Kategorie: Uncategorized

3 Jahre greenfietsen – Meine Erkenntnisse übers Nähen & Bloggen

3 Jahre greenfietsen – auf den Tag genau! Ist das denn zu fassen? Heute vor 3 Jahren habe ich mein erstes Hallo in die Welt rausgeschickt und gespannt darauf gewartet, ob ich eine Antwort bekomme. Wahnsinn, 3 Jahre! Ich bin definitiv aus den Windeln raus. So viel steht schon mal fest. Ich fühle mich wie ein Teenie, der zwar manchmal noch grün hinter den Ohren ist, aber schon ein bisschen was erlebt hat, um mitreden zu können.

Ich behaupte deshalb, ich bin reif genug, um ein vorläufiges Fazit ziehen zu können. Natürlich gilt auch hier „Alles fließt“ und irgendwann werde ich vielleicht sagen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Seh ich jetzt ganz anders, die Sache.“ Aber jetzt, hier und heute sind das meine ganz persönlichen Erfahrungen, Erkenntnisse und Tipps für dich:

3 Jahre greenfietsen

1.)  Alles hat seine Zeit!
Bloggen ist eine richtig coole Sache, die unglaublich viel Spaß macht, aber es gibt auch noch anderes, z. B. Nähen. Hihi… Nein, was ich sagen will: Man sollte die Welt und die Menschen um sich herum nicht vergessen! Statt einen Blogbeitrag zu schreiben, kann man ja auch wandern gehen, Fahrrad fahren, Eis essen, Leute treffen, das Kind auf der Schaukel anschubsen, tanzen, Fußball spielen oder in der Hängematte dösen. Wenn du keinen Blog schreibst, mag dir das jetzt vielleicht komisch vorkommen, aber es gibt tatsächlich so etwas wie einen Blogger-Burnout. Leute, die einen hohen Anspruch an sich und ihren Blog haben, die eventuell auch unternehmerisch damit tätig sind, haben sich dabei schon so sehr verausgabt, dass sie krank geworden sind. Mir selbst ist das zum Glück nicht passiert.

2.)  Es ist Quatsch, Sachen nur für den Blog zu nähen.
Als Nähblogger befinden wir uns ja in der besonderen Situation, dass wir meistens erst einmal etwas produzieren und fotografieren müssen, bevor wir unseren Laptop aufklappen und einen Artikel tippen können. Wir wählen kein beliebiges Thema aus, recherchieren ein bisschen, kaufen schnell ein paar Fotos und legen los. Nein, wir müssen erst mal kräftig ins Nähmaschinen-Pedal treten und selber unser Thema erschaffen. Trotzdem wollen auch wir gerne 1- bis 2-mal in der Woche etwas Neues zeigen und setzen uns damit oft unter Druck. Da ist es ganz verständlicherweise sehr verlockend, auch für mich, eben schnell mal was Kleines rauszuhauen und zu „verbloggen“, nur um den Feed zu füttern. Aber meiner Erfahrung nach haben von solchen schnellen Nummern weder die Leser etwas, noch wir selber. Deshalb mein Ratschlag: Näh nicht einfach irgendwas für den Blog oder für eine Linkparty! Näh, was dir gefällt und was du auch wirklich gebrauchen kannst!

3.)  Qualität ist immer wichtiger als Quantität! 
Näh lieber ein ganz besonderes Stück als drei mittelmäßige, beliebige. Wenn ich meine Sachen der letzten vier Jahre anschaue, dann hängt mein Herz vor allem an denen, die aufwendig waren, in die ich viel Zeit und Arbeit gesteckt habe und für die ich hochwertige, tolle Stoffe ausgesucht habe. Das sind so Dinge, die man nie mehr hergeben möchte und die man auch nicht so einfach im Laden kaufen kann wie z. B. meine Sew Together Bag oder meine Reisetasche XXL. Ich habe gemerkt, dass es besser ist, seine Zeit lieber in ein Kracherteil zu investieren und einen richtig guten Blogartikel darüber zu schreiben, anstatt drei kurze, beliebige Dinger rauszuhauen! Du kannst mit einem einzigen Post pro Woche mehr Leser erreichen und mehr Follower gewinnen als mit drei oder vier, wenn du dir für diesen einen richtig viel Mühe gibst.

