Zwischen Weihnachten und Silvester nehme ich mir Zeit, um über das alte Jahr nachzudenken und es abzuschließen. So kann ich dann sortiert und mit einem groben Fahrplan ausgestattet ins neue Jahr starten. Was war 2025 für ein Jahr?
Für mich war es ein Jahr des radikalen Ausmistens und Schlussmachens. Ich habe mich unter anderem von Instagram getrennt, und das war eine sehr gute und folgenreiche Entscheidung. Hätte ich gewusst, wie positiv und heilsam sich das auf mein Leben auswirkt, kein Social Media* mehr zu nutzen, hätte ich es schon viel früher gemacht. Wenn ich es auf den Punkt bringen sollte, würde ich sagen: 2025 war das Jahr, in dem ich wieder mehr der Mensch wurde, der ich in der Welt sein möchte.
All die Veränderungen und Erkenntnisse zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Ich bezweifle, dass du so viel Zeit zum Lesen und so viel Interesse an meiner persönlichen Entwicklung hast. 😉 Deshalb möchte ich hier nur den Bereich beleuchten, der vielleicht auch für dich interessant ist: die Kreativität.

Ich hab‘ ja die Theorie, dass Social Media schädlich für die eigene Kreativität sein kann. Und tatsächlich stelle ich fest, dass meine Nähfreude, die letztes Jahr nur noch ein mickriges Pflänzchen war, 2025 wieder richtig aufgeblüht ist. Ich habe schon lange nicht mehr so viel an der Nähmaschine gesessen wie in den letzten Monaten. Ohne Schere im Kopf, ohne Leistungsdruck, ohne einen Gedanken daran, wie ich etwas vermarkten und auf Social Media inszenieren kann, ohne Ablenkung war ich ganz oft im kreativen Flow. Hast du eigentlich gewusst, dass wir das schönste Hobby der Welt haben? 😉
Viele Grüße von hinterm Mond!
Keine Ahnung, was gerade total angesagt ist in der Nähwelt, welcher Schnitt rauf- und runtergenäht wird und von welcher Stoffkollektion man unbedingt was ergattern muss. Ich leb‘ quasi hinterm Mond und bekomme nichts mehr mit. Dafür schöpfe ich jetzt aber wieder mehr aus mir selbst, und das macht mich glücklich. Anstatt mich von Social Media überfluten zu lassen, schaue ich jetzt in mein Stoffregal, werfe den eigenen Ideensprudel an und entscheide mich dann für ein Projekt. Auch so ein Ding: Ich kann mich wieder viel leichter für etwas entscheiden.
Das Dopamin kickt auch beim Ausmisten.
Social Media war für mich ein Zuviel, ein Vielzuviel. Und ich kann einfach generell besser mit Weniger. Optionen reduzieren, Klarheit ins System bringen – das zog sich wie ein roter Faden durch mein Jahr 2025. Auch physisch habe ich krass ausgemistet. Ich bin meinen ganzen Nähkram durchgegangen und habe rigoros aussortiert. Stoffe und Nähzubehör habe ich verschenkt, Bücher verkauft und angefangene Projekte, die außer einem schlechten Gewissen nichts mehr in mir auslösten, im Restmüll entsorgt. Was für eine Befreiung! Wenn ich mich jetzt umschaue, lacht mich alles an. 😀 Auch digital habe ich mit dem Ausmisten angefangen. Ich habe jede Menge Fotos und Dateien gelöscht, mich bei etlichen Plattformen abgemeldet und Online-Konten geschlossen (z. B. Amazon, yay!).
