Mäuse & Eichhörnchen – Winterliche Nähprojekte

Ich weiß nicht, ob ich’s schon mal erwähnt habe… Ich liebe Tiere! … Egal, was da kreucht und fleucht, ich kann mich für fast alle Mitgeschöpfe begeistern: Bienen, Wespen, Käfer, Spinnen, Mauswiesel, Maulwurf, Eichhörnchen, die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Besonders Tiere, die in unserem Garten wohnen und die ich vom Fenster aus beobachten kann, habe ich ins Herz geschlossen. Klar kümmere ich mich um sie. Meisenknödel, Rotkehlchenfutter, Laubhäufchen, Totholz, verwilderte Verstecke, abgeblühte Samenstängel, Nisthilfen. Alles selbstverständlich. Sind ja schließlich „meine“ Tiere, und die sollen ein gutes Leben haben.

Sicher hat es auch mit meiner Tierliebe zu tun, dass ich die Stoffserie „Hibernation“ von Tilda immer noch so gerne mag. Viel ist von meinen Stoffen nicht mehr übrig, denn ich habe schon einiges daraus genäht, wie dieses Wärmekissen:

Das Wärmekissen besteht aus einem Körnerkissen mit vier Kammern und einem Stoffbezug. Legst du dir das warme Kissen auf den Bauch, hast du es mindestens so wohlig wie das Mäuschen während seiner Winterruhe. 😉 Falls du es nachnähen möchtest: Die Nähanleitung findest du in meinem Etsy-Shop.

Immer wieder gern genäht und gern genommen: der Untersetzer in Herzform. Das kostenlose Tutorial findest du hier in meinem Blog. ♥ Herz-Untersetzer ♥ Auch kleine Vögel können Schlafphasen einlegen, wenn es eisig kalt ist. Als es vor kurzem so heftig geschneit hat, habe ich drei Tage lang keine Meisen und Spatzen an unseren Futterstellen gesehen. Ich hab‘ mir schon Sorgen gemacht, denn normalerweise herrscht da immer Hochbetrieb. Aber ich denke, die kleinen Piepmätze haben sich einfach im dichten Baum zusammengekuschelt und den Kälteeinbruch verschlafen. Jetzt sind sie jedenfalls wieder da. 🙂

Ein echter Winterschläfer ist auch das Eichhörnchen nicht. Aber wenn es sehr kalt ist, ruht es sich gerne in seinem Baumnest aus. Das spart wertvolle Energie. Dabei benutzt es seinen Schwanz als Bettdecke, habe ich gelesen. Süß, oder? Dieses blaue Stoffkörbchen habe ich nach dem bewährten Video-Tutorial Petit Four Basket by Annie genäht und vor einiger Zeit verschenkt.

Ich freue mich immer noch, dass ich dieses aufwendige Nähprojekt angegangen bin und die Tilda-Stoffe dafür genommen habe. Es hat sich mal wieder gezeigt: Alles gar nicht so schwer, wie’s auf den ersten Blick aussieht. Schritt für Schritt ist alles machbar. Im Blogpost Organizer | Ich habe eine Catch All Caddy 2.0 genäht erfährst du mehr darüber. Falls du dich auch an die Tasche herantrauen möchtest, kannst du vielleicht von meinen Erfahrungen und Tipps profitieren.

Und zu guter Letzt: Noch ein Tassen-Untersetzer. Diesmal nicht in Herzform, sondern als Sechseck. Der Untersetzer wird mit der Quilt-as-you-go-Methode genäht. Das geht schnell und ist sehr einfach, wie du in meiner bebilderten Nähanleitung sehen kannst: Tutorial | Hexie-Untersetzer nähen.

So, der Blogpost ist fertig. Ich gehe jetzt ins Wohnzimmer, decke mich zu und halte auch ein bisschen Winterruhe. Liebe und Mitgefühl schicke ich den Menschen, die es gerade nicht so gemütlich haben, die frieren müssen, weil sie kein Obdach haben oder von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Ich hoffe, dass Licht und Wärme ganz bald zurückkehren.

Links & Tipps:

  • Die beiden Wildtierbiologinnen Lydia Möcklinghoff und Dr. Frauke Fischer machen einen ganz tollen, unterhaltsamen Podcast, den ich dir unbedingt empfehlen möchte. Hör doch mal rein: Tierisch Podcast
  • Kennst du schon Schreibers Naturarium? Dieses „Naturlesebuch“ hat 2023 einen Preis bekommen. Kein Wunder! Jasmin Schreiber nimmt uns mit in die heimische Flora und Fauna und erzählt witzig und kurzweilig, was da so alles los ist. Die Kapitel sind nach Monat sortiert, so dass man es über ein ganzes Jahr gestreckt lesen kann. Ich fand’s allerdings so toll, dass ich es ruckzuck ausgelesen hatte. Wunderschön sind auch die kleinen Zeichnungen, die von der Autorin selbst stammen.