4.)  Ressourcen schonen & Wertschätzung
Immer öfter mache ich mir Gedanken darüber, wie mein Nähverhalten eventuell Ressourcen verschwendet und der Umwelt bzw. Menschen schadet. Ist massenweise Billigstoff zu kaufen nicht genauso bedenklich wie das Shoppen von T-Shirts für 3 Euro? Von vielen Nähmaterialien gibt’s mittlerweile billige Alternativen, die zwar vom Preis her unschlagbar sind, aber mit der Qualität und Langlebigkeit von Markenprodukten oft nicht mithalten können. Und jetzt mal ehrlich, wer braucht schon wirklich 30, 40 Taschen? Brauche ich wirklich Schränke voller Stoff und 200 Meter Reißverschluss auf Vorrat? Auch das muss ich mich selbst kritisch fragen. Ich möchte versuchen, in Zukunft lieber weniger, hochwertiger und projektorientierter einzukaufen, denn dann ist meine Wertschätzung für die Materialien und für die Ressourcen, die dafür verbraucht wurden, größer.

5.)  Bleib du selber!
Schreib den Blog, den du selbst gerne lesen würdest. Benutze Stoffe, weil sie dir gefallen und nicht, weil sie gerade in sind. Wenn du zu sehr zu anderen Bloggern rüber schielst und dich ständig mit ihnen vergleichst, kommst du von deinem Weg ab. Bleib bei deinem Stil, bleib bei deiner Meinung und deinem eigenen Geschmack. Inspirieren lassen – Ja! Aber niemals für irgendwas oder irgendwen verbiegen! – Das klingt jetzt so selbstverständlich, ich finde aber, dass das oft gar nicht so leicht ist, bei all den Einflüssen, denen wir durch Lifestyle-Blogs, schicke Instagram-Accounts, Facebook & Co. unterliegen.

6.)  Teile dein Wissen!
Irgendjemand hat mal gesagt: „Bloggen ist das Gegenteil von für sich Behalten.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich halte nichts zurück und habe damit in den letzten drei Jahren nur gute Erfahrungen gemacht.

7.)  Persönlich sein, aber nicht privat werden
Auf der h+h cologne im März hat eine liebe Bloggerkollegin zu mir gesagt: „Was machst du eigentlich so? Über dich weiß man gar nichts.“ Das fand ich super. Yippie, alles richtig gemacht! Natürlich habe ich ihr dann im persönlichen Gespräch gerne etwas über mich erzählt, aber im Netz möchte ich diese Infos nicht haben. Der Schutz meiner Privatsphäre ist mir heilig. Von Anfang an. Es gibt nicht viele Fotos von mir im Blog und so gut wie keine Infos über meine Familie oder meine Biografie. Natürlich tröpfelt hier und da immer mal was durch oder ich entscheide mich ganz bewusst, eine Information preiszugeben. Aber eigentlich denke ich ja, dass man auch ohne private Details sehr gut aus Blogartikeln wie diesem herauslesen kann, was für ein Mensch ich bin.

8.)  Bloggertreffen sind das Beste!
Ich finde es absolut großartig, andere Nähblogger in echt zu treffen und kennen zu lernen. Das ist immer sehr, sehr inspirierend und bereichernd, daraus sind sogar schon Freundschaften entstanden! Wenn ich mich nicht verzählt habe, hatte ich in den letzten drei Jahren 9-mal die Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen. Vier Treffen waren privat. Die anderen fanden auf der Creativa in Dortmund, der Blogst Konferenz, der Kreativwelt Frankfurt, der h+h in Köln und der Nadelwelt in Karlsruhe statt. Und das nächste Bloggertreffen steht auch schon vor der Tür: Am Sonntag treffen sich 26 Nähbloggerinnen aus dem Rhein-Main-Gebiet zum Brunch. Ich freue mich schon irrsinnig darauf.

9.)  Die „Nähprominenz“
Bei dem einen oder anderen Bloggertreffen durfte ich auch große und sehr bekannte Blogger der Szene kennen lernen bzw. live erleben und habe festgestellt: Das sind ganz normale Menschen wie du und ich, vor denen man keine Berührungsängste zu haben braucht. Die meisten sind genauso herzlich und offen wie in ihren Blogs. Nähblogger sind so gut wie nie unsympathisch.

