Vor kurzem habe ich in einem Podcast zum Thema Künstliche Intelligenz eine Zahl gehört, die ich kaum glauben konnte: Mehr als 50 Prozent aller neuen Inhalte im Internet sind inzwischen KI-generiert! … Wow! Das bedeutet: Menschliche Inhalte und Kommunikation werden immer weniger.
Oder wie im Juni 2025 im Standard zu lesen war: Wir befinden uns „mitten in einem schleichenden Wandel, bei dem der Mensch im Netz leiser wird… Die Frage ist nicht mehr, ob KI das Internet verändert. Sondern wie viel Mensch noch übrigbleibt.“ (Link zum Artikel).
Da habe ich doch das Bedürfnis, einmal klarzustellen und zu betonen: Dieser Blog ist menschgemacht! Ich bin Katharina. Ein Mensch aus Fleisch und Blut, und ich gehe hier nicht weg. Seit 2013 führe ich diesen kleinen Handarbeitsblog. Ich war lange vor ChatGPT da! 😉
Mir ist wichtig, dass du weißt: Alles, was du hier liest, denke ich mir selbst aus. Ich brainstorme nicht mit ChatGPT, ich lasse mir keine Themen oder Überschriften vorschlagen und erst recht lasse ich mir keine Blogtexte oder Bilder generieren. Ich benutze keine generative KI. Warum sollte ich mir etwas abnehmen lassen, das mir Spaß macht? Schließlich ist auch das Bloggen mit allem, was dazu gehört, mein Hobby, bei dem ich meine Kreativität auslebe. Außerdem will ich mir nichts von anderen zusammenklauen.

Fotografiert an einem frostigen Dezembermorgen 2025.
Ich möchte auch nichts sehen, lesen oder hören, was andere mit generativer KI zusammengeklickt haben. Wenn ich merke, dass ein Text, ein Bild oder ein Video KI-generiert ist, verliere ich sofort das Interesse daran. Ich bin automatisch enttäuscht, dass es keine echte menschliche Leistung ist und wende mich ab. Es verliert für mich seine kreative „Aura“, seine Echtheit, seinen Wert. Vor kurzem habe ich einen Roman abgebrochen, weil ganze Passagen verdächtig nach ChatGPT geklungen haben. Seitdem wertschätze ich Bücher, die vor 2022 entstanden sind, viel mehr. Vielleicht lese ich demnächst wieder mehr Klassiker. 😀
Ich will nicht bequem und denkfaul werden. Auch deshalb benutze ich kein ChatGPT, Claude, Gemini und wie sie alle heißen. Frei und unabhängig denken zu können, Gedanken selbst formulieren zu können, sich auch mal geistig anstrengen und strecken, das ist doch wichtig. „Denken ohne Geländer“ – Auch wenn Hannah Arendt das damals in einem anderen Zusammenhang gesagt hat, passt es auch im KI-Zeitalter.
KI-Sprachmodelle haben ihre Stärken, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Sie können in großen Mengen Daten analysieren, Texte strukturieren, etwas markieren und zusammenfassen. Aber diese Funktionen brauche ich nicht.
Was die Chatbots nicht verlässlich können: Recherchieren und Informationen finden. ChatGPT ist keine Wissensdatenbank. Es reiht einfach nur nach statistischer Wahrscheinlichkeit Wörter aneinander. Es assoziiert und imitiert. Das ergibt oft Sinn und enthält Richtiges, es kommt aber auch verdammt viel Quatsch dabei raus. Da suche ich doch lieber selbst in Büchern oder im Internet nach der Information und kann dabei die Quellen eigenständig auswählen.
Back to the roots! Ich höre jetzt mit noch größerem Genuss meine alten CDs und suche gezielt nach Romanen, die vor der Einführung von ChatGPT erschienen sind. Wenn du einen Blog suchst, der noch von einem echten Menschen geführt wird, der seine Gedanken noch selber in Sprache kleidet*, bist du hier jedenfalls genau richtig. 😉
Frohe Weihnachten
wünscht dir
Katharina
PS: Ein kleines Schmankerl zum Schluss. 😀 Ich bekomme neuerdings KI-generierte Blogkommentare, die inhaltlich Bezug auf meine Artikel nehmen, aber eindeutig von Bots stammen. Die schalte ich natürlich nicht frei. Dieses poetische Beispiel hat ein Chatbot zu meinem genähten Fliegenpilz verfasst:
„Für mich symbolisiert dieser Artikel, wie schön es ist, die Jahreszeit bewusst zu verarbeiten: Nicht nur schauen, dass Herbst ist – sondern aktiv gestalten. Der Pilz wird nicht nur „gefunden“, sondern „genäht“ – das macht ihn zu einem Stück Erinnerung, zu einem Teil des eigenen kreativen Raums. Und genau das finde ich sehr charmant.“
* Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken. (Samuel Johnson) KI-Chatbots denken und fühlen nicht. Sie bilden einfach nur logische Wortketten auf der Grundlage ihrer Trainingsdaten.

