Warum ich Etsy verlassen muss… Neuer Shop auf kasuwa!

Sieben Jahre lang habe ich meine Nähanleitungen bei Etsy verkauft, aber wie es aussieht, trennen sich nun unsere Wege. Schade! Dabei ist das nicht die erste Plattform, die ich verliere. Aber diesmal gehe ich aus freien Stücken. Obwohl, so ganz freiwillig auch wieder nicht…

Nähanleitungen als PDFs zum Herunterladen

Seit 12 Jahren biete ich meine Nähanleitungen und Schnittmuster als PDF-Dateien zum Kaufen und Herunterladen an. Angefangen hab ich bei DaWanda. Kennst du das noch? DaWanda war von 2006 bis 2018 der größte Online-Marktplatz für Selbstgemachtes in Deutschland. Ich denke sehr gerne an DaWanda zurück, weil’s da echt schön war und sehr persönlich und freundlich zuging. Als 2018 die Hiobsbotschaft eintraf, dass DaWanda den Betrieb einstellen wird, waren wir Verkäufer durch die Bank weg schockiert und deprimiert.

Alter Screenshot von meinen Bewertungen bei DaWanda:

Die Namen der Käufer:innen habe ich aus Datenschutzgründen am rechten Bildrand weggeschnitten.

Wieder zurück auf Anfang!

Mit einem Schlag verloren wir Verkäufer:innen alles, was wir uns bis dahin bei DaWanda aufgebaut hatten: Kundenbeziehungen, Verkaufserfolge, Vertrauen und Bekanntheit. Bitterlich weinte ich meinen fast 400 Fünf-Sterne-Bewertungen hinterher. Es war hart, auf einer anderen Plattform wieder bei Null anzufangen, wo es für mich bei DaWanda gerade an Fahrt aufgenommen hatte. Zum Glück war ich noch bei Makerist angemeldet, aber nach der Erfahrung mit DaWanda wollte ich mich nicht mehr nur auf eine einzige Plattform verlassen. Also bot ich meine Nähanleitungen ab 2018 neben Makerist auch bei Etsy an.

Tja, Makerist ist seit April 2025 auch Geschichte. Die größte, deutsche Plattform für Schnittmuster, Häkel- und Strickanleitungen gibt’s leider nicht mehr. Auch dort alles weg, was ich mir über Jahre erarbeitet hatte. Übrig geblieben ist der amerikanische Platzhirsch Etsy, und der hat mich nun vergrault.

Screenshot von meiner Nähanleitung Buchtasche bei Etsy:

Screenshot vom 31.05.2026

Etsy 

Etsy hatte schon immer Vor- und Nachteile. Ein Knackpunkt war/ist, den Shop mit europäischem Recht in Einklang zu bringen. Auf die technische Umsetzung wichtiger Funktionen (wie z. B. einen Widerrufsbutton) haben wir als Verkäufer keinen Einfluss, können aber unter Umständen dafür abgemahnt werden, wenn sie fehlen. Da hieß es dann immer: Ihr müsst als Verkäufer Druck auf Etsy ausüben, dass die Funktionen für den europäischen Markt eingebaut werden und ihr keine Probleme bekommt. Na toll!

Aber im Großen und Ganzen habe ich dort gerne verkauft. Anfang des Jahres habe ich sogar noch mal richtig viel Arbeit in meinen Shop gesteckt, habe ein neues Shopbanner gebastelt und Produktfotos nach Vorgaben von Etsy umgestaltet, „damit sie auf der Plattform besser gefunden werden“. Ja, auch bei Etsy muss man „performen“, damit man von den Algorithmen gut ausgespielt wird. Auch KI spielt mittlerweile eine große Rolle bei Etsy.

Etsy schickt mich in die Ferien.

Gerade als ich anfing, meine Nähanleitungen auf Englisch zu übersetzen, um ein größeres Publikum zu erreichen, teilte mir Etsy mit, ich müsse meine Verkäuferdaten aktualisieren. 30 Tage gaben sie mir dafür. Kein Problem, dachte ich. Das kommt immer mal wieder vor, dass man überprüfen muss, ob die im Konto hinterlegten Daten noch aktuell sind. Das ist ja schnell erledigt. Aber was ich dann feststellen musste, hat mich echt vom Hocker gerissen.