Jahresrückblick 2025

Zwischen Weihnachten und Silvester nehme ich mir Zeit, um über das alte Jahr nachzudenken und es abzuschließen. So kann ich dann sortiert und mit einem groben Fahrplan ausgestattet ins neue Jahr starten. Was war 2025 für ein Jahr?

Für mich war es ein Jahr des radikalen Ausmistens und Schlussmachens. Ich habe mich unter anderem von Instagram getrennt, und das war eine sehr gute und folgenreiche Entscheidung. Hätte ich gewusst, wie positiv und heilsam sich das auf mein Leben auswirkt, kein Social Media* mehr zu nutzen, hätte ich es schon viel früher gemacht. Wenn ich es auf den Punkt bringen sollte, würde ich sagen: 2025 war das Jahr, in dem ich wieder mehr der Mensch wurde, der ich in der Welt sein möchte.

All die Veränderungen und Erkenntnisse zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Ich bezweifle, dass du so viel Zeit zum Lesen und so viel Interesse an meiner persönlichen Entwicklung hast. 😉 Deshalb möchte ich hier nur den Bereich beleuchten, der vielleicht auch für dich interessant ist: die Kreativität.

Blick auf einen Schreibtisch, auf dem eine Nähmaschine und viele Näh- und Schreibutensilien stehen. Am Fenster hängt eine leuchtende Lichterkette.

Ich hab‘ ja die Theorie, dass Social Media schädlich für die eigene Kreativität sein kann. Und tatsächlich stelle ich fest, dass meine Nähfreude, die letztes Jahr nur noch ein mickriges Pflänzchen war, 2025 wieder richtig aufgeblüht ist. Ich habe schon lange nicht mehr so viel an der Nähmaschine gesessen wie in den letzten Monaten. Ohne Schere im Kopf, ohne Leistungsdruck, ohne einen Gedanken daran, wie ich etwas vermarkten und auf Social Media inszenieren kann, ohne Ablenkung war ich ganz oft im kreativen Flow. Hast du eigentlich gewusst, dass wir das schönste Hobby der Welt haben? 😉

Viele Grüße von hinterm Mond!

Keine Ahnung, was gerade total angesagt ist in der Nähwelt, welcher Schnitt rauf- und runtergenäht wird und von welcher Stoffkollektion man unbedingt was ergattern muss. Ich leb‘ quasi hinterm Mond und bekomme nichts mehr mit. Dafür schöpfe ich jetzt aber wieder mehr aus mir selbst, und das macht mich glücklich. Anstatt mich von Social Media überfluten zu lassen, schaue ich jetzt in mein Stoffregal, werfe den eigenen Ideensprudel an und entscheide mich dann für ein Projekt. Auch so ein Ding: Ich kann mich wieder viel leichter für etwas entscheiden.

Das Dopamin kickt auch beim Ausmisten.

Social Media war für mich ein Zuviel, ein Vielzuviel. Und ich kann einfach generell besser mit Weniger. Optionen reduzieren, Klarheit ins System bringen – das zog sich wie ein roter Faden durch mein Jahr 2025. Auch physisch habe ich krass ausgemistet. Ich bin meinen ganzen Nähkram durchgegangen und habe rigoros aussortiert. Stoffe und Nähzubehör habe ich verschenkt, Bücher verkauft und angefangene Projekte, die außer einem schlechten Gewissen nichts mehr in mir auslösten, im Restmüll entsorgt. Was für eine Befreiung! Wenn ich mich jetzt umschaue, lacht mich alles an. 😀 Auch digital habe ich mit dem Ausmisten angefangen. Ich habe jede Menge Fotos und Dateien gelöscht, mich bei etlichen Plattformen abgemeldet und Online-Konten geschlossen (z. B. Amazon, yay!).

Verteidigerin des freien Internets

Es mag verrückt klingen, aber ich habe noch nie so viel Sinn im Bloggen gesehen wie im Moment. Ich bin motivierter denn je, meinen kleinen greenfietsen-Blog am Leben zu halten. Ja, ich weiß, angeblich liest niemand mehr Blogs. Kein Mensch braucht noch Blogs, weil angeblich alle bei Social Media und in anderen geschlossenen Online-Räumen abhängen oder einfach Chatty fragen. Umso wichtiger, dass wir Blogger*innen hier draußen das freie Internet verteidigen. Gerade wir Frauen dürfen uns nicht aus dem Internet verdrängen lassen. Auch wenn manche von uns „nur“ über Granny-Hobbys wie Nähen, Stricken und Häkeln schreiben, wir sind Teil des Internets, wie es meiner Meinung nach ursprünglich mal gedacht war. Ein Ort des Austauschs von Informationen, Meinungen und Erfahrungen, frei zugänglich für jeden. Das ist mir in diesem Jahr so richtig klar geworden.

