Kategorie: Blöcke

6 Köpfe – 12 Blöcke | Mein Quilt-Layout – Tipps & Größentabelle

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Ich glaube, zum ersten Mal haben wir Fragen zum Vlies, zur Anordnung der Blöcke und zur Quiltgröße im Januar gehört. „Kommt noch. Geduld! Eins nach dem anderen!“, haben wir unsere Teilnehmer vertröstet. Und schwuppdiwupp ist November, elf Geheimnisse sind enthüllt, nur noch ein Block fehlt, und tatsächlich ist jetzt die Zeit gekommen, sich mit der Fertigstellung unseres schönen Sampler Quilts zu beschäftigen.

Natürlich wollen wir unsere Teilnehmer auch bei diesen letzten Schritten begleiten, sie unterstützen und Anregungen geben. Deshalb zeigen wir diese Woche unsere Quilt-Layouts, also die Anordnung unserer Quiltblöcke. Wir verraten, mit welchem Vlies wir unsere Quilts füttern und wie groß wir unsere Zwischen- und Randstreifen zuschneiden. Den fertigen Quilt zeigen wir noch nicht, das heben wir uns für Dezember auf, denn schließlich hüten wir ja noch ein letztes Geheimnis.

Mein zusammengenähtes Quilttop - bereit für die Fertigstellung

Vielleicht hast du diese Woche schon die Layout-Vorschläge der anderen 5 Köpfe gesehen. Dorthe hat ein megacooles Layout präsentiert und damit die ganze Facebookgruppe von den Socken gehauen. Verena hat gezeigt, wie spielend leicht man die Blöcke auf die Spitze stellen und damit Größenunterschiede ausgleichen kann. Sehr inspirierend fand ich auch das Layout von Andrea, die uns zeigt, dass man auch mal in „anderen Bahnen“ denken kann. Mit viel Liebe ausgetüftelt ist Gesines Layout, das sie uns morgen präsentieren wird. Ich hab‘ schon einen Entwurf gesehen und kann verraten: Das sieht ganz, ganz toll aus!

Nadra und ich sind die Vertreter der klassischen Layout-Variante. Wir haben unsere Blöcke 3 x 4 in Form eines Rechtecks angeordnet. Während Nadra ein recht breites Sashing gewählt hat, um eine Decke in „lap size“ für die Couch zu bekommen, habe ich meine Streifen bewusst schmal zugeschnitten. Mein Quilt soll klein bleiben, denn ich möchte ihn in meinem Nähatelier an die Wand hängen. Da mein Quilt sehr bunt ist, halte ich das klassische Layout und Zwischenstreifen in Weiß für die beste Wahl. Ich denke, es bringt Struktur und Ruhe ins bunte Treiben.

Aus diesem Grund habe ich auch keine Cornerstones zwischen die Blöcke gesetzt. Eigentlich hatte ich das vor, weil mir die Eckquadrate sehr gefallen. Hier kannst du dir ein Beispiel davon anschauen. Ich habe die Idee aber dann doch verworfen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es speziell bei meinem Quilt vorteilhaft wirkt. Ich befürchtete, es würde zu unruhig werden. Erstens weil es so viele verschiedene Blöcke sind und zweitens weil’s eh schon sehr bunt bei mir ist. Ich möchte nicht, dass Muster und Cornerstones miteinander verschwimmen. Deshalb ohne.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein Quilt-Layout

Mein Wandquilt misst fertig 42 ½ x 56 Inch, ist also etwa 108 cm breit und 142 cm lang. Eine sehr schöne Größe für die Wand. Die Zwischen- und Randstreifen habe ich 2 Inch zugeschnitten. Bei ¼ Inch Nahtzugabe bleiben dann im fertigen Quilt 1 ½ Inch Zwischenstreifen übrig. Bei der Umrandung sind es 1 ¾ Inch, weil sie ja nur an einer Seite angenäht wird. Doch das eine Viertel Inch Unterschied wird dann vom schmalen Binding verdeckt, so dass also auch die Umrandung optisch 1 ½ Inch breit ist.

Falls du dich fragst, wie breit du die Streifen zuschneiden musst, um eine bestimmte Quiltgröße zu erhalten, habe ich eine hilfreiche Größentabelle für dich erstellt.

Achtung: Die Maße in der linken Spalte beziehen sich auf den Zuschnitt der Zwischen- und Randstreifen, nicht auf die fertige Breite! Die Maße in der mittleren und rechten Spalte beziehen sich hingegen auf die fertige Quiltgröße. Ich gehe von einem klassischen Layout von 4 Reihen à 3 Blöcken aus, wobei jeder Block 12 ½  x 12 ½ Inch (fertig 12 x 12 Inch) misst. Außerdem gehe ich von einer Nahtzugabe von ¼ Inch aus. Die Länge der Streifen muss individuell ausgerechnet werden.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Größentabelle

Wenn du jetzt denkst: „Wow, 154 x 199 cm, das klingt ja nach einer richtig tollen Kuscheldecke“, muss ich dich warnen: Es macht wenig Spaß und ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, eine so große Decke mit einer normalen Nähmaschine zu quilten. „Normale“ Nähmaschinen haben oft nur einen Durchlass von 15 cm rechts neben der Nadel. Eine dicke, fette Quiltsandwich-Rolle passt da kaum durch. Meine Pfaff hat einen Durchlass von 20 cm, und selbst damit war es harte Arbeit, meinen 160 x 200 cm großen 365-Tage-Quilt zu quilten. Ich war sehr froh, als das Ding nach 7 Stunden zusammengesteppt war.

Wenn du also nicht gerade eine Longarm-Quiltmaschine im Keller stehen oder eine Freundin mit so einem Profi-Gerät hast, such dir lieber eine mittlere Größe aus. Abgesehen von der Handhabung, wie sieht denn auch ein Quilt aus, bei dem die Zwischenstreifen halb so breit sind wie die Blöcke? Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Wenn dir wirklich eine große Decke vorschwebt, solltest du vielleicht lieber ein anderes Layout wählen. Wenn du beim klassischen Layout bleiben möchtest, empfehle ich dir Nadras Anleitung.

Ich habe mich also für meinen Wandquilt für eine Zuschnitt-Breite von 2 Inch entschieden.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein Quilt-Layout - Kurzanleitung

Zuschnitt der Zwischen- und Randstreifen:

A   =   (8 x)   2″ x 12 ½“
B   =   (5 x)   2″ x 39 ½“
C   =   (2 x)   2″ x 56″

Kurzanleitung:

Schritt 1:   Streifen A zwischen die Blöcke nähen, so dass du 4 Reihen mit je 3 Blöcken erhältst.
Schritt 2:   Streifen B an die 4 Reihen nähen.
Schritt 3:   Streifen C seitlich an das Top nähen und die Umrandung vollenden.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein Quilt-Layout - Kurzanleitung

Natürlich waren auch bei mir nicht alle Blöcke exakt 12 ½ Inch groß, aber das ließ sich durch unterschiedliche Nahtzugaben ganz gut ausgleichen. Da muss man einfach ein bisschen mit den Streifen tricksen. Und wenn am Ende doch ein paar Spitzen knapp verschluckt werden, was soll’s, das hat keinen Einfluss auf die Gesamtwirkung. Ich finde, da muss man nicht päpstlicher sein als der Papst.

Die Aufhängung meines Wandquilts ist unsichtbar. Ich nähe keine großen Schlaufen an, um den Quilt wie eine Gardine an eine Stange zu hängen. Nee, das gefällt mir nicht. Ich bringe auf der Rückseite an den oberen zwei Ecken Einschublaschen an, in die ich eine schmale Leiste stecke. An dieser Leiste kann ich meinen Quilt dann auf zwei Nägeln aufhängen. So hängt der Quilt wie ein Gemälde an der Wand. Da ich noch nicht so weit bin, zeige ich das Prinzip mal an meinem Tulpen Mini Quilt. Hier ein Foto von der Rückseite:

Quilt-Rückseite mit Aufhängung

Mein 6 Köpfe-Wandquilt ist ungefähr 40 cm breiter als der Tulpen Mini Quilt. Deshalb werde ich zusätzlich zu den Dreiecken eine schmale Schlaufe mittig anbringen, durch die ich die Leiste hindurchführe. So vermeide ich, dass der Quilt in der Mitte durchhängt. Die Dreiecke sind diagonal gefaltete Quadrate, die vor dem Annähen des Bindings knappkantig mit der offenen Seite zu den Kanten an den Rückseitenstoff genäht werden. Für meinen 6 Köpfe-Wandquilt werde ich die Quadrate 5 x 5 Inch zuschneiden. Das ist größer als auf dem Beispielfoto, aber der Tulpen-Quilt ist ja auch kleiner.

