Nähblockade – Was uns vom glücklichen Nähen abhält

Puh, jetzt ist er da, der Sommer! Normalerweise bin ich ja sehr zufrieden mit meinem Näh- und Kursraum. Ich habe viel Platz, große Fenster und viel Licht. Aber im Sommer beneide ich doch die „Kellermäuse“, die ihren Kreativplatz im kühlen Untergeschoss haben. Ich kann im Moment nur in den frühen Morgenstunden nähen. Also habe ich mir überlegt: Ich schreibe lieber ein paar Blogposts. So wenig wie möglich bewegen, still am Computer sitzen, schreiben und viel trinken – so komme ich durch die erste Hitzewelle des Jahres.

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das ich persönlich gut kenne und du ja vielleicht auch: die Nähblockade. Ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht, die ich in diesem Blogartikel gerne festhalten und mit dir teilen möchte. Vielleicht kannst du dich ja in einigen Punkten wiedererkennen.

Weil es ein großes Thema ist, habe ich entschieden, in diesem Blogartikel erst mal nur über die Ursachen zu schreiben. Was können die Gründe für eine Nähblockade sein? Um Tipps und Lösungsansätze wird es dann in meinem 2. Blogartikel gehen.

Ich bin ein Mensch, der viel über Zusammenhänge nachdenkt und reflektiert. Besonders wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin, gehe ich dem auf den Grund. Was passt hier nicht? Was macht mich so unzufrieden? Woran hakt es? – Wenn ich das herausgefunden habe, kann ich etwas ändern. Auch die Nähblockade, die mich von Zeit zu Zeit befällt, hat ihre Ursachen und Muster. Mittlerweile habe ich ein paar nützliche „Werkzeuge“, die mir dabei helfen, meine Nähblockade schnell zu überwinden.

Was ist eigentlich eine Nähblockade?

Manchmal bist du total im Nähflow, du sprudelst nur so vor Ideen und nähst ein Teil nach dem anderen. Manchmal hast du aber auch gar keine Lust zu nähen und möchtest lieber was ganz anderes machen, z. B. bei 36 Grad ins Schwimmbad gehen. Das ist total normal und noch lange keine Nähblockade. Da nimmst du dir halt einfach eine Auszeit, so lange, bis du irgendwann wieder Lust und Ideen hast.

Für mich ist eine Nähblockade, wenn ich gerne möchte, aber nicht kann. Ich würde gerne nähen, ich wäre gerne produktiv, finde aber keinen Anfang, weil ich mich für kein Projekt, kein Schnittmuster oder keine Stoffe entscheiden kann. Ich bin blockiert, stehe mir selbst im Weg, und diese Situation frustriert mich.

Mich befällt eine Nähblockade gerne mal am Ende eines großen Projekts, z. B. nach der Veröffentlichung einer neuen Nähanleitung. Oder aber wenn ich ein ganz besonderes Geschenk nähen möchte. Da ist mir manchmal die beste Idee nicht gut genug. Ich reibe mich unnötig im Entscheidungsprozess auf, schiebe das Projekt vor mir her und habe am Ende Zeitdruck. … Kommt dir das bekannt vor?

Was ist denn das Problem?

1  |  Das große Problem ist das Zuviel!

Es ist wirklich wunderbar, dass wir heute dank des Internets auf einen Schlag so viel Nähinspiration finden können – auf Blogs, auf Instagram, Pinterest oder Facebook. Wir können uns stundenlang anschauen, was andere genäht haben, Ideen sammeln und Tipps aufsaugen. Wir können in Nähzeitschriften blättern und Bücher wälzen und haben hunderte Schnittmuster und E-Books auf der Festplatte gespeichert. Und nicht wenige von uns sagen kopfschüttelnd über sich selbst: „Ich habe mehr Stoff im Schrank, als ich jemals in meinem ganzen Leben vernähen kann.“

