Nähen für Weihnachten – Der Adventskalender ist fertig!

Am Sonntag war es endlich so weit. Darauf habe ich mich seit Wochen gefreut: Auf den Moment, wenn wir bei unseren Lieben klingeln und ihnen unsere fertigen, selbstgemachten Adventskalender vorbeibringen. Tatsächlich habe ich nämlich nicht nur einen genäht und zusammen mit meinem Mann gebastelt, sondern – wenn man schon mal dabei ist – gleich drei! 😀

Und ich kann euch sagen: Die Freude bei den Beschenkten war riesig. Vor allem meine Schwiegereltern haben sich unglaublich über unsere Überraschung gefreut und den Adventskalender sofort an den passenden Haken an der Wohnzimmertür gehängt. Den Adventskalender auf dem ersten Foto hat meine kleine Nichte bekommen, die ihn aber noch nicht gesehen hat, sondern erst am 1. Dezember auspacken darf. So ist es bis dahin vielleicht nicht so schwierig mit dem Geduldigsein.

Eine Person im karierten Hemd hält einen selbstgemachten Adventskalender hoch. Der Adventskalender besteht aus Holzstäben und weißer Kordel und hat die Form eines nach oben spitz zulaufenden Tannenbaums. An den Holzstäben sind Stoffsäckchen in den Farben Grün, Rot und Blau mit Holzklammern befestigt. An jedem Stoffsäckchen hängt ein runder Holzanhänger mit einer Zahl.

Adventskalender für meine Nichte. Die Säckchen sind mit einem Puzzle gefüllt.

Die Idee für die Aufhängung stammt nicht von mir. Das habe ich mir abgeguckt. Im Internet tummeln sich unzählige Beispiele von Adventskalender-Holzleitern in Form eines Tannenbaums. Da kann man sich sehr schön inspirieren lassen. Die Maße für Rundstäbe und Flechtkordel haben wir dann passend zu unseren Säckchen (10 x 13 cm) selbst ausgetüftelt. Falls du unseren Adventskalender nachbauen möchtest, helfen dir vielleicht diese Infos & Tipps:

Verwendetes Material

  • 24 Stoffsäckchen (Hier erfährst du, wie ich sie genäht habe ➜ Adventskalender-Säckchen)
  • 24 kleine Holzklammern
  • 190 cm Rundstab aus Holz, Durchmesser: 1 cm
  • 300 cm Makramee-Flechtkordel, Durchmesser: 5 mm
  • 1 Holzring

Natürlich kannst du das alles variieren. Statt Rundstäbe im Baumarkt zu kaufen, kannst du z. B. auch gut durchgetrocknete Äste nehmen (hatte ich leider nicht zur Verfügung). Du könntest eine Lichterkette um die Stäbe schlingen und sie zusätzlich mit Zapfen, Sternen oder Weihnachtskugeln dekorieren.

Links: Adventskalender-Säckchen, die mit Holzklammern an Rundstäben aus Holz befestigt sind. Rechts: Holzring, an dem die Rundstäbe mit Flechtkordel befestigt sind.

Tipps zum Bau der Aufhängung

  • Wir haben den Holzstab in vier unterschiedlich lange Stücke zersägt: 70 cm (ganz unten), 55 cm, 40 cm und 25 cm lang.
  • Die 3 m lange Flechtkordel haben wir von oben nach unten um die Holzstäbe geknotet. Dazu haben wir als erstes die Kordel zur Hälfte gelegt und mit einem Ankerknoten am Holzring befestigt. Auf beiden Seiten hat man dann großzügige 150 cm, um die Kordel von oben nach unten, an einem Stab nach dem anderen, festzubinden.
  • Der Abstand zwischen den Stäben beträgt bei uns ca. 18 cm. So viel Platz ist zwischen den Stäben für die Stoffsäckchen. (Bei Baumwoll-Flechtkordel muss man bedenken, dass sie sich auch noch ein bisschen dehnt, wenn das Gewicht der gefüllten Säckchen dranhängt.)
  • An den 70 cm langen Stab haben wir 9 Säckchen gehängt, an den 55 cm langen Stab 7, an den 40 cm langen Stab 5 und ganz oben an den kurzen Stab 3. Und so geht es gut auf: 9 + 7 + 5 + 3 = 24 Säckchen.