Die Leiste ist eine 4 mm starke Holzleiste für 1 Euro und paar Zerquetschte aus dem Baumarkt. Ich habe auch schon mal einen Rundstab benutzt, aber die Leiste finde ich besser.

Was das Vlies angeht, greife ich auch mal auf ein altes Beispielfoto vom Tulpen Mini Quilt zurück (siehe unten). Dort habe ich Volumenvlies 280 verwendet, ein hochbauschiges, weiches Polyestervlies, das sich einfach verarbeiten lässt und dem Wandquilt die nötige Stabilität gibt. Weil ich damit sehr gute Erfahrung gemacht habe, verwende ich es wieder. Allerdings nehme ich Volumenvlies 281. Das ist haargenau das gleiche Material wie das 280er, aber liegt 150 cm breit anstatt 90 cm. Wenn ich davon 120 cm nehme, ist es rundherum ein paar Zentimeter größer als mein Top. Perfekt! So soll das sein.

Auch der Rückseitenstoff sollte etwas größer als das Top sein. Bei meiner Quiltlänge von 142 cm muss ich dafür nicht mal mehrere Teile zusammennähen, sondern kann ein ganzes Stück nehmen. Ich muss mir nur einen Stoff mit einer Breite von 150 cm aussuchen und davon ca. 120 cm abschneiden.

Zusammenfassung – Benötigtes Material:

120 cm Volumenvlies 281 ( bei einer Vliesbreite von 150 cm)
120 cm Rückseitenstoff  (bei einer Stoffbreite von 150 cm)
(2 x) 5 x 5 Inch Stoff für die Einschublaschen
ca. 110 cm lange Holzleiste (4 mm dick)
ca. 35 cm Stoff fürs Binding (bei einer Stoffbreite von 110 cm)

➜ Tipp: Volumenvlies 281 bekommst du in den Shops von Andrea und Verena* (Affiliate-Link).

Quilten mit Volumenvlies 280

Ob ich wieder mit dem Wellen-Zierstich meiner Nähmaschine quilte, weiß ich noch nicht. Ich würde gerne mal was anderes ausprobieren. Na, mal sehen. Der Umzug in unser neues Haus lässt mir im Moment nicht so viel Spielraum für Experimente. Wichtig zu wissen: Je dichter du quiltest, umso steifer wird der Quilt!

Hervorragende Tutorials für die Fertigstellung eines Quilts findest du bei meinen Kolleginnen:

Kein Tutorial, aber viele Bilder und Infos findest du in meinem Blogbeitrag Making of | Mein 365-Tage-Quilt und wie er entstand.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein Quilt-Layout - Tipps & Größentabelle

Wenn du Teilnehmer/in unseres Quilt-Alongs bist und Unterstützung brauchst, teile deine Gedanken mit uns in der Facebookgruppe. Wir beratschlagen gerne zusammen mit dir und helfen, wo wir können. Wir sind sehr gespannt auf alle fertigen Sampler Quilts und können es kaum erwarten, auch deinen zu sehen.

Aber vorher muss natürlich noch der letzte Baustein ergänzt werden, der zwölfte und letzte Quiltblock, dessen Identität Gesine am 1.12. auf ihrem Blog Allie & Me lüftet. Natürlich gibt’s dann auch wieder ein anfängerfreundliches Tutorial mitsamt Ausmalbild und Linkparty. Morgen zeigt uns Gesine aber erst mal ihr Quilt-Layout. Sei gespannt!

Hihi, apropos Gesine… Zufällig bin ich auf ein Interview gestoßen, das ich vor drei Jahren hier im Blog mit Gesine geführt habe. Wir beide mussten sehr lachen, als wir es jetzt noch mal gelesen haben. Schau selbst: Interview | Patchworkelfe Gesine über das Quilten

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* Info: Die mit einem * markierten Links sind Affiliate-Links (Werbelinks). Sie führen dich zu Shops, die ich dir gerne empfehlen möchte. Wenn dir meine Empfehlung gefällt und du über diesen Link etwas einkaufst, bekomme ich eine kleine Vergütung, ohne dass du dafür mehr zahlen musst. Danke für deine Unterstützung.

DANKE an Nadra für die tollen Grafiken!

6 Köpfe – 12 Blöcke | Tutorial – Jacob’s Ladder

Herzlich Willkommen zum November-Tutorial auf meinem Blog! Schön, dass ihr hier seid. Wir 6 Köpfe wollen euch in diesem Quilt-Along ja traditionelle Blöcke näherbringen, und da dürfen selbstverständlich biblische Blöcke nicht fehlen. Deshalb habe ich für diesen Monat den Jacob’s Ladder ausgesucht und werde euch zeigen, wie dieser klassische 9er-Block genäht wird.

Der Name „Jakobsleiter“ bezieht sich auf eine Erzählung in der Bibel. Im Buch Genesis 28, 12 heißt es: „Da hatte er [Jakob] einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.“

Tatsächlich sieht der Quiltblock in seiner klassischen Form wie eine Treppe aus. Kein Wunder haben sich die Quilterinnen vor 120 oder 150 Jahren beim Anblick des Blocks an den biblischen Jakob erinnert gefühlt. Damals gehörte ja die Bibel ganz selbstverständlich zum Familienleben amerikanischer Christen. Aber der Quiltblock wurde im Laufe der Zeit auch auf andere Namen getauft.

Er ist auch ohne biblischen Bezug bekannt als Underground Railroad, Road to California oder Stepping Stones. Alle Namen bringen das Gleiche zum Ausdruck: Auf dem Weg wohin zu sein. Ein schöner Block für uns, wie ich finde. Denn wir sind ja auch auf dem Weg: Erstens schreiten wir mit Siebenmeilenstiefeln auf das Finale dieses schönen Quilt-Alongs zu. Und zweitens sind wir natürlich auf dem Weg, wahre Meister/innen des Patchworks zu werden. *zwinker*

Alle Techniken, die ihr für die Jakobsleiter braucht, habt ihr in den vorhergehenden Tutorials bereits kennen gelernt. Der Spaß und die Herausforderung liegen bei diesem eher einfachen Block vor allem in der geschickten Auswahl der Farben und Stoffe. Je nachdem, wie ihr euch da entscheidet, könnt ihr ganz verschiedene Effekte erzielen. Schaut euch doch mal diese Varianten an: Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3.

Wir nähen für unseren Sampler nur einen einzigen Block. Ihre wahre Schönheit entfaltet die Jakobsleiter aber erst in der Wiederholung. Bei einem ganzen Quilt aus Jakobsleitern entsteht ein faszinierendes, grafisches Muster, bei dem der einzelne Block optisch verschwindet. Absolut großartig! Hier könnt ihr einen Eindruck von solchen Jacob’s Ladder Quilts gewinnen:

Beispiel 4 – ein über 90 Jahre alter Quilt in Rot-Weiß
Beispiel 5 – ein bunter Quilt aus Mini-Jakobsleitern

Gut, dann wollen wir jetzt mit dem Nähen beginnen. Mit eurem mittlerweile geübten Auge habt ihr bestimmt sofort gesehen, dass sich die Jakobsleiter in 9 Einheiten zerlegen lässt: 4 Half-Square Triangles (HSTs) und 5 Viererblöcke. Alle Einheiten sind vor dem Zusammennähen 4 ½ x 4 ½ Inch groß. Der fertige Block misst wie immer 12 ½ x 12 ½ Inch.

Für die Viererblöcke könnt ihr wunderbar kleine Stoffreste aus den vorangegangenen Monaten verwenden. Oder ihr näht aus zwei Stoffen ein langes Rechteck und schneidet 2 ½“ breite ‚Scheiben‘ ab. Wie das gemeint ist, erfahrt ihr weiter unten. Lest euch das Tutorial bitte einmal komplett durch, bevor ihr anfangt.

Die Nahtzugabe ist bereits enthalten und beträgt ¼ Inch.

Wie ihr auch ohne Inch-Nähfuß die Nahtzugabe exakt einhalten könnt, habe ich ➜ in diesem Blogpost erklärt. Das Bügeln der Nahtzugaben macht ihr, wie ihr es gewohnt seid und für richtig haltet. Ich habe hier alle Nahtzugaben auseinandergebügelt. Mehr über das Thema Nahtzugaben-Bügeln erfahrt ihr ➜ in diesem Artikel.