10.)  Sag Ja zu Kooperationen mit anderen Bloggern!
Ich bin in der Vergangenheit ein paar Mal gefragt worden, ob ich bei Blogparaden mitmachen möchte, und habe fast immer Ja gesagt. Ob From trash to blog, die Sommer Blog Party 2015 oder die Backyard Roses Blog Tour – Solche Aktionen locken mich immer aus meiner Komfortzone, fordern mich heraus und erweitern meinen Horizont. Du kannst deinen Blog bekannter machen und selber andere, interessante Blogs kennen lernen. Wenn du die Chance hast, mal bei einer solchen Blogparade mitzumachen… Ich würd’s tun!

11.)  Du musst auch mal Nein sagen!
Ich gebe zu, mir fällt das oft sehr schwer. Wenn ich eine Anfrage von einer netten Bloggerkollegin bekomme, ob ich an einem Probenähen, einem Sew-Along oder bei einer Linkparty teilnehmen möchte, muss ich mir immer erst ein Herz fassen, bevor ich absage. Natürlich würde ich gerne bei allem mitmachen, Lust hätte ich schon, aber damit tue ich mir keinen Gefallen, weil ich am Ende immer unter Zeitdruck gerate. Ich habe gelernt: Ich muss Prioritäten setzen und auch mal Nein sagen – schließlich möchte ich ja auch mit meinen eigenen Projekten wie meinen E-Books weiterkommen.

12.) Du kannst nicht überall kommentieren.
Oh, was habe ich eine Zeitlang darunter gelitten, dass ich mein Kommentier-Pensum nicht mehr geschafft habe. Am Anfang hatte ich eine überschaubare Anzahl von Bloggerfreunden, bei denen ich fast jeden Post kommentiert habe und die genauso eifrig bei mir Kommentare hinterließen. Das war sehr persönlich und hat unglaublich viel Spaß gemacht. Heute folge ich 380 Blogs und 446 Instagram-Accounts! Etwa 75 Blogger kenne ich mittlerweile persönlich. Wenn ich allein bei diesen immer einen Kommentar hinterlassen möchte, wären das rund 150 Kommentare pro Woche! Bei durchschnittlich 5 Minuten pro Kommentar wäre das ein kleiner Mini-Job von 12,5 Wochenstunden. Das funktioniert leider nicht. Auch die Kommentare meiner Leser kann ich nicht immer beantworten, zumal ich ja auch noch sehr viele E-Mails erhalte. Mich plagt immer mal wieder ein schlechtes Gewissen deswegen. Aber ich bin froh, dass es Instagram und Facebook gibt, wo ich zwischendurch ganz unkompliziert mit einem Herzchen oder einem Smiley ausdrücken kann, dass mir ein Beitrag gut gefällt. Denn im Grunde liebe ich ja diesen Austausch.

13.)  Spontanität trotz Redaktionsplan
Ein Redaktionsplan mit Ideensammlung ist eine feine Sache. Mein Trello-Board kennst du ja vielleicht. Aber ich finde es auch wichtig, sich ein gewisses Maß an Spontanität zu bewahren. Wenn alles auf Wochen und Monate hinaus schon feststeht und nur noch abgearbeitet werden muss, macht mir das keinen Spaß. Spontane Ideen, die schnell umgesetzt werden, sind oft die besten!

14.)  Ein bisschen SEO tut gut!
Seit ich meine Blogartikel ein bisschen für die Suchmaschinen optimiere, habe ich viel mehr Besucher über Google. Ich bin weiß Gott kein Profi darin und habe auch im Leben noch keine Keyword-Recherche gemacht, aber Bilder ordentlich zu beschriften und mit einem Meta-Text zu versehen und den Permalink aussagekräftig zu benennen – Das kostet nicht viel Zeit und bringt schon sehr viel.

15.) Bloggen ist ein Marathon, kein Sprint!
Beim Bloggen ist es genauso wie im Leben: Du musst deine Kräfte einteilen, wenn du eine lange Distanz schaffen möchtest. Hetz dich nicht, setz dich nicht unter Druck und mach öfter mal Pause von dem digitalen Trubel. Das tut dir gut, und was dir gut tut, das tut auch dem Blog gut.