Adventskalender Nummer 2

Da ich mit den Jahren eine beachtliche Menge an Weihnachtsstoffen angesammelt habe, konnte ich bei den Adventskalendern aus dem Vollen schöpfen. Beim Adventskalender für meine Nichte kommt jeder Stoff sogar nur 1x vor. Bei dem für meine Schwiegereltern habe ich ein kleines Fat Quarter Bundle verwendet und – weil’s nicht ganz gereicht hat – durch passende Stoffe ergänzt. Die roten, grünen und blauen Stoffe aus der Serie „Just what I wanted“ (von Anita Jeram für Clothworks entworfen) habe ich vor ca. 3 Jahren (?) bei Verena / Einfach bunt Quilts gekauft.

Selbstgemachter Adventskalender: Zu sehen sind rote, blaue, grüne und bunt bedruckte Stoffsäckchen, die mit Holzklammern an Stäben befestigt sind. An den Säckchen hängen Holzanhänger in Form eines Sterns. Auf den Holzanhängern stehen Zahlen von 1 bis 24.

Den dritten Adventskalender habe ich übrigens für uns genäht, und er sieht im Prinzip genauso aus wie der für meine Nichte. Jetzt müssen wir nur noch jemanden finden, der ihn für uns füllt. 😉

Oh, einen schönen Tipp habe ich noch für alle Makramee-Fans. Beim Stöbern im Internet bin ich auf Frau Friemel gestoßen. Sie zeigt in ihrem Blog, wie man die Holzstäbe mit Makramee verbinden kann. Sieht toll aus, weil noch mehr die typische Baumoptik herauskommt. Falls du schauen möchtest, hier der Link zu Frau Friemel:  DIY Adventskalender zum Befüllen mit Makramee

Ich wünsche dir eine besinnliche Adventszeit mit schönen Überraschungen und magischen Momenten! Alles Liebe & bis demnächst wieder! 🙂

PS: Jede Menge weihnachtliche Inspiration findest du in meinem Blogpost: Tipps | 14+ Nähideen für Weihnachten. Dort sammle ich fortlaufend neue Ideen.

Adventskalender-Säckchen nähen

Jetzt wird’s aber mal Zeit, dass ich meine selbstgenähten Adventskalender-Säckchen zeige! In den letzten zwei Wochen hat mir eine Erkältung dazwischengefunkt und mich vom Bloggen abgehalten, was mich schon ziemlich geärgert hat. Aber wann kommt eine Erkältung schon mal gelegen? – Jetzt bin ich wieder halbwegs fit und freue mich, endlich dieses Herzensprojekt vorstellen zu können. Einen Adventskalender, den ich mit viel Liebe und Muße für meine kleine Nichte gemacht habe.

In der Mitte des Bildes ein Adventskalendersäckchen aus einem bunt bedruckten Stoff mit Pinguin, Eisbär und Rentier, die Schals, Mützen und Pullover tragen. Auf der Vorderseite ist ein runder Holzanhänger mit der Zahl 20 angenäht. Im Hintergrund liegen aufgefächert weitere Adventskalendersäckchen aus anderen Stoffen.

Ich muss gestehen, dass ich mit vielen Weihnachtsbräuchen nicht viel anfangen kann, besonders den aus Amerika herübergeschwappten. Aufblasbare Weihnachtsmänner und LED-Rentiere im Vorgarten? Örks. Strümpfe am Kamin, hässliche Weihnachtspullis, Mistelzweige, Zuckerstangen und Elfen? Das kenne ich aus Filmen, aber damit bin ich nicht aufgewachsen.