Das große Problem ist das Zuviel! Die vielen Möglichkeiten erschlagen und blockieren uns. Da sind wir auch nicht anders als der Oktopus, über den ich mal etwas Interessantes gelesen habe: Wenn man dem Oktopus hundert Bälle ins Aquarium wirft, passiert gar nichts. Wirft man aber nur einen oder zwei Bälle hinein, fängt er an, damit zu spielen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Eine Entscheidung zu treffen, sorgfältig abzuwägen, kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Energie. Angenommen ich habe hundert Ideen, die ich toll finde. Eine einzige Idee auszuwählen, bedeutet: Ich muss zu 99 anderen Ideen Nein sagen. Auch das fällt vielen von uns schwer und kann uns blockieren. Das gleiche gilt für UFOs, angefangene Nähprojekte, die auf die Fertigstellung warten. Auch zu viele Projekte gleichzeitig können uns blockieren. Wir vertun unsere Zeit mit Hin- und Herüberlegen, ruckzuck sind ein oder zwei Stunden vergangen, wir haben keine einzige Naht genäht und sind unzufrieden.

2  |  Perfektionismus & der Wunsch, keine Fehler zu machen

Kennst du das auch? Du suchst nach einem schönen Schnittmuster oder Patchwork-Pattern und findest einfach nicht das richtige. Selbst wenn du ein oder zwei Favoriten ausgemacht hast, fängst du doch wieder an zu zweifeln und stöberst weiter. Schließlich könnte es ja etwas noch Besseres geben. Keine Idee ist dir gut genug. Du trittst auf der Stelle und bist frustriert.

Vielleicht haderst du auch mit den Stoffen, die dir zur Verfügung stehen, und blockierst dich selbst mit dem Gedanken, dass sie nicht gut genug oder die richtigen sind. Du hast eine riesige Stoffauswahl, aber denkst trotzdem: „Ich muss mir unbedingt diese oder jene Stoffe kaufen. Erst dann kann ich loslegen, erst dann wird mein Nähprojekt perfekt.“ Also bestellst du deine Traumstoffe und baust dir damit, ohne es zu wollen, eine neue Hürde auf…

Was, wenn ich die schönen, teuren Stoffe verschneide?

Du traust dich nicht anzufangen, denn du willst den tollen Stoffschatz auf keinen Fall verschwenden. Es muss also das perfekte Nähprojekt sein. Du darfst keine falschen Entscheidungen treffen und bloß keine Fehler machen. Oh je, was für einen riesengroßen Stein man sich durch solches Denken in den Weg legt!

Dabei lernt man ja nur, indem man etwas selber ausprobiert und Fehler macht. Natürlich kann man sich Tipps bei anderen holen, hilfreiche Videos anschauen und Blogartikel lesen, aber schlussendlich muss man selbst seine eigenen Erfahrungen machen und das Risiko eingehen, dass man Zeit, Stoff und Geld verschwendet. Ich würde auch oft gerne Abkürzungen nehmen und muss mir immer wieder sagen: Nähen ist ein Lernprozess, und Fehler gehören dazu! Das fertige Nähprojekt muss nicht perfekt sein.

Tatsächlich ist das für mich ein großer Hemmschuh: die Sorge, wertvolle Ressourcen zu verschwenden und für die Tonne zu nähen. Es gibt nichts Schlimmeres. Ich interessiere mich sehr für Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsfragen und versuche mir immer wieder bewusst zu machen, wie viele Liter Wasser und Chemikalien bei der Herstellung von Baumwollstoffen verbraucht werden. Das ist für mich ein Dilemma und blockiert mich manchmal.

3  |  Sich mit anderen vergleichen & jedem gefallen wollen

Eigentlich wissen wir, dass es ungesund ist und unglücklich machen kann, aber wir können es manchmal trotzdem nicht sein lassen: Wir vergleichen uns mit anderen. Wir schauen uns in den Sozialen Medien und auf Blogs an, was andere nähen, wir orientieren uns an Vorbildern, aber anstatt inspiriert zu sein, sind wir eingeschüchtert und frustriert.

