: Jede Menge weihnachtliche Inspiration findest du in meinem Blogpost: Tipps | 14+ Nähideen für Weihnachten. Dort sammle ich fortlaufend neue Ideen.

Adventskalender-Säckchen nähen

Jetzt wird’s aber mal Zeit, dass ich meine selbstgenähten Adventskalender-Säckchen zeige! In den letzten zwei Wochen hat mir eine Erkältung dazwischengefunkt und mich vom Bloggen abgehalten, was mich schon ziemlich geärgert hat. Aber wann kommt eine Erkältung schon mal gelegen? – Jetzt bin ich wieder halbwegs fit und freue mich, endlich dieses Herzensprojekt vorstellen zu können. Einen Adventskalender, den ich mit viel Liebe und Muße für meine kleine Nichte gemacht habe.

In der Mitte des Bildes ein Adventskalendersäckchen aus einem bunt bedruckten Stoff mit Pinguin, Eisbär und Rentier, die Schals, Mützen und Pullover tragen. Auf der Vorderseite ist ein runder Holzanhänger mit der Zahl 20 angenäht. Im Hintergrund liegen aufgefächert weitere Adventskalendersäckchen aus anderen Stoffen.

Ich muss gestehen, dass ich mit vielen Weihnachtsbräuchen nicht viel anfangen kann, besonders den aus Amerika herübergeschwappten. Aufblasbare Weihnachtsmänner und LED-Rentiere im Vorgarten? Örks. Strümpfe am Kamin, hässliche Weihnachtspullis, Mistelzweige, Zuckerstangen und Elfen? Das kenne ich aus Filmen, aber damit bin ich nicht aufgewachsen.

Auch die aus Skandinavien eingewanderten Wichtel, die neuerdings hinter der Fußleiste leben und Kindern in der Adventszeit Streiche spielen, haben es schwer bei mir. Wahrscheinlich bin ich einfach zu alt und konservativ für solche Trends oder wie man bei uns daheim sagt: „neumodischen Förz“. (Ich freue mich schon, wenn demnächst mal wieder ein Crawler hier vorbeikommt und ich die KI mit diesem schönen, derben, hessischen Ausdruck trainieren darf. Haha! )

Eine flache Hand, auf der ein Adventskalendersäckchen und ein paar Puzzleteile liegen. Auf dem Säckchen sind Weihnachtsbäume in verschiedenen Grüntönen abgebildet, und es hängt ein runder Holzanhänger mit der Zahl 22 daran.

Weihnachtstraditionen 

Was mich in Weihnachtsstimmung versetzt, sind selbstgebackene Plätzchen nach den Rezepten meiner Oma, ein schöner Adventskranz mit vier Kerzen und ein Adventskalender! Als Kind habe ich es geliebt, jeden Tag ein Türchen zu öffnen und ein kleines Stück Schokolade aus dem Plastik zu drücken. Mal in Form eines Sterns, mal in Form einer Glocke, eines Schlittens oder einer Katze. Das Motiv war jeden Tag eine Überraschung, auf die ich mich genauso gefreut habe wie auf die Süßigkeit. Ach, was waren wir leicht zufriedenzustellen in den 80ern. 😀

Ich hoffe, mein Puzzle-Adventskalender bereitet meiner Nichte genauso viel Freude – auch wenn nur am Nikolaustag und an Heiligabend zusätzlich etwas Süßes drinsteckt. Bestimmt bekommt sie von ihren Eltern oder Großeltern sowieso auch noch einen Schoko-Adventskalender. Das Puzzle ist übrigens das Weihnachtshaus von Willa Wunst. Ein zauberhaftes, wunderschönes Puzzle! Mein Mann und ich haben die 500 Teile vorab zusammengesetzt und dann in 24 Häppchen aufgeteilt.

Adventskalendersäckchen aus grünem Weihnachtsstoff mit eine rundem Holzanhänger, in den die Zahl 24 eingraviert ist. Zeigefinger und Daumen einer Hand öffnen das Säckchen, damit man die Naht im Inneren sehen kann. Im Hintergrund verschiedene Weihnachtsdeko: Sterne und ein rotes Keramikhaus.

Nähanleitung: Zuziehbeutel

Bei den Säckchen habe ich mir ganz bewusst mehr Arbeit gemacht als sein müsste. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, sie wie meine großen Zuziehbeutel zu nähen, also mit Doppelnaht – so dass innen keine offenen Stoffkanten sind, die ausfransen. Es war mir wichtig, einen aufwendig genähten Adventskalender zu verschenken, der in meiner romantischen Vorstellung viele Jahre genutzt und geliebt wird und vielleicht, irgendwann sogar weitervererbt.

Die Nähanleitung „Zuziehbeutel“ findest du in meinem Etsy-Shop. Wenn du die Adventskalender-Säckchen nachnähen möchtest, schneide den Hauptstoff 14 x 25 cm zu. Für den Tunnelzug brauchst du zwei Stoffe je 10 x 6 cm. Nähe die Beutel, wie es in der Anleitung auf S. 20-23 und S. 28-29 beschrieben wird.