Hallo, jemand da? 

Ich schreibe nicht nur gerne Blogposts, ich lese auch wieder sehr gerne Blogs. Wie so eine Übriggebliebene nach einer Zombie-Apokalypse klappere ich regelmäßig die Adressen alter Bloggerfreundinnen ab – in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen. Meistens schaue ich in leere, verlassene Häuser. Die Möbel stehen zwar noch, an den Wänden klebt noch die Tapete, aber auf den vor Jahren geschriebenen, letzten Worten setzt sich der Staub ab. Zu theatralisch? Sorry, es ging gerade mit mir durch. 😀 Na ja, wenn ich dann auf einem meiner Kontrollgänge überraschenderweise einen neuen Blogpost entdecke… WOHOOO! Konfetti-Regen! Dann freue ich mich so sehr, dass ich fast Pipi in den Augen habe. Nein, ich übertreibe nicht!

Aber ganz im Ernst: Ich freue mich unglaublich über jede Wiederbelebung und sauge alles auf. Für uns Leute außerhalb von Social Media sind Blogposts wie von dir, liebe Ina (Immermalwasneues) oder dir, liebe Andrea (Quiltmanufaktur), sehr wertvoll. Danke auch an Astrid (mipamias), Ingrid (Nähkäschtle), Martina (Quilt Collection M.), Kristina (Am liebsten bunt) und alle, die immer noch das Bloggerfähnchen hochhalten! ♥

Danke 2025, du warst ein gutes Jahr!

In diesem Jahr habe ich mich von digitalen Plattformen zurückgezogen und mich wieder der echten, analogen Welt zugewendet. Und wer hätte es gedacht, es gibt ein Leben ohne Social Media, und das ist ziemlich gut und intensiv.

Ich habe angefangen mir zurückzuholen, was ich lange vermisst habe: Innere Ruhe, einen fokussierten Geist, kreative Flows, tiefere Beziehungen im echten Leben, mehr Zeit, Freiheit und Selbstbestimmung. Ich lebe jetzt wieder mehr im Einklang mit meinen Werten, bin bei mir und fühle mich mit den Menschen und der Welt verbunden. Nicht immer, dafür sind leider zu viele Arschlöcher unterwegs, aber im Großen und Ganzen schon. 😉 Insgesamt ein gutes Gefühl, das ich mir für 2026 in den Rucksack packen möchte.

Alles Gute für dich!

Ich danke dir fürs Lesen und wünsche dir von Herzen einen guten Rutsch in ein glückliches, neues Jahr! 2026 liegt als unbeschriebenes Blatt vor uns. Voll neuer Möglichkeiten und vieler Gelegenheiten, das Leben in die Hand zu nehmen und gute Entscheidungen zu treffen – für dich, den Planeten und all seine Bewohner. 🙂

Alles Liebe!
Katharina

* Ab und zu poste ich etwas auf Pixelfed, einer Instagram-Alternative im Fediverse. Aber die Mechanismen sind dort ganz anders. Keine Algorithmen, kein ewiges Scrollen. Es fühlt sich für mich nicht wie Social Media an, weil ich dort mit niemandem im Austausch stehe. Ich nutze es eigentlich nur, wenn ich auf einen neuen Blogpost hinweisen möchte.

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Bloggen ohne KI – Greenfietsen bleibt menschgemacht.

Vor kurzem habe ich in einem Podcast zum Thema Künstliche Intelligenz eine Zahl gehört, die ich kaum glauben konnte: Mehr als 50 Prozent aller neuen Inhalte im Internet sind inzwischen KI-generiert! … Wow! Das bedeutet: Menschliche Inhalte und Kommunikation werden immer weniger.

Oder wie im Juni 2025 im Standard zu lesen war: Wir befinden uns „mitten in einem schleichenden Wandel, bei dem der Mensch im Netz leiser wird… Die Frage ist nicht mehr, ob KI das Internet verändert. Sondern wie viel Mensch noch übrigbleibt.“ (Link zum Artikel).

