Patchwork-Hülle für mein Pflanzbuch

„Wer einen Garten hat und eine Bibliothek, dem wird es an nichts fehlen“, hat Cicero gesagt. Ein schöner Gedanke. Mir würde jedenfalls etwas fehlen, hätte ich keine Bücher und keinen Garten. Dass wir uns vor ein paar Jahren dafür entschieden haben, nichts Neues zu suchen, sondern unser altes Haus umzubauen und aufwendig zu modernisieren, hatte auch mit dem dazugehörigen Garten zu tun.

Ein kleines Stück Land zu besitzen, das man nach eigenen Vorstellungen gestalten kann, auf dem man Gemüse und Obst anbauen kann, auf dem man im Liegestuhl liegen und sich erholen kann – Das ist ein Wert, den ich von klein auf mitbekommen habe.

Aber ein Garten macht natürlich auch Arbeit. Man muss sich die Zeit dafür nehmen. Unser Gemüsebeet ist ein Gemeinschaftsprojekt: Papa gräbt um, sät ein, bewässert und hat die Erfahrung. Ich bin im Moment für die Voranzucht zuständig. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass unser Wohnzimmer dank bodenlangen Fenstern und Fußbodenheizung der ideale Ort ist, um Pflanzen vorzuziehen.

Weil das letztes Jahr so prima geklappt hat und wir mit reicher Ernte gesegnet waren, habe ich in diesem Frühjahr meine Kapazitäten sogar noch etwas ausgebaut. Gespannt zu warten, bis ein Sämling durch die Erde bricht, dann zu beobachten, wie das junge Pflänzchen wächst und gedeiht, das macht einfach Spaß. Es ist jedes Mal ein kleines Wunder.

Gurkenpflänzchen

Neben Klassikern wie Zucchini, Kürbis und Gurke versuche ich es dieses Jahr auch mal mit Fenchel und Mangold. Auch gelber Sonnenhut, Echinacea, Löwenmäulchen und Ährensalbei haben schön gekeimt und wachsen prächtig am Wohnzimmerfenster. Die werden im Sommer ganz viele Bienen und Schmetterlinge anlocken. Möhren, Zwiebeln, Radieschen, Kohlrabi und Kartoffeln wachsen schon im Freiland. Tomaten und Paprika dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Pflanzbuch für die Dokumentation

Um da den Überblick zu behalten, habe ich mir letztes Jahr ein Pflanzbuch angelegt. Das ist ein einfaches Notizbuch, in dem ich mir ziemlich laienhaft Notizen machen. Wann hat ein Samen gekeimt? Wann habe ich ausgepflanzt und wann geerntet? Wie ertragreich war eine Sorte? Wie haben wir das Beet aufgeteilt? – Wenn ich das jedes Jahr dokumentiere, kann ich Rückschlüsse daraus ziehen, die Fruchtfolge im Auge behalten und jede Menge lernen. So denke ich mir das jedenfalls.

Leinen, Patchwork & Stickerei

Weil das schwarze Notizbuch nicht das allerschönste ist und ich auch lose Zettel und Samenpäckchen aufbewahre, habe ich mir jetzt einen schönen Organizer dafür genäht. Das Nähen hat unglaublich viel Spaß gemacht. Besonders das Auswählen der grünen Stoffe mit den Pflanzmotiven war pures Nähglück. Neben Erdbeeren und Kirschen, Purpur-Sonnenhut, Klee und Hagebutte habe ich sogar einen kleinen Grashüpfer gefunden. So ein schönes Patchwork-Projekt! Ich könnte sofort die nächste Hülle nähen.

12 grüne Quadrate in der Größe 2 x 2 Inch habe ich zusammengepuzzelt und mit einem groben, aber sehr weichen Leinen kombiniert. Die Außenteile habe ich mit Volumenvlies H 630 verstärkt, die Vorderseite anschließend mit weißem Garn bestickt. Das habe ich mir bei @rosie.taylor.crafts abgeguckt, die genau wie @maisymakes76 eine große Quelle der Inspiration auf Instagram ist.