Etsy verlangt ab Mai 2026 von allen Verkäufern – egal, wie lange sie schon dabei sind – eine biometrische Identitätsprüfung. Als hätten sie nicht schon jede Menge Daten von uns! Jetzt wollen sie wegen einer neuen Richtlinie auch noch Personalausweis und Gesichtsscan, damit ein externer Dienstleister unsere Identität überprüfen kann. Ich hab mir mal angeschaut, was das für ein US-Unternehmen ist, das da im Auftrag von Etsy meine hochsensiblen, persönlichen Daten bekommen soll, und da schrillten bei mir alle Alarmglocken. Für mich ist das ein absolutes No-Go.

Ciao, Etsy!

Nun ist die Uhr abgelaufen. Ich bin der Forderung nicht nachgekommen und muss die Konsequenzen tragen: Etsy hat die Auszahlung meiner Einnahmen gestoppt und schickt mich ab 7. Juni zwangsweise in den Ferienmodus. Das bedeutet, man kann nichts mehr bei mir bestellen und meine Artikel erscheinen nicht mehr in den Suchergebnissen bei Etsy. Wenn ich richtig informiert bin, geben sie mir noch 3 Monate Zeit. Wenn ich bis dahin die Identitätsprüfung nicht gemacht habe, wird mein Shop geschlossen.

Mein neuer Shop bei kasuwa make 😀

Zum Glück gibt es noch Alternativen! Ich habe mich für kasuwa entschieden. Kasuwa ist ein deutscher Online-Marktplatz für selbstgemachte Produkte. Es ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe, 100 % im Einklang mit europäischem Recht und geprüft von der IT-Recht Kanzlei München.

Bei kasuwa gibt es zwei getrennte Sparten: (1) kasuwa handmade. Dort kannst du selbstgemachte Produkte kaufen. (2) kasuwa make. Hier findest du digitale Produkte zum Herunterladen wie meine Nähanleitungen und Schnittmuster.

Nach dem Kauf und der Bezahlung bekommst du per E-Mail einen Download-Link für die Nähanleitung zugeschickt. Das Besondere: Bei mir kannst du auch per Vorkasse bezahlen. Du brauchst also kein Paypal-Konto und keine Kreditkarte. Wer die Nähanleitung sofort und ganz schnell braucht, kann natürlich auch per Paypal bezahlen. Dann kommt der Download-Link umgehend per Mail.

Bleibt alles anders!

Auch wenn’s mal wieder bitter ist und ich ehrlich gesagt übers Aufgeben nachgedacht habe… Manchmal tut ein Neuanfang auch gut. 😀 Und ich merke jetzt schon, dass ich mich auf einer deutschen Plattform viel wohler und sicherer fühle. Und vielleicht klappt’s ja irgendwann doch noch mit einem eigenen, selbst gehosteten Online-Shop.

Bis dahin bin ich froh, dass ich eine Möglichkeit gefunden habe, meine Nähanleitungen weiterhin auf dem Markt anzubieten. Wenigstens in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn du mich bei meinem Neuanfang auf kasuwa unterstützen möchtest, könntest du meinen Shop besuchen und dort auf den Button „Shop favorisieren“ klicken. Das würde mir sehr helfen. 🙂 Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn du mir auch auf kasuwa das Vertrauen schenkst und eine Nähanleitung von mir kaufst.

Vielen Dank an alle Etsy-Kundinnen! ♥

Besonders bei den Stammkundinnen möchte ich mich für die Treue bedanken. Danke für die vielen positiven Bewertungen, die ihr mir über die Jahre dagelassen habt! Und danke auch für die Kundenfotos, auf denen ich sehen konnte, wie ihr meine Anleitungen umgesetzt habt. Eure Rückmeldungen haben mich immer sehr gefreut.

Sew Together Bag – Auffrischung des Kleinen Taschendiploms

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10 Jahre sind seit meiner letzten Sew Together Bag vergangen. Es wurde Zeit für eine Auffrischung! So ein erworbenes Taschendiplom ist ja auch nicht ewig gültig. 😉 Aber kann ich’s noch? Wie ging das noch mal? Ich muss zugeben, dass ich nicht von alleine auf die Idee gekommen bin, eine Sew Together Bag zu nähen.