Da habe ich doch das Bedürfnis, einmal klarzustellen und zu betonen: Dieser Blog ist menschgemacht! Ich bin Katharina. Ein Mensch aus Fleisch und Blut, und ich gehe hier nicht weg. Seit 2013 führe ich diesen kleinen Handarbeitsblog. Ich war lange vor ChatGPT da! 😉

Mir ist wichtig, dass du weißt: Alles, was du hier liest, denke ich mir selbst aus. Ich brainstorme nicht mit ChatGPT, ich lasse mir keine Themen oder Überschriften vorschlagen und erst recht lasse ich mir keine Blogtexte oder Bilder generieren. Ich benutze keine generative KI. Warum sollte ich mir etwas abnehmen lassen, das mir Spaß macht? Schließlich ist auch das Bloggen mit allem, was dazu gehört, mein Hobby, bei dem ich meine Kreativität auslebe. Außerdem will ich mir nichts von anderen zusammenklauen.

Fotografiert an einem frostigen Dezembermorgen 2025.

Ich möchte auch nichts sehen, lesen oder hören, was andere mit generativer KI zusammengeklickt haben. Wenn ich merke, dass ein Text, ein Bild oder ein Video KI-generiert ist, verliere ich sofort das Interesse daran. Ich bin automatisch enttäuscht, dass es keine echte menschliche Leistung ist und wende mich ab. Es verliert für mich seine kreative „Aura“, seine Echtheit, seinen Wert. Vor kurzem habe ich einen Roman abgebrochen, weil ganze Passagen verdächtig nach ChatGPT geklungen haben. Seitdem wertschätze ich Bücher, die vor 2022 entstanden sind, viel mehr. Vielleicht lese ich demnächst wieder mehr Klassiker. 😀

Ich will nicht bequem und denkfaul werden. Auch deshalb benutze ich kein ChatGPT, Claude, Gemini und wie sie alle heißen. Frei und unabhängig denken zu können, Gedanken selbst formulieren zu können, sich auch mal geistig anstrengen und strecken, das ist doch wichtig. „Denken ohne Geländer“ – Auch wenn Hannah Arendt das damals in einem anderen Zusammenhang gesagt hat, passt es auch im KI-Zeitalter.

KI-Sprachmodelle haben ihre Stärken, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Sie können in großen Mengen Daten analysieren, Texte strukturieren, etwas markieren und zusammenfassen. Aber diese Funktionen brauche ich nicht.

Was die Chatbots nicht verlässlich können: Recherchieren und Informationen finden. ChatGPT ist keine Wissensdatenbank. Es reiht einfach nur nach statistischer Wahrscheinlichkeit Wörter aneinander. Es assoziiert und imitiert. Das ergibt oft Sinn und enthält Richtiges, es kommt aber auch verdammt viel Quatsch dabei raus. Da suche ich doch lieber selbst in Büchern oder im Internet nach der Information und kann dabei die Quellen eigenständig auswählen.

Back to the roots! Ich höre jetzt mit noch größerem Genuss meine alten CDs und suche gezielt nach Romanen, die vor der Einführung von ChatGPT erschienen sind. Wenn du einen Blog suchst, der noch von einem echten Menschen geführt wird, der seine Gedanken noch selber in Sprache kleidet*, bist du hier jedenfalls genau richtig. 😉

Frohe Weihnachten
wünscht dir
Katharina

PS: Ein kleines Schmankerl zum Schluss. 😀 Ich bekomme neuerdings KI-generierte Blogkommentare, die inhaltlich Bezug auf meine Artikel nehmen, aber eindeutig von Bots stammen. Die schalte ich natürlich nicht frei. Dieses poetische Beispiel hat ein Chatbot zu meinem genähten Fliegenpilz verfasst:

„Für mich symbolisiert dieser Artikel, wie schön es ist, die Jahreszeit bewusst zu verarbeiten: Nicht nur schauen, dass Herbst ist – sondern aktiv gestalten. Der Pilz wird nicht nur „gefunden“, sondern „genäht“ – das macht ihn zu einem Stück Erinnerung, zu einem Teil des eigenen kreativen Raums. Und genau das finde ich sehr charmant.“ 

* Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken. (Samuel Johnson) KI-Chatbots denken und fühlen nicht. Sie bilden einfach nur logische Wortketten auf der Grundlage ihrer Trainingsdaten.

Nadelkissen aus Stoffresten & Überbleibseln

Gehörst du auch zu den Leuten, die keine Stoffreste wegwerfen können? Gerade wenn man Patchwork macht, kann man ja selbst Ministückchen noch gebrauchen. Auch Überbleibsel von Nähprojekten kann ich einfach nicht in die Tonne werfen. Und so sammeln sich in meiner Schublade fortdauernd „Leftovers“ an: übriggebliebene Patchworkblöcke und -elemente und jede Menge Probegenähtes für meine Tutorials und E-Books. Ein reicher Fundus, um sich kreativ auszutoben und daraus ein paar Nadelkissen zu zaubern.

