Warum die Zeit jetzt reif ist für eine selbst genähte Ordnerhülle

Ich muss ja ganz ehrlich sagen: Bisher habe ich nie die Notwendigkeit gesehen, Ordnerhüllen zu nähen. Ich finde sie schon hübsch, das ist nicht das Ding. Und wenn man nur zwei, drei Ordner hätte, wär‘ das ja auch ‘ne feine Sache, aber wenn der ganze Schrank voll steht… Puh! Wie viele Wochen lang soll ich denn diese Hüllen nähen?

Ich hab‘ ja manchmal das Gefühl, ich wär‘ auch im Archiv oder in der Verwaltung gut aufgehoben gewesen. Schon als Kind habe ich Zeitschriften gerne gelocht und chronologisch abgeheftet. Im Rückblick muss ich darüber lachen. Na ja, auch wenn ich Zeitschriften heute nicht mehr abhefte und aufhebe, in meiner Schnittmuster-Sammlung habe ich immer noch gerne Ordnung. Und deshalb stehen da auch ein paar dicke Ringordner im Nähregal.

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Einer davon sticht nun heraus, ist ganz speziell und verdient deshalb eben doch so ein schönes Mäntelchen. Das Besondere an ihm ist nämlich, dass er nicht nur brav bei seinen Kollegen im Regal steht, sondern einmal in der Woche mit mir unterwegs ist. Gemeinsam fahren wir nachmittags in eine Schule und geben dort Nähunterricht.

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Was für ein Spaß! Es macht so viel Freude, die Mädels (5./6. Klasse) bei ihren ersten Schritten an der Nähmaschine zu begleiten. Diese Magie, wenn der Fuß zum ersten Mal aufs Pedal tritt und die Maschine losnäht, die strahlenden Augen und das aufgeregte „Waaah, ich nähe!“ – Unbezahlbar! Ein Schuljahr lang darf ich mit den Mädchen nun Monster, Eulenkissen, Wimpelketten, Stoffbeutel und viele andere schöne Projekte nähen. Ich bin so glücklich darüber, dass das geklappt hat, dass sich genügend Schülerinnen angemeldet haben und die AG zustande gekommen ist. Tatsächlich war das Thema „Nähen“ so beliebt, dass gar nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten.

Kinder-Nähkurs

Herzen mit Anhänger, unser 1. Projekt nach den Nähübungen. Das Buch von Jane Bull übrigens sehr empfehlenswert!

Und weil es mir so viel Spaß macht, mein Wissen weiterzugeben, Nähtechniken zu erklären, Tipps zu geben und gemeinsam kreativ zu sein, biete ich ab diesem Herbst auch privat bei mir zuhause Nähkurse und Workshops in kleiner Runde an. Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene! Platz für drei Nähschüler ist vorhanden, und ich denke, das könnte richtig gut werden. Oben unter meinem Header findest du die neue Rubrik Nähkurse mit den aktuellen Terminen.

Wenn du zufällig jemanden in der Gegend um Hanau, Büdingen, Gelnhausen, Langenselbold, Bruchköbel kennst, der gerne das Nähen lernen möchte, würde ich mich sehr freuen, wenn du ihr/ihm davon erzählst. Wer den Umgang mit der Nähmaschine schon beherrscht und gerne einen Workshop besuchen möchte, findet in meinem Programm auch ein paar schöne Angebote.

Natürlich muss ich jetzt mit meinen Mädels in der Schule irgendwann auch Ordnerhüllen nähen, denn sie waren absolut begeistert vom neuen Mäntelchen. Innen habe ich mir ein Extra-Fach gebastelt, um schnell die Entschuldigungen, Schulmitteilungen und sonstigen Zettel verstauen zu können. Es ist ja der Wahnsinn, was Lehrer alles in die Hand gedrückt bekommen!

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Die Anwesenheitsliste muss natürlich auch abgehakt werden, und damit das möglichst schnell geht – Bloß keine Zeit verlieren, die Mädels wollen nähen! – habe ich gleich Kuli und Bleistift parat. Oben drüber habe ich mir eine kleine Klappentasche dazugebastelt, in der ich meine Schlüssel für Raum und Schrank verwahre. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hängen die Schlüssel an einem Karabiner-Band, das fest im Täschchen eingenäht ist.