Schritt 1: HSTs aus 2 Quadraten nähen (4 Stück)

2 Quadrate, je 5“ x 5“ (Stoff A – hier: weiß)
2 Quadrate, je 5“ x 5“ (Stoff B – hier: hellblau gemustert)

1. Vier Quadrate zuschneiden: 2 x aus Stoff A und 2 x aus Stoff B. Zeichnet auf der linken Seite eines Stoffes mit dem Trickmarker oder Bleistift eine Diagonale.
2. Stoff A rechts auf rechts auf Stoff B legen und mit Klammern oder Nadeln fixieren.

3. Mit einem Abstand von ¼ Inch links und rechts neben der Markierungslinie nähen.
4. Die Markierungslinie durchschneiden und das Quadrat teilen.

5. Die HSTs auseinanderfalten, Nahtzugaben bügeln und auf 4 ½ x 4 ½ Inch trimmen.
6. Auf diese Weise insgesamt 4 HSTs in der Größe 4 ½ x 4 ½ Inch herstellen.

Alternativ könnt ihr die 4 HSTs auch aus 2 großen Quadraten herstellen. Nadra hat in ihrem Churn Dash Tutorial im Februar erklärt, wie’s funktioniert.

 

Schritt 2: Viererblöcke nähen (5 Stück)

Ein Viererblock wird aus vier 2 ½ x 2 ½ Inch großen Quadraten zusammengenäht und ist fertig 4 ½ x 4 ½ Inch groß. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ihr sie herstellen könnt:

  • Ihr könnt die Quadrate entweder einzeln zusammennähen, um kleine Stoffreste zu verwerten (➜ Bilder 7a + 8a).
  • Oder ihr schneidet Streifen von einem langen Rechteck ab und näht diese dann zusammen. Das ist zeitsparend, aber nur sinnvoll, wenn ihr mehrere gleiche Einheiten braucht (➜ Bilder 7b + 8b).

7a. Vier 2 ½ x 2 ½ Inch große Quadrate zuschneiden.
8a. Jeweils zwei Quadrate zusammennähen, z. B. Weiß + Gelb und Rosa + Weiß. Anschließend die zwei entstandenen Reihen zusammennähen. Das fertige Quadrat misst 4 ½ x 4 ½ Inch und ist genauso groß wie ein HST. Nahtzugaben wie gewohnt bügeln!

7b. Zwei 2 ½ Inch breite Streifen (von individueller Länge) längs zusammennähen und die Nahtzugaben bügeln. So bekommt ihr ein zweifarbiges Rechteck in der Größe 4 ½ Inch x die individuelle Länge. Von diesem Rechteck schneidet ihr jetzt 2 ½ Inch breite ‚Scheiben‘ ab. Die Länge der Streifen richtet sich danach, wie viele Einheiten ihr herausbekommen wollt.

Beispiel: Wenn ihr 5 Einheiten erhalten möchtet, müssen eure Streifen 12 ½ Inch lang sein. Das Rechteck, von dem ihr eure 2 ½ Inch ‚Scheiben‘ abschneidet, wäre dann 4 ½ Inch x 12 ½ Inch.

8b. Zwei Einheiten (4 ½ x 2 ½ Inch) zu einem Quadrat (4 ½ x 4 ½ Inch) zusammennähen. Nahtzugaben wie gewohnt bügeln.

 

Schritt 3: Jakobsleiter-Block zusammennähen

9. Vier HSTs und fünf Viererblöcke zur Jakobsleiter legen. Charakteristischerweise befinden sich die Viererblöcke in den Ecken und in der Mitte, die HSTs dazwischen.
10. Alle drei Einheiten einer Reihe zusammennähen. Nahtzugaben wie gewohnt bügeln. Zum Schluss die drei Reihen zusammennähen und fertig ist die Jakobsleiter.

Für mich war an diesem Block wirklich das Kniffeligste, mich für ein Design zu entscheiden. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Stoffe und Farben zu kombinieren. Man kann dabei sehr nah am klassischen Vorbild bleiben und die Treppe stark hervorheben, oder aber die Einheiten so wild mischen, dass die Leiter in den Hintergrund tritt.

Damit ihr eine gute Planungshilfe habt, hat Nadra wieder eine Übersichtsgrafik (links) und ein Ausmalbild (rechts) für euch erstellt.

 

Das Ausmalbild könnt ihr euch hier herunterladen: ➜ Jacob’s Ladder Ausmalbild (pdf)
Wichtig: Es ist als Planungshilfe gedacht und kein Schnittmuster!

Nun sind elf von zwölf Blöcken gelüftet, noch ein Geheimnis hüten wir: den Dezember-Block. Den werdet ihr pünktlich am 1. Dezember bei Gesine (Allie & Me) finden. Ach, ich freue mich schon so sehr, all eure fertigen Blöcke und Quilts zu sehen. Das wird ein riesengroßes Fest!

Und die Katze ist ja schon aus dem Sack: Auch 2018 wird es weitergehen! Jaaa! Wir haben uns ein schönes, neues Jahresprojekt ausgedacht und können es kaum erwarten, euch mehr darüber zu erzählen.

Die bisher veröffentlichten Tutorials für den 2017er Quilt findet ihr hier:

Eure fertigen Jakobsleitern könnt ihr wie immer gerne in unserer Facebookgruppe, auf unserer Flickr-Seite und auf Instagram unter dem Hashtag #12blöckenovember teilen.

Wenn ihr einen Blogpost über eure Jakobsleiter geschrieben habt, dürft ihr ihn gerne hier verlinken:

Linkparty-Regeln:

 

 

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6 Köpfe – 12 Blöcke | Joseph’s Coat – Meine Tipps für euch

Das Geheimnis ist gelüftet: Der 10. Block von 6 Köpfe – 12 Blöcke ist der Joseph’s Coat. Gestern hat Andrea {Quiltmanufaktur} die Anleitung dazu veröffentlicht. Zum zweiten Mal nähen wir also einen runden Block und üben uns in der jahrhundertealten Technik des Applizierens. Auf den Spuren unserer Vorfahrinnen.

Quiltblock Joseph's Coat - Meine Tipps für euch

Applikationen sind ein wesentlicher Bestandteil von traditionellem Patchwork. Während das Aufnähen von Stoffteilen zur Dekoration von Quilts und Kleidung früher reine Handarbeit war, können wir heute eine Nähmaschine dafür benutzen. Von diesem Luxus habe ich diesmal auch Gebrauch gemacht. Das Nähen von Hand kann ein großer Genuss sein, aber nur wenn man Zeit und Muße dafür hat. So geht’s mir jedenfalls. Durch unseren Umbau bin ich da im Moment etwas pragmatischer. Wenn ihr auch keine Zeit oder Lust zum Handnähen habt, scheut euch nicht, das Applizieren mit der Maschine zu machen. Das ist absolut erlaubt!

Ich zeige euch mal Schritt für Schritt, wie mein Joseph’s Coat entstand. Der weiße Hintergrund ist gesetzt, bei den Blättern habe ich mich für Bunt entschieden: vier verschiedene Farben, von jeder Farbe drei Stoffe. Macht insgesamt 12 verschiedene Blätter. Die kräftigen Stoffe habe ich nach außen gesetzt, die komplementären Farben einander gegenüber.

Quiltblock Joseph's Coat - Meine Tipps für euch

Beim Vlies habe ich mich ganz und gar an Andreas Tipp gehalten: Vlieseline L 11. Ich bin total begeistert von diesem „Zaubervlies“, wie Gesine es mal so schön genannt hat. Bei Applikationen kommt mir in Zukunft gar nichts anderes mehr in die Tüte! Auch Applikationen auf Taschen werde ich nur noch so machen. Das geht ganz hervorragend, und das Ergebnis ist perfekt.

Die Technik an sich ist mir nicht neu. Ich habe schon öfter Applikationen nach dieser Methode gemacht. Auch den Schülern in meiner Näh-AG bringe ich es so bei. Aber bisher habe ich immer Stoff dafür genommen, kein Vlies. Auf die Idee muss man ja auch erst mal kommen! In meinem Schrank liegen nur Bügeleinlagen wie G 700 oder F 220, aber die sind dafür weniger geeignet, weil nach dem Wenden beim Flachbügeln die Klebepunkte schmelzen und alles zusammenbackt.