Zu meinem 3. Bloggeburtstag möchte ich euch allen ganz herzlich DANKE sagen! Es ist so toll, dass ihr immer wieder zu Besuch kommt und mir so wunderbare, herzliche und lustige Kommentare hinterlasst. Danke für euer Feedback, für euer Lob und eure Kritik! Ich freue mich unglaublich, dass so viele von euch bei meinem Taschen-Sew-Along mitmachen. Ich schaue jeden Tag gespannt, ob ein neuer Beitrag dazugekommen ist. Danke!

Babylätzchen nach meinem Lieblingsschnitt

Heute haben ich einen Tipp für dich, wenn du ein kleines Geschenk für frischgebackene Eltern suchst. Denn egal, was fürs Baby schon angeschafft wurde, Lätzchen kann man doch nie genug haben. Sie sind ruckizucki genäht und machen viel Freude beim Nähen und Verschenken.

Babylätzchen nach meinem Lieblingsschnitt

Das Schnittmuster habe ich vor drei Jahren im Netz bei Ottobre entdeckt und seitdem dutzende Male genäht. Mittlerweile habe ich das Babylätzchen ein klein wenig angepasst, nämlich um etwa 3 cm verlängert. Wenn du das auch machen möchtest, zerteile den Schnitt am besten quer in der Mitte, setze einen 3 cm breiten Papierstreifen ein und klebe ihn mit Tesa fest. So erhältst du dir unten die Rundung.

Babylätzchen mit Dinopunks

Diese Lätzchen sind ein wunderbares Anfängerprojekt. Du musst nur Klettband aufnähen, die Teile aus Frottee und Stoff rechts auf rechts zusammennähen und durch eine Wendeöffnung an der gerade Seite verstürzen. Schön ausformen, glattbügeln, knappkantig absteppen und fertig! Der einzige Haken an diesem schönen Projekt: Hinterher hast du überall die Futzel vom Frottee herumfliegen und musst erst mal eine Runde staubsaugen. Aber das sind wir als Nähnerds ja sowieso gewöhnt.

Babylätzchen mit Sternen und Raketen

Es gibt noch ein anderes Schnittmuster für Babylätzchen, das ich auch schon häufig genäht und verschenkt habe: das Bib Pattern von Craft Passion. Dieser Schnitt geht um den Hals und eignet sich gut für einen Verschluss mit Druckknöpfen.

Wenn die Nähbegeisterung größer ist als Zeit, Energie und Kreativität

Manchmal sind die Augen größer als der Magen. Und manchmal ist die Nähbegeisterung größer als Zeit, Energie und Kreativität, die zur Verfügung stehen. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, vier Modelle der Taschenspieler 3 bei Emmas Sew-Along mitzunähen: die Kuriertasche, die Kurventasche, die Bogentasche und die Reisetasche. 4 von 11 klingt nicht viel. Sollte doch zu schaffen sein. Aber es sind allesamt recht große und aufwendige Taschen. Zumindest habe ich die Tendenz, Taschen aufwendig zu nähen. Stoffträger statt Gurtband, Paspel selber machen, hier ’ne Innentasche, da noch ’n Reißverschluss – So was dauert halt!

Heute wollte ich dir eigentlich Fotos von meiner fertigen Kurventasche zeigen. Das Wetter am Wochenende war ideal für richtig tolle Gartenbilder… Aber anstatt zu nähen, Fotos zu schießen und anschließend am Blog zu sitzen, war ich lieber mit dem Fahrrad unterwegs, hab das erste Bällchen Eis geschleckt, die Terrasse sommerfit gemacht und mich mit einem Buch in den Liegestuhl gesetzt.

„Warum stress‘ ich mich eigentlich so?“, hab ich mir gedacht und beschlossen, gleich mal damit aufzuhören. Ich schaffe es nicht, jede Woche eine aufwendig genähte Tasche rauszuhauen und dann auch noch einen langen Post mit Tipps darüber zu verfassen. Das entspricht nicht meinem Tempo. Ich brauche mehr Zeit für meine Taschen. Taschen müssen sich bei mir entwickeln. Und hin und wieder brauche ich eben auch mal Pausen vom Kreativsein.

work in progress - Kurventasche von farbenmix

Work in progress… So weit bin ich immerhin schon!