Ordnerhülle "Nähen ist toll"

Die große Frage war natürlich: Hab ich richtig gerechnet und geplant? Passt der Ordner nach dem Wenden auch in die mit Volumenvlies gefütterte Hülle? Ich habe kein Probestück genäht, sondern gleich den schönen Stoff von Hamburger Liebe angeschnitten. Aber zum Glück ist alles gutgegangen: Der Ordner passt perfekt in den Umschlag – nicht zu eng und nicht zu weit. Genau richtig.

Weil auf Instagram schon leise Rufe nach einem Tutorial aufgekommen sind, möchte ich hier noch mal fragen: Besteht denn Interesse an einer Anleitung? Und falls ja: Auch mit Innenleben? Gerade die Fächer für die Stifte und die Klappentasche sind ja doch sehr speziell und unnötig, wenn der Ordner nur im Schrank steht.

Mit meinem neuen Mäntelchen bin ich heute zu Gast bei RUMS. Mal schauen, was die anderen Weiber so gewerkelt haben. Kommst du mit?

Eine MiniMoneyBag macht sich schick

Eigentlich wollte ich die MiniMoneyBag gar nicht unbedingt im Blog zeigen. Es gab ja vor kurzem erst diese beiden zu sehen. Aber nachdem ich bei Instagram so überwältigend viele Herzchen und begeisterte Kommentare dafür bekommen habe, war klar: Das Schätzchen kann ich meinen Bloglesern nicht vorenthalten. Ist ja schließlich nicht jeder bei Instagram.

MiniMoneyBag nach dem E-Book von Keko-Kreativ

Nur auf dem Foto eine Riesin. Tatsächlich misst die Kleine etwa 11,5 x 6,5 cm.

Rosa mit Silberpaspel, du ahnst es schon: Das Täschchen ist nicht für mich. Ich find’s supersüß, aber es ist nicht ganz mein Ding, dafür aber das meines größten Fans. Ich spreche natürlich von meiner Mama. Vor kurzem hab ich es ihr geschenkt, und sie hat wieder übers ganze Gesicht gestrahlt – wie eigentlich immer, wenn ich etwas für sie genäht habe. Nähen macht eben glücklich, in beide Richtungen.

Am Vlieseline-Mix habe ich weiter experimentiert und eine kleine Zutat hinzugefügt: Neben H 630 auf den Außenstoff und H 250 aufs Kartenfach habe ich diesmal G 700 auf den Innenstoff gebügelt. Das gibt dem Geldbeutel zusätzlich Stabilität, ohne innen zu knittern. Ich find’s perfekt.

MiniMoneyBag nach dem E-Book von Keko-Kreativ

Den rosafarbenen Außentoff ist aus der Serie Pandalicious von Katarina Roccella. Das E-Book „MiniMoneyBag“ gibt’s bei Keko-Kreativ.

Verlinkt beim Taschen-Sew-Along 2016 – September – Thema: Shoppingqueen: Geldbeutel und bei Handmade on Tuesday.

Was machst du mit den Webkanten deiner Stoffe?

Hier vier mögliche Antworten. Bitte Zutreffendes ankreuzen:

a) Webkanten – Was ist das?
b) Ich schmeiß sie immer weg. Was soll ich damit? Ist doch Abfall!
c) Ich sammle sie für ein ein ganz bestimmtes Projekt.
d) Ich sammle sie, aber weiß nicht so genau, was ich draus machen soll.

Was machst du mit den Webkanten deiner Stoffe?

Wenn du Antwort a) angekreuzt hast: Die Webkante ist der Stoffrand, der nicht ausfranst. Bei Designerstoffen ist die Webkante auf einer Seite oft weiß und beschriftet. Da steht dann z. B., wie der Designer heißt und zu welcher Kollektion der Stoff gehört. Immer mehr Designer entdecken die Webkante als Fläche für kunstvolle Letterings und Gestaltungen. Der Kult geht sogar so weit, dass Moda Fabrics zu seinem 40-jährigen Jubiläum einen Patchworkstoff im Webkanten-Look herausgebracht hat. Darauf verewigt: Webkanten der ersten Kollektionen erfolgreicher Moda-Designer.