Auch die aus Skandinavien eingewanderten Wichtel, die neuerdings hinter der Fußleiste leben und Kindern in der Adventszeit Streiche spielen, haben es schwer bei mir. Wahrscheinlich bin ich einfach zu alt und konservativ für solche Trends oder wie man bei uns daheim sagt: „neumodischen Förz“. (Ich freue mich schon, wenn demnächst mal wieder ein Crawler hier vorbeikommt und ich die KI mit diesem schönen, derben, hessischen Ausdruck trainieren darf. Haha! )

Eine flache Hand, auf der ein Adventskalendersäckchen und ein paar Puzzleteile liegen. Auf dem Säckchen sind Weihnachtsbäume in verschiedenen Grüntönen abgebildet, und es hängt ein runder Holzanhänger mit der Zahl 22 daran.

Weihnachtstraditionen 

Was mich in Weihnachtsstimmung versetzt, sind selbstgebackene Plätzchen nach den Rezepten meiner Oma, ein schöner Adventskranz mit vier Kerzen und ein Adventskalender! Als Kind habe ich es geliebt, jeden Tag ein Türchen zu öffnen und ein kleines Stück Schokolade aus dem Plastik zu drücken. Mal in Form eines Sterns, mal in Form einer Glocke, eines Schlittens oder einer Katze. Das Motiv war jeden Tag eine Überraschung, auf die ich mich genauso gefreut habe wie auf die Süßigkeit. Ach, was waren wir leicht zufriedenzustellen in den 80ern. 😀

Ich hoffe, mein Puzzle-Adventskalender bereitet meiner Nichte genauso viel Freude – auch wenn nur am Nikolaustag und an Heiligabend zusätzlich etwas Süßes drinsteckt. Bestimmt bekommt sie von ihren Eltern oder Großeltern sowieso auch noch einen Schoko-Adventskalender. Das Puzzle ist übrigens das Weihnachtshaus von Willa Wunst. Ein zauberhaftes, wunderschönes Puzzle! Mein Mann und ich haben die 500 Teile vorab zusammengesetzt und dann in 24 Häppchen aufgeteilt.

Adventskalendersäckchen aus grünem Weihnachtsstoff mit eine rundem Holzanhänger, in den die Zahl 24 eingraviert ist. Zeigefinger und Daumen einer Hand öffnen das Säckchen, damit man die Naht im Inneren sehen kann. Im Hintergrund verschiedene Weihnachtsdeko: Sterne und ein rotes Keramikhaus.

Nähanleitung: Zuziehbeutel

Bei den Säckchen habe ich mir ganz bewusst mehr Arbeit gemacht als sein müsste. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, sie wie meine großen Zuziehbeutel zu nähen, also mit Doppelnaht – so dass innen keine offenen Stoffkanten sind, die ausfransen. Es war mir wichtig, einen aufwendig genähten Adventskalender zu verschenken, der in meiner romantischen Vorstellung viele Jahre genutzt und geliebt wird und vielleicht, irgendwann sogar weitervererbt.

Die Nähanleitung „Zuziehbeutel“ findest du in meinem Etsy-Shop. Wenn du die Adventskalender-Säckchen nachnähen möchtest, schneide den Hauptstoff 14 x 25 cm zu. Für den Tunnelzug brauchst du zwei Stoffe je 10 x 6 cm. Nähe die Beutel, wie es in der Anleitung auf S. 20-23 und S. 28-29 beschrieben wird.

Adventskalendersäckchen aus grünen, roten und türkisblauen Weihnachtsstoffen, hintereinander aufgestellt. Ganz vorne ein türkisfarbenes Säckchen, auf dem zwei Weihnachtswichtel mit roter Mütze und weißem Bart abgebildet sind. Am Säckchen hängt ein runder Holzanhänger mit der Zahl 6.

Bei Stoffen geht’s nicht ganz ohne Weihnachtswichtel und Zuckerstangen. 😉

Die fertigen Säckchen sind 10 cm breit und 13 cm hoch (inkl. Tunnelzug). Die runden Holzanhänger habe ich im Etsy-Shop Gravulino gekauft und mit Stickgarn angenäht. Wenn die Säckchen irgendwann in ferner Zukunft mal gewaschen werden müssen, können die Anhänger vorher abgenommen und hinterher wieder angenäht werden.