Besonders auf Instagram tummeln sich viele talentierte Menschen, die am laufenden Band unglaublich tolle Sachen zeigen. Diese Leute sind produktiver als wir und haben Einfälle, die uns nie kämen. Ständig hauen sie etwas Neues heraus, während wir nicht in die Pötte kommen. Egal, um welches Schnittmuster es geht, garantiert wurde es schon dutzende Male perfekt und wunderschön umgesetzt und auf Instagram oder Facebook gezeigt. Wie soll man da selbst je rankommen? Wie soll man da mithalten? – Aber müssen wir das überhaupt?

Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben!

Eine Nähblockade kann auch entstehen, wenn du dich zu sehr mit anderen vergleichst und die Messlatte zu hoch setzt. Selbstzweifel nagen an dir, du schadest deiner Kreativität und verlierst den unbeschwerten Spaß am Nähen.

Ich denke, es sind heutzutage die Sozialen Medien, die uns extrem beeinflussen – positiv wie negativ. Die Kehrseite von Instagram ist z. B., dass man vielleicht nur noch das näht und zeigt, von dem man erwarten kann, dass es viel Anerkennung in Form von Likes gibt. Aber wenn du jedem gefallen möchtest und dich nach dem Geschmack anderer oder ständig wechselnden Trends ausrichtest, kann dich das auch ganz schön blockieren. Du entfernst dich von dir selbst und was DIR gefällt und tust dir noch schwerer damit, Entscheidungen zu treffen und mit Nähprojekten anzufangen.

4  |  Ich hab keine Zeit und keinen richtigen Nähplatz!

Viele von uns sind berufstätig und haben Kinder. Neben Arbeit, Familie, Haushalt, Einkaufen und Sport bleibt da oft nicht mehr viel Zeit für das Nähhobby. Wenn man weiß, man hat nur 30 Minuten oder eine Stunde Zeit zur Verfügung, baut das schon etwas Druck auf. Es gibt zwar Menschen, die gerade dann total produktiv sind und aus diesem kleinen Zeitfenster alles herausholen können, es gibt aber auch Menschen, die sagen: „Warum soll ich überhaupt anfangen? Das lohnt sich doch gar nicht für eine halbe Stunde.“ Sie sind gelähmt und blockiert wegen des Zeitlimits und fangen erst gar nicht an.

Das Straßenkehrer-Beppo-Prinzip

Hier gibt es tatsächlich einen ganz einfachen Tipp, der super funktioniert: Zerlege dein Nähprojekt in kleine Häppchen! Jedes Nähprojekt durchläuft verschiedene Phasen: Planung, Stoffauswahl, Zuschnitt, evtl. Vlies-Aufbügeln und mehrere Nähschritte. Warum alles auf einmal erledigen? Wenn du dir jeden Tag eine Viertelstunde Zeit nimmst und eine Kleinigkeit machst, kommst du auch voran.

„Schön und gut“, sagst du jetzt vielleicht, „aber ich habe gar keinen richtigen Nähplatz. Ich kann mein Projekt nicht liegen lassen, sondern muss es immer wegräumen.“ – Dass das vom Nähen abhält und blockiert, kann ich sehr gut verstehen. Wenn man vielleicht nur eine halbe Stunde Zeit hat und schon allein 15 Minuten damit beschäftigt ist, alles beizuholen und aufzubauen, ist das eine große Hürde und macht auf Dauer keinen Spaß. Aber dafür kannst du bestimmt eine Lösung finden. Es muss ja kein eigenes Nähzimmer sein. Ein kleiner Tisch in irgendeiner Ecke, auf dem deine Nähmaschine steht und wo du dein angefangenes Projekt liegen lassen kannst, ist schon Gold wert!

Wie ist deine Meinung dazu?

