Zuhause bleiben und schöne Sachen für Ostern nähen

„Jeder hat ein Recht auf Corona-freie Zeit“, hat vor kurzem eine Psychologin im Fernsehen gesagt. Ein Satz, den ich richtig gut fand. Irgendwie befreiend. Denn das heißt, ich muss mich nicht permanent mit dem Virus beschäftigen. Ich darf auch mal Pause machen und den Informationsfluss an mir vorbeiziehen lassen. Ich muss nicht jeden Zeitungsartikel lesen, morgens schon die Fallzahlen studieren und abends alle Sonderberichte anschauen. Es reicht, wenn ich mich einmal am Tag auf den neuesten Stand bringe.

Natürlich ist es wichtig, informiert zu sein und alles Erdenkliche zu tun, um eine Ansteckung zu vermeiden. Wer kann, muss jetzt zuhause bleiben, Kontakte zur Außenwelt auf ein absolutes Minimum reduzieren und selbstverständlich die Hygieneregeln beachten. Was aber auch wichtig ist: Seelisch gesund zu bleiben. Es hilft niemandem, wenn ich mir den ganzen Tag Schreckensszenarien vorstelle, wenn meine Gedanken nur noch um Viren kreisen und ich mir permanent Sorgen mache. Im Gegenteil, das macht krank.

Focus on the good things!

Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, sich selbst Gutes zu tun und sich kleine Wohlfühloasen zu schaffen, in denen man sich entspannen kann und seine innere Ruhe wiederfindet. Ich genieße es z. B. gerade sehr, morgens mit meinem Mann einen Spaziergang zu machen, bevor wir beide im Home Office an die Arbeit gehen. Ich tanke Kraft beim Fahrradfahren und kann gut abtauchen, wenn ich ein Buch lese, Musik höre, die ersten Gemüsepflänzchen vorziehe und im Garten die Bienen beobachte. Und wie immer entspanne ich mich, wenn ich an der Nähmaschine sitze, umgeben von schönen Stoffen und bunten Farben.

In den letzten Tagen fiel es mir schwer, mich auf anspruchsvolle und neue Nähprojekte einzulassen. Ich konnte mich einfach nicht gut konzentrieren und wollte lieber etwas nähen, das mir leicht fällt und schnell geht. Meine Wahl fiel auf das Osterhuhn und den Hoppelhasen, die ich seit Jahren immer wieder gerne nähe. Diesmal habe ich eine ausrangierte Jeanshose verwendet und die Schnittmuster vergrößert. Beide haben im Wohnzimmer einen schönen Platz gefunden.

Ich gehöre ja zu den Menschen, die sich oft selbst genug sind und nicht viel Gesellschaft um sich herum brauchen, um glücklich zu sein. Deshalb treffen mich die Ausgangsbeschränkungen nicht so hart. Aber natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde, und ich frage mich, wann wir uns wiedersehen und in den Arm nehmen können. Irgendwann wird das wieder möglich sein. Bis dahin heißt es: Durchhalten! Auf Abstand gehen und gesund bleiben! Versuchen wir, das Beste draus zu machen.

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2 Kommentare

  1. Liebe Katharina,
    mit deinem Beitrag sprichst du mir aus der Seele. Da ich mich nach einigen Tagen endlich durchgerungen habe nicht in Schreckstarre zu bleiben, läuft es ganz gut. Endlich konnte ich liegen gebliebenes aufarbeiten – sogar quilten, das ich lange vor mir herschiebe, klappt.
    LG eSTe

  2. Da sagst du was. Ich möchte mich auch nicht in Panik versetzen lassen und ich schaue mir die Fallzahlen zwar im Rahmen einer abendlichen Nachrichtensendung an, das wars.

    Ich bzw. wir können auch gut mit uns alleine und so leiden wir (noch) nicht unter den Kontaktbeschränkungen. Bisschen schade ist, dass in den nächsten Tagen sehr viele Geburtstage in der Familie anstehen und wir nicht zusammen feiern können. Aber nun denn, das holen wir irgendwann nach.

    Danke für deine schönen Osterideen, sie sind jedes Jahr aufs Neue schön anzuschauen.

    Viele Grüße

    Anni

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