Hallo Katharina,
mit ChatGPT habe ich bisher tatsächlich noch nichts gemacht, aber dafür beruflich mit KI beim Programmieren. Einerseits faszinierend was die KI alles kann, andererseits aber auch erschreckend. Und trotzdem muss man auch da höllisch aufpassen und alles sehr gut kontrollieren und genauestens sagen was der „Dätschmer“ machen soll (das ist er für mich). Sehr hilfreich ist er bei der Analyse von bestehenden Alt-Code für einen ersten Überblick oder für die Dokumentation (das kostet enorm viel Zeit und ist echt lästig und da ist die KI echt schnell).
Für das Schreiben von Texten ist die KI für mich aber keine Option, die Texte sind, wie du sagst, nicht echt und authentisch.
Liebe Grüße und ein frohes Weihnachtsfest,
Ulrike
Hallo Ulrike!
Wow, interessant. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass KI beim Programmieren super nützlich ist und Arbeit abnehmen kann, aber halt auch zwei Seiten hat. Ich freu mich gerade, dass ich ganz ohne Chatbot rausgekriegt hab, was ein Dätschmer ist. 😀 😀 Eigenes „Deep Thinking“ hat leider nicht ausgereicht, auch Brainstorming mit dem Mann hat zu keinem Ergebnis geführt, aber die Antwort war zum Glück im Internet zu finden… Und jetzt sind wir uns auch beide sicher, es schon mal gehört zu haben. hihi
Danke für deine lieben Wünsche!
Hab auch du ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest.
Ich hoffe, du hast auch ganz privat zuhause einen Dätschmer. Gerade zu Weihnachten kann man so einen ja gut gebrauchen. 😉
Liebe Grüße
Katharina
Liebe Katharina,
an der Uhrzeit sieht man (falls Du sie sehen kannst), ich leide unter seniler Bettflucht…. 🙂
Eigentlich wollte ich nur schauen, ob Du einen bestimmten Sprühkleber verwendest und bin auf den
KI-Post gestoßen. Bravo kann ich nur sagen. Mir gehts da genauso.
Und außerdem passt es nicht wirklich, auf einer Seite alles selbst gemachte zu feiern und dann KI zuzulassen.
Frohe Weihnachten und weiterhin alles Gute
Judith aus dem relativen Süden 🙂
Liebe Judith,
auch wenn ich es bedaure, dass du nicht schlafen konntest, freut es mich doch sehr, dass du auf die Idee gekommen bist, auf meinem Blog nach einer Info zu suchen. Bist du eigentlich fündig geworden?
Ich habe bisher das Odif 505 verwendet, aber ich habe gehört, es gibt Besseres. Genaueres weiß ich aber nicht. Wenn möglich, versuche ich auf Sprühkleber zu verzichten. Es ist ja doch immer eine sehr klebrige Angelegenheit. Bei kleinen und mittleren Quiltprojekten reicht mir das Heften mit gebogenen Sicherheitsnadeln.
Ich wünsche dir auch frohe Weihnachten und schöne, entspannte Feiertage!
Alles Liebe
Katharina
PS: Selbstgemachtes und KI – das passt echt nicht zusammen. Neuerdings sehe ich leider auf Pinterest KI-generierte Fotos von selbstgemachten Sachen. Sehr seltsam, braucht kein Mensch. Auch KI-generierte Etsy-Shops habe ich schon entdeckt.
Guten Morgen, zufällig hab ich mir nun den Sprühkleber gekauft, den Du auch verwendest 🙂
Ich sitze grade an einem Sampler Quilt, Queen size. Mir graut schon vor der Quilterei…. :-(( und ich dachte mir, ich muss alles versuchen, damit sich da nichts verschiebt. Drück mir mal bitte jeder, der das hier liest bitte, die Daumen, dass das was wird. Danke schon mal im Voraus 😉
Guten Morgen Judith,
ui, Queen Size… Das würde ich mich auch nicht ohne Kleber trauen. Ich drück dir ganz feste die Daumen, dass es gut wird und dich nicht zu viele Nerven kostet. Und immer dran denken: Ungenauigkeiten passieren jedem. Das ist ganz normal. Und hinterher fällt das niemandem und auch dir selbst nicht mehr auf. Stellen, über die man sich unglaublich geärgert hat, findet man später oft gar nicht mehr. 😀
Viel Spaß und gutes Gelingen!