Ich weiß schon, warum ich mir einen Taschen-Sew-Along mit monatlichem Rhythmus und sechs Wochen Verlinkzeit ausgedacht habe. Hihi. Trotzdem ist Emmas Sew-Along natürlich eine feine Sache und die Taschenspieler allesamt wert, einmal genäht zu werden. Irgendwann…

Bei aller Taschenbegeisterung muss man ja auch mal feststellen: Es gibt noch viele andere schöne Nähprojekte! Ein Blick in meinen Kleiderschrank sagt mir z. B., dass ich unbedingt ein paar Langarm-Shirts gebrauchen könnte. Eine ganze Reihe Geburtstage stehen vor der Tür, und im Freundeskreis wird ein Baby erwartet.

Außerdem habe ich die große Ehre und das Vergnügen, im Mai bei einer internationalen Blog Tour mitmachen zu dürfen. Dafür habe ich ein schönes Patchworkprojekt geplant, das bestimmt einige Zeit und Muße in Anspruch nehmen wird. Hach, ich freu mich schon darauf, loszulegen. Was es genau wird, muss ich noch für mich behalten, aber die Stoffe darf ich dir schon zeigen… denke ich. Es ist die neue Kollektion Backyard Roses von Nadra, die den wunderbaren Blog ellis & higgs schreibt – entworfen für Riley Blake Designs.

Backyard Roses von Nadra Ridgeway für Riley Blake Designs

So, ich ziehe mich also zurück vom wöchentlichen Taschenspieler-Sew-Along-Stress, nehm‘ mal einen Gang raus und lass es ruhiger angehen. Das bekommt mir als Nähschildkröte einfach besser.

Wie ist das bei dir? Setzt du dich auch manchmal selbst unter Nähdruck und machst dir Stress, weil du unbedingt an einem Sew-Along teilnehmen möchtest oder dringend noch ein genähtes Geschenk fertig werden soll? Erzähl mir gerne im Kommentar, wie es dir damit geht.

So, ich ziehe mich also zurück vom wöchentlichen Taschenspieler-Sew-Along-Stress, nehm‘ mal einen Gang raus und lass es ruhiger angehen. Das bekommt mir als Nähschildkröte einfach besser.

Wie ist das bei dir? Setzt du dich auch manchmal selbst unter Nähdruck und machst dir Stress, weil du unbedingt an einem Sew-Along teilnehmen möchtest oder dringend noch ein genähtes Geschenk fertig werden soll? Erzähl mir gerne im Kommentar, wie es dir damit geht.

Ich bin dabei | Reloved – Die besten Upcyclingideen für ein buntes Zuhause

Ein neues Upcycling-Buch ist auf dem Markt: Reloved – Die besten Upcyclingideen für ein buntes Zuhause. Mit mehr als 60 Inspirationen, wie du alten und kaputten Dingen neues Leben einhauchen kannst. Und, stell dir vor, ich durfte auch eine kreative Idee beisteuern. Eben noch über die Mozzie Bag in der Lena’s Patchwork Taschen gefreut, kommt hier Knall auf Fall schon die nächste Publikation, die ich stolz in Händen halten darf. Wahnsinn! Ich freu mich.

Reloved - Die besten Upcyclingideen für ein buntes Zuhause

Autoren des Buches sind 38 DIY-Blogger, von denen du bestimmt einige kennst: Fredi von Seemannsgarn ist dabei, Ariane von Heldenwetter, Kirstin von Augusthimmel, Lisa von mein feenstaub, Susanne von Pearl’s Habor, Dani von Gingered Things, Patricia Morgenthaler, Bine Brändle und viele, viele andere kreative Upcycler.