Jetzt interessiert mich natürlich brennend: Wie ist das bei dir? Hast du auch schon mal eine Nähblockade gehabt? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar und erzähle mir von deinen Erfahrungen.

Jetzt online: Teil 2 – Meine Tipps gegen Nähblockaden

Hier findest du den zweiten Blogartikel: Nähblockade | 15 Tipps, wie du dein Sewjo wiederfindest – Darin stelle ich dir meinen „Werkzeugkoffer“ vor. Das sind gute Gedanken und Gewohnheiten, die mir dabei helfen, eine Nähblockade zu überwinden oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Vielleicht sind ja auch ein paar nützliche Tipps für dich dabei.

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20 Kommentare

  1. Hallo Katharina,
    mit deinem Beitrag hast du genau ins Schwarze getroffen. Besonders Punkt 1 kenne ich zur Genüge. Aber auch die anderen Gründe sind nachvollziehbar, vermutlich trifft nie nur einer zu.
    Die Gedanken zur Nähblockade so gebündelt und wirklich gründlich durchdacht in einem Text zu lesen, finde ich sehr hilfreich, vielen Dank dafür!
    Und jetzt freue ich mich auf den 2. Teil!
    Liebe Grüße Ina

    • Liebe Ina,

      wie schön! Das freut mich sehr, dass du meinen Artikel gut durchdacht und hilfreich findest. Danke für deinen netten Kommentar!

      Herzliche Grüße
      Katharina

  2. Sabine Jacobi

    Hallo Katharina,
    viele Dank für diesen tröstlichen Blogpost, mir geht es oft ähnlich. Ich gerate oft in eine solche Blockade wenn ich vorher voll im Nähflow war und dann durch irgendwelche Gründe mehrere Tage am Nähen gehindert werde. Dann finde ich schlecht in den Prozess zurück, weil ich mich ein bisschen von dem Projekt „entfremde“. Manchmal kommen mir dann auch Zweifel an dem ganzen Ding . Am besten ist es dann tatsächlich, einfach weiterzumachen. Was ich auch sehr gut kenne ist der Umstand, mich gar nicht erst für ein Projekt oder einen Stoff entscheiden zu können, das finde ich mega-frustrierend. Manchmal macht es mich dann froh, einfach nur meine Stoffe anzuschauen, um verschiedene Kombinationen auszuprobieren, aber es kann auch sein, dass es noch schlimmer wird und ich wieder mal erkennen muss, dass ich viel zu viel Stoff habe….:). Was ganz gut hilft ist: einfach mal Blöcke auszuprobieren ohne dafür gleich eine „Bestimmung“ zu haben. Auch nützlich: Kleine Reste zu größeren Stücken zusammennähen, ohne darüber nachzudenken. Da ich dafür gar keinen Plan habe, kann auch keine Unzufriedenheit über das Ergebnis entstehen und auch kein Gefühl, wertvolle Schätze verschwendet zu haben. Auf die Art habe ich mal einen ganzen Quilt genäht, ohne vorher die Absicht gehabt zu haben, der „Flow“ kam von ganz allein. Und: weil ich ja dann so viele Reste verbraucht hab, kann ich guten Gewissens das ein oder andere neue Stöffchen erwerben…..:)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag
    Sabine

    • Liebe Sabine,

      das freut mich sehr, dass du meinen Blogpost tröstlich findest. Man denkt ja oft, man ist allein mit einem Problem. Dabei plagen sich ganz viele mit den gleichen Fragen und Problemen herum. Danke, dass du hier von deinen Erfahrungen berichtest. Das ist ein toller Tipp, Stoffreste zu nehmen und einfach mal ein bisschen damit herumzuspielen. Ohne Plan und Bestimmung zu nähen, nimmt auf jeden Fall den Druck weg. Ich kann mir vorstellen, dass das eine tolle Erfahrung war, auf diese Weise einen ganzen Quilt zu nähen. Kopf ausschalten und einfach mal drauf los! – Das ist auch bei mir immer ein gutes Rezept gegen Nähblockaden.