Geöffnete Sew Together Bag, genäht aus bunten Stoffen und mit rotem, grünem und türkisfarbenem Reißverschluss

Die liebe Uschi aus unserem Handarbeitstreff hat dazu angeregt. Obwohl sie noch nie ein Inch-Lineal in der Hand hatte, keine Erfahrung mit englischen Nähanleitungen, und durchaus etwas eingeschüchtert von dem aufwendigen Projekt war, wollte sie unbedingt diesen Taschenschnitt nähen. So viel Wagemut und Willen bewundere ich sehr. Das muss auf jeden Fall unterstützt werden.

Jeder in seinem Tempo!

Zwei andere Teilnehmerinnen des Handarbeitstreffs waren ebenfalls begeistert von der Idee, und so starteten wir Anfang des Jahres zu viert mit unserem kleinen Sew-Along. Nachdem sich alle die englische Anleitung von Sew Demented* (Affiliate-Link) gekauft hatten, ging es los. Und was soll ich sagen, die anderen drei haben die Aufgabe bravourös gemeistert und tolle Taschen genäht, und ich bin mal wieder die letzte, die fertig geworden ist. Zum Glück spielt Zeit beim „Kleinen Taschendiplom“ keine Rolle. Auch Nähschnecken oder gemütliche Esel dürfen mitmachen.

Halbgeöffnete Sew Together Bag aus grünen, pinken und weißen Stoffen, im Zentrum ein gezeichneter Esel mit gestreifter Decke auf dem Rücken

Ich hab’s mir allerdings auch ein bisschen schwer gemacht. Warum nur 10 Entscheidungen treffen, wenn man auch mit 500 Spaß haben kann? Haha! Allein die Zeit, die dafür draufging, mich für Bindingstoff zu entscheiden, man darf es keinem erzählen! Erst gestern habe ich in einem Podcast gehört, dass schnelle Entscheidungen aus dem Bauch heraus oft die besseren sind. Ja, da könnte was dran sein. An dem Thema „Overthinking“ habe ich auf jeden Fall noch zu arbeiten.

Aber das Ergebnis finde ich sehr schön. Ich wollte gerne mal andere Materialien und Techniken als bei meiner ersten Sew Together Bag ausprobieren, und sie sollte auch richtig schön bunt werden. Das ist auf jeden Fall gelungen. Besonders das Innenleben lacht mir beim Öffnen fröhlich entgegen.

Geöffnete, kunterbunte Sew Together Bag

Vliese und Quilting

Die drei Innentaschen mit Reißverschluss und die Seitenteile habe ich mit Volumenvlies H630 gefüttert. Für das Außenteil habe ich ein Reststück „Warm & White“ als Verstärkung genommen. Die Stoffe habe ich mit der Maschine zusammengenäht und dann mit Handstichen auf dem Baumwollvlies befestigt. Das war ausnahmsweise mal eine spontane Idee, über die ich nicht lange nachgedacht habe. Wollte ich schon immer mal ausprobieren.

Sew Together Bag mit Handquilting

Ob mich das Handquilting so richtig überzeugt, weiß ich nicht. Einerseits gefällt es mir, weil das Nähen Spaß gemacht hat und sich die Tasche so schön weich anfühlt. Das ist echt der Wahnsinn! Da fragt man sich, wie traumhaft sich erst eine handgequiltete Decke anfühlen muss. Andererseits drängt sich das naturweiße Garn optisch sehr hervor. Auch die wellige, knautschige Oberfläche lenkt mir zu sehr von den schönen Stoffmotiven ab. Auf diesem Foto siehst du vielleicht, was ich meine:

Sew Together Bag aus roten, grünen und weißen Stoffen mit vielen Motiven.

Weil ich kein richtiges Handquiltgarn hatte, habe ich einfach drei Fäden Stickgarn genommen. Das war vielleicht auch nicht die beste Idee. Warm & White würde ich beim nächsten Mal jedenfalls nicht mehr nehmen, denn ganz eindeutig zieht man beim Handnähen kleine Baumwollfussel auf die Außenseite. Das finde ich nicht so hübsch. Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn ich habe was Neues ausprobiert und dazugelernt. Und so schlimm sieht’s ja jetzt auch nicht aus.

Halbgeöffnete Sew Together Bag

Ich liebe diese Sew Together Bag allein schon wegen der vielen Lieblingsstoffe, die ich verwendet habe: Stoffschätze wie der Zeitung lesende Frosch von Heather Ross, Reststücke aus der genialen Stoffserie „Five and Dime“ von Heidi Staples, der grüne Kirschstoff von Lori Holt und die Fahrradfahrerin im Sommerkleid. Wenn ich diese bunte Stiftetasche in die Hand nehme und öffne, stimmt sie mich fröhlich und macht mir direkt gute Laune. Was will man mehr?

Sew Together Bag aus grünen Motivstoffen

Hast du das „Kleine Taschendiplom“ schon erworben? Oder ist dir das eine Nummer zu groß? Ich finde, die Sew Together Bag ist und bleibt einer der genialsten und schönsten Krimskrams-Taschen. Sich da heranzuwagen, lohnt sich wirklich. Und es muss ja gar nicht so aufwendig sein wie bei mir. 😉

Links & Tipps

  • Kennst du den Blog „G’macht in Oberbayern“? Marlies hat in einer 5-teiligen Blogserie mit vielen Fotos und auf Deutsch beschrieben, wie die Sew Together Bag genäht wird. Das war und ist eine riesengroße Hilfe! Danke, Marlies, dass dein German Sew Together Sew Along nach 11 Jahren immer noch online ist! ♥
  • Wenn du wissen möchtest, wie ich 2016 meine erste Sew Together Bag genäht habe, empfehle ich dir meinen alten Blogpost: Making-of & Tipps | Meine frühlingsgrüne Sew Together Bag

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* Info: Die mit einem * markierten Links sind Affiliate-Links (Werbelinks). Sie führen dich zu Partner-Shops, die ich dir gerne empfehlen möchte. Wenn dir meine Empfehlung gefällt und du über diesen Link etwas einkaufst, bekomme ich eine kleine Vergütung, ohne dass du dafür mehr zahlen musst. Mehr Infos findest du hier: Was sind Affiliate-Links?

Heute ist Weltbienentag.

Denkst du auch manchmal, dass du zu viele Interessen und Hobbys hast? Ich gehöre auf jeden Fall zu denen, die sich für vieles begeistern können: Nähen, Zeichnen, Fahrradfahren, Schwimmen, Wandern, Lesen, Puzzeln… Eine große Rolle in meinem Leben spielt auch unser Garten, den ich Stück für Stück naturnah und insekten- und vogelfreundlich umgestalte. Der Garten schenkt mir Kraft und Entspannung und ist für mich ein Projekt, bei dem ich ganz viel ausprobiere und lerne. Ich hab hier das Gefühl, ich kann im Kleinen etwas Positives bewirken. Das tut gut. Das Beobachten, Recherchieren und Fotografieren von Insekten würde ich mittlerweile auch als mein Hobby bezeichnen.

Der Blut-Storchschnabel ist in Hessen eine heimische Pflanze, auf die viele Wildbienenarten fliegen. Total pflegeleicht und wuchsfreudig, und dabei so schön!

Ich liebe es, mit den richtigen Pflanzen Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Käfer und andere Insekten anzulocken und die Tiere ausgiebig zu beobachten. Wenn ich dann auf einmal Zusammenhänge verstehe, die mir vorher nicht klar waren, ist das für mich jedes Mal ein Glückserlebnis. Bisher habe ich keine Insektenfotos hier im Blog gezeigt, weil ich immer befürchtet habe, dass dich das vergraulen könnte. Schließlich geht’s ja hier ums Nähen und Kreativsein. Aber vielleicht teilst du ja meine Faszination und kannst dich ebenfalls für diese tollen Tiere begeistern. Heute ist Weltbienentag, und da dachte ich mir: Ich trau mich mal. 😉

Diese pelzige Wildbiene habe ich am Schwarzen Holunder angetroffen. So niedlich, man möchte sie am liebsten mal streicheln. 🙂

In Deutschland gibt es mehr als 600 verschiedene Wildbienenarten, von denen leider viele gefährdet sind. Sie brauchen dringend unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge. Auch wenn sie keinen Honig produzieren, sind sie ganz wichtige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen. Wir können es uns gar nicht leisten, sie zu verlieren. Aber die gute Nachricht ist: Jeder, der einen Garten oder Balkon hat, kann etwas tun. Und das ist überhaupt nicht schwer oder teuer. Denn Wildbienen lieben vor allem heimische Pflanzen, so wie diese lila blühende Berg-Flockenblume:

Die Berg-Flockenblume ist mittlerweile selten geworden und steht vielerorts unter Naturschutz. In unserem Garten erweist sie sich als pflegeleicht und robust. Da sie nicht viel Wasser braucht, denke ich, dass sie auch mit dem Klimawandel zurechtkommt.

86 verschienene Wildbienenarten sind an der Berg-Flockenblume bisher dokumentiert worden! Unsere Bienen haben sich über einen sehr langen Zeitraum an diesen Korbblütler angepasst. Zum Vergleich: An die Hänge-Geranie (Pelargonie), die ursprünglich aus Afrika kommt, gehen maximal 3 Wildbienenarten. Ein ganz schöner Unterschied! Wenn du wissen möchtest, ob die Blumen auf deinem Balkon heimisch und eine gute Nahrungsquelle für Insekten sind, kann ich dir die Webseite www.naturadb.de empfehlen. Ich liebe dieses Online-Nachschlagewerk und nutze es sehr viel. Genauso wie die kostenlose Smartphone-App Flora Incognita, mit der du Pflanzen bestimmen und bei Citizen-Science-Projekten mitmachen kannst. Auch ganz toll: die Webseite Tausend Gärten – Tausend Arten.

Jetzt würde mich interessieren: Bist du auch Team Wildbiene? 😉 Hast du einen Insektenmagnet in deinem Garten oder auf dem Balkon? Hast du Nisthilfen aufgehängt? Erzähl mir gerne mehr darüber.

In meinem nächsten Blogpost geht’s dann wieder um ein Nähprojekt. Versprochen! 😉 Ich hab in den letzten Wochen tatsächlich mal wieder was genäht. Außerdem war ich auf der Nadelwelt in Karlsruhe, und auch dazu soll es einen kleinen Bericht geben. Also vielleicht bis bald! Ich würde mich freuen.

Kleines Bloggertreffen in der Nähwelt Flach

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Es geht doch nichts über Begegnungen im echten Leben! Wenn sich sieben Frauen verabreden, um gemeinsam die Nähwelt Flach in Kleinostheim zu besuchen, dann kann das doch nur gut werden. Drei Stunden lang haben wir uns im größten Nähgeschäft unserer Region herumgetrieben, haben gequatscht, über Scheren, Nähfüßchen und Plotterfolien gefachsimpelt und natürlich auch eingekauft. Die einen mehr, die anderen weniger. 😉

Ausstellungsstück im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Altes Lastenfahrrad vor einem Blumenquilt

Nein, ich bin nicht mit dem Fahrrad zur Nähwelt Flach gefahren. Das ist ein altes Lastenfahrrad, mit dem früher Kleidersäcke und Stoffzuschnitte von Zwischenmeistern in die Fabriken transportiert wurden und das heute als Ausstellungsstück im Laden steht.

Blick hinter die Kulissen

Das Highlight unseres Besuchs war eine exklusive Führung von Herrn Flach durch den ganzen Laden. Und wenn ich „ganzer Laden“ sage, dann meine ich „ganzer Laden“. Der Seniorchef, der den Familienbetrieb bereits an die nächste Generation übergeben hat, zeigte uns alle Abteilungen, sogar die Nähmaschinen-Werkstatt, Büro- und Schulungsräume, das Foto- und Social-Media-Studio und die riesige Lagerhalle. Wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Sehr freundlich hat Peter Flach all unsere Fragen beantwortet und uns anschließend sogar noch auf ein Stück Käsekuchen eingeladen. Das war echt toll!

Lager der Nähwelt Flach

Besonders das Lager hat uns beeindruckt. Ein Gang nach dem anderen mit Hochregalen voller Maschinen und Nähzubehör. Wahnsinn! Ein Paradies für alle, die dem Nähen, Sticken und Patchworken verfallen sind. 😀 Herr Flach erzählte uns, dass sie sich am Anfang gar nicht vorstellen konnten, dass die Halle, die früher das Lager eines großen Möbelgeschäfts war, jemals voll werden würde. Heute kann er darüber nur lachen.

Gruppenführung durch das Ladengeschäft Nähwelt Flach. Im Vordergrund steht eine Longarm-Quiltmaschine.

Im 1. Stock ist eine Wand der Familiengeschichte gewidmet. Im Vordergrund eine Langarm-Quiltmaschine von Bernina zum Testen.

Familienbetrieb seit 1956

Als Leo und Elisabeth Flach vor 70 Jahren ihr Nähgeschäft in Aschaffenburg eröffneten, ahnten sie sicher nicht, dass ihre Nachkommen es einmal zu „Europas größtem Nähgeschäft“ ausbauen würden – mit einer Verkaufsfläche von 4.500 m² und großem Online-Shop. Wer im Rhein-Main-Gebiet oder in Unterfranken lebt und über den Kauf einer neuen Näh-, Stick- oder Quiltmaschine nachdenkt, kann hier Maschinen aller namhaften Marken testen, vergleichen und sich individuell beraten lassen. Toll finde ich auch, dass man jederzeit seine Maschine zur Wartung und Reparatur hinbringen kann.

Im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Vor einem bunten, geometrischen Wandquilt steht ein Tisch mit einer Nähmaschine. Davor steht ein schwarzer Drehstuhl.

Ja, man kann schon einige Stunden in der Nähwelt verbringen. Ich persönlich liebe es ja auch, mir die Wandquilts und den kleinen Museumsbereich im 1. Stock anzuschauen. Herr Flach hat uns erzählt, dass er eine große Sammelleidenschaft für alte Nähmaschinen hat und sich für die Gründung eines Schneiderei-Museums einsetzt. Die Bekleidungsindustrie hat in der Region Untermain große Tradition und beschäftigte noch in den 1980ern zehntausende Menschen. Bis es mit dem Museum so weit ist, kann man sich viele tolle Exponate in der Nähwelt Flach anschauen, z. B. eine erste Bernina (Baujahr ca. 1894):

Ausstellungsstück im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Hohlsaum-Nähmaschine - die erste Bernina (Baujahr ca. 1894)

Hohlsaumnähmaschine von Fritz Gegauf, dem Gründer von Bernina.

Hast du gewusst, dass Opel auch mal Nähmaschinen gebaut hat? Da war noch vor den Autos! Aber wen wundert’s, wenn Husqvarna auch bekannt ist für Motorräder und Rasenmäher und Brother für Drucker und Faxgeräte. 😀 Auf jeden Fall ein sehr schönes Ausstellungsstück:

Ausstellungsstück im Ladengeschäft Nähwelt Flach: Alte Opel-Nähmaschine

Leider habe ich es versäumt, ein Foto von der großen Verkaufsfläche im Erdgeschoss zu machen. Stell dir einfach ein riesiges Sortiment an Scheren, Rollschneidern, Schneidematten, Stecknadeln, Knöpfen, Schnallen, Bändern, Garnen, Bekleidungsstoffen, Plotterfolien, Stickvorlagen und vieles mehr vor. Und wenn du dir das nicht vorstellen kannst, dann fahr‘ doch einfach mal hin – nach Kleinostheim zur Nähwelt Flach. 😉

Parkplatz und Eingangstür der Nähwelt Flach in Kleinostheim

Danke für das schöne Bloggertreffen!

Seit unserem Blogger-Event im Jahr 2017 ist unsere Gruppe sehr geschrumpft, was wir natürlich alle schade finden. Nichtsdestotrotz war es ein toller Tag, der schon mit einem gemeinsamen Frühstück in einem netten Café anfing und den ich sehr genossen habe. Danke Annika, Claudia, Jennifer (@yokokudo88), Katharina (4Freizeiten), Kerstin (@kikisews) & Tini (@sewingtini)! ♥ Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

Danke, lieber Herr Flach, für die tolle und aufschlussreiche Führung durch Ihr Geschäft und die Bewirtung!

★ Hinweis: Dieser Artikel ist als Werbung gekennzeichnet, weil wir als Bloggergruppe 10 % Rabatt auf unseren Einkauf an diesem Tag bekommen haben. Eine Gegenleistung wurde aber nicht vereinbart. Diesen Bericht habe ich aus freien Stücken und inhaltlich unbeeinflusst geschrieben.

Stoffservietten – eine schöne Nähidee für Ostern & Frühling

Manche Nähprojekte schlummern sehr lange in meinem Hinterkopf, bis ich sie endlich realisiere. So wie diese Stoffservietten – eine wunderschöne, nachhaltige Nähidee! Du kannst sie passend zur Jahreszeit oder zu einem Thema nähen. Weil gerade Frühling vor der Tür steht, habe ich ich mich für einen bunten Blumenstoff entschieden.

Hast du schon mal Briefecken genäht? Ehrlich gesagt, ich bisher nicht. Ich kannte Briefecken nur vom Binding-Annähen bei Quilts. Eine Tischdecke oder Serviette mit Briefecken hatte ich vorher noch nie genäht. Dabei ist das echt nicht schwer! Vor allem, wenn es so toll gezeigt und erklärt wird wie in Steffis Tutorial: Stoffservietten sind schnell genäht | Mit Anleitung.

Was für ein Glück, dass Steffi ihren Blog immer noch als Archiv zum Stöbern und Lesen am Leben hält! Das ist ein großes Geschenk, von dem ich gerade sehr profitiert habe. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Betreiben einer Website Geld kostet. Da ist es verständlich, wenn man darüber nachdenkt, einen Blog, auf dem seit Jahren tote Hose ist, vom Netz zu nehmen.

Ich finde das immer sehr bedauerlich und versuche Bloggerfreundinnen davon abzubringen. Aus purem Eigennutz. Denn alte Blogs wie „Tophill-Kitchen“ sind eine Fundgrube an Ideen, Inspirationen, Tipps, Tutorials und schönen Texten. Sie dokumentieren, wie wir uns vor Social Media über unser Hobby online ausgetauscht haben. Jeder Blog, der gelöscht wird, macht das Internet in meinen Augen ein Stück ärmer. Deshalb danke, Steffi, dass es deinen wunderbaren Blog noch gibt! 😀

Zurück zu den Servietten! Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass sie eigentlich keine klassischen Briefecken haben. Die Ecken sind nicht diagonal abgenäht und gewendet worden, sondern nur gefaltet und festgenäht. Aber das ist kein Manko, sondern hat Vorteile. Denn du bekommst mit dieser Falt- und Nähtechnik einen schmalen Umschlag (1 cm) mit sehr stabilen Ecken. Ich habe auch mal die klassische Technik ausprobiert, aber die eignet sich meiner Meinung nach eher für Projekte mit breitem Umschlag wie Tischdecken. Servietten mit schmalem Umschlag nähe ich lieber nach Steffis Anleitung.

Wie im Tutorial angegeben, habe ich den Stoff 40 x 40 cm zugeschnitten. Fertig genäht ist eine Serviette dann 36 x 36 cm groß, was für mich die optimale Größe ist. Wenn man sie so faltet, wie Steffi es zeigt, ist sie 9 x 18 cm groß und passt überraschenderweise sogar in meine Bestecktasche. Was für ein schöner Zufall! Hab ich vorher nicht gewusst. 😀

Ich finde, diese Stoffservietten sind ein tolles Nähprojekt. Mir hat das Nähen viel Spaß gemacht, und das Ergebnis überzeugt mich auf ganzer Linie. Davon werde ich garantiert noch mehr nähen, und vielleicht auch verschenken. Vielleicht hast du ja auch Lust dazu?

Links & Tipps

  • Der Blumenstoff stammt aus der Serie „Strawberry Honey“, entworfen von Gracey Larson für Riley Blake Designs. Ich habe den Stoff vor fünf Jahren gekauft. Ob er heute noch irgendwo erhältlich ist, kann ich leider nicht sagen.
  • Wenn du mal klassische Briefecken ausprobieren möchtest, dazu gibt es sehr viele Tutorials im Internet. Ich bin bei meiner Online-Recherche auf die Anleitung von Pattydoo gestoßen, die ich sehr verständlich finde: Briefecke, saubere Ecke nähen
  • Die Nähanleitung für die Bestecktasche findest du in meinem Etsy-Shop.
  • Du suchst Inspiration für Ostern? Hier wirst du fündig: Tipps | 10+ tolle Nähideen für Ostern

Mäuse & Eichhörnchen – Winterliche Nähprojekte

Ich weiß nicht, ob ich’s schon mal erwähnt habe… Ich liebe Tiere! … Egal, was da kreucht und fleucht, ich kann mich für fast alle Mitgeschöpfe begeistern: Bienen, Wespen, Käfer, Spinnen, Mauswiesel, Maulwurf, Igel, Eichhörnchen, die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Besonders Tiere, die in unserem Garten wohnen und die ich vom Fenster aus beobachten kann, habe ich ins Herz geschlossen. Klar kümmere ich mich um sie. Meisenknödel, Rotkehlchenfutter, Laubhäufchen, Totholz, verwilderte Verstecke, abgeblühte Samenstängel, Nisthilfen. Alles selbstverständlich. Sind ja schließlich „meine“ Tiere, und die sollen ein gutes Leben haben.

Sicher hat es auch mit meiner Tierliebe zu tun, dass ich die Stoffserie „Hibernation“ von Tilda immer noch so gerne mag. Viel ist von meinen Stoffen nicht mehr übrig, denn ich habe schon einiges daraus genäht, wie dieses Wärmekissen:

Das Wärmekissen besteht aus einem Körnerkissen mit vier Kammern und einem Stoffbezug. Legst du dir das warme Kissen auf den Bauch, hast du es mindestens so wohlig wie das Mäuschen während seiner Winterruhe. 😉 Falls du es nachnähen möchtest: Die Nähanleitung findest du in meinem Etsy-Shop.

Immer wieder gern genäht und gern genommen: der Untersetzer in Herzform. Das kostenlose Tutorial findest du hier in meinem Blog. ♥ Herz-Untersetzer ♥ Auch kleine Vögel können Schlafphasen einlegen, wenn es eisig kalt ist. Als es vor kurzem so heftig geschneit hat, habe ich drei Tage lang keine Meisen und Spatzen an unseren Futterstellen gesehen. Ich hab‘ mir schon Sorgen gemacht, denn normalerweise herrscht da immer Hochbetrieb. Aber ich denke, die kleinen Piepmätze haben sich einfach im dichten Baum zusammengekuschelt und den Kälteeinbruch verschlafen. Jetzt sind sie jedenfalls wieder da. 🙂

Ein echter Winterschläfer ist auch das Eichhörnchen nicht. Aber wenn es sehr kalt ist, ruht es sich gerne in seinem Baumnest aus. Das spart wertvolle Energie. Dabei benutzt es seinen Schwanz als Bettdecke, habe ich gelesen. Süß, oder? Dieses blaue Stoffkörbchen habe ich nach dem bewährten Video-Tutorial Petit Four Basket by Annie genäht und vor einiger Zeit verschenkt.

Ich freue mich immer noch, dass ich dieses aufwendige Nähprojekt angegangen bin und die Tilda-Stoffe dafür genommen habe. Es hat sich mal wieder gezeigt: Alles gar nicht so schwer, wie’s auf den ersten Blick aussieht. Schritt für Schritt ist alles machbar. Im Blogpost Organizer | Ich habe eine Catch All Caddy 2.0 genäht erfährst du mehr darüber. Falls du dich auch an die Tasche herantrauen möchtest, kannst du vielleicht von meinen Erfahrungen und Tipps profitieren.

Und zu guter Letzt: Noch ein Tassen-Untersetzer. Diesmal nicht in Herzform, sondern als Sechseck. Der Untersetzer wird mit der Quilt-as-you-go-Methode genäht. Das geht schnell und ist sehr einfach, wie du in meiner bebilderten Nähanleitung sehen kannst: Tutorial | Hexie-Untersetzer nähen.

So, der Blogpost ist fertig. Ich gehe jetzt ins Wohnzimmer, decke mich zu und halte auch ein bisschen Winterruhe. Liebe und Mitgefühl schicke ich den Menschen, die es gerade nicht so gemütlich haben, die frieren müssen, weil sie kein Obdach haben oder von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Ich hoffe, dass Licht und Wärme ganz bald zurückkehren.

Links & Tipps:

  • Die beiden Wildtierbiologinnen Lydia Möcklinghoff und Dr. Frauke Fischer machen einen ganz tollen, unterhaltsamen Podcast, den ich dir unbedingt empfehlen möchte. Hör doch mal rein: Tierisch Podcast
  • Kennst du schon Schreibers Naturarium? Dieses „Naturlesebuch“ hat 2023 einen Preis bekommen. Kein Wunder! Jasmin Schreiber nimmt uns mit in die heimische Flora und Fauna und erzählt witzig und kurzweilig, was da so alles los ist. Die Kapitel sind nach Monat sortiert, so dass man es über ein ganzes Jahr gestreckt lesen kann. Ich fand’s allerdings so toll, dass ich es ruckzuck ausgelesen hatte. Wunderschön sind auch die kleinen Zeichnungen, die von der Autorin selbst stammen.