Reloved - Die besten Upcyclingideen für ein buntes Zuhause

Das Buch ist eine bunte Inspirationsquelle und zeigt, welche Möglichkeiten zum Beispiel in einem kaputten Regenschirm oder einem hässlichen Spongebob-Wecker stecken. Nach dem Durchblättern wirst du dich nicht mehr fragen: „Gehört das in die Restmülltonne oder muss ich es zum Wertstoffhof bringen?“ Nein! … Du wirst dich am Kinn kratzen, den Gegenstand von allen Seiten neugierig betrachten und fragen: „Was kann ich daraus Cooles machen?“

Reloved - Die besten Upcyclingideen für ein buntes Zuhause

Wenn du schon länger bei mir liest, weißt du, ich bin ein großer Fan von Jeans-Upcycling. Alte Jeanshosen, -röcke und -hemden bieten sich prima für ganz unterschiedliche Nähprojekte an. Vor zwei Jahren habe ich aus einer alten Jeans einen Organizer mit Klemmbügel gewerkelt und damals ausführlich im Blog gezeigt, unter anderem hier: Suse schläft im Jeansorganizer und träumt von Fernreisen. Dieses schöne Anfänger-Nähprojekt findest du nun inklusive Anleitung im Buch „Reloved“.

Reloved - Die besten Upcyclingideen für ein buntes Zuhause

Das rothaarige Löffelpüppchen Suse stammt übrigens aus dem DaWanda-Shop von Lemonata und durfte mit freundlicher Genehmigung mitfotografiert und abgedruckt werden. Danke dafür, liebe Tesca! Das Buch „Reloved“ hat 128 Seiten, ist beim Frechverlag erschienen und kostet € 16,99.

Meet & Greet – Unterwegs auf der h+h cologne 2016

Mit dem „Stadtschuh“ hatte ich mindestens gerechnet. Für 15.000 Schritte gibt’s von der Fitbit-App den tollen Stadtschuh-Sticker. Das sollte doch mal mindestens drin sein, wenn ich mir den ganzen Tag auf der Internationalen Fachmesse für Handarbeit und Hobby die Füße platt laufe. Pah, von wegen! Als ich am Abend in den ICE nach Hause stieg, hatte mein grüner Schrittzähler gerade mal läppische 5.360 Schritte aufgezeichnet. Da hab ich ja an einem ganz normalen Tag mehr! Hätte ich am Samstag aber einen Wortzähler getragen, hätte ich bestimmt den Quasselstrippen-Sticker gewonnen – da bin ich mir ganz sicher.

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016

Die h+h cologne 2016 wird für mich als die Messe in Erinnerung bleiben, von der ich (leider) am wenigsten gesehen habe, weil ich die meiste Zeit Leute getroffen und mich unterhalten habe. Ich bin superglücklich über jede einzelne Begegnung, jedes Gespräch und jede Umarmung und möchte keine davon missen. Wenn ich die Wahl habe, zwischen „eine Modenschau angucken“ und „endlich mal mit Jana von ambaZamba quatschen“, dann ist ja wohl klar, wofür ich mich entscheide. Und wie so oft, wenn man sich schon lange virtuell kennt: Man sieht sich und hat sofort jede Menge Gesprächsstoff. Ich habe jede Minute genossen und freu mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit dir, Jana!

Was ich von der Messe gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand die Atmosphäre wunderbar entspannt – gerade weil auch klar war: Hier kannst du eh nix kaufen. Hier wird geschaut, geordert und genetzwerkt. Anders als die Creativa in Dortmund, die ich letztes Jahr besucht habe, ist die h+h cologne eine reine Fachmesse, auf der die Branche Trends und neue Produkte präsentiert, wo man sich trifft, kennen lernt, Kooperationen anleiert und Geschäfte macht. Auch gewerblich tätige Blogger sind hier gern gesehen und werden schon mal mit Sekt und Fingerfood verwöhnt wie z. B. am Stand von Union Knopf, wo Izabela – zuständig für die Public Relations – erklärte, wie eine Zusammenarbeit mit Union Knopf aussehen könnte.

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016

Gefühlte hundert Millionen Knöpfe waren am Stand von Union Knopf zu bewundern. Bei den Herren vom Stoffkontor haben Kati {malamü} und ich unser Herz sofort an die wunderschönen Canvas mit Füchsen und Sternchen verloren.