      Herzliche Grüße
      Katharina

  3. Liebe Katharina,
    da fasst du ja sehr umfangreich zusammen, was wir Nähwütigen natürlich von Zeit zu Zeit erleben. Ich denke, die Blockaden gehören dazu und wenn man es rückblickend sieht, sind noch alle überwunden worden – früher oder später *lach! Im Ernst: ja, ich hab zu viel Zeug, ja, ich hab auch mal keine Lust und ja, bei Insta zeigen manche Leute phantastische Sachen – Tag für Tag. Aber hey – ich liebe all meine Stoffe und auch wenn sie manchmal jahrelang warten… sie warten nicht umsonst, ganz plötzlich kommt ihr Auftritt. Man kann die Nählust nicht erzwingen, finde ich. Ich mag es Aufträge zu nähen und wenn es die 100ste U-Heft-Hülle ist… ich nähe sie einfach total gerne und freue mich einfach mit den frischgebackenen Müttern mit; lache über seltsame Namen und bin dankbar für nette Rückmeldungen. Und wenn die Aufträge mal ausbleiben, bleibt Zeit für ein Projekt. Das kann dann aus dem Dateiordner „noch nicht genäht“ sein (da sammle ich ebooks, die ich unbedingt haben musste, aber die noch nicht umgesetzt wurden) oder ich stöbere auch gerne in alten Blogbeiträgen, denn so manches Nähprojekt, das einige Jahre auf dem Buckel hat, kann ein Update gebrauchen… neue Stoffe, neuer Stil und das Ergebnis kann so verschieden sein. Upps… ich wollte deinem Blogbeitrag nicht vorausgreifen. Bin gespannt, welche Strategien du entwickelt hast. 🙂 Liebe Grüße Astrid

    • Liebe Astrid,

      es hört sich so an, als hättest du einen sehr entspannten, gelassenen Umgang mit Nähblockaden. Das finde ich super. Deine Haltung „Alles hat seine Zeit“ und „Blockaden gehen vorbei“ ist auf jeden Fall sehr förderlich für ein langes, glückliches (Näh-)Leben. 😀 Du hast ganz recht: Nicht unter Druck setzen, nichts erzwingen wollen, das ist das Beste. Dein Tipp mit dem Dateiordner ist toll. Vielleicht sollte ich meine E-Books auch mal umsortieren. Das ist auf jeden Fall eine Strategie, die für mich auch gut funktioniert: Vorbereitet sein für den Fall einer Nähblockade. Aber darüber dann im 2. Teil mehr. 😉

      Liebe Grüße
      Katharina

  4. Brönimann Daniela

    Hoi Katharina
    Dein aktuelles Thema spricht mich sehr an. Vieles kommt mir bekannt und vertraut vor.
    Zwei Tipps von meiner Seite.
    Ich richte mir zwischendurch bei Zeit kleine Boxen mit Arbeiten, die ich als nächstens erledigen möchte. Dies können auch kleinste Schrittchen sein wie Fäden vernähen, Muster ausschneiden, bemalen, etwas wenden und schliessen etc.
    wenn ich nicht weiterkomme sind dies dann passende Arbeiten……

    Auch notiere ich mir oft Arbeiten die ich ausprobieren möchte in ein Notizbuch. Dies hilft immer bei einem Nähtief…..

    Freue mich auf deine Tipps. Liebste Grüsse und eine gute Zeit Daniela

    • Liebe Daniela,
      das sind zwei sehr gute Tipps! Vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂
      Herzliche Grüße und auch für dich eine gute Zeit
      Katharina

  5. Liebe Katharina,

    Wie schön zu lesen dass ich nicht alleine bin!
    Die Punkte 1 und 2 sind meine Motivationskiller! Stunden – meist tagelanges Suchen nach dem richtigen Projekt, den richtigen Stoffen. Um festzustellen, dass ich für das endlich ausgewählte Projekt doch noch ein paar neue Stoffe brauche. Dabei entdecke ich dann wieder andere wunderschöne Stoffe bzw. Soffserien, die ich bestelle, weil sie mir so gut gefallen – ohne wiederum eine konkrete Idee was ich draus nähen könnte….
    Ist das nun schon Sucht oder noch Leidenschaft???
    Könnte ja mal ausrechnen, wie alt ich werden muss, um alle meine Stoffe zu verarbeiten ( ohne neue hinzuzukaufen)😳
    Deshalb bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil, der mir vielleicht bei der ‚Problembewältigung‘ ein wenig helfen kann
    Liebe Grüße und vielen Dank für Deine interessanten und hilfreichen Blogbeiträge und all die wunderschönen Nähideen!
    Birgit

    • Ich danke dir, liebe Birgit! Ich freue mich sehr darüber, dass du meine Blogbeiträge interessant und hilfreich findest.

      Du bist auf keinen Fall alleine damit. Bei mir sind es tatsächlich auch Punkt 1 + 2. Vielleicht können wir ja alle gemeinsam unsere Nähblockaden „therapieren“. Wobei ich allerdings befürchte, dass es für unsere Stoffsucht keine langfristige Heilung gibt. 😉

      Herzliche Grüße
      Katharina

  6. Liebe Katharina,

    danke für den schönen Beitrag. Es ist beruhigend, dass ich mit diesen Nähblockaden nicht alleine bin. Nur das mit dem Kauf von neuen Stoffen habe ich nicht mehr. Ich fange einfach an, und erlebe dann, dass sich doch noch was Passendes in meinen „riesigen“ Vorräten findet. Ich bin ja nicht mehr die Jüngste, und habe immer den Satz meines Sohnes im Kopf, den er sprach, als er in mein Nähzimmer kam: „Wenn du mal nicht mehr bist, braucht es mindestens 2 Container, um das Zimmer leer zu kriegen“. Dabei meinte er es gar nicht böse, wie er später versicherte. Ich warte gespannt auf deinen nächsten Beitrag.

    • Liebe Dagmar,

      ich bin zwar noch nicht so alt, aber solche Gedanken habe ich mir auch schon gemacht. Was hinterlasse ich meinen Lieben? Was hinterlasse ich der Welt? Auch: Was für einen ökologischen Fußabdruck hinterlasse ich? – Ich hoffe jedenfalls sehr, dass meine teuren Stoffe, meine schönen Nähbücher und das hochwertige Nähzubehör nicht im Müll-Container landen, sondern in gute Hände kommen würden. Es ist auf jeden Fall sehr sinnvoll, das zu verbrauchen, was man hat.

      Liebe Grüße
      Katharina

  7. Hallo Katharina,
    wenn ich nicht nähen mag, liegt es
    – entweder daran, dass die Stoffe noch nicht die richtigen sind. Meist kommt mir dann nach 1-2 Tagen eine Idee, ich ziehe einen anderen Stoff (oder such mal ne komplett neue Auswahl) aus dem Schrank und dann läuft es.
    – oder daran, dass die Umsetzung eine Schwierigkeit enthält. Eine Technik, die ich noch nicht oder nicht gut kann oder etwas, das ziemlich friemelig ist. Das schiebe ich auch gerne vor mir her.
    Ansonsten habe ich gelernt, auch kleine Zeitfenster zu nutzen. Ein Mittagsschlaf reicht manchmal nur für 1 Naht. Ich nähe im Wohnzimmer und muss dann immer einen kindersicherung Zustand herstellen. Meine wichtigsten Nähutensilien befinden sich deshalb in dem Schrank, der meinem Nähplatz am nähesten ist.
    Ich bin gespannt auf Teil 2 🙂
    Liebe Grüße, Katharina

    • Hallo Katharina,

      ich glaube, das lernen alle Mamas früher oder später: Selbst kleinste Zeitfenster zu nutzen. 🙂 Daran erkennt man die wahren Näh-Enthusiasten. 😉 Wenn man sich über eine einzige fertige Naht freuen kann, geduldig akzeptiert, dass die Fertigstellung halt etwas länger dauert, als früher ohne Kind, und wenn man gerne den Extra-Aufwand hinnimmt, immer alles kindersicher wegräumen zu müssen. Ich finde das toll!

      Liebe Grüße
      Katharina

  8. Liebe Katharina,
    du hast so recht mit deinen genannten Punkten und sich darüber im Klaren zu sein hilft vielleicht ein wenig.
    Bei mir gibt es auch Höhen und Tiefen, ganz unabhängig ob ich Zeit habe oder nicht. Ich habe das so akzeptiert. Was mich immer ungemein motiviert sind sew-alongs. Hier habe ich bei Anna Graham (noodlehead) schon 2 tolle Taschen genäht und mich gerade für den nächsten angemeldet.

    viele Grüße
    Jana

    • Liebe Jana,

      ich finde auch, dass es hilft, sich darüber klar zu werden, wo das Problem liegt. Nähen ist so ein schönes, wertvolles Hobby. Es ist einfach schade, wenn man den Spaß daran verliert. Das muss gar nicht sein. Mitmach-Aktionen wie ein Sew-Along oder Quilt-Along sind auf jeden Fall tolle Möglichkeiten, sich selbst zu motivieren. Das habe ich auch schon erlebt und würde ich immer als Tipp geben.

      Liebe Grüße
      Katharina

  9. Liebe Katharina,
    deine Auflistung von Blockaden läßt sich auch 1:1 auf andere kreative Tätigkeiten übertragen. Ich nähe zwar auch gelegentlich, beschäftige mich jedoch meist mit Papierbasteleien. Was bei dir zuviel Stoff sind bei mir zuviele Papiere, Stempel, Stanzen und Farben. Und obwohl ich sogar ein großes eigenes Kreativreich habe und dort jederzeit alles liegen lassen kann (Luxus!!), schaffe ich es nicht immer, etwas anzufangen. Außerdem geht es mir genauso mit schönen Papiersets – sogenanntem „Streichelpapier“ – da zögere ich immer, es zu zerschneiden… *seufz*
    Ich werde mir jetzt mal noch deine Tipps zum Überwinden der Blockaden durchlesen. Vielleicht hilft es mir ja auch, wenn ich das nächste Mal in meiner Ideenschmiede sitze. 🙂
    Liebe Grüße vom HirschEngelchen
    Anka

    • Liebe Anka,

      vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂 Es war mir gar nicht klar, dass es auch „Streichelpapier“ gibt, aber klar… Natürlich!… Ich kann total gut nachvollziehen, was du über dein kreatives Papierhobby schreibst.

      Ich denke, manche Punkte gelten sogar unabhängig vom kreativen Hobby. Ich weiß, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Freizeit richtig zu genießen und sinnvoll zu gestalten, einfach weil es zu viele Möglichkeiten gibt und sie nichts verpassen möchten. Überfluss und Verzettelung ist in vielen Bereichen unseres Lebens ein Problem und wirkt sich dann auch auf unsere Hobbys aus.

      Liebe Grüße
      Katharina

  10. Liebe Katharina,

    zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich für deinen Blogpost über die Nähblockade bedanken. Da hast du sehr vielen Näherinnen und Nähbegeisterte aus der Seele gesprochen bzw. geschrieben, genauso wie mir.
    Ich nähe seit ca. 3 Jahren Taschen und Rucksäcke und ich habe festgestellt, dass das mir sehr viel Freude bereitet. Ich hatte überhaupt keine Vorkenntnisse und meine Freundin fragte mich, ob ich ihr helfen könnte, einen Knoten in das T-Shirt zu bekommen. Ich sagte zu ihr, sie soll mir mal das ganze Material geben und ich versuchte mein Glück. Ich habe es tatsächlich geschafft, den Knoten hinzubekommen und habe ihr die Teile von dem T-Shirt so gesteckt, dass sie es nur noch nähen brauchte. Das T-Shirt liegt heute noch bei ihr in einer Ecke und ist nicht von ihr genäht worden.
    Vor kurzem hatte ich auch eine Nähblockade, da ich auch einen kleinen Nähplatz in meiner Wohnung habe, habe ich meinen Mann gefragt, ob wir die Regale und meinen Nähschreibtisch umstellen können. Ich hatte vor der Umstellung der Möbel einen Tisch, der ging immer beim Nähen auf die Wanderschaft, das war nervig, den Tisch wieder zurückzuziehen.
    Auch wenn ich ein Projekt anfangen wollte, musste ich erstmal Stundenlang die passenden Karabiner, Steckschnallen, Reißverschlüsse, Gurtbänder usw. zusammensuchen und wenn ich alles beisammen hatte, hatte ich keine Lust mehr mit dem Nähen anzufangen. Das hat mich auch immer blockiert und ich war frustriert.
    Als meine Möbel an Ort und Stelle waren, fing ich an, alle meine Stoffe, die sich angesammelt haben, nach Farben zu sortieren, dann habe ich mir bei Pinterest Inspirationen geholt, wie ich mein Nähbereich aufräumen kann. Ich habe verschiedene Regale, zuerst hatte ich die Stoffe einfach in ein Fach reingestopft, das gefiel mir auch nicht. Dann habe ich verschiedene Schubladenboxen gekauft und habe das größere Regal nochmals ausgeräumt und die Stoffe farbenmäßig in ein kleineres Regal einsortiert, die Regalfächer beschriftet und jetzt habe ich eine tolle Übersicht von meinen Stoffen. Die einzelnen Stoffe habe ich zuerst ausgemessen und anschließend auf Comic-Kartons aufgewickelt und ebenfalls beschriftet. Jetzt hat jeder Stoff eine Stoffmusterkarte und ich weiß, wieviel Stoff ich noch zur Verfügung habe. Und vor allem, ich weiß, wo ich den Stoff gekauft habe. Chakka!! Ich bin richtig stolz auf mich. Die Karabiner, die Steckschnallen, die Reißverschlüsse sind zum Teil auch schon farblich sortiert in diesen Schubladenboxen. Diese Boxen muss ich noch beschriften. Dann habe ich einen Rollcontainer gefunden, den ich mir auch geholt habe und da habe ich Hängemappen reingehängt und meine Schnittmuster nach dem Alphabet sortiert und beschriftet. Es ist zwar noch nicht alles an seinem Platz, aber das kommt noch.
    Das ganze Chaos, was vorher herrschte, hat sich schon sehr aufgelöst, kein lästiges langes Suchen mehr. Jetzt brauche ich nur die Schublade aufziehen und die Teile rausnehmen, die ich brauche. Ist das nicht schön?!
    Ich bin gerade dabei auch einen Blog zu erstellen. Aber das dauert noch eine Weile, deshalb habe ich noch keine Webseite.
    Jetzt kann der Nähflow wieder loslegen. (lach…)
    Viele liebe Grüße und ich wünsche dir einen schönen Tag
    Annette

  11. Was ich noch vergessen habe, sind die Garne und Spulen, die habe ich auch farblich sortiert in verschiedene Lippenstiftboxen und stehen in Schubaden in einem kleineren Rollcontainer.
    Dann mache ich gerade noch von meinen Stoffmusterkarten ein kleines Notizbuch. Ich habe Blanko Visitenkarten genommen, auf der einen Seite habe ich ein kleines Stückchen Stoff aufgeklebt und auf der anderen Seite beschriftet. So habe ich auch eine Übersicht über meine Stoffe, die ich unterwegs mitnehmen kann.
    So das wars von mir.
    Nochmals liebe Grüße
    Annette

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