Wenn du Antwort b) angekreuzt hast: Entschuldige, dass ich das jetzt so sage, aber: Waaaah, bist du wahnsinnig!? Diese Schätze kannst du doch nicht einfach wegwerfen. Du könntest sie verschenken, tauschen oder verkaufen. Leute, die Antwort c) angekreuzt haben, wären sicher hocherfreut, von dir zu hören. Vielleicht denkst du jetzt aber: „Hm, wenn da so ein Hype um die Dinger gemacht wird, sollte ich vielleicht doch selber auch mal was draus machen. Bloß was?“ In dem Fall siehe bitte weiter unten den Kommentar zu Antwort d).

Wenn du Antwort c) angekreuzt hast: Du sammelt sie für ein ganz bestimmtes Projekt? Oh, das klingt spannend. Erzähl mir mehr darüber!

Wenn du Antwort d) angekreuzt hast: Gut, dass du mir davon erzählst. Ich hätte da einen Tipp für dich. Ich hab vor kurzem ein E-Book herausgebracht, bei dem du deine Webkanten ganz wunderbar in Szene setzen kannst.

Nadelbuch aus Webkanten {E-Book: greenfietsen}

Ein handliches, praktisches Nadelbuch für deine Nähnadeln inklusive Fach für eine kleine Stickschere, Sicherheitsnadel und Einfädelhilfe. Eine tolle Erinnerung an all die Lieblingsstoffe, die schon längst vernäht und aufgebraucht sind.

Nadelbuch aus Webkanten {E-Book: greenfietsen}

In meinem E-Book erkläre ich Schritt für Schritt, wie das Nadelbuch genäht wird und zeige insgesamt fünf Verschlussmöglichkeiten – vom Druckknopf über den Knebelverschluss bis zum Gummizug. Das schaffen auch Nähanfänger spielend.

Das Nadelbuch ist nicht das Richtige für dich? Dann schau dich doch mal in dieser Ideensammlung um. Wie wär’s mit einer Kosmetiktasche oder einem Bürostuhl aus Webkanten?

Verlinkt bei RUMS.

Taschen-Sew-Along 2016 | Oktober – Ich pack das! – Mein Angstgegner

Der Oktober will uns beim Taschen-Sew-Along 2016 aus unserer Komfortzone herauslocken. Die Monatsaufgabe lautet: Stell dich deinem Angstgegner und näh eine Tasche, die du dich bisher nicht zu nähen getraut hast – weil sie einen Reißverschluss hat, weil sie aus vielen Teilen besteht oder vielleicht weil die Anleitung auf Englisch ist.

Es gibt viele Gründe, warum wir einen Taschenschnitt ewig vor uns herschieben. Hinterher sagen wir dann meistens: Hey, war doch halb so schlimm, wie ich dachte. Ich hab’s hinbekommen. Warum hab ich bloß so lange damit gewartet?

Ich bin gespannt, wie eure Angstgegner heißen. Ich tippe mal auf Grete, Sew Together Bag, den König und die Maker’s Tote. Na, wird’s schon warm? Liege ich richtig? – Ihr könnt natürlich wie immer nähen, wann, was und für wen ihr möchtet. Das sind die einzigen Regeln, die es gibt:

Linkparty-Regeln:

  • Bitte verlinke nur aktuelle Beiträge, die zum Thema passen, keine alten Posts.
  • Damit die Verlinkung funktioniert, füge in deinen Blogpost einen Backlink zu meinem Blog ein.
  •  Teilnehmen können nur Blogs.
  • Wenn du keinen Blog hast, aber trotzdem mitmachen möchtest, komm gerne in meine Facebook-Gruppe Taschen-Sew-Along 2016.
  • Diese Linkparty startet am 1.10.16 und endet am 14.11.16.

Edit: Der Schutz deiner Daten ist mir wichtig. – Aufgrund aktueller Datenschutzbestimmungen (DSGVO) habe ich das Linkup-Tool deshalb aus diesem Beitrag gelöscht.