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | farbenmix

Ein Highlight für mich: der Stand von farbenmix. Einmal die Modelle der Taschenspieler 3 in echt sehen und begutachten! Ich war überrascht, dass die Bogentasche so groß ist. Ich glaube, den Schnitt werde ich mir noch mal in 90 % ausdrucken. Die Zylindertasche hätte ich mir hingegen größer vorgestellt. Gar nicht auf dem Plan hatte ich die Zirkeltasche, die aber doch auch ihren Reiz hat.

Einen besonderen Blick hatte ich für die Modelle der Kuriertasche. Die habe ich nämlich gerade erst fertiggenäht und auf der h+h zum ersten Mal getragen. Nächste Woche zeige ich sie hier im Blog in allen Einzelheiten. Und hast du’s auf dem Bild schon entdeckt? – Die beschichteten Staars gibt’s demnächst auch in Pink und Blau! … Übrigens: Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass es den gesteppten Taschenstoff Moskau mittlerweile auch in Kiwigrün gibt. Ich habe ihn noch nirgends in Grün gesehen, aber Heike {heikchenskram} ist sich sicher, ihn auf der Creativa in Dortmund entdeckt zu haben. Das wär‘ ja was!

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016

Auch die Verlage von Kreativbüchern und Zeitschriften haben sich auf der h+h präsentiert. Hier unverkennbar der Christophorus Verlag, der Jolijous neues Buch „Sew happy“ wunderbar in Szene gesetzt hat. Eine schöne Gelegenheit, die Stoffe und Modelle aus dem Buch einmal genau in Augenschein zu nehmen. Ist der Fuchs-Topfhandschuh, der am Regal hängt, nicht süß!?

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | Swafing

Herrliche Stoffkollektionen auch am Stand von Swafing! So ein Kleid wie das rechte kann man sich einfach nur selbst nähen! Genial! Links ein wunderschönes Wickelkleid aus der neuen Kollektion „Donna“ von Lila-Lotta, die ich beim Bloggertreff am Stand von Initiative Handarbeit kurz persönlich kennen lernen durfte.

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | Initiative Handarbeit

Am Samstagnachmittag hat die Initiative Handarbeit zum Bloggertreff eingeladen. Angela Probst-Bajak hat die Arbeit des Verbandes vorgestellt und Werbung für zwei schöne Aktionen gemacht: „Mach dein Ding“, ein Nähwettbewerb, bei dem es darum geht, eine Duffle Bag nach einem vorgegebenen Schnitt zu nähen und ihr den eigenen, kreativen Stempel aufzudrücken. Einsendeschluss ist der 31.7.2016, und zu gewinnen gibt’s ein Wochenende in Berlin.

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | Initative Handarbeit

Die zweite Aktion heißt „Jeder macht was er kann“ und wird unter anderem von Anke {Cherry Picking} unterstützt. Die Idee dahinter: Du nähst, strickst oder häkelst etwas Schönes für ein Kind aus einer wirtschaftlich benachteiligten Familie. Die Initiative Handarbeit sammelt diese kreativen Spenden bis zum 1.9.2016 und gibt sie dann an die deutschen Tafeln weiter, wo die Verteilung an die Kinder stattfindet. Eine tolle Aktion, bei der du Kindern, die in Armut leben und in ihrem Alltag auf vieles verzichten müssen, eine Freude machen kannst.

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | häkelhelden

„Helfen ist deine Masche? Dann häkel dich mit uns zum Weltrekord!“ – Das ist das Motto der Häkelhelden. Für die größte Patchworkdecke der Welt werden 30.000 Granny Squares in der Größe 10 x 10 cm gebraucht. Nachdem der Weltrekord offiziell anerkannt wurde, wird die Decke versteigert und der Erlös an den Weissen Ring e.V. gespendet. Wenn du mitmachen möchtest, musst du dich beeilen. Die Aktion läuft nur noch bis zum 31.3.2016!

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | Madame Tricot

Sensationell, die gestrickte Metzgerei von Madame Tricot! Ein spannendes und irgendwie auch irritierendes Kunstwerk. Von der Salami bis zum Schinken ist hier alles gestrickt!

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | lillestoff

Ich gebe zu, Wolle, Häkel- und Strickzubehör habe ich auf der h+h cologne mehr oder weniger links liegen lassen. Ich hab zwar immer mal wieder Häkelanwandlungen, aber mein Interesse gilt doch hauptsächlich dem Nähen und schönen Stoffen. Am Stand von lillestoff habe ich viele Stoffe entdeckt, die ich noch gar nicht kannte. Wahnsinn, wie groß das Sortiment ist!