Das L 11 hingegen ist ein Gewebe ohne Klebepunkte. Es ist hauchdünn und wird vor allem beim Nähen von Blusen und Kleidern verwendet. Obwohl es so dünn ist, lässt es sich prima vernähen und sehr gut wenden und ausformen. Die Blätter werden fast exakt so groß wie die Schablone, sehr formgenau und wunderbar flach. Nur an den Spitzen gibt’s etwas Verlust. Also ich kann’s nicht anders sagen: Ich bin begeistert! Keine Applikation mehr ohne L 11!

Beim Übernehmen des Umrisses schwöre ich weiterhin auf meinen Magic Pen, der eine ganz feine Linie zeichnet, die später wieder von selbst verschwindet. Wie ihr seht, habe ich exakt auf meiner markierten Linie genäht. Dazu orientiere ich mich am mittleren Strich auf meinem Nähfüßchen. Stichlänge: 2,0.

Quiltblock Joseph's Coat - Meine Tipps für euch

Um die richtige Position für meine Blätter zu finden, habe ich meinen Hintergrundstoff gefaltet, so wie es Andrea in ihrer Anleitung beschreibt: diagonal und jeweils zur Hälfte. Allerdings habe ich nicht den ganzen Stoff gefaltet, sondern nur an den Stellen, an denen ich die Markierung brauche: in der Mitte und an den vier Seiten. So muss ich mir keine Sorgen machen, dass ich später die Falten nicht mehr rausgebügelt bekomme. Auf den Zirkel habe ich verzichtet, weil ich den Bleistiftstrich auf meinem weißen Stoff nicht mehr entfernen kann. Gibt’s eigentlich einen Zirkel mit Trickmarker?

Quiltblock Joseph's Coat - Meine Tipps für euch

Die Blätter sollten so positioniert werden, dass seitlich mindestens ein Viertel Inch Nahtzugabe übrig bleibt. Theoretisch sollte sogar mehr Platz sein, aber das Viertel Inch brauchen wir auf jeden Fall! Darauf also achten! Ich habe jedes Blatt vorsichtig angehoben – erst die eine Hälfte, dann die andere – und großzügig Textilkleber auf den Stoff geschmiert. Dafür habe in den gleichen Klebestift benutzt wie beim Hexies-Applizieren: den Fabric Glue Pen von Sewline bzw. den Aqua-Fixierstift von Prym. Die tun beide dasselbe. Dann habe ich zur Sicherheit noch mal zwei Nadeln pro Blatt gesteckt, damit mir auch wirklich nichts verrutscht. Aber bei genug Kleber und Nadeln ist es nahezu unmöglich, dass sich etwas verschiebt.

Wenn ihr die Blätter mit der Maschine aufsteppen wollt, so wie ich es gemacht habe, solltet ihr darauf achten, dass die Blätter sehr gut gebügelt sind und sich nicht aufplustern. Damit ihr keine Luft hineinnäht, zwischendurch immer mal glattstreichen und die Nadeln erst am Ende entfernen. Weil ich persönlich es schöner finde, habe ich Anfang und Ende meiner Steppnaht nicht vernäht, sondern die Oberfäden auf die Rückseite gezogen und dort mit den Unterfäden verknotet. So ganz ohne Handarbeit ging es also bei mir auch nicht.

Mehr Tipps und Inspiration findet ihr heute bei Gesine, die sich für ihren Joseph’s Coat etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen. Schaut mal bei ihr vorbei! In den nächsten Tagen zeigen euch dann Dorthe, Verena und Nadra ihren fertigen Joseph’s Coat.

Joseph's Coat Quiltblock

Ich wünsche euch einen schönen Tag der Deutschen Einheit und eine tolle Herbstwoche!
Ganz liebe Grüße!

Links zu den Tutorials:

Links zum Weiterlesen:

Austausch:

9 von 12 – Zeigt her eure Quiltblöcke! (Blog Hop)

Bunt, bunter, am buntesten! So wünsche ich mir nicht nur Deutschland, Europa und die ganze Welt, sondern auch meinen 6 Köpfe – 12 Blöcke Quilt. Direkt nebeneinander sieht das ja schon ein bisschen nach Knallbonbon aus, aber ihr müsst bedenken, es werden noch neutrale Streifen dazwischenkommen. Außerdem werden einige Quiltblöcke die Plätze tauschen. Ich habe sie hier nach der Reihenfolge im Quilt-Along ausgelegt.

Erste Reihe von links nach rechts: Rolling Stone, Churn Dash und Broken Dishes
Zweite Reihe von links nach rechts: Dresden Plate, Dutchman’s Puzzle und Pineapple
Dritte Reihe von links nach rechts: Snail’s Trail, Card Trick und Bear’s Paw

9 von 12 Quiltblöcke (Quilt-Along 6 Köpfe - 12 Blöcke)

Ich sag euch: Dieser Quilt-Along ist für mich ein einziger Lernprozess. Nachdem ich begriffen habe, dass meinem Sampler ein roter Faden fehlt, habe ich die Blöcke Rolling Stone, Churn Dash und Broken Dishes noch einmal genäht. Auch beim Dutchman’s Puzzle habe ich die grünen Flying Geese ausgetauscht. Sinn und Zweck des Ganzen war es, alle Quiltblöcke mit weißem Hintergrund zu haben und die verwendete Stoffe zu vereinheitlichen.

Ich habe sehr darauf geachtet, die immer gleichen Stoffe und Farben zu wiederholen. Dabei habe ich gemerkt, dass es von Vorteil ist, helle und kräftige Farbtöne zu kombinieren und die kräftigen Farben wie das starke Rot oder das sehr intensive Ockergelb nur sehr vorsichtig und gezielt als Eyecatcher einzusetzen. Sonst sind sie so dominant, dass die helleren Farbtöne wie graue Mäuse dahinter verschwinden.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein Rolling Stone Quiltblock

So, und nun habe ich meine dritte, wichtige Lektion gelernt. Eins vorneweg: Wenn ich meine Quiltblöcke betrachte, bin ich nicht unzufrieden. Jeder Einzelne gefällt mir sehr. Ich liebe die fröhlichen, leichten Farben, sie erinnern mich an Sommer und machen mir sofort gute Laune. Auch den fertigen Quilt werde ich lieben. Da bin ich mir sicher.

Aber eine Kleinigkeit stört mich. Das klingt jetzt komisch, aber: Im Zusammenspiel aller Blöcke fehlt etwas, das stört! Es fehlt ein Stachel, eine Farbe, die zwar dazu passt, aber anders ist als alle anderen, eine Farbe, die das laute, aufgeregte, süße Bunt ausgleicht und beruhigt. Ich glaube, erst mit so einem Ausreißer würde ich tatsächlich die Harmonie erzielen, die ich mir wünsche.

Ich wollte das bisher nicht glauben, aber Camille Roskelley hat doch recht: Bei einer guten Stoffkollektion sollte eine Farbe dabei sein, die auf den ersten Blick nicht dazu passt. Fragt mich bitte nicht, wo ich das mal gelesen habe. Ich habe die Aussage so im Kopf abgespeichert, und es passt auch zu den Stoffserien von Bonnie & Camille, in denen neben den leichten Sommerfarben auch sattes Dunkelblau, trübes Grau und Pechschwarz zu finden sind.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Rolling Stone + Broken Dishes

Das alles nach und nach selbst zu erkennen, finde ich echt spannend. Auch das ist das Schöne am Patchwork: Man setzt sich intensiv mit der Wirkung von Farben und der Zusammenstellung von Farben auseinander. Man schaut Stoffkollektionen anders an, macht sich mehr Gedanken. Ich habe z. B. neutrale Stoffe schätzen gelernt und unterscheide nicht mehr nur Farben, sondern auch Farbnuancen und Schattierungen. Als Patchworker steht man ja wie ein Künstler vor der weißen Leinwand und mischt seine Farben an. Man hofft, mit den Farben den gewünschten Effekt zu erzielen und wird wahrscheinlich mit viel Übung und Erfahrung immer besser darin.

Jetzt aber genug von mir. Was ist mit euch, sofern ihr bei unserem Quilt-Along mitmacht? Wie wirken eure 9 Blöcke? Seid ihr zufrieden? Zeigt sie uns doch mal!

In dieser Woche machen wir einen kleinen Blog Hop. Verena, Andrea, Gesine, Nadra, Dorthe und ich zeigen euch unseren Zwischenstand bis einschließlich September. Wer sich anschließen möchte, kann seine Collage auf Instagram unter dem Hashtag #6Köpfe9Blöcke oder in unserer Facebook-Gruppe zeigen.

Das Mitmachen lohnt sich diesmal ganz besonders. Denn unter allen Teilnehmern verlost Verena am Samstag zwei tolle, bunte Stoffpäckchen der Firma STOF Fabrics.

Ich freue mich auf eure 9er-Collagen und wünsche euch viel Glück für die Verlosung!

Meine 9 Blöcke verlinke ich heute bei RUMS.

6 Köpfe – 12 Blöcke | Bear’s Paw – Die Bärentatze

In diesem Monat wird unser 6 Köpfe – 12 Blöcke Quilt um einen wunderschönen Block erweitert: den Bear’s Paw = Bärentatze. Kaum zu glauben, nur noch drei Quiltblöcke, und wir haben unser Jahresziel erreicht. Ich freue mich schon sehr auf den fertigen Quilt und weiß auch schon ganz genau, an welche Wand ich ihn im neuen Haus hängen möchte.

Quiltblock Bear's Paw

Die Nähanleitung für den Bear’s Paw findet ihr diesmal bei Verena (einfach bunt). Sie erklärt Schritt für Schritt und wie immer sehr gut nachvollziehbar, wie der Block genäht wird und erzählt uns etwas über die Hintergrundgeschichte. Das finde ich ja immer sehr spannend.

Das Besondere an Verenas Anleitung ist, dass sie einen Teil Foundation Paper Piecing enthält. Das erste Mal in diesem Quilt-Along! Wer die Nähen-auf-Papier-Technik also schon immer mal ausprobieren wollte, hat bei den Bärenkrallen die beste Gelegenheit.

Wem das zu kompliziert ist oder wer sich nicht so recht traut, kann die Krallen der Bärentatzen aber auch einfach aus HSTs zusammensetzen. Hier kann man wunderbar kleine Stoffreste aus den vorigen Monaten verarbeiten. Ich habe das auch so gemacht.

Ich habe nach der Methode „2 HSTs aus 2 Quadraten“ zwei Quadrate zugeschnitten: ein weißes und ein buntes (je 3″ x 3″). Auf der linken Seite eines Quadrats habe ich mit dem Trickmarker eine diagonale Markierungslinie gezogen. Dann habe ich die Quadrate rechts auf rechts gelegt, mit Nadeln fixiert und ¼“ links und rechts neben der Markierungslinie genäht. Anschließend nur noch diagonal durchschneiden, auseinanderbügeln und die HSTs auf 2 ¼“ Inch trimmen. Für die Krallen braucht man insgesamt 16 HSTs. Einen sehr informativen Beitrag zu Half Square Triangles (HSTs) findet ihr bei Verena.

Quiltblock Bear's Paw

Ein kleiner Tipp von mir, dass euer Block auf jeden Fall bei 12,5″ rauskommt: Da kann man bei der Bärentatze ein bisschen tricksen. Näht erst die vier Bärentatzen fertig und messt dann nach, wie groß sie sind. Dementsprechend breit macht ihr die Zwischenstreifen und das Quadrat in der Mitte.

Quiltblock Bear's Paw

Ich hab in diesem Beitrag ja schon verraten, dass ich die ersten drei Blöcke noch einmal nähen möchte, weil ich mit dem Gesamtbild nicht ganz zufrieden war. Das ist mittlerweile passiert. Beim nächsten Mal zeige ich euch meine drei neuen Alten. Bis dahin wünsche ich euch allen viel Spaß beim Nähen der Bärentatze! Wenn Fragen auftauchen, helfen wir 6 Köpfe natürlich jederzeit gerne weiter.

Links zu den Tutorials:

Links zum Weiterlesen:

Austausch:

6 Köpfe – 12 Blöcke | Snail’s Trail – Schnecke oder abstrakter Michelangelo?

Der Knoten ist geplatzt, die Handbremse gelöst und jetzt geht’s mit Vollgas weiter. Nachdem ich die Entscheidung getroffen habe, meine ersten drei Blöcke in unserem Quilt-Along 6 Köpfe – 12 Blöcke noch einmal zu nähen, diesmal mit weißem Hintergrund, bin ich wieder begeistert dabei und sehe ihn direkt vor mir, meinen fertigen Quilt. Es ist doch erstaunlich, wie viel Motivation das auslöst, wenn man sich wieder auf dem richtigen Weg fühlt und ein Ziel vor Augen hat.

Snail's Trail - der Juli-Block im Quilt-Along "6 Köpfe - 12 Blöcke"

Auf einmal geht auch die Stoffauswahl viel schneller. Der Hintergrund weiß – das ist ja jetzt ein für alle Mal entschieden – und die beiden Schneckenwindungen in Blau und Rot bzw. Rosa. Weil es bei meinem Ananas-Quiltblock so gut funktioniert hat, habe ich mich hier auch wieder für einen Farbverlauf entschieden. Diesmal ist die kräftige Farbe innen und die helle außen, was den einfachen Grund hat, dass das kräftige Rot außen zu dominant im Quilt geworden wäre.

Snail's Trail Quiltblock

Denn wie Andrea so wunderbar in ihrem Artikel über den Snail’s Trail geschrieben hat: „Man muss das Ganze im Auge behalten.“ Manchmal muss ein Block auch mal zurückhaltender sein und sich bescheiden neben große Diven einordnen, damit der ganze Quilt am Ende harmonisch wirkt. Ich habe mich am Anfang bemüht, jeden Block zum Superstar zu machen, aber in jeder guten Band muss es auch Backgroundsänger geben. Dieser Snail’s Trail ist jetzt eher so ein Backgroundsänger geworden, und das finde ich fantastisch. Er gefällt mir total gut.

Snail's Trail - der Juli-Block im Quilt-Along "6 Köpfe - 12 Blöcke"

Mich erinnert die Schnecke irgendwie auch an Yin & Yang und noch viel mehr an Michelangelos Fingerzeig Gottes. Ich weiß auch nicht, aber ich muss immer an das berühmte Fresko denken, wenn ich den Snail’s Trail sehe. Eine Schnecke sehe ich nur mit viel Fantasie und wenn ich die Augen zukneife. Dass man so viel in diesen Block hineininterpretieren kann, gefällt mir. Das mag ich. Auch wenn ich vielleicht ein paar komische Assoziationen hab, hihi.

Schwer zu nähen, ist der Snail’s Trail nicht. Auch der Zuschneideplan ist nicht kompliziert. Trau dich ruhig, auch wenn du Anfänger bist! Die Anleitung mit vielen Step-by-Step-Erklärungen und Fotos findest du bei Dorthe (lalala patchwork). Dort kannst du dir auch als Planungshilfe ein Ausmalbild vom Snail’s Trail herunterladen.

Ich mache mir immer einen Screenshot von dieser Grafik und lade es als Bild in ein Word-Dokument, wo ich es dann verkleinere, vervielfältige und ausdrucke. Auf dem Foto links oben siehst du mein ausgemaltes Bildchen. Wenn du dir die Zahlen aus dem Zuschneideplan auf dein Bild überträgst, hast du eine gute Orientierung, was du aus welchem Stoff zuschneiden musst. So geht das ratzfatz. In 1-2 Stunden ist der Block genäht.

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6 Köpfe – 12 Blöcke | Ich liebe diese Ananas! – Pineapple Quiltblock

Also das war ja jetzt echt verrückt mit diesem Pineapple Block! Erst hab ich mich unbändig darauf gefreut, weil ich diese Ananas so schön finde und dann hab ich ewig keinen Anfang gefunden und mich mit einer Nähblockade herumgequält. Nach einem kleinen, motivierenden Schubser von Dorthe habe ich mich hingesetzt, eine Entscheidung gefällt, genäht und jetzt? Liebe ich ihn! Ich weiß, ich hab das schon beim Dresden Plate gesagt, aber die Ananas ist mein Favorit in diesem Quilt-Along 2017.

Pineapple Quiltblock nähen - Ich liebe diese Ananas!

Seitdem ich beschlossen habe, die Blöcke Januar, Februar und März noch mal neu zu nähen und zwar mit weißem Hintergrund, hab ich wieder eine Vision von meinem fertigen Quilt. Vielleicht geht es euch ja auch so, dass ihr auf halbem Weg die Verbindung zu euren Blöcken verloren habt und mit der gewachsenen Zusammenstellung nicht zufrieden seid. Dann macht’s wie ich und näht den Block, der sich partout nicht einpassen will, einfach noch einmal.