Die Stoffe sind eine wilde Mischung aus meinem Bestand: sehr viel Heather Ross, ein bisschen ellis & higgs, Bonnie & Camille, Lori Holt und Kate Spain. Das Leinen habe ich vor vielen Jahren mal auf dem Frankfurter Stoffmarkt gekauft. Davon hatte ich noch Reste, die genau für die Hülle gereicht haben. Eine Nähanleitung dafür habe ich nicht auf Lager. Ich habe mein Buch ausgemessen, ein paar Zentimeter für Nahtzugabe und Abnäher dazugerechnet und freestyle genäht. Ist ja kein sehr schweres Projekt.

Tolles, kreatives Nähprojekt!

Solche Buchhüllen zu nähen, macht total viel Spaß und ist für mich pure Entspannung. Ich kann es dir sehr empfehlen! Man kann sich dabei kreativ ausdrücken und hält schon nach kurzer Zeit ein tolles Einzelstück in den Händen. Ich habe in letzter Zeit häufig Bücher zu Geburtstagen verschenkt und passend dazu eine Hülle genäht. Die Kombination aus Lesestoff und etwas Selbstgenähtem ist bisher super angekommen (und lässt sich prima als Maxibrief mit der Post verschicken). Deshalb liegt bestimmt schon bald die nächste Hülle auf meinem Nähtisch.

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8 Kommentare

  1. So ein Buch ist sehr fein, wenn man im nächsten Jahr oder später nachsehen will. Und die Gestaltung mit dem Leinen und dem weißen Garn gefällt mir in Kombi zu den grünen Stoffen sehr.
    Viele Grüße aus dem Erdbeerbeet Ingrid

    • Das freut mich, dass es dir gefällt, liebe Ingrid.
      Hach, Erdbeeren… Wie lecker! Wir haben Walderdbeeren, die wohl per Schneckentransport bei uns im Garten gelandet und dort heimisch geworden sind. Ich freue mich schon auf die ersten kleinen Früchte in meinem Müsli und natürlich auf Erdbeerkuchen! 🙂

  2. Was für ein schönes Projekt!
    Ich denke auch manchmal, ich sollte solche Dinge aufschreiben, jedes Jahr tauchen die gleichen Fragen auf. Und ich merke mir das so schlecht.
    Das kann Dir nun nicht passieren. An dem Buch und den Notizen wirst Du viel Freude haben.
    LG
    Elke

    • Liebe Elke,

      das Buch ist wirklich sehr nützlich. So konnte ich im Frühjahr nachschauen, wann ich letztes Jahr mit dem Vorziehen angefangen habe. Weil es dieses Jahr im März und April schon so warm und trocken war, hatte ich irgendwie das Gefühl, spät dran zu sein. Aber aus meinen Notizen konnte ich entnehmen: Nö, alles gut, ich bin genau im Zeitplan. 😀

      Liebe Grüße
      Katharina

  3. Ein richtig schönes Gartenbuch und tolles Nähprojekt! Mein Gartenbuch sieht zwar ganz hübsch aus, beinhaltet aber auch eine Menge Zettelwirtschaft, also könnte es gut auch eine Hülle brauchen! Vielen Dank für die Inspiration….

    • Liebe Gabi,

      ich werde mir auf jeden Fall auch noch eine zweite Hülle nähen. Sie ist wirklich ideal für alle Art Zettelwirtschaft. Freut mich, dass ich dich inspirieren konnte.

      Liebe Grüße
      Katharina

  4. Was für eine tolle Idee mit dem Buchumschlag. Sehe ich das richtig, dass der Umschlag nur oben offen ist? Bislang habe ich immer nur Buchumschläge gesehen, die an 3 Seiten offen waren und die man zum Schutz beim Lesen verwendet hat. Deine Idee finde ich klasse, für Kalender und Bücher mit viel Zettelwirtschaft ist das ja so viel besser. Danke fürs Teilen.
    Schöne Grüße
    Kristin – Wollkistchen

  5. Liebe Kristin,

    ja, genau, die Hülle ist nur oben offen. Ich entdecke auch gerade, dass so eine Hülle ein toller Organizer für Zettel und Schreibwaren aller Art ist. Man könnte z. B. auch A5-Hefte oder gefaltete A4-Zettel darin sammeln.

    Liebe Grüße
    Katharina

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