Improv Patchwork: Nadelkissen aus grauem Leinenstoff mit bunten Quadraten und aufgenähtem Herz-Holzknopf.

Improv Patchwork

Eine Inspirationsquelle und großes Vorbild in Sachen Stoffresteverwertung ist für mich Amanda Jean Nyberg, besser bekannt als Crazy Mom Quilts. Wenn du auf ihrem Blog „pin cushion“ in die Suchmaske eingibst, bekommst du ganz viele, tolle Nadelkissen ausgespuckt. Die Idee, bunte Quadrate zu Streifen zusammenzunähen und Improv Patchwork zu machen, habe ich mir direkt bei Amanda abgeguckt. Die Quadrate habe ich exakt zugeschnitten (1.25″ x 1.25″). Den Rest habe ich ohne Messen, frei Schnauze improvisiert. Das Nadelkissen ist 4 x 4 Inch groß.

English Paper Piecing

Zu den Überbleibseln in meiner Schublade gehören auch zusammengenähte Hexies. Rechts eine Hexie-Blume, die ich für ein Tutorial meiner English-Paper-Piecing-Serie genäht habe. Links Hexies mit 1 Inch Kantenlänge, die eine halbe Ewigkeit auf ihre Bestimmung gewartet haben.

Zwei Nadelkissen, genäht mit English Paper Piecing. Links zusammengenähte Hexagone in den Farben Grün, Orange und Rot. Rechts eine Hexie-Blume, die auf einen blauen Hintergrundstoff appliziert wurde in den Farben Grün, Rot, Pink und Türkis.

Schwierig, bei diesem trüben Winterwetter gescheite Fotos zu machen. In Wirklichkeit sind die Stoffe viel strahlender.

Fussy Cutting

Seit Monaten knöpfe ich mir regelmäßig meine Stoffreste vor und schneide daraus Quadrate und Streifen. Ich habe festgestellt, dass ich eher etwas damit mache, wenn die Reste zugeschnitten sind. Die Streifen schneide ich 1.5 Inch, 2 Inch oder 2.5 Inch breit zu. Bei den Quadraten schaue ich, was der Rest hergibt, strebe aber auch hier Einheitlichkeit an. Natürlich achte ich auch auf das Motiv, denn Fussy Cutting macht ja besonders viel Spaß!


Half Square Triangles

Ich wette, du hast genau wie ich einen großen Stapel Half Square Triangles in der Schublade liegen – zumindest, wenn du Patchwork machst. Oder täusche ich mich da? Sie sind Bestandteil vieler klassischer Quiltblöcke und bleiben gerne mal übrig. Perfekt, um kreativ damit zu spielen und sie zu neuen Mustern zusammenzusetzen. Hier ein modernes, reduziertes Design:

Applikationen

Wenn du mal eine Nähflaute hast (und das bedauerst), kann ich dir empfehlen, ein paar Nadelkissen zu nähen. Klein, überschaubar, schnell gemacht – Ich war einen Nachmittag lang komplett im kreativen Flow mit meinen Nadelkissen. 😀 Die Ideen sind nur so gesprudelt, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie alle umzusetzen. Gerade weil ich dabei auch Überbleibseln wie der Herz-Applikation neues Leben einhauchen konnte (übrig von meiner Anleitung Zuziehbeutel).

So, und was macht man nun mit all den Nadelkissen?

Ich verschenke sie. Zum Beispiel an handarbeitsbegeisterte Frauen, mit denen ich mich einmal im Monat zum gemeinsamen Austausch treffe. Darunter sind auch Katzenfans. Weshalb das Katzen-Nadelkissen als erstes eine neue Besitzerin gefunden hat. 😀

Links & Tipps:

  • Amanda Jean Nyberg hat zwei Patchworkbücher veröffentlicht, in denen es um Stoffresteverwertung geht. In beiden blättere ich sehr gerne: „Sunday Morning Quilts“ (erschienen 2012) und „No Scrap Left Behind“ (erschienen 2017)
  • Ein Buch, das ich auch sehr mag, weil’s mich inspiriert, ist „Pin Pals“ von Carrie Nelson (erschienen 2018). Darin enthalten sind 40 Anleitungen für Nadelkissen, die man sich teilweise auch als große Kissen vorstellen und entsprechend abwandeln kann.
  • Auch früher schon habe ich Nadelkissen genäht und im Blog gezeigt. Wenn du noch mehr Inspiration suchst, schau mal hier: Klein, aber fein! – Nadelkissen mit Pilz oder Churn Dash Nadelkissen (Mini-Tutorial).