Adventskalendersäckchen aus grünen, roten und türkisblauen Weihnachtsstoffen, hintereinander aufgestellt. Ganz vorne ein türkisfarbenes Säckchen, auf dem zwei Weihnachtswichtel mit roter Mütze und weißem Bart abgebildet sind. Am Säckchen hängt ein runder Holzanhänger mit der Zahl 6.

Bei Stoffen geht’s nicht ganz ohne Weihnachtswichtel und Zuckerstangen. 😉

Die fertigen Säckchen sind 10 cm breit und 13 cm hoch (inkl. Tunnelzug). Die runden Holzanhänger habe ich im Etsy-Shop Gravulino gekauft und mit Stickgarn angenäht. Wenn die Säckchen irgendwann in ferner Zukunft mal gewaschen werden müssen, können die Anhänger vorher abgenommen und hinterher wieder angenäht werden.

Während ich krank war, habe ich beim Fernsehgucken die Kordel angebracht. Dafür habe ich 1,5 mm dickes Makramee-Baumwollgarn genommen. Jeweils zwei 45 cm lange Schnüre habe ich mit Hilfe einer Sicherheitsnadel gegenläufig durch die Tunnel gezogen und die Enden verknotet. (Siehe meine Anleitung „Zuziehbeutel“, S. 32) An diesem Wochenende möchte ich die Halterung bauen, an die die Säckchen gehängt werden, und dann… Nix wie ab! Der 1. Dezember steht schon vor der Tür. Nicht mehr lange, und die Adventszeit beginnt.

Hast du selbst dieses Jahr einen Adventskalender?

Auf einer grauen Schneidematte liegt ein Adventskalendersäckchen mit einem runden Holzanhänger, in den die Zahl 14 eingraviert ist. Eine Hand dreht den Anhänger zur Seite, so dass das Stoffmotiv zu erkennen ist: Eine kleine gezeichnete Maus mit einer rot-weißen Zuckerstange. Um das Säckchen herum liegen auf der Schneidematte eine kleine Tüte mit Puzzleteilen, eine große, weiße Makramee-Garnrolle und andeutungsweise weitere Adventskalendersäckchen.

Du suchst nach mehr Nähideen für Weihnachten?

Dann schau doch mal in meinen Blogbeitrag: Tipps | 14+ Nähideen für Weihnachten. Dort findest du viele schöne Projekte – Sterne, Tannenbäumchen, festliche Bestecktaschen, Nikolausstrumpf und vieles mehr.

Spielkarten-Etui – Schönes Nähprojekt & tolle Geschenkidee!

Im Urlaub kürzlich hatte ich sie wieder dabei: Meine selbstgenähten Spielkarten-Etuis! Zwei Stück habe ich für uns genäht. Eins kennst du vielleicht, wenn du meinen Blog schon länger liest. Erinnerst du dich an das Spielkarten-Etui aus dem dunkelvioletten Heather-Ross-Stoff?

Das hellblaue Exemplar, das ich dir heute zeige, habe ich ebenfalls vor fünf Jahren genäht, aber nie im Blog gezeigt. Das möchte ich gerne nachholen, denn das Spielkarten-Etui ist so ein praktisches Ding und überzeugendes Nähprojekt, dass ich es unbedingt noch mal empfehlen möchte. Gerade, weil es ja auf Nikolaus und Weihnachten zugeht und du vielleicht noch eine Geschenkidee suchst. 🙂

Aufgeklapptes Spielkarten-Etui aus blauen Stoffen

Wofür braucht man ein Spielkarten-Etui?

  1. Zum Beispiel, wenn der Karton oder die Verpackung eines Kartenspiels kaputt ist. Dann kann man es in diesem Täschchen aufbewahren, das sogar ein Fach für eine Spielanleitung hat.
  2. Oder wenn man Spiele in den Urlaub mitnehmen möchte, die Kartons aber fürs Reisegepäck zu groß sind. Oft sind Spielekartons mit Plastikeinlagen ausgestattet und dadurch im Verhältnis zum Inhalt unnötig groß. (Ich besitze noch ein altes Phase-10-Spiel, da ist das der Fall.)
  3. Sehr praktisch finde ich dieses Etui auch für Sammelkarten. Viele Kinder haben eine Phase, in der sie z. B. Pokémon- oder Sportkarten sammeln und miteinander tauschen. In diesem Täschchen können die Karten gesammelt und transportiert werden.

Auf mich trifft Punkt 2 zu. Meine Spielkarten-Etuis liegen normalerweise leer im Schrank und werden dann herausgeholt und befüllt, wenn ich in den Urlaub fahre. Das können dann auch immer mal andere Spiele sein, zuletzt waren es Phase 10 und MicroMacro Crime City, die ich mit in den Urlaub genommen habe. Der große Stadtplan des Crime-City-Spiels passte zwar nicht ins Etui, aber den konnte ich leicht woanders im Reisegepäck unterbringen.