Während ich krank war, habe ich beim Fernsehgucken die Kordel angebracht. Dafür habe ich 1,5 mm dickes Makramee-Baumwollgarn genommen. Jeweils zwei 45 cm lange Schnüre habe ich mit Hilfe einer Sicherheitsnadel gegenläufig durch die Tunnel gezogen und die Enden verknotet. (Siehe meine Anleitung „Zuziehbeutel“, S. 32) An diesem Wochenende möchte ich die Halterung bauen, an die die Säckchen gehängt werden, und dann… Nix wie ab! Der 1. Dezember steht schon vor der Tür. Nicht mehr lange, und die Adventszeit beginnt.

Hast du selbst dieses Jahr einen Adventskalender?

Auf einer grauen Schneidematte liegt ein Adventskalendersäckchen mit einem runden Holzanhänger, in den die Zahl 14 eingraviert ist. Eine Hand dreht den Anhänger zur Seite, so dass das Stoffmotiv zu erkennen ist: Eine kleine gezeichnete Maus mit einer rot-weißen Zuckerstange. Um das Säckchen herum liegen auf der Schneidematte eine kleine Tüte mit Puzzleteilen, eine große, weiße Makramee-Garnrolle und andeutungsweise weitere Adventskalendersäckchen.

Du suchst nach mehr Nähideen für Weihnachten?

Dann schau doch mal in meinen Blogbeitrag: Tipps | 14+ Nähideen für Weihnachten. Dort findest du viele schöne Projekte – Sterne, Tannenbäumchen, festliche Bestecktaschen, Nikolausstrumpf und vieles mehr.

Fliegenpilz – Eine zauberhafte Nähidee für den Herbst

Wer jetzt im Herbst mit offenen Augen durch die Natur geht, entdeckt überall Pilze oder, wie man auf Schwedisch sagt, Svampar. In unserem Urlaub haben wir sehr viele im Wald und am Wegesrand gesehen. Besonders häufig ist uns der Fliegenpilz begegnet, den ich immer wieder bestaunt und fotografiert habe. Wir alle wissen, dass er extrem giftig ist. Essen darf man ihn nicht, aber nähen. 😉 Und das macht total viel Spaß!

FPP-Patchworkblock "Forest Floor" - Fliegenpilz im grünen Wald

Es ist nicht mein erster genähter Fliegenpilz. Vor einiger Zeit habe ich mich schon mal an der Nähmaschine mit Pilzen ausgetobt. Dabei sind ausgestopfte Deko-Pilze entstanden und ein Fliegenpilz-Nadelkissen.

Drei genähte Fliegenpilze

Es gibt allerdings einen Pilz, um den ich schon lange herumschleiche: Forest Floor von Lillyella. Davon habe ich schon viele großartige Beispiele im Internet gesehen. Inspiriert von meinem Schweden-Urlaub war ich nun bereit für diesen wunderschönen Waldpilz, der mit der Nähmaschine auf Papier genäht wird (Foundation Paper Piecing).

Ich bin kein Profi im FPP und muss mich dabei immer sehr konzentrieren, aber einfache Motive bekomme ich hin. Der Waldpilz ist so ein einfaches Motiv. Er besteht aus verhältnismäßig wenigen Teilen, sieht aber trotzdem raffiniert aus. Vor allem bietet er die Möglichkeit für kreative Stoffspielereien und Fussy Cutting. Das mag ich sehr. Man kann sehr leicht Details wie das schaukelnde Mädchen einbauen und damit eine kleine Geschichte erzählen. Für mich ist „Forest Floor“ eins der schönsten FPP-Patterns.