Nähen für Weihnachten – Der Adventskalender ist fertig!

Am Sonntag war es endlich so weit. Darauf habe ich mich seit Wochen gefreut: Auf den Moment, wenn wir bei unseren Lieben klingeln und ihnen unsere fertigen, selbstgemachten Adventskalender vorbeibringen. Tatsächlich habe ich nämlich nicht nur einen genäht und zusammen mit meinem Mann gebastelt, sondern – wenn man schon mal dabei ist – gleich drei! 😀

Und ich kann euch sagen: Die Freude bei den Beschenkten war riesig. Vor allem meine Schwiegereltern haben sich unglaublich über unsere Überraschung gefreut und den Adventskalender sofort an den passenden Haken an der Wohnzimmertür gehängt. Den Adventskalender auf dem ersten Foto hat meine kleine Nichte bekommen, die ihn aber noch nicht gesehen hat, sondern erst am 1. Dezember auspacken darf. So ist es bis dahin vielleicht nicht so schwierig mit dem Geduldigsein.

Eine Person im karierten Hemd hält einen selbstgemachten Adventskalender hoch. Der Adventskalender besteht aus Holzstäben und weißer Kordel und hat die Form eines nach oben spitz zulaufenden Tannenbaums. An den Holzstäben sind Stoffsäckchen in den Farben Grün, Rot und Blau mit Holzklammern befestigt. An jedem Stoffsäckchen hängt ein runder Holzanhänger mit einer Zahl.

Adventskalender für meine Nichte. Die Säckchen sind mit einem Puzzle gefüllt.

Die Idee für die Aufhängung stammt nicht von mir. Das habe ich mir abgeguckt. Im Internet tummeln sich unzählige Beispiele von Adventskalender-Holzleitern in Form eines Tannenbaums. Da kann man sich sehr schön inspirieren lassen. Die Maße für Rundstäbe und Flechtkordel haben wir dann passend zu unseren Säckchen (10 x 13 cm) selbst ausgetüftelt. Falls du unseren Adventskalender nachbauen möchtest, helfen dir vielleicht diese Infos & Tipps:

Verwendetes Material

  • 24 Stoffsäckchen (Hier erfährst du, wie ich sie genäht habe ➜ Adventskalender-Säckchen)
  • 24 kleine Holzklammern
  • 190 cm Rundstab aus Holz, Durchmesser: 1 cm
  • 300 cm Makramee-Flechtkordel, Durchmesser: 5 mm
  • 1 Holzring

Natürlich kannst du das alles variieren. Statt Rundstäbe im Baumarkt zu kaufen, kannst du z. B. auch gut durchgetrocknete Äste nehmen (hatte ich leider nicht zur Verfügung). Du könntest eine Lichterkette um die Stäbe schlingen und sie zusätzlich mit Zapfen, Sternen oder Weihnachtskugeln dekorieren.

Links: Adventskalender-Säckchen, die mit Holzklammern an Rundstäben aus Holz befestigt sind. Rechts: Holzring, an dem die Rundstäbe mit Flechtkordel befestigt sind.

Tipps zum Bau der Aufhängung

  • Wir haben den Holzstab in vier unterschiedlich lange Stücke zersägt: 70 cm (ganz unten), 55 cm, 40 cm und 25 cm lang.
  • Die 3 m lange Flechtkordel haben wir von oben nach unten um die Holzstäbe geknotet. Dazu haben wir als erstes die Kordel zur Hälfte gelegt und mit einem Ankerknoten am Holzring befestigt. Auf beiden Seiten hat man dann großzügige 150 cm, um die Kordel von oben nach unten, an einem Stab nach dem anderen, festzubinden.
  • Der Abstand zwischen den Stäben beträgt bei uns ca. 18 cm. So viel Platz ist zwischen den Stäben für die Stoffsäckchen. (Bei Baumwoll-Flechtkordel muss man bedenken, dass sie sich auch noch ein bisschen dehnt, wenn das Gewicht der gefüllten Säckchen dranhängt.)
  • An den 70 cm langen Stab haben wir 9 Säckchen gehängt, an den 55 cm langen Stab 7, an den 40 cm langen Stab 5 und ganz oben an den kurzen Stab 3. Und so geht es gut auf: 9 + 7 + 5 + 3 = 24 Säckchen.