Experimente mit Nadel und Faden | Heute sticke ich mal …

„Sticken kann ich noch, wenn ich alt und grau bin.“ – Witzig, dass ich gerade an diese Worte denken muss. Sie kamen aus dem Mund einer Freundin, die irgendwann beschloss, ihr Handarbeitshobby an den Nagel zu hängen und lieber rauszugehen und was zu erleben. Das war vor etwa 20 Jahren, als Sticken für einen Teenager überhaupt noch nicht hip und witzig war. Da gab’s noch kein Pinterest mit tausend und einer Idee, keine Mollie Makes. Was gab es? Fertige Sets: Weihnachtsdecken, altmodische Blumenbilder, Kreuzstichkissen, aber auch schon Micky Maus und die Tigerente.

So, und wie bin ICH jetzt aufs Sticken gekommen? Ich glaube, vor allem durch amerikanische Blogs und Instagram-Accounts. Kennst du dieses Windmühlen-Nadelkissen (Link zu Instagram) von Bonnie Olaveson @bonniecottonway? Ist das nicht entzückend? Hauptsächlich war es wohl die Patchwork-Szene, aber ganz bestimmt hat mich auch Katherina {stitchydoo} beeinflusst. Von ihren handbestickten Ofenhandschuhen aus Jeans träume ich immer noch jede zweite Nacht. Ich finde ja besonders den Mix textiler Techniken spannend, und da ist Katherina immer eine große Inspirationsquelle.

Experimente mit Nadel und Faden | Sticken

Auch auf Stoffen und Webbändern sehe ich in letzter Zeit häufig Stickmotive und kann kaum daran vorbeigehen. Sticken ist ein altes Kunsthandwerk und damit genauso Vintage wie Retro-Brillen, alte Koffer, Schreibmaschinen und Cocktailkleider. Ich find’s faszinierend, wie Altes und Neues miteinander kombiniert wird, wie Handarbeitstechniken mit viel Witz neu interpretiert werden, und dass man sich die Freiheit herausnimmt, Regeln zu brechen.

Experimente mit Nadel und Faden | Heute sticke ich mal

Als ich in meinem Nadelbuch den Filz mit Stickgarn aufnähte, dachte ich: Warum nicht mal ein bisschen mehr ausprobieren? Kreuzstich – das würde ich doch auch noch hinbekommen. Auf Empfehlung von Cornelia (Instagram: @mariamena65) habe ich mir ein gebrauchtes Buch übers Sticken gekauft und einfach losgelegt – freestyle auf Leinen, ohne groß drüber nachzudenken, einfach so, nur um’s mal auszuprobieren. Und es hat mir tatsächlich so viel Spaß gemacht, dass ich gerade an einem Muster tüftle, das ich in eine gepatchte Tasche integrieren kann.

Experimente mit Nadel und Faden

Mein 1. gesticktes Deckchen. Die Farben damals wie heute echt schrecklich.

Mein gesticktes, rotes Deckchen aus dem Handarbeitsunterricht in der Grundschule macht mir Hoffnung, dass ich gar nicht so untalentiert bin. Ich hab es zwischen Barbiepuppen und Kuscheltieren auf dem Dachboden gefunden. Die einzige Frage, die sich mir heute stellt, ist natürlich: Gab’s denn früher kein Grün???

Verlinkt bei handgestickt: Die Linkparty

It’s not sew easy | Der Running-Gag

Tini, dieser Post ist für dich.

„Warum weiß denn die Tini nicht, wie man „Sewing“ richtig ausspricht?“, frage ich meine Freundin Sabine. „Wir sagen es ihr doch alle den ganzen Tag hier auf der Messe richtig vor und trotzdem sagt sie‘s falsch. Das gibt’s doch gar nicht.“ „Ja, das ist echt komisch“, meint Sabine. „Weißt du was, ich guck jetzt mal bei Leo nach, da gibt’s doch immer Hörproben.

In Nullkommanix hab ich auf dem Handy die Seite aufgerufen und die Hörprobe gestartet: „soooow“… HÄH? Wie jetzt? Hab ich da gerade richtig gehört? Noch mal, bitte! … „soooow“, wiederholt Leo geduldig. „Hast du DAS gehört, Sabine?“ … Sabine blickt von ihrer Whats-App-Unterhaltung mit Zuhause auf – „soooow“, sagt Leo zum 10. Mal. Wir schauen uns an und brechen sofort in Lachen aus.

Sew happy! | Wortspiele

Ist das denn die Möglichkeit! Da hat doch Tini als einzige das Wort „sew“ richtig ausgesprochen. WIR waren die Deppen! Wir waren die Unwissenden, die meinten, das englische Wort für „nähen“ müsse sich auf „new“ und „few“ reimen! Pfff, Pustekuchen! Tini, die Sehende unter Blinden, die Unbeirrbare mit dem Geheimwissen, zu höflich und gutmütig, um andere im Gespräch auf ihre Fehler hinzuweisen.

Am nächsten Tag im ICE auf der Heimfahrt nach Frankfurt stellte ich Tini zur Rede. „Sach ma, du willst uns aber auch dumm sterben lassen, oder?“ Mit großen, erschrockenen Augen schaut sie mich an. „Warum?“ Schnell erzähle ich ihr, was Sabine und ich am Abend vorher mit Hilfe von Leo herausgefunden hatten, und ich sag euch, wir haben uns vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Tini war sichtlich erleichtert, dass endlich mal jemand kapiert hat, wie „sew“ richtig ausgesprochen wird und dass nicht SIE diejenige ist, die auf dem Holzweg ist.

It's not sew easy oder warum Schwarmintelligenz manchmal Quark mit Soße ist

Seitdem habe ich diese Geschichte schon ein paar Mal bei Bloggertreffen erzählt und dabei oft in erstaunte Gesichter geschaut. Schätzungsweise 95 % der deutschen Nähblogger wissen nicht, dass sich „sew“ auf „know“ und „flow“ reimt. Ist ja auch kein Wunder! Wir Blogger sind Texter und Leser, keine Sprecher. Und die meisten von uns haben im Englisch-Unterricht auch keine Näh-Fachvokabeln gelernt und wissen deshalb nicht, wie man Popeline, Double Gauze, Binding und all das Zeug richtig ausspricht. Wenn wir uns dann auf Messen, Stoffmärkten oder Events treffen, prallen Wortwelten aufeinander, und es gibt viel zu lachen.

Manchmal bin ich ja geneigt, mich der Herde anzupassen und auch einfach „sju“ zu sagen, einfach, weil’s alle so aussprechen und ich nicht sonderbar wirken möchte, aber dann denke ich an Tini. Was würde Tini tun? … Sie hat es auch immer tapfer durchgezogen, egal, was irgendwer von ihr dachte, denn – das wussten schon die Ökos in den 80ern: Nur gegen den Strom geht’s zur Quelle!

Nein, ich hab mich umgewöhnt und kann „sew“ jetzt nicht mehr falsch aussprechen. Bestimmt gibt’s dafür aber etliche andere linguistische Irrtümer, die ich munter in der Welt verbreite. Ich ahne z. B., dass sich „Gauze“ nicht auf „Plauze“ reimt, aber herrje, kann mir mal irgendjemand sagen, wie das korrekt ausgesprochen wird? Ich glaub, ich frag mal Tini, die kennt sich ja gut aus mit so was.

It's not sew easy | Wortspiele

Rechts eine Karte von Kati, die auch zum Club der Sooow-Sprecher gehört. Heißt es jetzt Kam Snaps oder Käm Snäps?

Im Vorteil sind übrigens diejenigen von uns, die gerne englischsprachige Video-Tutorials sehen und amerikanische Blogs lesen. Da ergeben dann auf einmal auch all die schönen Wortspiele einen Sinn: I’m sew happy, Sew many ideas, Sew What? und – mein absoluter Liebling – der tolle Slogan von Fat Quarter Shop: „Sew much more than fabric“ – gesehen hier bei Red Pepper Quilts.

Und wer jetzt immer noch nicht glauben möchte, dass sich „sew“ auf „flow“ reimt und sein Blogname ganz anders ausgesprochen wird, als er immer dachte, kann sich den schönen, alten Song „The Sewing Machine“ (Link zu YouTube) von der großartigen Betty Hutton anhören. Beweisstück Nr. 12! Aber Achtung, Ohrwurm-Gefahr!

… Ohhh, the sewing machine, the sewing machine… A girl’s best friend…