Fliegenpilz im Wald und daneben genäht auf einer FPP-Vorlage

Falls du eine FPP-Vorlage kennst, die genau wie der Waldpilz nicht so kleinteilig ist und sich für Fussy Cutting eignet, würde ich mich über einen Tipp von dir freuen. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Mal sehen, was ich nun aus meinem 7 x 7 Inch großen Fliegenpilz mache. Im Moment tendiere ich dazu, ihn pur zu lassen bzw. einen Mini Quilt daraus zu nähen. Den kann ich im Herbst als Deko an die Wand über meinem Schreibtisch hängen und beim Anblick von unserem schönen Schweden-Urlaub träumen. 😀

Fliegenpilze im Wald, Schweden

Weitere Links & Tipps:

  • Wenn du noch nie FPP gemacht hast, es aber gerne mal ausprobieren möchtest, kann ich dir das Tutorial von Serendipity Quilts empfehlen. Hier lernst du Schritt für Schritt an einem ganz einfachen Beispiel, wie’s funktioniert. Perfekt für den Einstieg!
  • Schau unbedingt auch mal auf dem Blog Campbell Soup Diary vorbei. Allison hat drei wunderschöne Pilze genäht und in einem großen, modernen Quilt verarbeitet. Sehr inspirierend, finde ich.
  • Mehr herbstliche Nähprojekte findest du in meinem Sammelbeitrag Tipps | 12+ tolle Nähideen für den Herbst. Viel Spaß beim Stöbern!

Spielkarten-Etui – Schönes Nähprojekt & tolle Geschenkidee!

Im Urlaub kürzlich hatte ich sie wieder dabei: Meine selbstgenähten Spielkarten-Etuis! Zwei Stück habe ich für uns genäht. Eins kennst du vielleicht, wenn du meinen Blog schon länger liest. Erinnerst du dich an das Spielkarten-Etui aus dem dunkelvioletten Heather-Ross-Stoff?

Das hellblaue Exemplar, das ich dir heute zeige, habe ich ebenfalls vor fünf Jahren genäht, aber nie im Blog gezeigt. Das möchte ich gerne nachholen, denn das Spielkarten-Etui ist so ein praktisches Ding und überzeugendes Nähprojekt, dass ich es unbedingt noch mal empfehlen möchte. Gerade, weil es ja auf Nikolaus und Weihnachten zugeht und du vielleicht noch eine Geschenkidee suchst. 🙂

Aufgeklapptes Spielkarten-Etui aus blauen Stoffen

Wofür braucht man ein Spielkarten-Etui?

  1. Zum Beispiel, wenn der Karton oder die Verpackung eines Kartenspiels kaputt ist. Dann kann man es in diesem Täschchen aufbewahren, das sogar ein Fach für eine Spielanleitung hat.
  2. Oder wenn man Spiele in den Urlaub mitnehmen möchte, die Kartons aber fürs Reisegepäck zu groß sind. Oft sind Spielekartons mit Plastikeinlagen ausgestattet und dadurch im Verhältnis zum Inhalt unnötig groß. (Ich besitze noch ein altes Phase-10-Spiel, da ist das der Fall.)
  3. Sehr praktisch finde ich dieses Etui auch für Sammelkarten. Viele Kinder haben eine Phase, in der sie z. B. Pokémon- oder Sportkarten sammeln und miteinander tauschen. In diesem Täschchen können die Karten gesammelt und transportiert werden.

Auf mich trifft Punkt 2 zu. Meine Spielkarten-Etuis liegen normalerweise leer im Schrank und werden dann herausgeholt und befüllt, wenn ich in den Urlaub fahre. Das können dann auch immer mal andere Spiele sein, zuletzt waren es Phase 10 und MicroMacro Crime City, die ich mit in den Urlaub genommen habe. Der große Stadtplan des Crime-City-Spiels passte zwar nicht ins Etui, aber den konnte ich leicht woanders im Reisegepäck unterbringen.

Selbstgenähtes Spielkarten-Etui aus hellblauem Stoff mit Einhorn

Nähanleitung: Spielkarten-Etui

Jetzt fragst du dich bestimmt, wo du die Nähanleitung findest. In den letzten Jahren sind ja leider viele Blogs und auch tolle Anleitungen aus dem Internet verschwunden. Zum Glück ist das beim Spielkarten-Etui nicht der Fall. Es gibt die Anleitung immer noch, allerdings nicht mehr vollständig gratis. Aber das finde ich absolut okay.

Die Anleitung für Größe M (bis 120 Spielkarten) ist immer noch kostenlos, für Größe L (bis 160 Karten) verlangt Claudi von Kreativmupf mittlerweile 2 Euro. Mehr nicht. Ein kleiner, eher symbolischer Betrag für diese tolle, überzeugende Nähanleitung, in die sicherlich viel Zeit und Arbeit geflossen ist! Wem das noch zu viel Geld ist, der muss sich halt selbst hinsetzen und etwas austüfteln.

Aufgeklapptes Spielkarten-Etui aus blauen Stoffen, befüllt mit einem UNO-Kartenspiel

Beide Spiele-Etuis habe ich aus Heather-Ross-Stoffen genäht. Sowohl der Schneckenstoff als auch der Stoff mit dem Einhorn stammen aus ihrer „20th Anniversary Collection“, die man vor fünf Jahren in wenigen Näh- und Patchworkgeschäften finden konnte. Ich habe die Stoffe schon lange nicht mehr in Online-Shops gesehen. Ich befürchte, sie sind in Deutschland nicht mehr erhältlich. Sehr schade, denn vom Schneckenstoff hätte ich gerne noch Nachschub.

Spielkarten-Etui aus violettem Stoff mit kleinen Schnecken

Nun würde mich interessieren: Hast du bereits ein Spielkarten-Etui genäht und bist genauso begeistert wie ich? Oder konnte ich dich auf neue Ideen bringen? 😉 Das würde mich sehr freuen.

Links zu anderen Blogposts:

Täschchen Kiss – Reiseetui für die elektrische Zahnbürste

Das Täschchen Kiss hat sich langgemacht! – Aus dem Stifteetui ist ein verlängertes Reiseetui für meine elektrische Zahnbürste geworden. Eine saubere und sichere Aufbewahrung für unterwegs. 🙂

Täschchen Kiss in hellgrün

Das fertige Täschchen hat genau die richtige Größe für eine 18 cm lange Zahnbürste, und der Bürstenkopf passt auch noch daneben. Ich habe hier Baumwoll-Webware genommen. Außen ein Stoff aus der tollen Kollektion „Five and Dime“ von Heidi Staples (nicht mehr erhältlich), innen ein dunkelgrüner Vogelstoff. Du könntest für innen auch laminierte Baumwolle oder Wachstuch nehmen, aber das würde ich dir nicht empfehlen. Denn das Täschchen wird über die kurze Seite unten gewendet, und das dürfte, weil es so lang und schmal ist, mit Wachstuch schwierig bis unmöglich werden.

Die Nähanleitung „Täschchen Kiss“ findest du in meinem Etsy-Shop. Wenn du die Zahnbürstentasche nachnähen möchtest, orientiere dich am Stifteetui. Verlängere die Schnittteile A und B um 4 cm. Die Breite bleibt gleich. Schnittteil C bleibt gleich. Schnittteil T entfällt.

Täschchen Kiss - Reiseetui aus Stoff für Elektrische Zahnbürste

Mein verspäteter Beitrag zum „Plastikfreien Juli“ 

Mein grünes Täschchen besteht aus 100 % Baumwolle und ist damit biologisch abbaubar. 😀 Es kommt ohne Druckknopf, Reißverschluss oder Klettband aus. Die Lasche wird einfach unter die Schlaufe gesteckt und hält alles schön zusammen.

Auch die Gewebeeinlage, die ich verwendet habe, ist plastikfrei. Ich habe hier zum ersten Mal B 700 ausprobiert – eine neue Vlieseline von Freudenberg, die aus reiner Baumwolle und einer biologisch abbaubaren Haftmasse besteht. Sie klebt genauso gut wie ihre Schwester G 700.