Adventskalender Nummer 2

Da ich mit den Jahren eine beachtliche Menge an Weihnachtsstoffen angesammelt habe, konnte ich bei den Adventskalendern aus dem Vollen schöpfen. Beim Adventskalender für meine Nichte kommt jeder Stoff sogar nur 1x vor. Bei dem für meine Schwiegereltern habe ich ein kleines Fat Quarter Bundle verwendet und – weil’s nicht ganz gereicht hat – durch passende Stoffe ergänzt. Die roten, grünen und blauen Stoffe aus der Serie „Just what I wanted“ (von Anita Jeram für Clothworks entworfen) habe ich vor ca. 3 Jahren (?) bei Verena / Einfach bunt Quilts gekauft.

Selbstgemachter Adventskalender: Zu sehen sind rote, blaue, grüne und bunt bedruckte Stoffsäckchen, die mit Holzklammern an Stäben befestigt sind. An den Säckchen hängen Holzanhänger in Form eines Sterns. Auf den Holzanhängern stehen Zahlen von 1 bis 24.

Den dritten Adventskalender habe ich übrigens für uns genäht, und er sieht im Prinzip genauso aus wie der für meine Nichte. Jetzt müssen wir nur noch jemanden finden, der ihn für uns füllt. 😉

Oh, einen schönen Tipp habe ich noch für alle Makramee-Fans. Beim Stöbern im Internet bin ich auf Frau Friemel gestoßen. Sie zeigt in ihrem Blog, wie man die Holzstäbe mit Makramee verbinden kann. Sieht toll aus, weil noch mehr die typische Baumoptik herauskommt. Falls du schauen möchtest, hier der Link zu Frau Friemel:  DIY Adventskalender zum Befüllen mit Makramee

Ich wünsche dir eine besinnliche Adventszeit mit schönen Überraschungen und magischen Momenten! Alles Liebe & bis demnächst wieder! 🙂

PS: Jede Menge weihnachtliche Inspiration findest du in meinem Blogpost: Tipps | 14+ Nähideen für Weihnachten. Dort sammle ich fortlaufend neue Ideen.

Adventskalender-Säckchen nähen

Jetzt wird’s aber mal Zeit, dass ich meine selbstgenähten Adventskalender-Säckchen zeige! In den letzten zwei Wochen hat mir eine Erkältung dazwischengefunkt und mich vom Bloggen abgehalten, was mich schon ziemlich geärgert hat. Aber wann kommt eine Erkältung schon mal gelegen? – Jetzt bin ich wieder halbwegs fit und freue mich, endlich dieses Herzensprojekt vorstellen zu können. Einen Adventskalender, den ich mit viel Liebe und Muße für meine kleine Nichte gemacht habe.

In der Mitte des Bildes ein Adventskalendersäckchen aus einem bunt bedruckten Stoff mit Pinguin, Eisbär und Rentier, die Schals, Mützen und Pullover tragen. Auf der Vorderseite ist ein runder Holzanhänger mit der Zahl 20 angenäht. Im Hintergrund liegen aufgefächert weitere Adventskalendersäckchen aus anderen Stoffen.

Ich muss gestehen, dass ich mit vielen Weihnachtsbräuchen nicht viel anfangen kann, besonders den aus Amerika herübergeschwappten. Aufblasbare Weihnachtsmänner und LED-Rentiere im Vorgarten? Örks. Strümpfe am Kamin, hässliche Weihnachtspullis, Mistelzweige, Zuckerstangen und Elfen? Das kenne ich aus Filmen, aber damit bin ich nicht aufgewachsen.

Auch die aus Skandinavien eingewanderten Wichtel, die neuerdings hinter der Fußleiste leben und Kindern in der Adventszeit Streiche spielen, haben es schwer bei mir. Wahrscheinlich bin ich einfach zu alt und konservativ für solche Trends oder wie man bei uns daheim sagt: „neumodischen Förz“. (Ich freue mich schon, wenn demnächst mal wieder ein Crawler hier vorbeikommt und ich die KI mit diesem schönen, derben, hessischen Ausdruck trainieren darf. Haha! )

Eine flache Hand, auf der ein Adventskalendersäckchen und ein paar Puzzleteile liegen. Auf dem Säckchen sind Weihnachtsbäume in verschiedenen Grüntönen abgebildet, und es hängt ein runder Holzanhänger mit der Zahl 22 daran.