Selbstgenähtes Spielkarten-Etui aus hellblauem Stoff mit Einhorn

Nähanleitung: Spielkarten-Etui

Jetzt fragst du dich bestimmt, wo du die Nähanleitung findest. In den letzten Jahren sind ja leider viele Blogs und auch tolle Anleitungen aus dem Internet verschwunden. Zum Glück ist das beim Spielkarten-Etui nicht der Fall. Es gibt die Anleitung immer noch, allerdings nicht mehr vollständig gratis. Aber das finde ich absolut okay.

Die Anleitung für Größe M (bis 120 Spielkarten) ist immer noch kostenlos, für Größe L (bis 160 Karten) verlangt Claudi von Kreativmupf mittlerweile 2 Euro. Mehr nicht. Ein kleiner, eher symbolischer Betrag für diese tolle, überzeugende Nähanleitung, in die sicherlich viel Zeit und Arbeit geflossen ist! Wem das noch zu viel Geld ist, der muss sich halt selbst hinsetzen und etwas austüfteln.

Aufgeklapptes Spielkarten-Etui aus blauen Stoffen, befüllt mit einem UNO-Kartenspiel

Beide Spiele-Etuis habe ich aus Heather-Ross-Stoffen genäht. Sowohl der Schneckenstoff als auch der Stoff mit dem Einhorn stammen aus ihrer „20th Anniversary Collection“, die man vor fünf Jahren in wenigen Näh- und Patchworkgeschäften finden konnte. Ich habe die Stoffe schon lange nicht mehr in Online-Shops gesehen. Ich befürchte, sie sind in Deutschland nicht mehr erhältlich. Sehr schade, denn vom Schneckenstoff hätte ich gerne noch Nachschub.

Spielkarten-Etui aus violettem Stoff mit kleinen Schnecken

Nun würde mich interessieren: Hast du bereits ein Spielkarten-Etui genäht und bist genauso begeistert wie ich? Oder konnte ich dich auf neue Ideen bringen? 😉 Das würde mich sehr freuen.

Links zu anderen Blogposts:

Täschchen Kiss – Reiseetui für die elektrische Zahnbürste

Das Täschchen Kiss hat sich langgemacht! – Aus dem Stifteetui ist ein verlängertes Reiseetui für meine elektrische Zahnbürste geworden. Eine saubere und sichere Aufbewahrung für unterwegs. 🙂

Täschchen Kiss in hellgrün

Das fertige Täschchen hat genau die richtige Größe für eine 18 cm lange Zahnbürste, und der Bürstenkopf passt auch noch daneben. Ich habe hier Baumwoll-Webware genommen. Außen ein Stoff aus der tollen Kollektion „Five and Dime“ von Heidi Staples (nicht mehr erhältlich), innen ein dunkelgrüner Vogelstoff. Du könntest für innen auch laminierte Baumwolle oder Wachstuch nehmen, aber das würde ich dir nicht empfehlen. Denn das Täschchen wird über die kurze Seite unten gewendet, und das dürfte, weil es so lang und schmal ist, mit Wachstuch schwierig bis unmöglich werden.

Die Nähanleitung „Täschchen Kiss“ findest du in meinem Etsy-Shop. Wenn du die Zahnbürstentasche nachnähen möchtest, orientiere dich am Stifteetui. Verlängere die Schnittteile A und B um 4 cm. Die Breite bleibt gleich. Schnittteil C bleibt gleich. Schnittteil T entfällt.

Täschchen Kiss - Reiseetui aus Stoff für Elektrische Zahnbürste

Mein verspäteter Beitrag zum „Plastikfreien Juli“ 

Mein grünes Täschchen besteht aus 100 % Baumwolle und ist damit biologisch abbaubar. 😀 Es kommt ohne Druckknopf, Reißverschluss oder Klettband aus. Die Lasche wird einfach unter die Schlaufe gesteckt und hält alles schön zusammen.

Auch die Gewebeeinlage, die ich verwendet habe, ist plastikfrei. Ich habe hier zum ersten Mal B 700 ausprobiert – eine neue Vlieseline von Freudenberg, die aus reiner Baumwolle und einer biologisch abbaubaren Haftmasse besteht. Sie klebt genauso gut wie ihre Schwester G 700.

Ein Tipp zur Gewebeeinlage B 700:

An dieser Stelle ein Dankeschön an Verena, die mir gratis zum Testen eine Materialprobe geschickt und mich gleich vorgewarnt hat: Man erkennt bei B 700 schwer, welche Seite die Klebeseite ist. Deshalb mein Tipp: Mach mit einem Bleistift eine Markierung auf einer Seite der Gewebeeinlage und teste das Aufbügeln mit kleinen Probestücken und einem Bügeltuch. So habe ich herausgefunden, wie herum es gehört. Mich hat B 700 als ökologische Alternative zu G 700 auf jeden Fall überzeugt. Vielleicht willst du es ja auch mal versuchen. 🙂

Zuschnitt für Täschchen Kiss und Vlieseline B700

Links & Tipps: