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Handytasche – Ein super Geschenk, ratzfatz genäht!

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Es gibt Lieblingsprojekte, die ich immer wieder gerne nähe. Dazu gehören Handytaschen mit Gummizug. Sie sind ratzfatz innerhalb von 30 Minuten genäht und ein schönes, praktisches Geschenk. Jeder braucht eine Handytasche, jeder liebt sie.

Handytasche ratzfatz genäht

Ich bin ja eigentlich keine, die gerne am Fließband immer das gleiche näht. Aber bei den Täschchen ist das was anderes. Sie bestehen aus nur zwei Schnittteilen und sind sehr simpel. Im Grunde braucht’s nur drei Nähte, bis sie fertig sind. Besonders das Kombinieren der Stoffe macht total viel Spaß. Ich schaue in mein Stoffregal und frage mich, wie wohl eine Handytasche aus diesem oder jenem Stoff aussehen würde. Und schwupps, liegt ein neues Exemplar auf meinem Nähtisch und kurze Zeit später in meiner Geschenkekiste. Solche kleinen Geschenke kann man doch immer gebrauchen!

Handytasche - Perfekt für die Geschenkekiste!

Diese beiden liebe ich besonders! Ich benutze sie als Anschauungsobjekte in meinen Nähkursen. Der wunderschöne Apfelstoff* ist bei Pepelinchen erhältlich. Heißer Tipp: Wenn du einen Schnapper machen willst, bei Pepelinchen sind alle Patchworkstoffe* gerade um 40 % reduziert! Da sind viele tolle Stoffe von Moda, Kokka, Robert Kaufman, Michael Miller und Free Spirit dabei.

Der himmelblaue Stoff stammt aus der Serie „Wistful Winds“ von Riley Blake und ist bei Mädels auch sehr beliebt. Wahrscheinlich weil er so einen leichten Manga-Touch hat. Den Stoff habe ich vor zwei Jahren in Amerika bestellt. Wenn der mal in irgendeinem deutschen Shop auftauchen würde, ich könnt‘ glatt noch einen halben Meter davon gebrauchen!

Handytaschen nähen für Jungs

Handytaschen für Jungs

Aber ich habe auch zwei Jungs-Varianten, die ich zeigen kann. Es ist ja oft nicht leicht, für die Herren der Schöpfung geeignete Stoffe zu finden. Männer sind da mitunter etwas schwierig. Bei Verena (einfach bunt Quilts) werde ich aber meistens fündig. Life ist better at the beach – Diese maritime Handytasche aus dem Stoff Indigo Coastal* habe ich für meinen Mann genäht.

Ebenfalls für Jungs geeignet ist die Tasche aus dem Stoff Chemielabor* mit Reagenzgläsern, Mikroskop und Globus. Ich mag solche nerdigen Wissenschafts-Stoffe! Da muss ich sofort an die Einkaufstasche Albert denken.

Handytaschen-Liebe

Angefangen hat die Handytaschen-Liebe übrigens mit meinen Näh-AGs. Ewig haben mir meine Schüler damit in den Ohren gelegen, dass sie Handytaschen nähen wollen. Ich habe mich aber davor gescheut, weil ja jedes Handy eine andere Größe besitzt. Außerdem hat vielleicht nicht jeder Schüler ein Handy. Ich wollte niemanden deswegen in Verlegenheit bringen. Aber diese Sorge war völlig unbegründet. In meinen Näh-AGs saß noch kein Kind, das kein Handy besessen hätte.

Also habe ich doch irgendwann nachgegeben und eine AG-taugliche Handytasche ausgetüftelt. In meinem Blogartikel Handytasche aus Webkanten für Nähnerds habe ich schon mal darüber berichtet. Wir messen nicht jedes Handy individuell aus, sondern es gibt drei Größen – klein, mittel und groß – und dann wird einfach anprobiert. Bisher hat noch jedes Handy in eine der Anschauungstaschen hineingepasst.

Handytaschen nähen mit Kindern

Bei meinen Schülern ist das Projekt „Handytasche“ extrem beliebt. Nachdem jeder eine für sich selbst genäht und zu Hause herumgezeigt hat, kommen dann die Aufträge rein: „Meine Mama hätte auch gerne so eine Tasche, aber in Grau!“ „Kann ich noch eine für meine Oma nähen, aber so, dass man die an den Rollator hängen kann?“

Ich sag doch: Jeder braucht eine Handytasche, jeder liebt sie!

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Herz-Topflappen nähen mit Kindern – So eine Näh-AG ist kein Ponyhof!

Stell dir vor, du hast viele Stunden in der Küche gestanden, um ein leckeres Essen für deine Familie zu zaubern. Alle sitzen am Tisch, aus dampfenden Schüsseln wird ausgeteilt. Erste skeptische Blicke. Die Nase wird gerümpft: „Das ess ich nicht! Auf keinen Fall!“ – So ging’s mir vor kurzem in meiner Näh-AG, als ich meinen zwölfjährigen Schülerinnen vorschlug, Herz-Topflappen zu nähen.

Herz-Topflappen nähen mit Kindern

Dieses fröhlich-bunte Exemplar habe ich für meine Küche genäht.

Ungläubige Blicke. Was ist das überhaupt? Was soll das denn sein? Ach so, Topflappen. Aha – „Brauch ich nicht! Die Mama auch nicht. So was ham wir schon.“ Kochen und Backen spielt in der Lebenswelt meiner Schülerinnen keine Rolle, wie’s scheint. Mensch, was hab ich früher mit meiner Oma Plätzchen und Kuchen gebacken. Ich hatte ein eigene kleine Schürze und ein Kinderkochbuch. Was hätte ich mich über solche süßen Topflappen gefreut. Tja, so verschieden sind die Zeiten und die Kinder.

Meinen Mädels konnte ich das Projekt jedenfalls nicht schmackhaft machen. Es ist gnadenlos durchgefallen. Das erlebe ich immer wieder mal, dass ich etwas vorbereite und die Mädels es dann doof finden. Eine meiner Schülerinnen bringt es manchmal besonders krass auf den Punkt: „Ich HASSE das“, sagt sie dann immer ganz scharf. Natürlich gibt’s unter den Kindern auch andere Gemüter, die entspannt und dankbar gerne nähen, was ich vorschlage.

Herz-Topflappen nähen mit Kindern

Aber so schnell gebe ich ja nicht auf. Ich versuche meine Schüler immer davon zu überzeugen, dass das eben doch ein tolles Projekt ist, dass es sich lohnt, sich darauf einzulassen und dass sie eine interessante, neue Technik kennen lernen können. Aber für solche Argumente sind manche Schüler nicht zugänglich. Es zählt nur: Kann ich das gebrauchen oder nicht? Lohnt es sich, Energie zu investieren oder nicht? Der Ansatz ist ja auch eigentlich nicht verkehrt. Was meine Schüler immer gebrauchen können, sind TaTüTas und Handytaschen. Die sind schnell gemacht und lassen sich prima verschenken.

Manchmal kann ich aber doch einen Gewinn verbuchen, wenn ich hartnäckig bleibe und wir gemeinsam einen Weg finden, wie sich das Projekt interpretieren lässt, so dass es doch noch brauchbar wird. Und dann sind sie manchmal gerade auf die Sachen besonders stolz, die sie zuerst gar nicht nähen wollten. Zum Beispiel auf eine Kissenhülle mit Reißverschluss und selbst gezeichneter Einhorn-Applikation.

Grundsätzlich setze ich immer auf Überzeugungskraft. Ich möchte die Kinder begeistern und ihnen dabei helfen, beim Nähen Erfolge zu haben, die ihr Selbstvertrauen stärken. Es ist mir wichtig, dass sie Spaß am Nähen haben, aber sie sollen sich auch anstrengen und bemühen und offen sein für Neues. Eine AG ist kein Freizeitprogramm, sondern Teil des Schulunterrichts und hat auch Lernziele. Manche davon haben gar nichts mit dem Nähen zu tun, sondern betreffen andere Kompetenzen.

Herz-Topflappen nähen mit Kindern

Die Schlaufe kannst du auch nachträglich annähen und mit einem Knopf verzieren (siehe Topflappen-Tutorial).

Natürlich frage ich meine Schüler regelmäßig, was sie gerne nähen möchten, greife ihre Wünsche auf und ermuntere sie, eigene Ideen zu entwickeln. Nicht alles lässt sich mit den Mitteln der Schule umsetzen. Da müssen wir dann manchmal Kompromisse schließen. Auch findet nicht jeder Vorschlag, der von Schülerseite kommt, breite Zustimmung. Die Geschmäcker sind verschieden, gerade wenn der Altersunterschied innerhalb einer AG groß ist. In einer Näh-AG habe ich Schülerinnen der 6., 7. und 8. Klasse, da sind die Unterschiede schon manchmal ganz schön groß. Sehr groß ist auch der Unterschied, was den Mädchen und was dem Jungen gefällt, den ich in meiner Anfängergruppe habe.

Ja, und manchmal werden Wünsche geäußert, an die sich drei Wochen später niemand mehr erinnern kann. Was soll ich sagen, so eine Näh-AG ist kein Ponyhof! Aber ich liebe meine Arbeit in der Schule. Sie bedeutet mir sehr viel, nicht nur, weil ich dort Geld verdiene, sondern weil mir die Schüler wichtig sind. Die allermeisten Nähprojekte, die ich mit in die Schule bringe, werden von den Kindern und Teenies begeistert angenommen. Das mit dem Geldverdienen erwähne ich übrigens nur deshalb, weil ich immer wieder gefragt werde, ob ich das ehrenamtlich mache. Nein! Ich werde vom Förderverein der Schule für meine Arbeit bezahlt.

Ich finde ja nach wie vor, dass die Herz-Topflappen ein wunderbares Projekt sind. Ich finde sie sehr, sehr schön und benutze sie gerne in meiner eigenen Küche. Die Basis dafür ist das Tutorial von Ella (ringelmiez). Ich habe allerdings ein eigenes Herz-Schnittmuster entworfen und ein paar Anpassungen vorgenommen, damit das Projekt kinder- und schultauglich wird.

Jetzt würde mich natürlich interessieren: Hast du auch schon mit Kindern genäht, vielleicht mit deinen eigenen, und ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Ich würde mich über einen Austausch sehr freuen.

Verlinkt bei Handmade on Tuesday und DienstagsDinge

Warum die Zeit jetzt reif ist für eine selbst genähte Ordnerhülle

Ich muss ja ganz ehrlich sagen: Bisher habe ich nie die Notwendigkeit gesehen, Ordnerhüllen zu nähen. Ich finde sie schon hübsch, das ist nicht das Ding. Und wenn man nur zwei, drei Ordner hätte, wär‘ das ja auch ‘ne feine Sache, aber wenn der ganze Schrank voll steht… Puh! Wie viele Wochen lang soll ich denn diese Hüllen nähen?

Ich hab‘ ja manchmal das Gefühl, ich wär‘ auch im Archiv oder in der Verwaltung gut aufgehoben gewesen. Schon als Kind habe ich meine Bravos gerne gelocht und chronologisch abgeheftet. Natürlich habe ich vorher den Starschnitt sauber rausgetrennt! … Im Rückblick muss ich da selbst drüber lachen. Na ja, auch wenn ich Zeitschriften heute nicht mehr abhefte und aufhebe, in meiner Schnittmuster-Sammlung habe ich immer noch gerne Ordnung. Und deshalb stehen da auch ein paar dicke Ringordner im Nähregal.

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Einer davon sticht nun heraus, ist ganz speziell und verdient deshalb eben doch so ein schönes Mäntelchen. Das Besondere an ihm ist nämlich, dass er nicht nur brav bei seinen Kollegen im Regal steht, sondern einmal in der Woche mit mir unterwegs ist. Gemeinsam fahren wir nachmittags in eine Schule und geben dort Nähunterricht.

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Was für ein Spaß! Es macht so viel Freude, die Mädels (5./6. Klasse) bei ihren ersten Schritten an der Nähmaschine zu begleiten. Diese Magie, wenn der Fuß zum ersten Mal aufs Pedal tritt und die Maschine losnäht, die strahlenden Augen und das aufgeregte „Waaah, ich nähe!“ – Unbezahlbar! Ein Schuljahr lang darf ich mit den Mädchen nun Monster, Eulenkissen, Wimpelketten, Stoffbeutel und viele andere schöne Projekte nähen. Ich bin so glücklich darüber, dass das geklappt hat, dass sich genügend Schülerinnen angemeldet haben und die AG zustande gekommen ist. Tatsächlich war das Thema „Nähen“ so beliebt, dass gar nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten.

Kinder-Nähkurs

Herzen mit Anhänger, unser 1. Projekt nach den Nähübungen. Das Buch von Jane Bull übrigens sehr empfehlenswert!

Und weil es mir so viel Spaß macht, mein Wissen weiterzugeben, Nähtechniken zu erklären, Tipps zu geben und gemeinsam kreativ zu sein, biete ich ab diesem Herbst auch privat bei mir zuhause Nähkurse und Workshops in kleiner Runde an. Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene! Platz für drei Nähschüler ist vorhanden, und ich denke, das könnte richtig gut werden. Oben unter meinem Header findest du die neue Rubrik Nähkurse mit den aktuellen Terminen.

Wenn du zufällig jemanden in der Gegend um Hanau, Büdingen, Gelnhausen, Langenselbold, Bruchköbel kennst, der gerne das Nähen lernen möchte, würde ich mich sehr freuen, wenn du ihr/ihm davon erzählst. Wer den Umgang mit der Nähmaschine schon beherrscht und gerne einen Workshop besuchen möchte, findet in meinem Programm auch ein paar schöne Angebote.

Natürlich muss ich jetzt mit meinen Mädels in der Schule irgendwann auch Ordnerhüllen nähen, denn sie waren absolut begeistert vom neuen Mäntelchen. Innen habe ich mir ein Extra-Fach gebastelt, um schnell die Entschuldigungen, Schulmitteilungen und sonstigen Zettel verstauen zu können. Es ist ja der Wahnsinn, was Lehrer alles in die Hand gedrückt bekommen!

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Die Anwesenheitsliste muss natürlich auch abgehakt werden, und damit das möglichst schnell geht – Bloß keine Zeit verlieren, die Mädels wollen nähen! – habe ich gleich Kuli und Bleistift parat. Oben drüber habe ich mir eine kleine Klappentasche dazugebastelt, in der ich meine Schlüssel für Raum und Schrank verwahre. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hängen die Schlüssel an einem Karabiner-Band, das fest im Täschchen eingenäht ist.

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Die große Frage war natürlich: Hab ich richtig gerechnet und geplant? Passt der Ordner nach dem Wenden auch in die mit Volumenvlies gefütterte Hülle? Ich habe kein Probestück genäht, sondern gleich den schönen Stoff von Hamburger Liebe angeschnitten. Aber zum Glück ist alles gutgegangen: Der Ordner passt perfekt in den Umschlag – nicht zu eng und nicht zu weit. Genau richtig.

Weil auf Instagram schon leise Rufe nach einem Tutorial aufgekommen sind, möchte ich hier noch mal fragen: Besteht denn Interesse an einer Anleitung? Und falls ja: Auch mit Innenleben? Gerade die Fächer für die Stifte und die Klappentasche sind ja doch sehr speziell und unnötig, wenn der Ordner nur im Schrank steht.

Mit meinem neuen Mäntelchen bin ich heute zu Gast bei RUMS. Mal schauen, was die anderen Weiber so gewerkelt haben. Kommst du mit?