Weihnachtstraditionen 

Was mich in Weihnachtsstimmung versetzt, sind selbstgebackene Plätzchen nach den Rezepten meiner Oma, ein schöner Adventskranz mit vier Kerzen und ein Adventskalender! Als Kind habe ich es geliebt, jeden Tag ein Türchen zu öffnen und ein kleines Stück Schokolade aus dem Plastik zu drücken. Mal in Form eines Sterns, mal in Form einer Glocke, eines Schlittens oder einer Katze. Das Motiv war jeden Tag eine Überraschung, auf die ich mich genauso gefreut habe wie auf die Süßigkeit. Ach, was waren wir leicht zufriedenzustellen in den 80ern. 😀

Ich hoffe, mein Puzzle-Adventskalender bereitet meiner Nichte genauso viel Freude – auch wenn nur am Nikolaustag und an Heiligabend zusätzlich etwas Süßes drinsteckt. Bestimmt bekommt sie von ihren Eltern oder Großeltern sowieso auch noch einen Schoko-Adventskalender. Das Puzzle ist übrigens das Weihnachtshaus von Willa Wunst. Ein zauberhaftes, wunderschönes Puzzle! Mein Mann und ich haben die 500 Teile vorab zusammengesetzt und dann in 24 Häppchen aufgeteilt.

Adventskalendersäckchen aus grünem Weihnachtsstoff mit eine rundem Holzanhänger, in den die Zahl 24 eingraviert ist. Zeigefinger und Daumen einer Hand öffnen das Säckchen, damit man die Naht im Inneren sehen kann. Im Hintergrund verschiedene Weihnachtsdeko: Sterne und ein rotes Keramikhaus.

Nähanleitung: Zuziehbeutel

Bei den Säckchen habe ich mir ganz bewusst mehr Arbeit gemacht als sein müsste. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, sie wie meine großen Zuziehbeutel zu nähen, also mit Doppelnaht – so dass innen keine offenen Stoffkanten sind, die ausfransen. Es war mir wichtig, einen aufwendig genähten Adventskalender zu verschenken, der in meiner romantischen Vorstellung viele Jahre genutzt und geliebt wird und vielleicht, irgendwann sogar weitervererbt.

Die Nähanleitung „Zuziehbeutel“ findest du in meinem Etsy-Shop. Wenn du die Adventskalender-Säckchen nachnähen möchtest, schneide den Hauptstoff 14 x 25 cm zu. Für den Tunnelzug brauchst du zwei Stoffe je 10 x 6 cm. Nähe die Beutel, wie es in der Anleitung auf S. 20-23 und S. 28-29 beschrieben wird.

Adventskalendersäckchen aus grünen, roten und türkisblauen Weihnachtsstoffen, hintereinander aufgestellt. Ganz vorne ein türkisfarbenes Säckchen, auf dem zwei Weihnachtswichtel mit roter Mütze und weißem Bart abgebildet sind. Am Säckchen hängt ein runder Holzanhänger mit der Zahl 6.

Bei Stoffen geht’s nicht ganz ohne Weihnachtswichtel und Zuckerstangen. 😉

Die fertigen Säckchen sind 10 cm breit und 13 cm hoch (inkl. Tunnelzug). Die runden Holzanhänger habe ich im Etsy-Shop Gravulino gekauft und mit Stickgarn angenäht. Wenn die Säckchen irgendwann in ferner Zukunft mal gewaschen werden müssen, können die Anhänger vorher abgenommen und hinterher wieder angenäht werden.

Während ich krank war, habe ich beim Fernsehgucken die Kordel angebracht. Dafür habe ich 1,5 mm dickes Makramee-Baumwollgarn genommen. Jeweils zwei 45 cm lange Schnüre habe ich mit Hilfe einer Sicherheitsnadel gegenläufig durch die Tunnel gezogen und die Enden verknotet. (Siehe meine Anleitung „Zuziehbeutel“, S. 32) An diesem Wochenende möchte ich die Halterung bauen, an die die Säckchen gehängt werden, und dann… Nix wie ab! Der 1. Dezember steht schon vor der Tür. Nicht mehr lange, und die Adventszeit beginnt.

Hast du selbst dieses Jahr einen Adventskalender?

Auf einer grauen Schneidematte liegt ein Adventskalendersäckchen mit einem runden Holzanhänger, in den die Zahl 14 eingraviert ist. Eine Hand dreht den Anhänger zur Seite, so dass das Stoffmotiv zu erkennen ist: Eine kleine gezeichnete Maus mit einer rot-weißen Zuckerstange. Um das Säckchen herum liegen auf der Schneidematte eine kleine Tüte mit Puzzleteilen, eine große, weiße Makramee-Garnrolle und andeutungsweise weitere Adventskalendersäckchen.

Du suchst nach mehr Nähideen für Weihnachten?

Dann schau doch mal in meinen Blogbeitrag: Tipps | 14+ Nähideen für Weihnachten. Dort findest du viele schöne Projekte – Sterne, Tannenbäumchen, festliche Bestecktaschen, Nikolausstrumpf und vieles mehr.