Verteidigerin des freien Internets
Es mag verrückt klingen, aber ich habe noch nie so viel Sinn im Bloggen gesehen wie im Moment. Ich bin motivierter denn je, meinen kleinen greenfietsen-Blog am Leben zu halten. Ja, ich weiß, angeblich liest niemand mehr Blogs. Kein Mensch braucht noch Blogs, weil angeblich alle bei Social Media und in anderen geschlossenen Online-Räumen abhängen oder einfach Chatty fragen. Umso wichtiger, dass wir Blogger*innen hier draußen das freie Internet verteidigen. Gerade wir Frauen dürfen uns nicht aus dem Internet verdrängen lassen. Auch wenn manche von uns „nur“ über Granny-Hobbys wie Nähen, Stricken und Häkeln schreiben, wir sind Teil des Internets, wie es meiner Meinung nach ursprünglich mal gedacht war. Ein Ort des Austauschs von Informationen, Meinungen und Erfahrungen, frei zugänglich für jeden. Das ist mir in diesem Jahr so richtig klar geworden.
Hallo, jemand da?
Ich schreibe nicht nur gerne Blogposts, ich lese auch wieder sehr gerne Blogs. Wie so eine Übriggebliebene nach einer Zombie-Apokalypse klappere ich regelmäßig die Adressen alter Bloggerfreundinnen ab – in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen. Meistens schaue ich in leere, verlassene Häuser. Die Möbel stehen zwar noch, an den Wänden klebt noch die Tapete, aber auf den vor Jahren geschriebenen, letzten Worten setzt sich der Staub ab. Zu theatralisch? Sorry, es ging gerade mit mir durch. 😀 Na ja, wenn ich dann auf einem meiner Kontrollgänge überraschenderweise einen neuen Blogpost entdecke… WOHOOO! Konfetti-Regen! Dann freue ich mich so sehr, dass ich fast Pipi in den Augen habe. Nein, ich übertreibe nicht!
Aber ganz im Ernst: Ich freue mich unglaublich über jede Wiederbelebung und sauge alles auf. Für uns Leute außerhalb von Social Media sind Blogposts wie von dir, liebe Ina (Immermalwasneues) oder dir, liebe Andrea (Quiltmanufaktur), sehr wertvoll. Danke auch an Astrid (mipamias), Ingrid (Nähkäschtle), Martina (Quilt Collection M.), Kristina (Am liebsten bunt) und alle, die immer noch das Bloggerfähnchen hochhalten! ♥

Danke 2025, du warst ein gutes Jahr!
In diesem Jahr habe ich mich von digitalen Plattformen zurückgezogen und mich wieder der echten, analogen Welt zugewendet. Und wer hätte es gedacht, es gibt ein Leben ohne Social Media, und das ist ziemlich gut und intensiv.
Ich habe angefangen mir zurückzuholen, was ich lange vermisst habe: Innere Ruhe, einen fokussierten Geist, kreative Flows, tiefere Beziehungen im echten Leben, mehr Zeit, Freiheit und Selbstbestimmung. Ich lebe jetzt wieder mehr im Einklang mit meinen Werten, bin bei mir und fühle mich mit den Menschen und der Welt verbunden. Nicht immer, dafür sind leider zu viele Arschlöcher unterwegs, aber im Großen und Ganzen schon. 😉 Insgesamt ein gutes Gefühl, das ich mir für 2026 in den Rucksack packen möchte.
Alles Gute für dich!
Ich danke dir fürs Lesen und wünsche dir von Herzen einen guten Rutsch in ein glückliches, neues Jahr! 2026 liegt als unbeschriebenes Blatt vor uns. Voll neuer Möglichkeiten und vieler Gelegenheiten, das Leben in die Hand zu nehmen und gute Entscheidungen zu treffen – für dich, den Planeten und all seine Bewohner. 🙂
Alles Liebe!
Katharina
* Ab und zu poste ich etwas auf Pixelfed, einer Instagram-Alternative im Fediverse. Aber die Mechanismen sind dort ganz anders. Keine Algorithmen, kein ewiges Scrollen. Es fühlt sich für mich nicht wie Social Media an, weil ich dort mit niemandem im Austausch stehe. Ich nutze es eigentlich nur, wenn ich auf einen neuen Blogpost hinweisen möchte.



