Pineapple Quiltblock - Ich liebe diese Ananas! (6 Köpfe - 12 Blöcke)

Manchmal ist es besser, die Richtung zu korrigieren anstatt etwas halbherzig bis zum Ende durchzuziehen. Meine bereits genähten Blöcke finde ich, jeden für sich, immer noch toll. Daraus werde ich Kissen, Taschen oder etwas anderes Schönes machen. Mal schauen. Ich hab auf jeden Fall gelernt: Bei einem sehr bunten Quilt wie meinem muss der Hintergrund einheitlich sein, damit mein Auge das Ganze harmonisch und rund findet. Beim nächsten Sampler Quilt werde ich mir von Vornherein viel mehr Gedanken über den Hintergrund machen.

Mein bunter Pineapple Quiltblock

Ich bin sehr glücklich übr den Effekt, den ich mit meinem Farbverlauf erzielt habe. Genauso hab ich mir das vorgestellt. Außen habe ich kräftige Farben gewählt, die nach innen immer eine Nuance heller werden. Im Zentrum treffen sich dann pastelliges Grün, Gelb, Blau und Rot.

Das Tutorial zum Ananas-Block findet ihr bei Gesine (Allie & Me). Es ist wie immer kostenlos, sehr bilderreich und ausführlich erklärt und deshalb auch für Patchworkanfänger geeignet. Wer eine einfache Variante dieses Blocks bevorzugt, für den hat Gesine auch eine Nähanleitung für den Log Cabin, dem Vorfahren des Pineapple, parat.

Pineapple Quiltblock (6 Köpfe - 12 Blöcke Quilt-Along)

Wenn ihr noch am Überlegen seid, ob Ananas oder Log Cabin, rate ich euch zur Ananas! Sie ist nicht so schwer zu nähen, wie’s vielleicht aussieht. Ich würde sogar behaupten, es ist einer der leichten Blöcke in diesem Quilt-Along. Warum? Weil kaum Nahtzugaben aufeinander treffen. Der Trick bei der Ananas ist, nach jeder Runde sorgfältig zu trimmen, und das ist nicht schwer. Wenn man das ordentlich macht, kann eigentlich gar nichts schiefgehen. Ich würd’s probieren!

Verlinkt bei Handmade on Tuesday und DienstagsDinge.

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6 Köpfe – 12 Blöcke | Mein kunterbunter Dresden Plate

Zwei Wochen Urlaub und nicht einmal habe ich an der Nähmaschine gesessen. Wir haben so viel unternommen: Freunde besucht, waren wandern, Radfahren, ab und zu auf unserer Baustelle, haben auf der Hochzeit meiner Cousine getanzt, gelacht, entspannt, Geburtstag gefeiert – da habe ich wirklich keine Minute das Nähen vermisst. Umso mehr freue ich mich jetzt aber, wieder die Nähmaschine anzuschalten und schöne, neue Ideen und Projekte umzusetzen.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein kunterbunter Dresden Plate (April-Block)

Durch die Arbeit an meinem E-Book Webbandhotel und meine Nähkurse war im März und April manches liegen geblieben. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so war jetzt nach dem Urlaub als erstes der Dresden Plate Block dran. Auf den habe ich mich schon sehr gefreut. Es ist der 4. Block bei unserem Quilt-Along 6 Köpfe – 12 Blöcke. Die kostenlose Nähanleitung für diesen 12,5 Inch großen Patchworkblock findest du bei Andrea.

Auch wenn du nicht am Quilt-Along teilnimmst, hast du vielleicht Lust, mal die Technik des Dresden Tellers auszuprobieren. Statt eines Quilts könntest du auch ein Kissen aus dem Block machen. Das wäre auf jeden Fall ein toller Hingucker auf deiner Couch, und deine Gäste würden bestimmt ganz beeindruckt fragen: „Meine Güte, wie geht denn so was? Hast du das selber genäht?“ Dabei ist es ja in Wahrheit überhaupt nicht schwer. Solche Nähprojekte finde ich immer toll: die viel hermachen, Staunen und bewundernde Blicke hervorrufen, aber eigentlich recht simpel sind.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Zuschnitt mit unserem Original Dresden Plate Ruler

Okay, es ist natürlich Ansichtssache, ob etwas simpel oder schwer ist. Was dem einen leicht von der Hand geht, damit müht sich der andere vielleicht ab. Welche Fähigkeiten braucht man also für den Dresden Plate? – Man muss mit einem Lineal oder einer Schablone 16 Teile zuschneiden. Wie das funktioniert, erklärt Andrea in ihrem Tutorial sehr ausführlich.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein kunterbunter Dresden Plate (April-Block)

Dann muss man rechts auf rechts legen und mit einer Nahtzugabe von ¼ Inch zusammennähen können. So entstehen die einzelnen Blüten, die im nächsten Schritt aneinandergenäht werden. Das ist jetzt nur mal grob im Schnelldurchlauf. Andrea erklärt natürlich ganz genau anhand vieler Fotos, wie’s geht. Wie man die Nahtzugabe auch ohne Inch-Nähfüßchen prima einhalten kann, habe ich übrigens in diesem Blogbeitrag beschrieben.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein kunterbunter Dresden Plate (April-Block)

Alle 16 Stoffstücke aneinandergenäht, ergibt das eine kreisförmige Blume, die dann auf einen Hintergrundstoff genäht wird. Das kann man mit der Hand machen, muss man aber nicht! Klar, eingefleischte Quilter applizieren natürlich von Hand. Ich persönlich finde beides schön: unsichtbare Handstiche und sichtbare Maschinenstiche. Zum Glück gibt es keine Quiltpolizei. Jeder, wie er mag. Ich habe meinen Dresden Plate mit Handstichen appliziert, einfach weil ich neugierig war, wie das klappt und am Ende aussieht. Mein Fazit: Klappt super und sieht sehr schön aus.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Dresden Plate - mit Textilklebestift fixiert und mit Handstichen aufgenäht

Damit der Dresden Teller beim Aufnähen nicht verrutscht, habe ich ihn mit dem Textilklebestift von Clover fixiert. Da gibt’s natürlich auch etliche andere Produkte, z. B. den Fabric Glue Pen von Sewline. Ich habe aber auch schon gehört, dass manche Leute einfach den Pritt-Stift dafür nehmen. Der scheint sich nachher auch wieder auszuwaschen. Statt Kleber kannst du auch einfach oldschool Stecknadeln benutzen.

Fertig ist der Dresden Plate! Also ich bin absolut begeistert und freue mich sehr, etwas Neues gelernt zu haben. So kann ich wieder einen Punkt von der Liste der Dinge, die ich unbedingt mal ausprobieren möchte, streichen. Mit der Stoffwahl für meinen Dresden Teller bin ich sehr zufrieden. Ich liebe die kunterbunten, fröhlichen Farben. Das ist ganz sicher einer meiner Lieblinge von 6 Köpfe – 12 Blöcke.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Mein kunterbunter Dresden Plate (April-Block)

Mein Hintergrundstoff ist eigentlich strahlend weiß. Das konnte ich bei dem trüben Regenwetter nicht so ganz einfangen.

Das Original Dresden Plate Lineal mit dem Logo von 6 Köpfe – 12 Blöcke kannst du bei Dorthe (Lalala Patchwork), Andrea (Quiltmanufaktur) und Verena (einfach bunt Quilts) kaufen oder online bestellen. Alternativ findest du im Tutorial von Andrea eine Schablone zum Ausdrucken und Ausschneiden.

Du interessierst dich für das Lineal, aber fragst dich, was man noch damit machen kann? Dann schau doch mal bei Nadra vorbei, die ein süßes Reißverschluss-Täschchen mit einem Viertel Dresden Plate genäht hat. Auch Gesine  experimentiert gerne mit dem Dresden Teller und hat uns schon in der Vergangenheit mit dieser Kosmetiktasche, dem Träumgut-Trapezkissen und den Glücksblumen begeistert. Den Dresden Plate Block für ihren 6Köpfe-Quilt hat sie im Fancy Style genäht. Auch eine tolle Idee, genauso wie die Scrappy Version aus Stoffresten von Dorthe! Sensationell schön finde ich auch das schicke, geometrische Tumbler-Kissen von Andrea und den Windmühlen-Tischläufer von Verena.

Du siehst: Man kann eine ganze Menge mit so einem Dresden Plate Lineal anstellen. Unseres ist ein 22,5-Grad-Lineal. Möchtest du einen klassischen Dresden Teller damit nähen, besteht er immer aus 16 Teilen. Die Größe ist variabel. Wir haben im Vorfeld darüber diskutiert, wie unser Lineal sein soll, das wir produzieren lassen, und uns dann für 22,5 Grad entschieden. Gerade, weil man so viele schöne Projekte damit umsetzen kann. Mein nächstes steht schon fest. Und du? Konnte ich dich neugierig machen? Hast du Lust bekommen, den Dresden Teller zu nähen? Ich würde mich sehr darüber freuen.

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6 Köpfe – 12 Blöcke | Tutorial – Dutchman’s Puzzle

Herzlich Willkommen zum fünften Mal bei 6 Köpfe – 12 Blöcke! Schön, dass ihr hier seid. Ich freue mich sehr darüber, dass der Quilt-Along nun bei mir angekommen ist. Bereits vier Blöcke haben wir gemeinsam genäht, den Rolling Stone im Januar, den Churn Dash im Februar, den Broken Dishes im März und zuletzt den Dresden Plate im April.

Nun bin ich also an der Reihe, euch meinen Quilt-Block vorzustellen und Schritt für Schritt zu zeigen, wie er genäht wird. Und welches Design würde besser in den Wonnemonat Mai passen als der Dutchman’s Puzzle? Dieser Windmühlen-Block, der aus 8 Flying Geese zusammengesetzt wird, ist so fröhlich und quirlig. Mir macht er sofort gute Laune.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

Der Dutchman’s Puzzle ist ein traditioneller Block, dessen Ursprung mindestens in die 1890er zurückreicht. Wenn die Information stimmt, die ich im Internet gefunden habe, dann ist der Block 1898 im Magazin „Ohio Farmer“ veröffentlicht worden. Das ist der Beleg dafür, dass er mindestens 120 Jahre alt ist. Vielleicht habt ihr meinen Artikel über Sampler Quilts gelesen und erinnert euch daran, dass die Farmer-Magazine eine wichtige Rolle für die Überlieferung und Verbreitung von Quilt-Mustern gespielt haben.

Auf der Suche nach Namen für Quilt-Blöcke ließen sich die Frauen damals vermutlich einfach von dem inspirieren, was sie täglich sahen, wie Gänse und Windmühlen. Mehrere Millionen Windmühlen soll es in den USA gegeben haben, hauptsächlich zum Wasserpumpen. Die ältesten Windmühlen wurden in den 1630ern von holländischen Siedlern im Osten Amerikas erbaut. Dort erstreckte sich die Kolonie „Neu-Niederlande“ mit dem Zentrum Neu-Amsterdam, dem heutigen New York.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

Über die Flying Geese wird erzählt, dass sie so etwas wie ein Code oder Kompass für Sklaven auf der Flucht waren. Angeblich sollten sie den Menschen den Weg nach Kanada in die Freiheit weisen. Ich habe gelesen, dass die meisten Sklaven im Frühjahr geflohen sind und sich an den Gänsen orientiert haben, die zu dieser Jahreszeit Richtung Norden zogen. Dort, wo die Vögel rasteten, fanden auch die Menschen Wasser, Nahrung und einen sicheren Platz zum Schlafen. Wie verlässlich diese Information ist, weiß ich aber nicht. Wissenschaftliche Quellen standen mir leider nicht zur Verfügung.

Nun zur Nähtechnik und Anleitung. Es gibt viele Variationen dieses Blocks, je nachdem, ob ihr zwei, drei, vier oder noch mehr Stoffe verwendet und wie ihr diese miteinander kombiniert. Ihr könnt die Farben z. B. so setzen, dass die Windmühle in der Mitte optisch hervorgehoben wird.

Der Dutchman’s Puzzle wird aus 8 Flying Geese zusammengesetzt. Flying Geese – Das ist ein Rechteck, das aus drei Dreiecken besteht. Es gibt verschiedene Methoden, Flying Geese zu nähen. Eine davon ist die sogenannte No-waste-flying-geese-Methode, bei der aus einem großen Quadrat und vier kleinen Quadraten insgesamt vier Flying Geese genäht werden.

Für dieses Tutorial habe ich mich aber für eine Methode entschieden, die ich für einfacher und anfängerfreundlicher halte. Die 8 Flying Geese werden hier alle einzeln aus einem Rechteck und zwei Quadraten genäht. So seid ihr absolut flexibel beim Kombinieren eurer Stoffe und Flying-Geese-Einheiten und könnt auch kleinere Stoffstücke verwenden. Einziger Nachteil: Es fällt mehr Abfall an als bei der No-waste-Methode. Aber schmeißt diese abgeschnittenen Stoffreste auf keinen Fall weg! Es lassen sich daraus ganz wunderbar HSTs (Half Square Triangles) in der Größe 2,5″ x 2,5″ nähen, die ihr bestimmt für ein anderes Patchworkprojekt gebrauchen könnt – vielleicht sogar für einen späteren Block in diesem Quilt-Along!

Nähanleitung: Dutchman’s Puzzle

Zuschnitt für einen 2-farbigen Dutchman’s Puzzle:

(8 x)    Rechteck, 3 ½“ x 6 ½“ (rot)
(16 x)  Quadrat, 3 ½“ x 3 ½“ (weiß)

Alle Maßangaben sind in Inch!

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

Wenn ihr mehr Stoffe verwenden und die Farben anders verteilen möchtet, müsst ihr die Mengen entsprechend abwandeln. Lest euch unbedingt erst einmal die Anleitung ganz durch, bevor ihr anfangt! Dann erkennt ihr schnell, wie ihr den Zuschnitt für euren Wunsch-Block ändern müsst. Außerdem könnt ihr die eingestreuten Tipps von Anfang an beherzigen.

Die Nahtzugabe beträgt ¼“ (= ein Viertel Inch). Wie ihr auch ohne Inch-Nähfuß die Nahtzugabe exakt einhalten könnt, habe ich in diesem Blogpost erklärt.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(1) Zieht mit Lineal und Trickmarker auf der linken Stoffseite eines Quadrats eine Diagonale von einer Ecke zur anderen. Wiederholt diesen Schritt mit allen anderen Quadraten. Benutzt hier keinen Bleistift. Weil wir gleich auf der Linie nähen, würde man den Bleistiftstrich vielleicht später sehen.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(2) Legt ein Quadrat rechts auf rechts an eine kurze Kante eines Rechteck. Ecken und Kanten von Quadrat und Rechteck liegen exakt aufeinander. Die markierte Diagonale geht von rechts oben nach links unten. Steckt das Quadrat mit zwei Nadeln fest oder benutzt Stoffklammern.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(3) Näht mit einem kurzen Geradstich (Stichlänge: 2,0) über die markierte Linie. Anfang und Ende der Naht werden nicht verriegelt.

Ein Tipp, damit ihr die Linie mühelos trefft: Ich stelle meine Nadel auf die mittlere Position ein (bei mir ist das Stichbreite 3,5) und orientiere mich am „Mittelstrich“ meines Nähfüßchens. Die Nadel sticht dann genau dort ein, wo die mittlere Markierung meines Nähfüßchens ist. So muss ich mich nicht auf die Nadel konzentrieren, sondern achte nur darauf, dass der Mittelstrich immer schön auf der Trickmarker-Linie läuft. Das funktioniert auch mit anderen Markierungen auf eurem Nähfüßchen. Bedingung ist, dass ihr die Stichbreite eurer Nadel verstellen könnt.