Katharina
Liebe Katharina, ein wichtiger, richtiger und toller Blogbeitrag! Ich fands ja schonmal witzig, ein paar KI-Fotos mit der Katze zu generieren… aber je mehr ich sehe und höre… das ist richtig, richtig schlimm mit der KI. Auch mein Blog bleibt KI-frei. Ich fotografiere selbst und schreibe selbst. Und lese selbst bei dir weiter. 🙂 LG Astrid
Das ist schön, liebe Astrid! Das freut mich sehr. ♥
Ich war natürlich auch neugierig und habe am Anfang mit ChatGPT herumgespielt und getestet, was das Ding so kann. Aber meine Faszination ist schnell in Enttäuschung und Skepsis umgeschlagen. Ein so mächtiges, leicht zu manipulierendes Werkzeug, das obendrein sauviel Energie und Wasser verbraucht, in die Hände aller zu legen – Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee war. Aber ich möchte positiv und konstruktiv denken. Ich glaube, wir Menschen werden einen vernünftigen, maßvollen Umgang damit finden. 🙂
Liebe Grüße
Katharina
Hallo Katharina,
hach, wie schön, dass Du das so deutlich schreibst. Muss ja mal gesagt werden. Über die Zahl von mehr als 50 Prozent bin ich aber doch sehr gestolpert. Da kommen ja schreckliche Zeiten auf uns zu. Mir geht dieses ChatGPT-Zeugs am A…. vorbei (dazu bin ich zu alt), aber ich werde natürlich auch nicht dran vorbeikommen.
Da können wir nur hoffen, dass die, die noch selbst nähen, auch noch selbst schreiben. Und ansonsten werden wir sie hoffentlich erkennen, weil die Kommentare so „charmant“ sind, wie der zu Deinem Pilz. Ich habe köstlich gelacht.
Herzliche Grüße und Dankeschön!
Elke
Hallo Elke!
Das hast du schön gesagt. 😀 Es freut mich, dass dich der Kommentar vom Chatbot genauso erheitert hat wie mich. Ich musste auch sehr lachen. Ich hab es sehr schnell gemerkt, auch weil der Absender (irgendwas mit SEO und Autokauf) schon sehr verdächtig klang. 😀 Ich befürchte aber, dass wir es nicht immer so leicht merken, wenn KI am Werk war. Beruflich werden viele nicht um KI-Sprachmodelle und KI-Agenten herumkommen, aber privat kann ja zum Glück jeder selbst entscheiden, ob und wie stark er diese Technologie in seinem Alltag nutzen möchte. 🙂
Liebe Grüße
Katharina
Sehe ich auch so, ich habs einmal für ein Logo ausprobiert und selbst da finde ich es nicht so schön. Leider beginnt dieses Thema die Schule vollkommen einzufangen und ich hasse es da genauso wie im Netz. Selber denken kommt immer mehr außer Mode und es so schwierig Kindern und Eltern zu erklären, das man eben nicht alles zuverlässig im Netz findet oder die KI erstellen lassen kann, sondern dass es unheimlich wichtig ist, manche Dinge zu können und zu wissen, damit wenigstens etwas im Leben verlässlich ist und man überhaupt Selbstwirksamkeit erfahren kann. Dann kann man nämlich auch mit Hindernissen klar kommen, die sich im Leben eben ab und an so auftun – und auch das müssen die Kinder im Kleinen lernen, damit sie es dann im Großen bewältigen können … ach … manchmal macht mich das alles ganz schön sauer, verzweifelt und … uff. Etwas mit den Händen tun zu können und ein Produkt in der Hand zu halten ist für mich schon immer wichtig glaube ich, weil ich immer so viel mit dem Kopf und dem Herzen arbeite und man da so selten eine Rückmeldung bekommt.
Liebe Grüße Ingrid
Liebe Ingrid,
ich kann alles nachvollziehen, was du schreibst. Auch deinen Frust kann ich gut verstehen. Schade, dass du nicht häufig genug Rückmeldung für dein Engagement erhältst. Ich denke mir: Man weiß nie, wo der Samen aufgeht, den man gesät hat. Positives Bemühen wirkt sich positiv aus. Daran glaube ich fest. Man erfährt es nur leider oft nicht.
Die „KI-Revolution“ ist jedenfalls eine riesige Herausforderung für unsere Gesellschaft. Jetzt kommen ja die ersten Studien heraus, die zeigen, dass KI-Nutzer kognitive Fähigkeiten einbüßen und in Tests schlechter abschneiden. Wer sein Gehirn nicht mehr so intensiv nutzt, baut ab. Für mich total logisch und absolut alarmierend in Bezug auf Kinder und Schule. Ich befürchte, dein Job wird in Zukunft nicht einfacher, aber auch nicht weniger wichtig.
Liebe Grüße
Katharina