Meet & Greet - Unterwegs auf der h+h cologne 2016 | baby lock

Handarbeitsmessen wie die h+h cologne bieten natürlich auch die Möglichkeit, sich einmal ganz in Ruhe Maschinen vorführen zu lassen und selbst zu testen. Hier am Stand von baby lock.

Kurz vor Schluss ist noch ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen: Am Stand von ByAnnie habe ich Barbara {Das mach ich nachts} getroffen. Wenn du ihren Blog noch nicht kennst, dann trag dich schnell als Leser ein! Barbara ist eine begnadete Patchworkerin und Taschennäherin. Sie hat die amerikanische Nähwelt fest im Blick und ist ganz oft Trendsetterin. Ob Clover Clips, Sew Together Bag oder Soft & Stable – Barbaras Empfehlungen und Tipps sind immer Gold wert!

Hach, so viele nette Menschen habe ich auf dieser Messe getroffen: meine liebe Handmade-on-Tuesday-Partnerin Kati {malamü} natürlich, mit der ich den ganzen Tag lang viel gequatscht und gelacht habe, Katrin {soulsister meets friends}, Bella {herzensüß}, Kerstin {keko-kreativ}, Katja {schoenstebastelzeit}, Miri {miri d.}, Susanne {Pearl’s Harbor}, Moni {Nähoma Moni}, Nicole {mini-wölkchen}, Jana {ambaZamba}, Manja {kandatsu}, Christiane {Miss Sewing}, Simone {monesatelier}, Sandra {Lila-Lotta} und … wen ich jetzt hier vergessen habe, der möge es mir bitte bitte verzeihen.

Ich fand’s großartig auf der h+h cologne. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.

Update 2025: Ich musste einige Links wegnehmen, weil die Blogs nicht mehr existieren oder auf obskure Seiten umgeleitet werden. Das betrifft leider viele alte Blogbeiträge.

Simplify Nähen – Neu! Blogreihe über alles, was das Nähen einfacher macht

Seit Jahresanfang hängt es an meiner Pinnwand, das magische, kleine Wörtchen „Simplify“ – eine Lebensphilosophie, die mir gefällt und die meint: „Mach’s nicht so kompliziert, halt die Dinge einfach!“ In unserem Alltag mit 1.000 Angeboten, Ablenkungen und To-dos ist das echt eine Herausforderung.

Simplify erinnert mich daran, nach einfachen Lösungen zu suchen, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren und dort Platz zu machen, wo es zu viel wird – im Schrank, auf dem Arbeitstisch oder im Kopf. Das bedeutet: Weniger Ballast, mehr Ordnung, eine bessere Organisation und manchmal auch ein Nein, um mehr Zeit sinnvoll und entspannt zu verbringen!

Diese Philosophie kannst du auch aufs Nähen übertragen. Auch hier kannst du’s manchmal kompliziert machen oder eben einfacher. Und so entstand die Idee für eine neue Blogreihe auf greenfietsen – mit Inspirationen und Tipps rund um „Simplify Nähen“.

Simplify Nähen - Blogreihe über alles, was das Nähen einfacher macht

Das kann zum Beispiel ein Tipp sein, wie du deinen Nähkram besser organisieren kannst. Vielleicht stelle ich dir auch mal einen nützlichen Nähhelfer vor oder zeige dir einen Trick, wie du einen bestimmten Nähschritt vereinfachen kannst. Was mir so einfällt und was sich ergibt, ohne festen Termin, in loser Reihenfolge.

Nächste Woche geht’s los mit dem ersten Artikel, in der ich dir eine kostenlose App vorstelle, mit der du deine Nähprojekte wunderbar einfach planen und organisieren kannst. Ich bin total begeistert davon und freue mich schon sehr, sie dir zu zeigen.

„Ich nähe mir die Welt, wie sie mir gefällt“, ist ein beliebter Spruch unter uns Näherinnen, „und Zeitdiebe und Verkomplizierer schicken wir jetzt ins Takka-Tukka-Land!“ Machst du mit?