(4) Schneidet jetzt ¼“ Inch neben der Naht die Ecke weg. Das ist unsere Nahtzugabe. Am besten funktioniert das mit einem Inch-Lineal und einem Rollschneider.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(5) Bügelt die Nahtzugabe auseinander oder zur Seite. (Über die verschiedenen Bügeltechniken habe ich in diesem Blogartikel ausführlich geschrieben.) Ich bügle hier auseinander. Das entstandene Rechteck ist genauso groß wie das rote Ausgangsrechteck: 3 ½“ x 6 ½“. Wiederholt die Schritte 2 – 5 mit allen anderen Rechtecken aus dem roten Stoff.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

Tipp: Kettenähen – Ihr könnt alle 8 roten Rechtecke so vorbereiten wie in Schritt 2 gezeigt und dann direkt hintereinander wegnähen. Das geht besonders schnell. Am Ende eines Quadrats stecht ihr ein- bis zweimal ins Leere und näht dann gleich auf der markierten Linie des nächsten Quadrats weiter, ohne die Nadel zu heben und dazwischen den Faden abzuschneiden. Erst nach dem letzten angenähten Quadrat nehmt ihr die Kette weg und schneidet die einzelnen Einheiten auseinander.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(6) Legt ein zweites Quadrat an die gegenüberliegende kurze Kante des roten Rechtecks und näht es genauso an wie das erste Quadrat (siehe Schritt 2 + 3). Die Stoffe liegen rechts auf rechts, Ecke genau auf Ecke und auch die Stoffkanten genau aufeinander.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(7) Auch bei diesem Quadrat wird die Ecke so weggeschnitten, dass ¼“ Inch Nahtzugabe bleibt.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(8) Bügelt die Nahtzugabe auseinander oder zur Seite. – Super! Der erste Flying Geese ist fertig! Größe: 3 ½“ x 6 ½“. Von diesen Flying Geese näht ihr insgesamt 8 Stück.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(9) Ordnet eure 8 Flying Geese so an, wie im Bild gezeigt. Achtet darauf, dass die Spitzen der roten Dreiecke in die richtige Richtung zeigen. Die Flying Geese laufen quasi im Uhrzeigersinn ums Zentrum herum.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(10) Die Flying Geese werden jetzt paarweise zusammengenäht. Immer zwei Flying Geese, die in dieselbe Richtung zeigen, werden an der langen Kante rechts auf rechts gelegt und mit ¼“ Inch Nahtzugabe genäht. So bekommt ihr vier kleine Blöcke.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

Tipp: Spitzen – Wenn ihr die Flying Geese aneinandernäht, legt sie am besten so unter das Nähfüßchen, dass die Nahtzugaben oben liegen. So könnt ihr exakt neben dem Punkt nähen, wo sich die Nahtzugaben treffen und eine perfekte Spitze herausarbeiten (siehe türkisen Pfeil).

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(11) Näht jetzt die oberen Flying-Geese-Blöcke rechts auf rechts aneinander und wiederholt das Ganze mit den unteren Flying-Geese-Blöcken. Wir haben jetzt zwei rechteckige Blöcke, jeweils mit 4 Flying Geese, die nun im zwölften und letzten Schritt zusammengenäht werden.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Tutorial - Dutchman's Puzzle

(12) Näht die beiden Hälften rechts auf rechts aneinander und fertig ist euer Dutchman’s Puzzle!

Es kann sein, dass der fertige Block nicht ganz 12 ½“ hat, sondern vielleicht ein Achtel weniger. Das lässt sich aber beim Aneinandernähen der Blöcke ausgleichen und wird später nicht auffallen. Wenn ihr wollt, könnt ihr den ganzen Dutchman’s Puzzle mit einem Tick weniger als ¼“ Inch Nahtzugabe nähen. Ich regle das auch wieder über die Einstellung der Stichbreite. Wenn ich die Stichbreite eine Position nach rechts verstelle, passt die Nadel immer noch gut durch das vorgesehene Loch meines Inch-Nähfußes, aber ich nähe mit einem Hauch weniger als ¼“ Inch. In der Summe kann das schon etwas ausmachen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen! Wenn ihr Fragen zur Anleitung habt, schreibt mir gerne einen Kommentar. Im Juni geht es mit dem Block von Gesine (Allie & Me) weiter.

 

Auch in diesem Monat hat Nadra eine Übersichtsgrafik (links) und ein Ausmalbild (rechts) erstellt. Es ist nur als Planungshilfe gedacht und kein Schnittmuster! Ihr könnt es euch hier herunterladen: Dutchman’s Puzzle Ausmalbild (pdf)

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Eure fertigen Dutchman’s Puzzle könnt ihr wie immer gerne in unserer Facebookgruppe, auf unserer Flickr-Seite oder auf Instagram unter dem Hashtag #12blöckemai teilen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie ihr das Design umsetzt. Wenn ihr einen Blogpost über euren Dutchman’s Puzzle geschrieben habt, dürft ihr ihn gerne hier verlinken.

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6 Köpfe – 12 Blöcke | Broken Dishes auf dem Weg zum Ziel

Der dritte Block ist raus, und so langsam bekommen alle Teilnehmer von 6 Köpfe – 12 Blöcke eine Vorstellung davon, wohin die Reise geht. Jetzt sehen wir, ob wir ein gutes Händchen bei der Auswahl der Stoffe bewiesen haben und ob die ersten drei Blöcke bereits ein harmonisches Bild ergeben.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Broken Dishes auf dem Weg zum Ziel

Man könnte ja meinen, ich als einer der sechs Köpfe hätte einen Masterplan. Ich kenne ja alle zwölf Blöcke. Ich weiß doch bestimmt, wie mein Quilt am Ende aussehen wird. Das denkst du doch auch, oder? Hihi… Nee, ich weiß es überhaupt nicht! Es ist auch mein erster Sampler Quilt und obwohl ich eingeweiht bin, fällt es mir mindestens genauso schwer, Entscheidungen zu treffen, mit denen ich hinterher voll und ganz zufrieden bin. Da ist kein Bild vom fertigen Quilt in meinem Kopf.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Broken Dishes auf dem Weg zum Ziel

Deshalb glaube ich, dass es gar nicht darum geht, immer die besten Entscheidungen zu treffen, um am Ende die perfekte Decke auf dem Sofa auszubreiten. Auch wenn’s wie der Trostpreis für Gescheiterte klingt: Der Weg ist das Ziel! Nicht das Ergebnis ist ausschlaggebend, sondern das, was wir auf dem Weg dahin alles lernen, was wir ausprobieren, geduldig austüfteln, uns mit Fantasie vorstellen, wieder verwerfen oder doch für gut befinden. Wir üben ja nicht nur neue Nähtechniken, sondern lernen auch durch Versuch und Irrtum ganz viel über die hohe Kunst der Farb- und Musterkomposition.

6 Köpfe - 12 Blöcke | Broken Dishes auf dem Weg zum Ziel

Dieser Lernprozess ist das eigentlich Spannende. Und was ich auch genieße: Den Spaß am Nähen in fröhlicher Runde. Es freut mich so sehr, dass die Stimmung in unserer Facebook-Gruppe so gut ist. Das ist, glaube ich, nicht selbstverständlich. Was habe ich gelacht, als Dagmar am 1. März in der Gruppe schrieb: „Mädels, halb neun und noch keine hat den März-Block fertig? Muss ich jetzt tatsächlich aufstehen und selber anfangen? Ich wollte doch jetzt beim Frühstück gemütlich die schönen neuen Blöcke bewundern.“ Der Weckruf wurde natürlich sofort gehört. Zwei Stunden später präsentierte Claudia den ersten Broken Dishes.

Ich war diesmal nicht bei den ersten. Tatsächlich habe ich meinen Block erst heute fertiggenäht. Er ist noch fast warm. Weil mein blau-gelber Rolling Stone und mein Churn Dash in Rosa-Rot nicht so recht zusammenpassen, wollte ich jetzt unbedingt eine Verbindung zwischen den beiden schaffen. Mein Broken Dishes sollte Stoffe und Farben der beiden enthalten und sie miteinander verheiraten. Broken Dishes heißt ja auf Deutsch „zerbrochenes Geschirr“. Das erinnert doch ein bisschen an Polterhochzeit, oder?

6 Köpfe - 12 Blöcke | Broken Dishes auf dem Weg zum Ziel

Außerdem sollte eine neue Farbe ins Spiel kommen: Grün. Ich denke, mein Problem ist ein bisschen, dass ich mich nicht auf bestimmte Stoffe festgelegt habe. Ich hab zu viel Auswahl. Was für ein Luxusproblem! Aber es scheint doch wichtig zu sein, dass Stoffe wiederkehren, damit am Ende das Ergebnis harmonisch aussieht. Vielleicht wäre es auch geschickt gewesen, jeden Block mit dem gleichen Hintergrundstoff zu nähen. Beim Broken Dishes habe ich einen ganz neuen Stoff hinzugenommen: bunte Mini-Dots. Den hätte ich vielleicht auch beim Rolling Stone statt des weißen nehmen sollen. Na ja, hinterher ist man immer schlauer.

Neun Blöcke sind noch zu nähen. Es wird also noch genügend Gelegenheit geben,Verbindungen zu schaffen und Harmonie herzustellen. Bis dahin lerne ich ganz viel, und am Ende, da bin ich sicher, werde ich mit Marie von Ebner-Eschenbach übereinstimmen, die gesagt haben soll: „Am Ziel deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel.“


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