Ein Tipp zur Gewebeeinlage B 700:

An dieser Stelle ein Dankeschön an Verena, die mir gratis zum Testen eine Materialprobe geschickt und mich gleich vorgewarnt hat: Man erkennt bei B 700 schwer, welche Seite die Klebeseite ist. Deshalb mein Tipp: Mach mit einem Bleistift eine Markierung auf einer Seite der Gewebeeinlage und teste das Aufbügeln mit kleinen Probestücken und einem Bügeltuch. So habe ich herausgefunden, wie herum es gehört. Mich hat B 700 als ökologische Alternative zu G 700 auf jeden Fall überzeugt. Vielleicht willst du es ja auch mal versuchen. 🙂

Zuschnitt für Täschchen Kiss und Vlieseline B700

Links & Tipps:

Zeit für ein Upcyling – Tischdecke wird Brotbeutel

Hast du die schöne, gestickte Tischdecke zerschnitten? – Erstaunte Blicke beim Handarbeitstreff, als ich mein aktuelles Projekt zeigte. Öhhh, jaaa… Kurze Verunsicherung meinerseits… Hätte ich das vielleicht doch nicht tun sollen?

Nee, das war schon die richtige Entscheidung! Von einem Brotbeutel, den ich mit Freude beim Einkaufen benutze, habe ich einfach mehr als von einer alten Tischdecke, die ungenutzt im Schrank liegt. Garantiert hätte ich sie auch in den nächsten zehn Jahren nicht aufgelegt. Ich kenn‘ mich doch.

Geöffneter Stoffbeutel, genäht aus alter Tischdecke, darin Bagels

Wie ist es denn bei dir? Benutzt du wiederverwendbare Beutel beim Einkaufen? – Für Obst und Gemüse brauche ich keine Säckchen, da ich die Sachen einfach lose aufs Förderband an der Kasse lege. Aber wenn ich an der SB-Theke Bagels mit der Zange herausnehme, muss ich sie ja irgendwo hineintun. Hier finde ich so einen kleinen Stoffbeutel wirklich sinnvoll, denn jedes Mal eine Papiertüte mit Sichtfenster zu benutzen und hinterher wegzuwerfen, ist ja nicht besonders schlau.

Upcycling = Nicht mehr genutzte Stoffe in neuwertige Produkte verarbeiten

Am nachhaltigsten ist es, Brot- und Brötchenbeutel aus Stoffen zu nähen, die eh schon in der Welt sind: Neben ausrangierten Tischdecken und Gardinen eignen sich auch Hemden oder dünne Blusen prima dafür. Bei Backwaren ist es auch völlig egal, ob der Beutel blickdicht ist. Es ist ja für den Mensch an der Kasse kein Problem, den Beutel mal aufzuziehen und den Inhalt kurz zu prüfen und zu zählen. Wir sparen uns das aber meistens. Ich sage einfach, was drin ist, und in der Regel schaut dann keiner mehr nach. Kassenpersonal hat eine gute Menschenkenntnis; die sehen schon, dass ich keine Gaunerin bin. 🙂

Naturweißer Zuziehbeutel mit pastellfarbener Blumenstickerei - genäht aus einer alten Tischdecke

Nähanleitung Zuziehbeutel

Kommen wir zum Punkt, der dich vielleicht auch interessiert: das Schnittmuster. Vielleicht hast du es schon geahnt. Es ist mal wieder mein altbewährter Zuziehbeutel. Die Nähanleitung dafür findest du in meinem Etsy-Shop. Der Clou an meinem Beutel ist, dass er kein Innenfutter hat. Das spart Stoff und macht ihn besonders nachhaltig. Stabil ist er trotzdem – wegen der Französischen Naht, durch die es innen keine offenen Stoffkanten gibt. Er ist schnell genäht, total praktisch… Was soll ich sagen, ich näh‘ diese Beutel einfach super gerne und benutze sie in verschiedenen Größen für alles Mögliche.

Mein Brotbeutel ist 25 cm breit und 28 cm hoch. Genau richtig für 3-4 Bagels. Falls du diese Beutelgröße nachnähen möchtest und meine Nähanleitung verwendest, kannst du dich an der Größe M im E-Book orientieren. Die Maße sind fast dieselben. Es gibt nur eine Abwandlung: Die Höhe des Hauptstoffs machst du etwas kürzer (-8 cm). Die Breite des Hauptstoffs bleibt gleich. Auch der Zuschnitt für den Tunnelzug ist derselbe wie bei Größe M.

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